Forensische Medizin: Aufgaben, Arbeitsweise und Techniken

Dr. Utz Anhalt
Forensische Medizin untersucht, ob ein Tod natürlich oder durch Fremdeinwirkung einsetzte. Dazu öffnen forensische Ärzte die Leiche und können so unterscheiden, ob eine Krankheit, ein Unfall oder Gewalt der Auslöser war. Sie klären auch die konkrete Todesursache. Zum Beispiel stellen sie fest, welche Tatwaffe oder welches Werkzeug einen gewaltsamen Tod herbeiführte. Um einen Tod durch Gewalt juristisch zu bewerten, ist die gerichtliche Öffnung der Leiche notwendig.

Oft reicht die Untersuchung der geöffneten Leiche nicht aus, um Todesursache und Todesart zu ermitteln. Dann stehen weitere Untersuchungen an, zum Beispiel auf Chemikalien und Gifte, Medikamente, Alkohol oder Drogen, aber auch zum Spiegel von verschiedenen Hormonen und anderen körpereigenen Stoffen. Diese werden unter dem Mikroskop erfasst.

Tote und Lebende

Die forensische Medizin klärt nicht nur Todesfälle wie ein in Kriminalfilmen populäres Bild vermittelt, sondern auch Verletzungen, wenn diese eine rechtliche Relevanz haben. Sie ist heute eine multidisziplinäre Wissenschaft, die mit modernster Technik arbeitet. Die zivil- und strafrechtliche Praxis erfordert für forensische Mediziner einen eigenen Studienbereich, da sie mit Medizin, Chemie und Biologie wenig zu tun haben.

Die Aufgaben der Rechtsmedizin gehen weit über das Untersuchen von geöffneten Leichen hinaus. (Bild: fergregory/fotolia.com)

Gerichtsmedizin ist heute hoch spezialisiert und trennt sich in verschiedene Fachbereiche. Die wichtigsten sind Forensische Pathologie, Forensische Genetik und Forensische Toxikologie.

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Aufgaben der Rechtsmedizin

Forensische Medizin umfasst Thanatologie, also Untersuchung von Toten, forensische Traumatologie, Untersuchung von Verletzungen, Toxikologie, Suche nach Giften, Drogenforschung und forensische Molekularbiologie wie DNA-Proben. Ebenso beinhaltet der Bereich forensische Sexualmedizin, Verkehrsmedizin, Glaubhaftigkeitsbeurteilungen, medizinische Begutachtungskunde, Behandlungsfehlergutachten, Abstammungsgutachten und Versicherungsmedizin.

Forensische Pathologie

Forensische Pathologen untersuchen unklare Todesfälle im Auftrag von Staatsanwaltschaft oder Polizei, vor allem, wenn diese plötzlich erfolgen. Sie obduzieren die Leiche, um die Todesursache wie Todeszeit festzustellen, rekonstruieren die Kausalkette, die zum Tod führte und stellen vor allem grundsätzlich fest, ob der Tod natürlich erfolgte.

Steht fest, dass es sich um eine gewaltsame Todesart handelt, zum Beispiel um einen Autounfall oder ein Verbrechen, treten die forensischen Traumatologen auf die Bühne. Sie untersuchen, wie die Betroffenen genau ums Leben kamen.

Zu den Aufgaben forensischer Pathologen gehören gerichtlich angeordnete Leichenschauen und Leichenöffnungen, Obduktionen für Berufsgenossenschaften und Versicherungsgesellschaften, Obduktionen für private Auftraggeber, das Öffnen exhumierter Leichen und Krematoriumsleichenschauen.

Ihre Arbeit ist von enormem juristischem Wert. So erstellen sie Gutachten, ob ärztliche Behandlungsfehler einen Tod verursachten und rekonstruieren das Geschehnis, das zu dem Ableben führte biomechanisch. Sie analysieren den Mageninhalt, um die Todeszeit einzugrenzen und erfassen die Zähne von Leiche, welche sich mit zahnärztlichen Unterlagen vergleichen lassen, um die Identität eines Toten festzustellen.

