Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Sebastian
Bauchschmerzen mit natürlichen Hausmitteln behandeln
Bei leichten Bauchschmerzen können oft schon natürliche Hausmittel eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken. Denn häufig handelt es sich bei den Schmerzen um eine Magenverstimmung, z.B. in Folge von zu üppigem Essen, Alkoholkonsum oder Stress. Bewährte Hausmittel gegen Bauchschmerzen stellen hier zum Beispiel eine Rollkur mit Kamillentee oder ein Ingwertee dar, ebenso können Entspannungsübungen eine wohltuende Hilfe sein. Bei starken bzw. anhaltenden Schmerzen und begleitenden Symptomen wie beispielsweise Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall oder Schwindel, sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die genauen Ursachen abklären zu lassen.

Ursachen von Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig handelt es sich um eine relativ harmlose „Verstimmung“ des Magens, wenn z.B. am Vorabend sehr fettig gegessen oder übermäßig viel Alkohol getrunken wurde. Ebenso schlagen Medikamente, Rauchen oder Stress schnell auf den Magen, was sich durch unangenehmes Drücken, Ziehen, Stechen oder einen Blähbauch äußern kann. Da sich im Bereich des Bauches eine Vielzahl von Organen und Strukturen wie z.B. Dick- und Dünndarm, Milz, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase oder Leber sowie in direkter Nähe auch das Herz oder die Lunge befinden, können die Beschwerden ebenso auf eine ernstere Erkrankung hindeuten.
Treten die Bauchschmerzen links auf, kommen z.B. eine Divertikulitis, festsitzende Harn- oder Nierensteine in Frage.

Magenprobleme sind wie eine Gastritis oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (wie z.B. eine Glutenallergie) denkbar, vor allem, wenn die Beschwerden während des Essens bzw. direkt danach auftreten. Bei Unterbauchschmerzen rechts oder links sind z.B. ein Reizdarmsyndrom, Leistenbruch oder Harnwegsinfekt wie z.B. eine Blasenentzündung oder Nierenbeckenentzündung möglich. Viele Frauen leiden zudem unter immer wieder auftretenden Regelschmerzen, die sich vor bzw. während der Periode durch unangenehmes Stechen und Ziehen im Unterleib oder Unterleibskrämpfe bemerkbar machen.

Natürliche Hausmittel können dabei helfen, die Bauchschmerzen zu lindern. Wärme ist bereits schon ausreichend, um festsitzende Winde zu lösen. Bild:  asife - fotolia
Natürliche Hausmittel können dabei helfen, die Bauchschmerzen zu lindern. Wärme ist bereits schon ausreichend, um festsitzende Winde zu lösen. Bild: asife – fotolia

Oberbauchschmerzen können z.B. durch eine akute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) oder Leber (Hepatitis) ausgelöst werden. Darüber hinaus kommt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) in Betracht, in seltenen Fällen kann auch eine Herzerkrankung wie die Koronare Herzkrankheit (KHK) für Beschwerden im linken Oberbauch verantwortlich sein.
Kommt es nur gelegentlich z.B. nach üppigem Essen oder in Stresssituationen zu Schmerzen im Bauchbereich, lassen sie sich meist gut durch Hausmittel behandeln. Halten die Beschwerden jedoch länger an und/oder werden stärker, ist ein Arztbesuch erforderlich, um den Auslöser zu klären und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Ernährung bei Bauchweh

Häufig lassen sich die Beschwerden auf eine ungewohnte oder ungesunde Ernährung zurückführen. Daher ist es gerade bei wiederkehrenden Bauchschmerzen wichtig, die persönliche Lebens- und Ernährungsweise zu überprüfen und „schlechte“ Angewohnheiten zu ändern. Empfehlenswert ist es, vor allem auf üppige, süße und fettige Speisen zu verzichten und stattdessen leichte, gesunde und magenfreundliche Lebensmittel wie z.B. gedünstetes Gemüse, Reis, Kartoffeln, Bananen und Äpfel zu verzehren. Auch Gebratenes wird häufig nur schwer verdaut und sollte daher für einige Zeit vom Speiseplan gestrichen werden, ebenso können Kaffee, Zigaretten und Alkohol bereits vorhandene Bauchbeschwerden verstärken.

