Darmflora aufbauen: So gehts

Susanne Waschke
Sie kennen das wahrscheinlich, wenn Sie schon einmal Antibiotika nehmen mussten: Durchfall und ein unruhiges Verdauungssystem sind ein häufiger Begleiter der Antibiotikatherapie. Das Medikament tötet zwar die unerwünschten bösartigen Bakterien in unserem Körper, ebenso aber werden unzählige gutartige und notwendige Darmbakterien beseitigt. Zudem können auch andere alltägliche Arzneien die Darm nachhaltig beeinträchtigen. Mitunter muss die Darmflora daher neu aufgebaut werden, denn eine gesunde Darmflora ist wichtig für unseren Körper. In diesem Artikel beschreiben wir zunächst die Aufgaben der Darmflora und zeigen im zweiten Abschnitt, wie diese wieder aufgebaut werden kann.







Bedeutung der Darmflora

Kommt ein Kind zur Welt, so ist der Darm des Neugeborenen noch steril. Doch im Laufe der ersten beiden Lebensjahre lassen sich dort, bedingt durch die Nahrungsaufnahme, zwischen einhundert und vierhundert verschiedene Bakterienarten nieder. Diese sogenannte Darmflora (auch Mikrobiom genannt), also das miteinander Leben verschiedenster Bakterien, kann sich im Laufe des Lebens stark verändern.

Oft ist eine beeinträchtige Darmflora Ursache für die Ausbreitung von Krankheitserregern im Verdauungstrakt. (Bild: Alex/fotolia.com)

Die im Darm ansässigen, physiologischen (nützlichen) Darmbakterien leben in einer Symbiose mit dem Wirt, also mit dem Mensch. Sie leben vom Darminhalt, nutzen ihm aber auch auf vielfältigste Art und Weise. Die physiologischen Bakterien übernehmen dabei lebenswichtige Aufgaben. Sie bilden eine Barriere, um das Niederlassen pathologischer Keime zu verhindern. Da die Zellwandstrukturen der „guten“ Darmbakterien als sogenannte Antigene wirken können, verursachen sie eine physiologische Entzündungsreaktion. Das wiederum führt dazu, dass das darmspezifische Immunsystem aktiviert und dadurch der Körper zur Abwehr angeregt wird.

Die „guten“ Darmkeime führen eine Arzt „körpereigenes Recycling“ durch, indem sie bereits verwendete Gallensalze und Sexualhormone wieder dem Organismus zurückgeben. Die physiologischen Darmbakterien besitzen ihren eigenen Stoffwechsel, bei dem sie Vitamine wie Vitamin K, B2 und B12, Folsäure und Biotin selbst herstellen.

Etwa drei Viertel aller Körperzellen, die mit der Abwehr beschäftigt sind und Abwehrstoffe bilden, sind im Darm beheimatet und in den Darmfalten angesiedelt. So befinden sich in den Darmwänden mehr weiße Blutkörperchen als in der Blutbahn. Diese Zellen produzieren ständig Antikörper gegen Eindringlinge. Der Darm schickt Abwehrzellen in die Blutbahn und warnt andere Organe vor den fremden Stoffen. Eine gesunde Darmflora verhindert, dass sich schädliche Keime einnisten, die zu Störungen des Immunsystems führen können. Normalerweise verfügt der Körper über ein hervorragendes Selbstregulationssystem, welches vor allem bei kurzfristigen Belastungen schnell reagiert. Dauern negative Einflüsse allerdings über längere Zeit an, kann das zu einer Verdrängung der gesunden Darmbakterien führen. Pathogene Keime können sich immer weiter ausbreiten und die nützlichen Darmbakterien verdrängen.

Die Darmflora ist nicht bei jedem Menschen gleich. Sie ändert sich mit der Nahrung und auch im Laufe des Lebens, vor allem im Alter. So ist zum Beispiel die Zusammensetzung der dort angesiedelten Bakterien unterschiedlich, je nachdem ob wir uns vegetarisch ernähren oder viel tierisches Eiweiß essen.