Durch den Abgleich mit zahnärztlichen Unterlagen können forensische Pathologen die Identität eines Toten klären. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Todesursachen

Mögliche Todesursachen sind zum Beispiel: Tod durch Sturz, durch scharfe oder halbscharfe Gegenstände, Tod durch stumpfe Gegenstände oder innere Verletzungen. Ebenso können äußere Verletzungen, Schussverletzungen, ein autoerotischer Unfall, Ersticken, Hitze, Kälte, Elektrizität und Blitze und Gifte der Grund sein, warum jemand ums Leben kommt. Weiterhin denkbar sind Ertrinken und Tod im Wasser, das Sterben durch Verhungern, Tötung von Kindern bei der Geburt sowie der plötzliche Tod aus natürlicher Ursache.

Die Leichenschau

Die Leichenschau erfolgt, wenn möglich, dort, wo der Mensch starb oder die Leiche lag, und zwar unverzüglich. In besonderen Fällen wird die Leiche aber an einen anderen Ort gebracht, zum Beispiel, wenn sie mitten in einer Fußgängerzone liegt oder am Fundort schnell in Verwesung übergeht.

Der Arzt guckt jetzt nach sicheren Todeszeichen wie Hirntod, tödlichen Verletzungen, Totenflecken oder Leichenstarre oder sogar Zeichen fortschreitender Verwesung oder Mumifizierung.

Dann stellt er die Todesart fest, wobei es drei Kategorien gibt: Natürlicher Tod, unnatürlicher Tod und unklarer Tod. Darauf analysiert er die konkrete Ursache des Ablebens.

Der Arzt zieht die Leiche aus, um alle Körperteile zu untersuchen. Dabei geht es vor allem darum, eine nicht natürliche Todesart zu erkennen. Ist diese offensichtlich, wie bei einer aufgeschnittenen Kehle oder einem eingeschlagenen Schädel, darf der Mediziner den Ort des Geschehens nicht verändern.

In diesem Fall stellt der Arzt nur Anzeichen für den Tod fest, und falls diese nicht eindeutig sind, versucht er, den Betroffenen oder die Betroffene wieder zu beleben. Verändert er dadurch den Tatort, sollte er das der Polizei mitteilen.

Bei der Leichenschau wird der bzw. die Verstorbene genau untersucht, um zu ermitteln, ob eine natürliche oder unnatürliche Todesursache vorliegt. (Bild: CrimeScene/fotolia.com)

Der Totenschein

Ist die Leichenschau beendigt, füllt der Arzt einen Totenschein aus. Der Arzt muss in drei Fällen die Polizei informieren: Bei einem unklaren Tod, einem unnatürlichen Tod und wenn der Tote unbekannt ist. Die Staatsanwaltschaft entscheidet in der Folge, ob eine gerichtliche Obduktion angebracht ist, das heißt, ob ein anderer Mensch den Tod verursacht haben könnte. Ein Facharzt des Instituts für Rechtsmedizin führt jetzt am Ort des Geschehens eine eigene Leichenschau durch.

Die Obduktion

Die rechtsmedizinischen Institute führen vor allem gerichtliche Sektionen durch – bei unklaren Todesursachen, nicht natürlichen Toden oder unbekannter Identität der Leiche. Die Angehörigen können gegen eine gerichtliche Sektion keinen Widerspruch einlegen.

Der Rechtmediziner öffnet die Kopf-, Bauch- und Brusthöhle. Er untersucht jedes Organ einzeln auf Verletzungen und / oder pathologische Veränderungen. Er entnimmt Organproben für histologische Untersuchungen und Körperflüssigkeiten wie Blut und Urin, um Substanzen wie Alkohol zu erkennen.

Ist die Obduktion beendet, legt er die Organe in den Körper zurück und schließt die Körperhöhlen. Die zuständige Behörde darf jetzt die Leiche zur Bestattung freigeben.

Bestimmung der Todeszeit

Die Todeszeit zu bestimmen ist vor allem bei Tötungsdelikten wichtig. Der Tötungszeitpunkt ist nämlich der mutmaßliche Tatzeitpunkt, und so lässt sich erkennen, ob Verdächtige ein Alibi haben, und die Tat kann rekonstruiert werden.