Meist wird es besser vertragen, wenn mehrmals am Tag eine kleine Portion gegessen wird. Dabei sollte stets langsam gegessen und gründlich gekaut werden, zudem empfiehlt es sich, zur Entlastung des Darms auf spätes Essen (nach 20h) zu verzichten. Einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit liefern auch Bitterstoffe in Salat und Kräutern wie zum Beispiel Rauke, Radicchio oder Chicorée. Denn diese regen die Produktion von Verdauungssäften an, wodurch die die aufgenommene Nahrung leichter verstoffwechselt und besser verdaut werden kann.

Bauchschmerzen mit Wärme lindern

Ein beliebtes Hausmittel stellt die Wärmeauflage dar, denn diese wirkt entspannend und durchblutungsfördernd und kann dadurch die Beschwerden rasch lindern. In Frage kommen hier z.B. feucht-warme Umschläge, eine Wärmflasche oder eine Kamillenkompresse. Für diese werden drei Esslöffel Kamillenblüten in eine Schüssel gegeben und mit einen Liter kochendem Wasser überbrüht. Nach zehn Minuten werden die Blüten abgegossen, dann wird ein Baumwolltuch in das warme Kamillenwasser eingetaucht, ausgewrungen und so lange auf den schmerzenden Bereich gelegt, bis es ausgekühlt ist.

Bewährt haben sich z.B. auch Essigwickel. Für diese wird zunächst ein Handtuch in eine Mischung aus heißem Wasser (1l) und Essig (ein Esslöffel) getaucht und anschließend für 15-20 Minuten auf den Bauch gelegt. Ebenso ist ein Kirschkernkissen gut geeignet, welches schnell und unkompliziert in der Mikrowelle erwärmt und anschließend auf den schmerzenden Bereich gelegt wird, um seine angenehme und krampflösende Wirkung zu entfalten. Vor einer Anwendung aus dem Bereich der Wärmetherapie sollte jedoch unbedingt klar sein, dass es sich bei den Bauchschmerzen nicht z.B. um eine Blinddarmentzündung handelt, denn durch Wärme könnte ein Entzündungsprozess noch verstärkt werden.

Ist eine entzündliche Erkrankung ausgeschlossen, kann auch ein heißes Bad sehr wohltuend sein, wobei die Wirkung durch die Zugabe von Heilkräuteressenzen noch unterstützt werden kann. Im Sinne der Aromatherapie ist bei Bauchschmerzen vor allem Lavendel sehr gut geeignet. Von diesem werden eine Handvoll frische oder getrocknete Blüten zunächst in zwei Litern Wasser aufgekocht und anschließend für etwa eine halbe Stunde lang zugedeckt ziehen gelassen. Anschließend wird der Sud durch ein Sieb abgegossen und ins Badewasser gegeben. Generell sollte die Temperatur des Wassers nicht höher als 36 bis 38 Grad und die Badedauer nicht länger als 20 Minuten sein, da ansonsten der Kreislauf zu stark belastet wird. Dementsprechend empfiehlt es sich auch, nach dem Bad etwa eine halbe Stunde zu ruhen, um neue Kräfte sammeln zu können.

Altbewährtes Hausmittel bei Bauchschmerzen: Kräutertee

Tut der Bauch weh, kommen verschiedene Teeaufgüsse in Betracht, die eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken können. Hier hat sich vor allem das „Allheilmittel“ Kamillentee bewährt, denn die Inhaltsstoffe aus den Kamilleblüten wirken antientzündlich, antibakteriell, krampflösend und beruhigend auf die Magenschleimhaut. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten mit kochendem Wasser überbrüht und anschließend abgedeckt für etwa 15 Minuten ziehen gelassen. Dann wird der Tee abgeseiht und möglichst warm getrunken. Wird der Tee für Kinder zubereitet, sollte hingegen nur ein Teelöffel getrockneter Pflanzenteile pro Liter Wasser verwendet werden.

