Den Blutdruck natürlich senken

Fabian Peters
Um den Blutdruck ganz natürlich zu senken, existieren die verschiedensten Möglichkeiten. Häufig reichen Ernährungsumstellungen, Änderungen der Lebensweise und verfügbare Hausmittel aus um den Blutdruck zu normalisieren. Aber auch wenn ein Arzneimittel erforderlich wird, ist gleichzeitig ein gesunder Lebensstil ratsam. In den nächsten Zeilen erfahren Sie Wichtiges über die Ursachen, Auswirkungen und vor allem über die natürlichen Möglichkeiten, einen hohen Blutdruck (Hypertonie) zu senken.

Ursachen

In vielen Fällen werden bei einem hohen Blutdruck keine organischen Ursachen gefunden. Dies wird als essentielle Hypertonie bezeichnet. Von einer primären Hypertonie ist die Rede, wenn der hohe Blutdruck nicht aufgrund einer vorliegenden Erkrankung entstanden ist. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, familiäre Häufung, Mangel an Bewegung, Stress, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum, kaliumarme Ernährung und Medikamente, wie zum Beispiel die Anti-Baby-Pille oder Kortison. Ein hoher Blutdruck kommt häufiger vor bei Männern, die älter als 55 Jahre und bei Frauen, die älter als 65 Jahre sind. Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen begünstigen das Entstehen von Bluthochdruck. Eine Sonderform stellt die Schwangerschaftshypertonie dar, die nur während dieser Zeit besteht und danach in der Regel wieder verschwunden ist.

Bei der sekundären Hypertonie liegt eine Grunderkrankung vor. Dies sind zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Niere, Schilddrüsenüberfunktion und Hormon bildende Tumore.

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Während der Schwangerschaft ist der Blutdruck bei vielen Frauen erhöht. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Auswirkungen

Das hinterlistige an einem hohen Blutdruck ist, dass er oft Jahre lang nicht bemerkt wird. Währenddessen schädigt diese Erkrankung vor allem die Gefäße im Körper, woraus sich dann unbehandelt ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall und ernste Gefäßerkrankungen entwickeln können. Der hohe Druck im Kreislauf belastet das Herz und verengt die Gefäße. Nierenversagen und/oder eine sogenannte hypertensive Retinopathie (Gefäßveränderung der Netzhaut des Auges), können die Folge eines über längere Zeit hinweg unbehandelten oder unbeachteten Hochdrucks sein. Aufgrund der möglichen gesundheitsschädigenden Auswirkungen ist eine rechtzeitige Therapie und Lebensumstellung äußerst wichtig.

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Eine gesunde Lebensweise

Eine gesunde Lebensweise ist das A und O, um den Blutdruck zu senken. Sitzende Tätigkeit und Bewegungsmangel sind nicht gerade förderlich. Sportliche Betätigung, am besten mehrmals in der Woche, ist zu empfehlen. Dabei sollte die Sportart unbedingt auf die körperlichen Voraussetzungen abgestimmt sein. Eventuell muss dies vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Anfangs genügen schon regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft. Ein Ausdauersport ist jedoch anzustreben. Sport hilft auch dabei, Stress zu reduzieren, der ebenso an der Entstehung eines Bluthochdrucks mitbeteiligt ist.

Übergewicht wirkt sich ungünstig auf den Blutdruck aus. Deshalb sollte dies abgebaut werden. Dabei können Hausarzt oder Heilpraktiker zur Seite stehen. Pro Kilogramm reduziertes Gewicht kann der Blutdruckwert um 1,5 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) reduziert werden.

Geplante Ruhephasen, Entspannungsübungen, Yoga oder Autogenes Training sind wichtig, um die Stressanfälligkeit zu reduzieren. Dringend nötig ist der Verzicht auf Nikotin, da dies den Blutdruck ansteigen lässt und die Gefäße schädigt.

Ernährungsumstellung

Um den Blutdruck längerfristig zu senken, muss unbedingt die Ernährung überdacht und eventuell umgestellt werden. Fast Food und Fertigprodukte sind vom Speiseplan zu streichen. Gegen ein Glas Wein ab und zu ist nichts zu sagen. Bei Männern liegt die Grenze bei 30 Gramm, bei Frauen bei 20 Gram Alkohol täglich. Um dies zu veranschaulichen: 0,2 Liter Wein enthalten circa 17,6 Gramm Alkohol, 0,33l Bier rund 11,5 Gramm Alkohol. Ein Verzicht, mindestens an zwei Tagen pro Woche, ist empfehlenswert. Ebenso ist der Salzkonsum einzuschränken, da dieses Gewürz ebenfalls den Blutdruck in die Höhe treiben kann. Hier ist auf versteckte Salze in Brot, Käse, Ketchup, Senf und Ähnlichem zu achten. Die Tagesration an Salz sollte zwischen vier und sechs Gramm liegen. Alternativen sind frische Kräuter, wie zum Beispiel Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum, die das Essen schmackhaft machen.