Nicht nur in den kalten Jahreszeit ist ein gesundes Immunsystem wichtig. Unser Körper muss ständig auf eindringende pathogene Keime reagieren. Die Zusammensetzung der Darmbakterien spielt hierbei eine entscheidende Rolle. (Bild: ladysuzi/fotolia.com)

Aufgaben des Mikrobioms

Der Darm besitzt eine riesige Oberfläche. Sie beträgt circa 200 – 300 Quadratmeter und stellt damit die größte Kontaktfläche des Körpers dar. Diese Oberfläche entsteht durch die vielen Darmfalten der Darmwand. Im Vergleich dazu beträgt die Hautoberfläche nur etwa zwei Quadratmeter.

Im Darm befindet sich das sogenannte darmassoziierte Immunsystem, dessen Entwicklung gleich nach der Geburt beginnt. Bestimmte Zellen im Darm sind in der Lage Eindringlinge zu binden und diese dem lymphatischen Gewebe im Darm zu präsentieren. Daraufhin werden dort sogenannte B- und T-Zellen zur Abwehr erstellt. Der Darm lernt immer mehr dazu, das heißt, er merkt sich eindringende Fremdkörper, erkennt diese wieder und kann deshalb schnell zur Abwehr aufrufen. Diese Mechanismen arbeiten mit dem gesamten Körper zusammen.

Die gesunde Darmflora ist ungeheuer wichtig für die Entwicklung eines intakten Immunsystems. Funktioniert die Abwehr im Darm nicht mehr richtig, kann die Funktion des Immunsystems nicht aufrecht erhalten werden.

Eine weitere Aufgabe der Darmbakterien ist der Abbau der Ballaststoffe. Durch die nützlichen Bakterien im Dickdarm werden diese aufgeschlüsselt. Daraus entstehen kurzkettige Fettsäuren, die sehr energiereich sind. Patienten, die unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, haben einen Mangel an diesen Fettsäuren. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme behindert und die Neigung zu Verstopfungen nimmt zu. Um rundum gesund zu sein und dies auch zu bleiben, ist eine positive Vielfalt der Darmbakterien äußerst wichtig. Hierbei spielt eine ausgewogene, basische Kost eine große Rolle.

Indische Flohsamenschalen sind ein sehr ergiebiges Präbiotikum, welches den Wasserhaushalt in unserem Darm ausgleicht. (Bild: ghazii/fotolia.com)

Physiologische Darmbakterien

Im Mund und der Speiseröhre befinden sich vor allem Nahrungskeime. Magen und Dünndarm sind dabei relativ keimarm. Als psysiologischen Bakterien sind vor allem Laktobazillen, Streptokokken, Enterokokken und verschiedene Bacteroides Arten zu finden. In den unteren Darmabschnitten leben die gleichen Bakterienarten, jedoch in anderer Zusammensetzung und Menge. Die ersten Bakterien, die sich im Darm niederlassen sind Escherichia coli. Von den Bifidobakterien und Bacteroides sind am meisten vorhanden. Die nächst größere Anzahl stellen die Enterobakterien, Enterokokken und Laktobazillen dar. Hinzu kommen noch Clostridien, Fusobakterien und Veillonellen.

Pathologische Darmbakterien

Zu den pathologischen Darmbakterien, das heißt krankmachenden Bakterien, gehören zum Beispiel Salmonellen, Shigellen, Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) und Yersinia enterocolitica. Diese Erreger können beispielsweise eine Magen-Darm-Grippe hervorrufen. Halten die Beschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen nur wenige Tage an, so können Sie den Infekt auch selbst bekämpfen. Leiden Sie allerdings für einen längeren Zeitraum unter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, so sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. In der Praxis wird dann gegebenenfalls eine Stuhlprobe näher untersucht, um die genaue Art der Keime zu bestimmten.

Störungen der Darmflora

Viele der oben genannten Faktoren können die Zusammensetzung der Darmbakterien ins Ungleichgewicht bringen. Zum einen sind damit Infektionen gemeint, ausgelöst durch Erreger aus der Gattung der Streptokokken, Staphylokokken, Pilze und Amöben. Zum anderen kann eine ungesunde Ernährung dazu beitragen, dass die Darmflora gestört ist. Zuviel Eiweiß und Fett in der Ernährung fördern das Entstehen von Fäulnisbakterien und behindern somit die nützlichen Milchsäurebakterien. Durch die Gärung entstehen Toxine, welche die Darmwand durchdringen können und dann in den Organismus gelangen. Zuckerhaltige Lebensmittel machen pathologischen Darmpilzen die Bahn frei zur Besiedelung. Auch Autoimmunkerkrankungen, Übergewicht und rheumatische Erkrankungen können ein Ungleichgewicht des Mikrobioms begünstigen.

