Der Unterarm

Fabian Peters
Der untere Abschnitt der Arme zwischen Ellenbogen und Hand wird als Unterarm bezeichnet. Dessen Knochenstruktur besteht aus Elle und Speiche, die an ihrem oberen Ende gemeinsam mit dem Oberarmknochen das Ellenbogengelenk bilden. Das Handgelenk ist indes lediglich eine Verbindung zwischen dem unteren Ende der Speiche und den Handwurzelknochen – die Elle ist hier nicht beteiligt. Elle und Speiche stehen durch Bänder und die umgebenden Bindegewebestrukturen in einer relativ festen Verbindung, wobei allerdings zwei Speichen-Ellen-Gelenke eine Drehbewegungen der Speiche um die Elle ermöglichen. Diese ist wesentlich für die Motorik beim Greifen und anderen Handbewegungen.

Umgeben werden die Unterarmknochen von zahlreichen Muskelgruppen, die einerseits als Beuger und Strecker für das Handgelenk beziehungsweise das Ellenbogengelenk fungieren und anderseits die Drehbewegung steuern. Zu der oberflächlichen Streckmuskulatur (Extensoren) des Unterarms zählen zum Beispiel die Musculus brachioradialis und der Musculus extensor carpi ulnaris. Tiefer gelegene Streckmuskeln sind der Musculus supinator und der Musculus abductor pollicis longus, wobei die tieferen Muskelgruppen auch zur Bewegung der Finger dienen. Flexoren (Beuger) des Unterarms sind in der oberflächliche Muskelschicht zum Beispiel der Musculus flexor carpi radialis und der Musculus flexor carpi ulnaris. Tiefer gelegen finden sich zum Beispiel der Musculus pronator quadratus und der Musculus flexor pollicis longus als Teile der Beugemuskulatur. Umgeben beziehungsweise unterteilt werden die verschiedenen Unterarmmuskeln von der Unterarmfaszie. Sehnen und Bänder stabilisieren die Gelenke und dienen zur Kraftübertragung bei Kontraktion der Muskeln, was für die Gelenkbewegungen erforderlich ist. Insgesamt findet sich im Unterarmbereich ein wesentlicher Anteil der Muskulatur, die zur Bewegung der Finger und Hände benötigt wird.

Neben den Knochen, Muskeln, Bändern und Sehnen ziehen sich zahlreiche Nervenbahnen und Blutgefäße durch den Unterarm. Beispielweise liegen hier die Speichenarterie (Arteria radialis) oder auch die Arteria ulnaris im Bereich der Elle sowie die Vena cephalica auf der Speichenseite und die Vena basilica auf der Ellenseite. Wichtigste Nervenbahnen sind der Nervus radialis, der Nervus medianus und der Nervus ulnaris. Die häufigsten Beschwerdebilder im Bereich des Unterarms basieren auf Beeinträchtigungen der Nervenbahnen, wie beispielsweise bei einer Sehnenscheidenentzündung, wenn die Schwellung der Sehnenscheide zur Kompression des Nervus medianus führt und so ein Karpaltunnelsyndrom bedingt. Neben Unterarmschmerzen sind hier Missempfindungen wie ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern mögliche Folgen. Auch ist die Bewegungsfähigkeit mitunter deutlich eingeschränkt. Ähnliche Beschwerden zeigen sich bei einem sogenannten Mausarm, Tennisarm oder Golfarm. Gemeinsam haben die Beschwerdebilder, dass sie durch vermehrte Fehlbelastungen hervorgerufen werden, wie sie bei verschiedenen Sportarten aber auch beim Arbeiten am Computer auftreten. Nicht zuletzt sind die Unterarmknochen zudem relativ anfällig gegenüber Frakturen, wobei insbesondere die Speiche durch Stürze und Unfälle vermehrt in Mitleidenschaft gezogen wird. (fp)

Unterarm

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