In der frühen postmortalen Phase lässt sich dieser Zeitpunkt unter anderem daran erkennen, wie ausgeprägt die Leichenflecke sind, ob die Totenstarre eingetreten ist oder sich gelöst hat, ob die Muskeln sich mechanisch wie elektrisch erregen lassen, und wie abgekühlt die Leiche ist.

In späteren Phasen nach dem Tod geht es darum, wie ausgeprägt die späten Veränderungen der Leiche sind und welche Insekten in welchen Entwicklungsstadien sich auf dieser finden.

Todeskälte

Ein neues Verfahren stützt sich auf die Temperatur. Die Abkühlung der Leiche wird dabei in die physikalischen Gesetze der Wärmeübertragung eingefügt. Dieses Verfahren berücksichtigt neben den verschiedenen Körpergeweben auch die Bekleidung und Bedeckung und lässt sich auf unterschiedlich thermische Materialien anwenden.

Auch die Umstände wie ruhende Luft, Wind oder Wärmestrahlung lassen sich simulieren, ebenso die Wärmeproduktion zwischen dem Eintritt des Todes und dem „biologischen Tod“, also dem Absterben der letzten Zelle im Körper.

Blutspuren

Bei gewaltsamen Taten ist die Untersuchung von Blutspuren ein ausgezeichnetes Mittel, um den Vorgang zu rekonstruieren. Sie entschlüsseln oftmals den Ort, die Art und die Stärke der Gewaltanwendung. Mehr noch: Sie geben bisweilen sogar Aufschluss, ob es sich um einen Suizid, Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge oder einen Unfall handelt. Sie können sogar den Täter verraten, falls Fremdblut vorliegt.

Um den Tathergang zu rekonstruieren, begutachten Experten die vorhandenen Blutspuren am Fundort der Leiche. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Blutspuren-Gutachter brauchen eine systematische Ausbildung, sie besichtigen den Tatort oder greifen auf Fotodokumente zurück, und sie sollten den Obduktionsbericht kennen.

Forenische Mediziner unterschieden zwischen Tropfblut und Blutspritzern, Ausatemspuren, Beschleunigungsspuren, Schleuderspuren, Schlagspuren oder Kontaktspuren, die eine Tatrekonstruktion möglich machen.

Röntgenstrahlen

Eine Untersuchung mit Röntgengerät ist unabdingbar, um Knochenverletzungen zu erkennen. Röntgenbilder zeigen deutlich Frakturen, Gelenkschäden und Fehlstellungen der Körperachsen. Mithilfe der Aufnahmen lassen sich Fremdkörper erkennen, zum Beispiel eine Pistolenkugel im Körper, oder ein Plastikteil, das die Luftröhre verschließt.

Bei einer Schussverletzung lässt sich der Verlauf des Projektils feststellen und damit, ob das Projektil den Tod herbei führte. Mit Röntgenstrahlen lässt sich außerdem das Alter von Toten feststellen, da der Zustand verschiedener Knochen zuverlässig das Lebensalter und Geschlecht verrät.

Computertomographie

Die Computertomographie ergänzt die Röntgen-Untersuchung, da sie besonders gut Weichteile darstellt. Dadurch lässt sich der Ort einer Verletzung besonders gut erkennen sowie bei einer Schussverletzung der Schusswinkel bestimmen.

Sonografie

Eine Ultraschalluntersuchung entdeckt, was Röntgenstrahlen und Computertomographie verborgen bleibt, nämlich innere Verletzungen als Folge von Gewalt mit stumpfen Gegenständen. Eine Ultraschalluntersuchung der Weichteile zeigt, wie Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen sich durch Verletzungen verändern. Insbesondere zeigt sie innere Blutungen an. Damit liefert sie oft den entscheidenden Beleg, wenn bei Opfern von Gewalttaten keine äußeren Verletzungen erkennbar sind.

Gewaltopfer

Es werden jedoch nicht nur Tote, sondern auch Lebende untersucht, insbesondere die Opfer von Gewalttaten. Bei Toten wie Lebenden gehören dazu DNA-Spuren in Haaren, Fasern, Fremdkörpern, Blut und Speichel. Infrarotfotografie als Beweismittel führen rechtsmedizinische Institute ebenfalls durch.

