Blutflecke entfernen – Hausmittel

Dr. Utz Anhalt
Blutflecken können die besten Sachen verderben: Ein Schnitt am Finger ruiniert das weiße Hemd, eine unerwartet heftige Menstruation das neue Sofa aus Wildleder. Das gilt aber nur, wenn Sie die falschen Methoden anwenden, um diese Flecken zu entfernen. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Hausmitteln Sie das Blut wirkungsvoll beseitigen und geben Tipps, worauf Sie bei der Fleckentfernung achten sollten.

Hitze festigt die Flecken

Blut enthält sehr viel Eiweiß. Was das bedeutet, sehen Sie, wenn Sie sich ein Rührei zubereiten. Bereits bei geringerer Wärme gerinnt das Eiweiß. Bei den Proteinen im Blut ist dieser Punkt bei 57 Grad Celsius gegeben. Deshalb liegt ein Hauptfehler darin, Blut mit heißem Wasser auszuwaschen oder die mit Blut befleckte Kleidung in die Kochwäsche zu werfen. Hämoglobin, das Protein, das dem Blut die rote Farbe gibt, besteht aus Eiweißen, und diese verändern durch Wärme ihre Struktur. Wenn wir also in gutem Glauben möglichst gründlich, also heiß, waschen, entfernen wir nicht die Flecken, sondern sorgen im Gegenteil dafür, dass sich diese fest an die Fasern des Stoffes heften.

Wer einen Blutfleck entfernen möchte, sollte die Finger von heißem Wasser lassen. Es gibt jedoch eine Vielzahl bewährter Hausmittel, mit denen sich die Flecken unkompliziert beseitigen lassen. (Bild: vectorpocket/fotolia.com)

Hausmittel gegen Blutflecken

Diverse Hausmittel helfen, die Blutflecken zu entfernen.

1) Salz. Waschen Sie die frischen Blutflecken mit kaltem (!) Wasser aus. Danach legen Sie den beschmutzten Stoff in kaltes Salzwasser ein. Dazu geben Sie circa 3 Esslöffel Salz in einen Liter Wasser.

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Sind die Blutflecken bereits eingetrocknet? Dann legen Sie den Stoff in einen Eimer kaltes Wasser und geben eine halbe Packung Speisesalz hinzu. Die Wäsche lassen Sie über Nacht im Salzwasser einziehen, dann spülen Sie aus und waschen den Stoff bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine.

2) Zitronensaft. Bei frischen Blutflecken hilft Zitronensaft. Sie pressen frischen Zitronensaft auf den Fleck und warten circa 15 Minuten. Dann waschen Sie den Fleck mit kaltem Wasser aus.

3) Kaum bekannt ist Aspirin. Das nehmen Sie jetzt nicht gegen Kopfschmerzen ein, sondern lösen ein Tablette in Wasser auf und reiben das Wasser in die Flecken ein. Da Sie nicht den ganzen Stoff in Wasser einlegen müssen, eignet sich Aspirin auch gegen Blutflecken auf Autositzen oder Teppichen.

4) Gallseife. Reiben Sie den Fleck mit Gallseife ein. Dann spülen Sie den Stoff mit kaltem Wasser aus, bis sich kein Fleck mehr sehen lässt.

Durch eine gründliche Behandlung mit Gallseife lassen sich Blutflecken oft gut beseitigen. (Bild: rdnzl/fotolia.com)

5) Badewanne. Große Kleidungsstücke und / oder große Blutflecke wie Bettlaken oder Läufer, weichen Sie am besten in kaltem Wasser in der Badewanne ein.

6) Sprühpistole. Manche Stoffe lassen sich nicht in einer Schüssel oder Wanne auswaschen. Dazu gehören die Bezüge von Autositzen, Schuhe und Teppiche. Hier füllen Sie kaltes Wasser in eine Sprühpistole und sprühen die Flecken ein, um sie zu befeuchten.