Kümmel, Pfefferminze und Fenchel sind seit Jahrhunderten für ihre lindernde Wirkung bei Bauchweh durch Winde bekannt. Bild: PhotoSG - fotolia
Kümmel, Pfefferminze und Fenchel sind seit Jahrhunderten für ihre lindernde Wirkung bei Bauchweh durch Winde bekannt. Bild: PhotoSG – fotolia

Gehen die Bauchschmerzen mit einem starken Völlegefühl und Blähbauch einher, können Anis, Fenchel und Kümmel eine wohltuende Hilfe sein. Denn die drei Heilkräuter sind gut bekömmlich und haben eine positive Wirkung auf den gesamten Magen-Darm-Trakt, indem sie Krämpfe lösen und die Verdauung fördern. Für den Tee werden die drei Heilkräuter zu gleichen Teilen vermischt, wobei Kümmel und Anis vorher im Mörser zerstoßen werden sollten. Pro Teebecher übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel der Mischung mit 250ml heißem Wasser und lassen ihn vor dem Abseihen etwa 10 Minuten ziehen.

Auch die Melisse enthält ätherisches Öl, dessen Wirkstoffe unter anderem krampflösend, verdauungsfördernd und beruhigend wirken. Daher kann diese Heilpflanze vor allem bei stressbedingten Bauchschmerzen eine wertvolle Unterstützung bieten. Für einen Tee werden zwei bis drei Teelöffel Melissenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Treten neben den Schmerzen auch Übelkeit oder Appetitlosigkeit auf, ist Ingwer empfehlenswert. Aus diesem kann schnell ein wirksamer Tee zubereitet werden, indem ein geschältes Stück der Wurzel ca. zehn Minuten mit Wasser gekocht wird. Auch das traditionelle Heilkraut Pfefferminze kann bei Bauchschmerzen mit Übelkeit helfen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Pfefferminztee erst für Kinder im Schulalter geeignet ist, da das enthaltene Menthol bei kleineren Kindern zu Atemproblemen führen kann.

Entspannungsübungen gegen Bauchschmerzen bei Stress

Bei vielen Menschen treten die Beschwerden im Zusammenhang mit negativem Stress auf. Anspannung, unbearbeitete Konflikte oder Sorgen „schlagen“ dabei direkt auf den Magen oder werden sprichwörtlich in sich „hineingefressen“. In diesem Fall ist es wichtig, sich immer wieder mit der momentanen Stress-Belastung und der persönlichen Belastungsgrenze auseinanderzusetzen, um bei erhöhtem Druck von außen rechtzeitig die „Notbremse“ ziehen zu können.

Eine sehr gute Unterstützung bieten hier verschiedene Entspannungstechniken wie z.B. Atemübungen, Yoga, autogenes Training oder Meditation, denn durch diese kann die Anspannung gemindert und das innere Gleichgewicht gestärkt werden. Auch die progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann eine wirkungsvolle Hilfe beim Stressabbau sein. Hier werden zum Lösen der Anspannung und Linderung der Schmerzen die einzelnen Muskelpartien nach und nach zuerst angespannt und dann im nächsten Schritt wieder gelockert. Durch die bewusste Wahrnehmung der unterschiedlichen Spannungszustände wird die Achtsamkeit dem Körper gegenüber geübt und gelernt, aus eigener Kraft heraus eine tiefe körperliche und psychische Entspannung zu erreichen.

Natürliche Behandlung durch Massage und Rollkur

Lassen sich die Beschwerden auf Stress, innere Unruhe oder Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Verstopfungen zurückführen, kann auch eine selbst durchgeführte Bauchmassage schnell für Erleichterung und Entspannung sorgen. Für diese wird ein wohl temperiertes pflanzliches Öl (z.B. Kümmel-, Weizenkeim- oder Jojobaöl) verwendet, von welchem Sie einige Tropfen in ihre Handfläche geben. Nun wird die Hand auf den Bauch gelegt und sanft in langsamen, kleinen Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum bewegt.