Der Gegenspieler des Natriums ist das Kalium. Diese Beiden sollten in einem gesunden Verhältnis im Körper vorhanden sein. Ist genügend Kalium vorhanden, kann auch mehr Natrium ausgeschieden werden, was sich positiv auf den Blutdruck auswirkt. Kalium ist vor allem enthalten in Bananen, Aprikosen, Kiwis, Kartoffeln, Grünkohl, Spinat und in Nüssen.

Ungesättigte Fettsäuren sind wichtig für unsere Gesundheit und für unseren Cholesterinspiegel. Deshalb ist der Verzehr an Fischsorten, wie Thunfisch, Lachs, Makrele und Sardinen eine Wohltat für das Gefäßsystem und auch für den Blutdruck. Weniger gesund dagegen sind Fleisch und Wurst. Um den Blutdruck zu senken, ist der Verzehr auf zweimal pro Woche zu reduzieren. Dies ist jedoch eine Empfehlung, die für jeden, unabhängig von dessen Blutdruck, gilt.

Zum täglichen „Brot“ sollten Obst und Gemüse zählen. Für den, der nicht so gerne Obst am Stück isst, ist folgender Trick eine Empfehlung: Verschiedene Obstsorten werden als Obstsalat hergerichtet. Dieser wird zum Frühstück, als Nachspeise oder auch zwischendurch verzehrt. Aber auch ein Stück Gurke, Karotte oder Paprika sind als Zwischenmahlzeit geeignet. Abends wird am besten auf Rohkost verzichtet und das Gemüse vor dem Verzehr angedünstet.

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Ananas wirkt dem erhöhten Blutdruck entgegen. (Bild: Malyshchyts Viktar/fotolia.com)

Ananas

Die Ananas ist reich an Enzymen und Vitaminen. Sie kurbelt die Verdauung an, wirkt antientzündlich, entsäuert und macht das Blut, durch einen Aspirin ähnlichen Stoff, flüssiger. Täglich ein Stück Ananas nach den Mahlzeiten oder auch zum Frühstück, unterstützt den Kampf gegen hohen Blutdruck. Jedoch Vorsicht: wer Blut verdünnende Medikamente einnimmt, sollte diese Frucht meiden.

Knoblauch-Zitronen-Kur

Folgende Knoblauchkur verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, schützt vor Arteriosklerose, stärkt das Immunsystem, entsäuert und lässt den Blutdruck sinken. Keine Angst vor dem üblen Knoblauchgeruch – durch die Zitronen wird dieser verhindert. Sechs Bio-Zitronen werden gewaschen und in Scheiben geschnitten. Zusammen mit einem halben Liter Wasser und dreißig geschälten Knoblauchzehen wird das Ganze fein gemixt und dann durch ein Sieb abgeseiht. Der übrigbleibenden Flüssigkeit wird noch ein weiterer halber Liter Wasser hinzugegeben und das Ganze auf dem Herd erwärmt. Der Sud bleibt dort, bei ausgeschalteter Herdplatte, ungefähr eine Stunde stehen. Danach ist die Knoblauch-Zitronen-Kur fertig und wird in Glasflaschen im Kühlschrank aufbewahrt. Die empfohlene Einnahme ist: zweimal täglich vor den Mahlzeiten ein Schnapsglas voll, gerne auch gemischt mit etwas Wasser. Die Kur dauert ungefähr drei Wochen lang. Nach einer zweiwöchigen Pause ist eine Wiederholung sinnvoll.

Teerezepte gegen hohen Blutdruck

Mild Blutdruck senkend sind Heilpflanzen wie Mistel, Weißdorn, Baldrian und Melisse. Die Teemischungen helfen nicht von heute auf morgen. Sie benötigen eine Vorlaufzeit von mindestens vier Wochen. Nach sechs Wochen ist eine Pause von zwei Wochen nötig, bevor dieselbe Mischung wieder getrunken wird.

Rezept 1: Dreißig Gramm Weißdornblüten und -blätter, zwanzig Gramm Melissenblätter, vierzig Gramm Baldrianwurzel und vierzig Gramm Mistelkraut werden in einer Apotheke oder einem gut sortierten Kräuterladen gemischt. Ein Teelöffel der Mischung wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte circa acht Minuten ziehen und wird morgens und abends ungesüßt getrunken.

Rezept 2: Mistelkraut, Weißdornblüten und -blätter, und Melissenblätter werden zu gleichen Teilen gemischt, und ein Teelöffel davon mit 250 Millilitern kochendem Wasser aufgebrüht. Die Ziehzeit beträgt hier zwischen fünf und acht Minuten. Der Tee wird ebenso morgens und abends getrunken.

Akupunktur

Akupunktur, eine Therapie aus der TCM, der Traditionell Chinesischen Medizin, und wird in Naturheilpraxen häufig bei Vorliegen einer Hypertonie angewandt. Sowohl die Ohr- als auch die Körperakupunktur kommen hier zum Einsatz. Der Behandlung geht eine ausführliche Anamnese voraus, um die genauen Ursachen des Bluthochdrucks zu erkennen und diese dann auch behandeln zu können.