Zwar helfen uns Antibiotika heutzutage bei vielen, früher lebensbedrohlichen Infektionen, die nützlichen Darmbakterien sterben jedoch ebenfalls bei Einsatz des Medikaments. Der Einsatz von Antibiotika muss nicht nur aus diesem Grund gut überlegt sein. (Bild:Gundolf Renze/fotolia.com)

Weiterhin können verschiedene Medikamente physiologische Mikroorganismen im Darm vernichten. Dazu gehören Antibiotika, Glucocorticoide und die Anti-Baby-Pille. Durch sie wird den pathologischen Keimen Tür und Tor geöffnet, sich im Darm festzusetzen. Umweltschadstoffe wie zum Beispiel Cadmium und Blei behindern das Wachstum der physiologischen Darmbakterien. Fehlen dem Körper Gallensäure, Magensäue oder Pankreasenzyme (Enzyme der Bauchspeicheldrüse), so verändert sich das Nährstoffangebot für die nützlichen Mikroorganismen. Daraus kann ebenfalls ein Ungleichgewicht entstehen.

In der Naturheilkunde gilt eine solche Störung der Darmflora als Ursache einer Vielzahl von Erkrankungen. Halten die Beschwerden schon längere Zeit an, so ist eventuell eine komplette Darmsanierung notwendig.

Gestörtes Gleichgewicht – Dysbiose

Die Dysbiose beschreibt ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Arten der Mikroorganismen, die den Darm besiedeln. Hierbei werden die nützlichen Darmbakterien geschädigt, wodurch sich die pathologischen Keime besser ausbreiten können. Verschiedenste Symptome können einen Hinweis auf eine Dysbiose darstellen. Dazu gehören Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, wiederkehrende Magen-Darm-Störungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen und noch vieles mehr.

Die Fremdkeime sind in der Lage, Toxine auszuscheiden. Die Toxine führen dann nicht nur vor Ort – also im Darm – zu Schäden, sondern können auch systemisch wirken. Dadurch leidet in erster Linie das Immunsystem, was zu häufigen und wiederkehrenden Infekten führen kann, aber auch innere Organe wie zum Beispiel die Nieren werden mitunter in Mitleidenschaft gezogen. Das Entstehen von Darmmykosen (Pilzinfektionen des Darms) wird durch eine gestörte Darmflora begünstigt, die Neigung zu Durchfällen und/oder Verstopfungen nimmt zu. Auch können sich krebsfördernde Stoffe entwickeln.

Wenn zu viel Schadstoffe in den Organismus gelangen, verschlackt zusehends das Gewebe. Besteht solch ein Ungleichgewicht schon länger oder ist dieses sehr ausgeprägt, werden über kurz oder lang die Entgiftungsorgane Leber und Nieren überfordert, der Stoffwechsel wird geschwächt und auch die Abwehrkräfte werden in Mitleidenschaft gezogen. Der Körper ist anfälliger für Allergien, Rheuma und Hautprobleme.

Fällt der Verdacht auf eine Störung des Mikrobioms, so kann dies sehr gut und absolut schmerzfrei mit Hilfe einer Stuhluntersuchung überprüft werden. Je nach Labor und Auswertungsmethode können hier die verschiedenste Mikroorganismen und Verdauungsrückstände in Menge und Ausprägung ermittelt werden, wobei das Ergebnis anschließend die Basis für eine passende Therapie darstellt.

Oft sind Viren oder Keime verantwortlich für Beschwerden im Darm oder Magen.
Oft sind Viren oder Keime verantwortlich für Beschwerden im Darm oder Magen. (Bild: PrettyVectors/fotolia.com)

Darmflora wieder aufbauen

Um eine gestörte Darmflora wieder aufzubauen existieren die unterschiedlichsten Methoden. Zumeist wird jedoch im ersten Schritt der Darm von den pathologischen Darmbakterien befreit. Im Anschluss wird der Verdauungstrakt wieder mit den „guten“ Darmbakterien besiedelt. Für eine Darmreinigung werden zum Beispiel Pulver eingesetzt, die den Darm reinigen sollten. Diese Pulver werden über einen bestimmten Zeitraum eingenommen. Solche Mittel enthalten häufig Ballaststoffe, Algen, Kräuter und Ähnliches.