Danach tropfen Sie das gelöste Blut mit einem trockenen saugfähigen Tuch ab. Küchenpapier eignet sich ebenso wie ein Baumwolltuch.

Sie sprühen von neuem, bis keine Flecken mehr zu sehen sind und achten darauf, dass die Stelle am Tuch, mit der sie tupfen, trocken bleibt.

7) Neutralseife. Bei Blutflecken auf Leder mischen Sie destiliertes Wasser mit Neutralseife in einer Sprühflasche und sprühen die entsprechende Stelle ein.

8) Salmiakgeist. Bei Blutflecken auf der Tapete mischen sie einen Teil Salmiakgeist oder Spiritus mit zehn Teilen Wasser in einer Sprühflasche und sprühen die Lösung auf die Flecken.

Alkohol

Alkohol empfiehlt sich für Flecken auf besonders sensiblen Stoffen, besonders für Seide. Dazu tränken Sie einen Wattebausch mit Alkohol und tupfen, bis der Fleck verschwindet. Das funktioniert am besten, bevor sich das Blut in der empfindlichen Seite festsetzt. Versuchen Sie auf keinen Fall, den Fleck heraus zu reiben. Sie zerstören so die Seide und können die Kleidung weg schmeißen.

Backpulver oder Kartoffelstärke

Backpulver oder Kartoffelstärke sind besonders gut geeignete Hausmittel für Blutflecken auf Wolle. Sie mischen das Pulver mit Wasser zu einer Paste, die sich verstreichen lässt. Diese massieren Sie in den Fleck ein. Gehen Sie vorsichtig vor, nehmen Sie zum Beispiel ein Mikrofasertuch. Wie bei der Seide gilt: Reiben Sie nicht stark. Auf der Wolle bilden sich sonst Knötchen.

Eine Paste aus Backpulver und kaltem Wasser kann Blutflecken aus dem Teppich verschwinden lassen. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Lassen Sie die Paste eine halbe Stunde einwirken, dann entfernen Sie die Mischung mit einem feuchten Tuch und waschen den Stoff mit kaltem Wasser.

Diese Paste wirkt auch gegen Blutflecken auf Polstern und Teppichen. Hier wischen Sie die Mixtur nach dem Einwirken aus und entfernen mögliche Reste nach dem Trocknen.

Statt Stärke zu verwenden können Sie auch eine Mischung aus Mehl und Glyzerin herstellen.

Welche Hausmittel für welche Flecken?

Für den Autositz eignen sich Waschpulver oder Kattoffelstärke, für die Bettdecke und Bettlaken Waschpulver, Seife, Salz, Zitronensaft und Mineralwasser. Dabei sind Waschpulver und Seife am wirksamsten, Wasser mit Kohlensäure am sanftesten.

Sofas reinigen Sie am besten mit Waschpulver oder Speisestärke, Jeans mit Waschpulver und Seife, mit kaltem Wasser in der Badewanne, Kissen mit Waschpulver, Seife, Mineralwasser oder Zitronensaft. Für Kleidung empfiehlt sich Waschpulver, Seife, Salz oder Zitronensaft.

Für Wolle können Sie außer feuchter Speisestärke auch Natronpulver verwenden.

Bei Schuhen kommt es auf das Material an. Handelt es sich um waschbare Stoffschuhe, verfahren Sie so wie mit gewöhnlicher Kleidung. Bei Leder und Kunstleder gehen Sie vor wie auch sonst bei Leder.

Bettdecken mit Daunen

Bei Bettdecken mit Daunen müssen Sie besonders umsichtig vorgehen. Sie füllen eine Badewanne zur Hälfte mit kaltem Wasser, lösen dann einen Tasse Waschpulver auf und legen die Daunendecke hinein. Die Flecken müssen vollständig unter Wasser sein.

Sie weichen die Decke eine Stunde lang ein und spülen sie mit der Dusche der Brause gründlich aus. Danach waschen Sie die Decke bei 30 Grad Celsius in der Waschmaschine.