Eine wesentliche Bedeutung haben Rechtsmediziner, um Kindesmisshandlung und häusliche Gewalt nachzuweisen.

Schussverletzungen

Bei Schussverletzungen untersucht die forensische Medizin die im Körper abgegebene kinetische Energie, Geschwindigkeit und Masse, Form und Deformierung des Projektils.

Bei Schussverletzungen untersuchen Forensiker unter anderem die Einschusszeichen und die Deformierung des Projektils. (Bild: milankubicka/fotolia.com)

Gibt es Knochensplitter? Ist Gewebe direkt zerstört? Ist die temporäre Wundhöhle größer als der Schusskanal, der dem Kaliber entspricht. Handelt es sich um ein Hochgeschwindigkeitsgeschoss, so dass der Tod womöglich durch einen Schock eintrat.

Handelt es sich um einen Steckschuss, einen Durchschuss oder einen Streifschuss?

Wie war die Schussentfernung? Handelt es sich um einen absoluten Nahschuss mit aufgesetzter Waffe, wie sind die Einschusszeichen, wie die Schmauchhöhe, wie die Stanzmarke der Waffenmündung? War es ein Fernschuss?

Besondere Schussformen sind zum Beispiel der Krönleinschuss, hier birst der Schädel durch Sprengwirkung, oder der Rikochett-Schuss, ein Querschläger mit deformiertem Geschoss.

Die Art der Schussverletzung hilft, zu erkennen, ob es sich um einen Unfall handelt, einen Suizid (typisch ist ein aufgesetzter Schuss an zugänglicher Stelle, dazu kommen Schmauchspuren, Blut und Gewebe an der Schusshand), einen vorgetäuschten Suizid, eine fahrlässige Tötung, zum Beispiel bei der Jagd, Totschlag oder Mord.

Fernschüsse sprechen in vielen Fällen für eine vorsätzliche Tötung, ebenso mehrere Schusswunden an einer Leiche.

Vergiftungen

Nachgewiesen werden auch Vergiftungen, sowohl bei Toten wie bei Lebenden. Dazu gehören: Vergiftungen durch Medikamente, Drogen, Pflanzenschutzmittel, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, Laugen und Säuren. Weiterhin kann jemand durch anorganische Gifte, Gase, Blausäure und Cyanide, Schnüffelstoffe, Pflanzen und Lebensmittel vergiftet werden.

Die Experten begutachten in diesen Fällen Blut und Speichel, Urin, Haare, Mageninhalt und Körpergewebe.

Forensische Genetik

Forensische Genetik untersucht biologische Spuren und ordnet sie Personen zu, um so schwere Straftaten aufzuklären. Eine weitere Aufgabe besteht darin, unbekannte Tote zu identifizieren, was vor allem für Massenkatastrophen notwendig ist, zum Beispiel bei Erdbeben, Großunfällen oder Terroranschlägen. Außerdem lässt sich per Gentest eine biologische Abstammung nachweisen, was zum Beispiel bei Fragen des Erbrechts entscheidend sein kann.

Altersnachweis

Die forensische Altersschätzung ist nicht nur zur Identifizierung von Leichen wichtig, sondern auch bei Straftätern ohne sichere Daten zur Person. Dies betrifft vor allem Menschen, bei denen die Strafmündigkeit unklar ist.

In Deutschland sind 14, 18 und 21 Jahre Altersgrenzen bis zur vollen Strafmündigkeit. Forensische Mediziner prüfen zum Beispiel die sexuellen Reifezeichen und den Zahnstatus. Sie röntgen den Ober- wie Unterkiefer und prüfen den Durchbruch und Abschliff der bleibenden Zähne.

Hinzu kommt eine radiologische Untersuchung der Handwurzelknochen der linken Hand und einer Computertomographie der Gelenke von Schlüsselbein und Brustbein.