Einsatz von Probiotika

Nach dieser ersten Stufe wird die Darmflora mit „guten“ Darmbakterien gefüttert. Dies erfolgt meist mit probiotischen Kulturen. Diese Kulturen können in unseren Lebensmitteln bereits enthalten sein oder sie werden als Arzneimittel verabreicht. Probiotik bedeutet: „für das Leben“. Zu den probiotischen Stoffen zählen vor allem lebende aktive Milchsäurebakterien, die gegen die Magen- und Gallensäure widerstandsfähig sind.

Diesen probiotischen Kulturen werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Dazu gehören Bifidobakterien und verschiedene Arten von Lactobazillen. Probiotika können das Wachstum pathogener Keime hemmen und durch ihre Ansiedlung das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen. Diese Milchsäurebakterien sind auch in der Lage, die Konzentration toxischer Substanzen im Darm zu verringern und bakterielle bedingte Durchfallerkrankungen abzuschwächen oder dazu beizutragen, diese zu verhindern.

Natürliche Probiotika

Sie haben sicherlich schon von den gesunden Probiotika im Joghurt gehört, welche unsere Darmflora unterstützen können. Wichtig dabei ist, dass sie nicht zu den übersüßten Joghurtsorten greifen. Ein Naturjoghurt ohne zusätzlichen Zucker ist hier die deutlich bessere Wahl für unseren Darm. Die im Joghurt enthaltenen Bifido- und Milchsäurebakterien können sich durch den Genuss des Joghurts wieder im Darm ansiedeln. Ebenso empfehlenswert sind Kefir und Sauermilch.

Wirkung fermentierter Lebensmittel

Neben den gesunden Probiotika in Milchprodukten sind auch viele fermentierte Lebensmittel äußerst gesund für unseren Darm. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien haben einen gesundheitsfördernden Einfluss. Sauerkraut aus gegorenem Weisskraut unterstützt beispielsweise unseren Darm optimal und in Asien ist Kimchi (scharfer gegorener Chinakohl) eine gut erhältliche Alternative. Auch Kombucha und fermentierte Sojaprodukte (Tofu, Taipeh, Miso) bieten sehr nahrhafte Alternativen zum Joghurt. Für eine optimale Wirkung sollten Sie die genannten Lebensmittel des Öfteren in den Speiseplan einbauen.

Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut und fermentierte Sojaprodukte sind leicht verdaulich und enthalten viele Probiotika. (Bild: sewcream/fotolia.com)

Einsatz von Präbiotika

Zusätzlich zu den Probiotika werden häufig noch Präbiotika eingesetzt. Diese Ballaststoffe sind für unseren Darm unverdaulich, können aber von bestimmten Bakterien wiederum zu anderen benötigten Stoffen umgewandelt werden. Präbiotika sind pflanzlicher Herkunft und dienen den angesiedelten Milchsäurebakterien als Nahrung. Durch sie wird das Wachstum dieser nützlichen Darmbewohner unterstützt. Das trägt dazu bei, das störanfällige Gleichgewicht des Mikrobioms zu stabilisieren. Zu den Präbiotika gehören Ballaststoffe wie zum Beispiel Inulin, Oligofructose und Tobinambur.

Natürliche Präbiotika

Die oben bereits genannten Präbiotika müssen Sie nicht zusätzlich als teuren Nahrungsmittelzusatz einnehmen, sie sind in vielen gesunden Lebensmittel bereits enthalten. Besonders viele Präbiotika sind in Artischocken und Chicorée enthalten. Neben Gemüse wie Schwarzwurzeln, Pastinaken, Zwiebeln, Brokkoli und Karotten enthält auch Obst wie Bananen und Äpfel diese Ballaststoffe. Auch mit Lauch und Knoblauch können Sie ihrem Darm hinsichtlich der Präbiotika etwas Gutes tun. Ebenso vielzählig enthalten sind die Präbiotika in Vollkornmehlen und Leinsamen.