Homöopathie

Bei der Homöopathie ist ebenfalls zunächst eine ausführliche Anamnese wichtig, um das richtige Mittel für den Betroffenen zu finden. Homöopathische Mittel, die einen Bezug zu hohen Blutdruck haben sind Arnica, Argentum nitricum, Belladonna, Calcium carbonicum, Dulcamara, Lycopodium, Lachesis, Nux vomica, Phosphor, Sulfur und Vieles mehr.

Nicht nur Einzelmittel der klassischen Homöopathie, sondern auch Komplexmittel, die mehrere einzelne Substanzen enthalten, können den Blutdruck senken.

Ausleitverfahren

Zu den Ausleitverfahren gehören das Schröpfen und der Aderlass. Beides kann den Blutdruck senken. Beim Aderlass wird eine kleine Blutmenge entnommen, um der Blutfülle etwas entgegen zu steuern. Das Schröpfen wird bei Hypertonikern in der blutigen Variante durchgeführt. Dadurch verbessern sich die Fließeigenschaften des Blutes und der Kreislauf wird positiv beeinflusst. Beide Verfahren werden vor allem von Heilpraktikern durchgeführt.

Schüssler Salze

In der Naturheilpraxis werden, um den Blutdruck zu senken, neben anderen Therapien auch Schüssler Salze verordnet. Wichtige Mittel sind hier Nr. 1 Calcium fluoratum, das die Gefäße elastisch hält, Nr. 2 Calcium phosphoricum für die Herztätigkeit, Nr. 5 Kalium phosphoricum für das Nervenkostüm, Nr. 7 Magnesium phosphoricum zur Entspannung und Entkrampfung, Nr. 8 Natrium chloratum für den Wasserhaushalt, Nr. 9 Natrium phosphoricum für den Fettstoffwechsel und Nr. 10 Natrium sulfuricum, um Schlacken und Gifte auszuschwemmen.

Rauwolfia

Rauwolfia (Rauwolfia serpentina) ist eine, der am stärksten blutdrucksenkend wirkenden Pflanzen. Sie ist bis einschließlich der homöopathischen Potenz D3 verschreibungspflichtig. Rauwolfia ist nicht für eine eigenmächtige Therapie gedacht. Sie sollte von einem Arzt oder Heilpraktiker verordnet werden. Aufgrund der Nebenwirkungen, wie depressiver Verstimmung, Mundtrockenheit und Müdigkeit wird sie in der Regel nur noch in Kombinationspräparaten angewandt.

Vitamin D

Vitamin D wird mit Hilfe des Sonnenlichts vom Körper selbst hergestellt. Dazu sind täglich zehn bis fünfzehn Minuten Sonnenbestrahlung von Gesicht oder Händen nötig. Studien haben ergeben, dass Vitamin D nicht nur am Knochenstoffwechsel beteiligt ist, sondern neben anderen positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit, den Blutdruck senken kann – am besten in einer Kombination aus Kalzium und Vitamin D. Eine eigenmächtige Einnahme ist jedoch nicht angebracht. Der Arzt kann am Blutbild sehen, ob Vitamin D und/oder Kalzium fehlen und daraufhin das geeignete Mittel verordnen.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl ist vor allem bekannt in der Anwendung bei Allergien und zur Stärkung des Immunsystems. Die darin enthaltenen gesunden ungesättigten Fettsäuren machen die Gefäße geschmeidig, wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und sorgen für einen gesunden Blutdruck.

Symptome

Ein zu hoher Blutdruck muss nicht zwingend zu Symptomen führen – leider, denn wenn ein Patient Beschwerden hat, geht dieser eher zum Arzt und Hilfe ist schneller möglich. Symptome einer Hypertonie sind Kopfschmerzen, vor allem im Hinterkopf ,die häufig gleich nach dem Aufwachen einsetzten. Weitere Beschwerden sind Schwindel, Schlafstörungen, Nervosität, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Sehstörungen, eine rote Gesichtsfarbe mit sichtbaren roten Äderchen (Couperose), Ohrensausen und Übelkeit.

Je schneller ein hoher Blutdruck diagnostiziert wird, desto schneller kann geholfen werden. Die Schulmedizin hat die verschiedensten Präparate parat, um den Blutdruck zu senken. Manchmal vergeht etwas Zeit, bis die Betroffenen richtig eingestellt sind, das heißt, das geeignete Mittel gefunden wurde, das den Blutdruck stabilisiert und mit dem sich der Patient wohlfühlt. Erhöhter oder zu hoher Blutdruck ist unbedingt ernst zu nehmen. Eine Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung, die Naturheilkunde und einige Hausmittel können hier helfen, um der Hypertonie zu Leibe zu rücken. (sw)