Der Oberschenkel

Fabian Peters
Der Oberschenkel bildet den Abschnitt des Beines zwischen Hüfte und Knie. Erst grenzt in der Vorderansicht nach oben an die Leistenregion und in der Rückansicht an das Gesäß. Seine Knochenbasis bildet der Oberschenkelknochen (Femur oder auch Os femoris). Dieser ist der längste Knochen im menschlichen Körper und täglich enormen Belastungen ausgesetzt. Am oberen Ende hat der Oberschenkelknochen einen speziellen Kopf, der sich kugelförmig in die Hüftgelenkpfanne einfügt und mit ihr gemeinsam das Hüftgelenk bildet. Am unteren Ende des langen Röhrenknochens bildet dieser mit seinen zwei Gelenkknorren einen Teil des Kniegelenks. Umgeben ist der Oberschenkelknochen von verschiedenen Muskeln, wobei hier die Oberschenkelextensoren (Musculus quadriceps femoris, Musculus sartorius) und die Oberschenkelflexoren (Musculus biceps femoris, Musculus semitendinosus, Musculus semimembranosus) einen wesentlichen Anteil der Muskelmasse bilden. Hinzu kommen die Adduktoren und verschiedene weitere Muskeln, die am Oberschenkelknochen ansetzen (zum Beispiel Hüftbeuger und Wadenmuskeln). Des Weiteren verlaufen zahlreiche Nervenbahnen (beispielsweise der Ischiasnerv) sowie große Arterien und Venen im Bereich des Oberschenkels.

Als mögliche Beschwerden im Oberschenkelbereich sind neben muskulären Problemen, vor allem Beeinträchtigungen der Nerven, aber auch Frakturen zu nennen. So erleiden beispielsweise ältere Osteoporose-Patienten bei Stürzen relativ häufig einen Oberschenkelhalsbruch. Heftige Oberschenkelschmerzen und Gehschwierigkeiten nach einem Sturz sind hier als Hinweise auf eine mögliche Fraktur zu bewerten. Wohl die bekanntesten Beschwerden infolge einer Nervenschädigung sind die rückseitig feststellbaren Schmerzen, wenn der Ischiasnerv eingeklemmt ist. Doch können auch Kompressionen anderer Nerven, wie beispielsweise des Nervus femoralis, zu Beschwerden im Oberschenkel führen. Neben Schmerzen ist hier mitunter ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln feststellbar. Ein medizinisch eher zu vernachlässigendes, aber für viele Frauen unter kosmetischen Gesichtspunkten relevantes Problem im Bereich der Oberschenkel bildet die sogenannte Organgenhaut (Cellulite). Frauen sind aufgrund ihrer Bindegewebestruktur hier sehr viel häufiger betroffen als Männer. Übergewicht und dicke Beine begünstigen die Entstehung der Cellulite, welche durch Veränderungen des Fettgewebes unter der Haut in Erscheinung tritt. Sie kann mit Hilfe verschiedener Hausmittel und therapeutischer Maßnahmen zwar oftmals gelindert, doch nicht vollständig beseitigt werden.

Der Oberschenkelknochen ist als Teil des Kniegelenkes und des Hüftgelenkes an seinen beiden Enden relativ häufig von Verschleißerscheinungen in Form der Arthrose betroffen, die mit Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen können. Dies gilt auch für die Nekrose des Oberschenkelknochenkopfes, welche durch die Zerstörung der Knochensubstanz infolge mangelnder Durchblutung entsteht und starke Hüftschmerzen verursacht. Verschleißerscheinungen am unteren Ende des Oberschenkelknochens bedingen indes gegebenenfalls Knieschmerzen und Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk. Begünstigt wird der Knochenverschleiß durch Fehlbelastungen und verschiedene Knochenkrankheiten wie beispielsweise die Osteoporose. (fp)

Oberschenkel

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