Eine Bauchmassage wirkt manchmal Wunder und hilft dabei den Blähbauch zu lindern. Bild: Swifter - fotolia
Eine Bauchmassage wirkt manchmal Wunder und hilft dabei den Blähbauch zu lindern. Bild: Swifter – fotolia

Nach und nach werden die Bewegungen dabei größer, bis der größte Kreis vom Schambein bis zum Rippenbogen reicht. Dann werden die Kreise schrittweise kleiner, bis die Hand schließlich wieder den Bauchnabel erreicht. Nach einigen kleinen Kreisen unterhalb des Nabels ruht die Hand zunächst einige Sekunden in der Bauchmitte, abschließend wird Bereich des Bauches vom Brustbein bis zum Schambein sanft mit der flachen Hand ausgestrichen.

Auch die so genannte „Rollkur“ stellt ein bewährtes Hausmittel gegen Bauchschmerz dar. Für diese werden zunächst zweieinhalb Esslöffel Kamillenblüten mit 500ml kochendem Wasser aufgebrüht und etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Nun trinkt der Patient eine große Tasse des abgeseihten Tees auf nüchternen Magen und legt sich anschließend für etwa fünf Minuten auf den Rücken. Nach Ablauf der Zeit wird sich für jeweils weitere fünf Minuten nacheinander auf die rechte Seite, den Bauch, die linke Seite und abschließend wieder auf den Rücken zurück gedreht.

Durch das Rollen können sich die Inhaltsstoffe der Kamille bestmöglich verteilen und ihre heilsame Wirkung auf die gesamte Magenschleimhaut entfalten. Die Kur sollte jedoch mindestens eine Woche lang durchgeführt werden, bei Bedarf mit bis zu drei Durchgängen am Tag. Nach einer Anwendung ist es ratsam, dem Körper 30 Minuten Ruhezeit zu gönnen, zudem sollte immer darauf geachtet werden, den Bauch während der Prozedur warm zu halten.

Schüssler Salze und Homöopathie bei Bauchschmerzen

Schüssler Salze aus der Hausapotheke eignen sich ebenfalls gut bei leichten Beschwerden im Bereich des Bauches. Hier kommen unter anderem die Salze Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) in Betracht. Durch seine schmerzstillende und krampflösende Wirkung kann auch die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) sehr hilfreich sein, gerade wenn es sich um menstruationsbedingte Schmerzen im unteren Bauch oder Magen- bzw. Darmkrämpfe handelt. Damit das natürliche Schmerzmittel möglichst schnell vom Körper aufgenommen und besonders gut wirken kann, bietet sich hier die Zubereitung der so genannten „heißen Sieben“ an. Für diese werden 10 Tabletten Magnesium phosphoricum in heißem, nicht mehr kochendem Wasser aufgelöst, anschließend wird die Mischung so heiß wie möglich Schluck für Schluck getrunken.

Neben dem bietet die Homöopathie verschiedene Mittel an, die zur Linderung von Bauchproblemen beitragen können. Treten z.B. neben den Schmerzen weitere Symptome wie Aufstoßen oder Blähungen auf, kann Carbo Vegetabilis eine gute Hilfe sein. Beschwerden, die im Zusammenhang mit Stress, Alkohol, zu viel Kaffee und Nikotin oder üppigem, fettigem Essen auftreten, können hingegen meist wirksam mit Nux vomica (Brechnuss) behandelt werden. Ebenso kommt in diesen Fällen Antimonium crudum in Betracht, vor allem, wenn gleichzeitig Erbrechen, Durchfall oder weißlicher Zungenbelag bestehen.

Heilerde ist ein beliebtes Hausmittel bei Bauchschmerzen, vor allem, wenn diese in Verbindung mit Durchfall auftreten. Denn die Erde kann Gifte und Schadstoffe binden und hilft dadurch, die Verdauung wieder ins Gleichgewicht bringen. Für die innerliche Anwendung wird ein Teelöffel davon in einem Glas Wasser gelöst und getrunken. Neben dem kann das Heilmittel auch äußerlich angewandt werden. Hierfür wird zunächst aus dem Pulver und warmem Wasser ein Brei hergestellt. Dieser wird auf ein Baumwolltuch gegeben, welches anschließend so lange auf den schmerzenden Bereich gelegt wird, bis der Wickel angetrocknet ist (nr)