Röntgenaufnahmen der Handwurzelknochen helfen bei der Bestimmung des Alters (Bild: figuren-design.de/fotolia.com)

Forensische Zahnanalyse

Die Zahnanalyse, also die Verbindung von Rechtsmedizin und Zahnmedizin ist notwendig, um unbekannte Tote zu identifizieren, aber auch zur Analyse von Biss-Spuren. Das menschliche Gebiss ist ebenso individuell wie ein Fingerabdruck und zudem schwer zu zerstören: Bei einem Hausbrand zum Beispiel bieten Zähne oft die einzige Möglichkeit, eine Leiche zu identifizieren.

Die Wahrscheinlichkeit, Unbekannte mit einer Zahnanalyse zu identifizieren liegt bei über 90 %. Biss-Spuren verraten den Täter oder die Täterin aufgrund dessen unverwechselbarer Zähne. Deren Stellung im Kiefer, ihre Abnutzung und Füllungen bieten ein unverkennbares Muster. Bissmuster sind besonders für Sexualstraftaten und Kindesmissbrauch typisch.

Auch Biss-Spuren in Nahrungsmitteln geben Hinweis auf einen Täter oder eine Täterin. Wenn sich zudem Speichelreste (DNA) und Fingerabdrücke zum Beispiel an einem angebissenen Apfel finden lassen, sind die Belege vollständig.

Entomologie

Die Gerichtsmedizin untersucht Leichen auf Erd- und Gesteinsspuren, Blut, Sperma, Exkremente, Pflanzenteile oder Gräser. Dann kommen Insekten ins Spiel. Was hat aber Insektenkunde mit Rechtsmedizin zu tun? Eine ganze Menge: Die Entwicklungsstadien von Insektenlarven in der Leiche lassen nämlich Rückschlüsse darauf zu, wie lange diese Leiche dort liegt.

Der Kriminalbiologe Dr. Mark Bennecke erklärt: „Sind die Insekten als Made, Puppe oder erwachsenes Tier auf der Leiche vorhanden? So sieht man ungefähr, wie lange sie dort schon leben. Die Berechnungsmodelle dafür sind sehr komplex. Manchmal kann man die Liegezeit auf bis zu wenige Stunden berechnen. Dann wiederum kann eine Eingrenzung nur auf Wochen oder Monate erfolgen.“

Das kann gerade bei Menschen, die länger tot sind, wichtig sein, denn, wie Bennecke sagt: „Bei einer Leiche, die stark verwest ist, fallen die gängigen rechtsmedizinischen Parameter wie Pupillen-Reaktion, Erregbarkeit des Skeletts, Temperaturabfall oder Leichenstarre zunächst weg. Somit ist es hier äußerst schwierig, konkrete Angaben zu machen.“

Mehr noch: Finden sich Larven in einer Leiche, die unter den ökologischen Gegebenheiten des Fundorts nicht vorkommen, weist dies darauf hin, dass der Mensch an einem anderen Ort ums Leben kam. Forensische Entomologen untersuchen auch Drogen, Medikamente und Gifte in den Insekten am Leichnam. Die Insekten und ihre Larven nehmen diese aus dem Körper des Toten auf.

Rechtsmedizinische Ambulanz

Am Institut für Rechtsmedizin in Leipzig gibt es eine forensische Ambulanz, die Hilfe für Gewaltopfer bietet. Sie dokumentiert Verletzungen und bewahrt das Probenmaterial sicher aus.

Leistungen sind:

1) Kostenlose Untersuchung von Gewaltopfern, insbesondere Kindern und Jugendlichen
2) Beschreibung und Dokumentation von Verletzungen
3) Rekonstruktion des Geschehens, das zur Verletzung führte, auch mit Fotos und radiologischen Befunden
4) Das sichere Aufbewahren von potenziellem Beweismaterial
5) Telefonische Beratung für Gewaltopfer und deren Angehörige
6) Vermittlung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen
7) Beratung von Ärzten und Ärztinnen
8) Beratung von Jugendämtern und Polizei über die Schwere von Verletzungen und Wiederholungsgefahr
9) Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte, um Gewalt zu erkennen, ebenso für Jugendämter, Lehrer und Erzieher wie Lehrerinnen und Erzieherinnen

Forensische Medizin ist heute einer der wichtigsten Bausteine, um Verbrechen aufzuklären und Todesursachen zu bestimmten.(Dr. Utz Anhalt)