Leinsamen und Flohsamen

Lein- wie auch Flohsamen können verschiedenen Speisen einfach zugefügt werden. Sie können einen Löffel in das morgendliche Müsli geben, sie über den Salat streuen, die Samen mit Flüssigkeit aufrühren oder ihr Käsebrot damit verfeinern. Die darin enthaltenen Schleim- und Ballaststoffe haben ein enormes Potential, sie verbessern den Wasserhaushalt im Verdauungssystem erheblich. Auch bei chronischer Verstopfung helfen Flohsamenschalen . Im Darm schwellen die Samen auf ein vielfaches ihrer ursprünglichen Größe an, und regen den Verdauungstrakt somit zu gesunder Bewegung an.

Die Leinsamen sorgen nicht nur für eine Vielzahl an Ballaststoffen, sie können durch die enthaltenen Schleimstoffe sogar dazu beitragen, eine entzündete Magenschleimhaut zu schützen. Geschrotete Leimsamen haben dabei eine stärkere Wirkung in unserem Körper als die unbearbeiteten Körnchen. Wenn Sie Leinsamen zu sich nehmen, sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken. Die Körnchen bekommen Sie inzwischen nicht nur in Reformhäusern und Drogerien, sondern auch in jedem größeren Supermarkt.

Mit Hilfe der Naturheilkunde die Darmflora aufbauen.
Mit Hilfe der Naturheilkunde die Darmflora aufbauen. (Bild: Sonja Birkelbach/fotolia.com)

Der richtige Tee für den Darm

Ein gesunder Tee, der die Darmflora beim Wiederaufbau unterstützt, ist der sogenannte „Vier-Winde-Tee“. Er besteht aus Koriander, Fenchel, Kümmel und Anis, jeweils zu gleichen Teilen. Diese Teemischung schmeckt köstlich, unterstützt den Darm und wirkt gegen ,indem sie unser Verdauungssystem entkrampft.

Richtige Ernährung

Die genannten Maßnahmen allein reichen noch nicht aus, um eine gesunde Darmflora zu gewährleisten. Die Ernährung sollte ausgewogen, gesund und vorwiegend basisch sein. Eine basische Kost enthält vor allem Gemüse und Obst. Tierisches Eiweiß dagegen gehört zur sogenannte „sauren“ Kost und sollte deshalb nur selten verzehrt werden. Zuckerhaltige Speisen, Süßigkeiten und Weißmehl tragen dazu bei, dass sich Pilze im Darm sehr wohl fühlen können. Genießen Sie diese Lebensmittel also eher selten, um sich vor Pilzbefall zu schützen.

Darmflora aufbauen mit Homöopathie

Die Schüßler-Salz-Therapie arbeitet mit dem Grundsatz, dem Körper fehlende Mineralstoffe zuzuführen. Um den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen, werden zum Beispiel die Schüßler Salze Nr. 4, Nr. 9 und Nr.10 kurweise eingesetzt. Das Salz Nr.4 Kalium chloratum ist das Salz für die Schleimhäute, Nr. 9 Natrium phosphoricum bindet Säuren im Körper und Nr. 10 Natrium sulfuricum besitzt die Fähigkeit, die gebunden Säuren auszuscheiden.

Wann und wie ein Aufbau der Darmflora erfolgen sollte, können Sie auch in dem „Heilpraxis Ratgeber für Magen und Darm“ nachlesen. Hier können Sie den Ratgeber erwerben.

Soll die Darmflora wieder aufgebaut werden, kommt auch die Homöopathie zum Einsatz. So lindert zum Beispiel Chamomilla Darmkrämpfe, Natrium sulfuricum wirkt bei Blähungen und Nux vomica kommt bei Verstopfung aber auch bei Durchfall zum Einsatz.

Aufbau durch Stuhlstransplantation

Bei einem gestörten Immunsystem ist normalerweise auch die Darmflora erheblich gestört. Bei therapieresistentem Durchfall oder anderen chronisch entzündlichen Darmkrankheiten soll eine möglichst gesunde Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm erreicht werden, um den Körper optimal zu unterstützen. Scheitert der Aufbau einer solchen gesunden Vielfalt wiederholt, so kann bei schweren Erkrankungen eventuell eine Stuhlspende einer gesunden Person helfen. Für die Stuhltransplantation werden die Bakterien aus dem Spenderstuhl durch einen hohen Einlauf (also rektal), durch Kapseln (oral) oder über eine Nasensonde (direkt in den Dünndarm) in den Körper des Empfängers gebracht. Dieses Verfahren kommt allerdings nur zum Einsatz, wenn alle anderen Alternativen versagt haben. (sw, dp; aktualisiert am 04.07.2018)