Besser noch: Sie waschen die Decke nach dem Abbrausen mit der Hand aus und legen Sie zum Trocknen auf zwei Wäscheständer. Drehen Sie die Decke während des Trocknen mehrmals und schütteln Sie sie aus.

Darauf sollten Sie bei Blutflecken achten

Blutflecken sind hartnäckig und lassen sich am besten entfernen, so lange sie frisch sind. Deshalb beseitigen Sie die Flecken am besten sofort. Das gelingt meist mit kaltem Wasser ohne Zusätze.

Wenn z.B. Nasenbluten Spuren auf der Kleidung hinterlassen hat, sollte diese so schnell wie möglich ausgewaschen bzw. eingeweicht werden. (Bild: animaflora/fotolia.com)

Bei den Hausmitteln testen Sie diese zuerst an einer unauffälligen Fläche. Eignet sich das Mittel nicht, verschmieren Sie sonst den Fleck, und aus einem kleinen Ärgernis wird ein großes Problem.

Wenn die Flecken nach dem Auswaschen mit kaltem Wasser verschwinden, bleibt oft ein Rand übrig. Um diesen zu entfernen, waschen Sie die Kleidung bei 30 Grad Celsius. Achten Sie dabei auf Waschmittel, die Eiweiß zersetzende Enzyme enthalten. Das gilt meist nicht für Fein- oder Wollewaschmittel. Je feiner der Stoff ist, umso mehr empfiehlt es sich, ihn mit Gallseife zu bearbeiten.

Zum Abtupfen nehmen Sie auf keinen Fall farbige Papier- oder Stofftücher. Diese könnten abfärben und den Schaden so verschlimmern.

Tupfen bedeutet, das Blut nicht in das Gewebe zu drücken und die verschmutzte Fläche so zu vergrößern.

Salzwasser

Damit Salzwasser besser in die Fasern dringt, können Sie den Stoff vor dem Einweichen mit einer Zahnbürste leicht aufrauen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn Sie sollten weder den Stoff beschädigen noch Blut in die Fasern drücken.

Auf die Schnelle

Nicht immer haben Sie Zeit, die frischen Blutflecken sofort auszuwaschen. Nehmen wir an, Sie sind bereits an der Haustür, auf dem Weg zur Arbeit und bekommen plötzlich Nasenbluten. Das Blut läuft auf ihren frischen Hemdkragen. Sie laufen ins Haus, in zehn Minuten kommt der Bus, und sie müssen schnell handeln.

Legen Sie das Hemd in ein Waschbecken, füllen Sie kaltes Wasser ein und kippen Salz dazu. Jetzt lassen Sie den Stoff einweichen und entfernen die Flecken, wenn Sie von der Arbeit wieder kommen.

Oder ihnen tropft Blut auf die Kleidung, während Sie im Restaurant beim Essen sind. Lassen Sie sich eine Flasche Mineralwasser geben, gehen Sie auf die Toilette und waschen das Blut aus.

Die Kleidung sollte erst dann gewaschen werden, wenn das Blut zuvor vollständig entfernt wurde. Sonst haften die Flecken durch die Hitze noch stärker am Stoff. (Bild: pikselstock/fotolia.com)

Gras – und Blutflecken

Bisweilen ist Kleidung mit Gras- wie Blutflecken verschmutzt, zum Beispiel, wenn ein Kind sich die Knie aufschürft. Grasflecken lassen sich mit einer Vollwäsche bei hohen Temperaturen besser entfernen als mit kaltem Wasser. Gallseife und Zitronensaft wirken indessen gegen Blut- und Grasflecken gleichermaßen.

Halten sich Grasflecken, nachdem das Blut ausgewaschen ist, können Sie den Stoff bei mindestens 60 Grad in einem Vollwaschgang noch einmal durchwaschen, aber bitte nicht, so lange noch Blut in der Kleidung ist, da sich das Eiweiß bei Hitze fixiert. (Dr. Utz Anhalt)