Hausmittel gegen Lebensmittelmotten

Susanne Waschke
Das ist wirklich eklig: In der Mehlpackung krabbelt ein kleines Tierchen, aus der Müslidose schwirrt einem Ungeziefer entgegen – Lebensmittelmotten haben sich breit gemacht. Jetzt ist schnelle Hilfe angesagt. Auf jeden Fall sollten, wenn eine Motte gesichtet wird, die anderen Lebensmittel durchgesucht und bei Befall weggeworfen werden. Diese Hausmittel können helfen!

Die Lebensmittelmotten sind zwar keine Krankheitsüberträger, machen jedoch die Lebensmittel ungenießbar und haben ganz einfach in einer Küche oder einer Speisekammer, nichts verloren. Solche Plagegeister befinden sich vor allem in Backzutaten, Trockenobst, Hülsenfrüchten, Müsli oder Gewürzen.

Lebensmittelmotten lassen sich in der Regel mit natürlichen Hausmitteln gut beseitigen, allerdings ist mitunter etwas Geduld gefragt. (Bild: JuergenL/fotolia.com)

Verschiedene Arten

„Lebensmittelmotte“ ist ein Überbegriff für verschiedene Mottenarten. So unterscheiden sich Mehlmotte, Dörrobstmotte und Kornmotte äußerlich etwas in Farbe und Größe. Für das Beseitigen der Motten ist es jedoch unerheblich, um welche Art es sich dabei handelt.

Vorsorgemaßnahmen – Damit sich keine Lebensmittelmotten breit machen

Lebensmittel werden, so bald die Verpackung geöffnet ist, am besten in verschließbare Behälter umgefüllt. Papier – oder Kartonverpackungen sind dafür nicht geeignet. Vorräte sollten in regelmäßigen Abständen unter die Lupe genommen werden. Beim Einkaufen wird die Verpackung am besten immer genau auf kleine Löcher inspiziert, denn dadurch schaffen sich die kleinen Plagegeister freien Zugang und können sich dann gut ausbreiten.

In der Regel werden die Lebensmittelmotten häufiger durch den Einkauf mit nach Hause gebracht, als dass sie von außen „einfliegen“, da die Meisten nicht gut fliegen können. Sauberkeit ist wichtig, um einem Befall entgegenzuwirken. So sollten Mehl -, Körner oder auch Nussreste stets entfernt werden. Um die Motten von Regalen und Schränken fernzuhalten, wird das Aufhängen von getrocknetem Lavendel oder Sandelholz empfohlen.

Das Auslegen von Duftsäckchen mit Lavendel hält Lebensmittelmotten fern. (Bild: igradesign/fotolia.com)

Die Lebensmittelmotten mögen weder den Geruch der Lorbeerblätter, noch den der Nelken. Verteilen Sie zwischen den Lebensmitteln Lorbeerblätter und/oder Nelken. Beides muss natürlich regelmäßig ausgetauscht werden. Möglich ist auch ein Aufhängen von kleinen Gewürzsäckchen, gefüllt mit Lorbeerblättern und Gewürznelken. Aber auch diese Säckchen müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Lebensmittelvorräte sollten regelmäßig kontrolliert und nicht zu große Vorräte angelegt werden. Stoßlüften ist besser als ein ständig geöffnetes Fenster. Dort angebrachte Fliegengitter sind zu empfehlen.

Hilfen zum Ermitteln von Mottenbefall

Um einen Befall mit Lebensmittelmotten zu ermitteln, hilft das Aufhängen von sogenannten Pheromonfallen. Diese Fallen sind mit einem Klebstoff ausgestattet, der einen Sexuallockstoff absondert. Allerdings werden nur die Männchen davon angelockt, was bedeutet, dass diese Fallen nur zum „Ermitteln“, aber nicht zum Bekämpfen dienen. Gehen männliche Lebensmittelmotten in die Falle, so muss danach eine genaue Inspektion aller Lebensmittel erfolgen.

Was als Erstes zu tun ist

Wird ein Befall mit Lebensmittelmotten bemerkt, so sind die betroffenen Lebensmittel wegzuwerfen und danach die kompletten Vorräte auf weiteren Befall zu überprüfen. Nicht nur krabbelnde oder fliegende Biester, sondern auch Fadengespinste, angefressene Körner oder leere Puppengehäuse weisen auf Motten hin. Nicht die fliegenden Motten, sondern deren Eier, die Ausscheidungen und das Überbleibsel der Verpuppung – all das verunreinigt die Nahrung.

Die befallenen Lebensmittel müssen unbedingt entsorgt werden, da sich auf den Ausscheidungen eventuell Pilze oder Milben ansiedeln und dies infolge eines Verzehrs Magen-Darm-Erkrankungen, Hautkrankheiten oder auch Allergien auslösen kann

Die Ungeziefer mit Hausmitteln bekämpfen

Um die Lebensmittelmotten zu bekämpfen, sind Hausmittel zu empfehlen. Chemische Waffen gehören nicht in die Nähe von Lebensmitteln.

Hitze und Kälte

Die Lebensmittelmotten mögen weder Hitze noch Kälte. Befallene Lebensmittel werden, bevor sie im Müll landen, am besten für einige Tage eingefroren oder bei 60 bis 80 °C circa zwei Stunden im Backofen erwärmt. Damit wird sicher gestellt, dass die Plagegeister wirklich abgetötet sind und sich nicht mehr erneut einschleichen können.

Gründliches Reinigen

Nach dem Entfernen der befallenen Lebensmittel, müssen Regale und Schränke unbedingt gründlich gereinigt werden. Vor allem in den Ecken und Ritzen kann sich das Ungeziefer halten. Eventuell müssen die Schränke von der Wand gerückt und auch von unten und hinten gesäubert werden. Als Putzmittel ist ein Essigreiniger oder eine Mischung aus Essig und Wasser im Verhältnis 2:1 zu empfehlen. Danach wird mit einer warmen Seifenlauge, der ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzugefügt wurde, nachgewischt.

Mit dem Föhn

Gerade die Ecken in Regalen oder auch Schränken können mit Hilfe des Föhns von Lebensmittelmotten befreit werden. Da ja, wie bereits erwähnt, die Motten keine Hitze mögen, ist der Föhn ein sehr probates Mittel. Dieser wird circa 5 Minuten auf die betroffene Stelle gehalten.

Backpulver als Falle

Die Lebensmittelmotten werden in der Regel von Mehl angelockt. Wird dieses aber im Verhältnis von 1:4 mit Backpulver gemischt, landen die Motten zwar in der Mehlmischung, sterben aber, weil sie das Backpulver nicht vertragen. So können Sie ein paar Fallen bereit stellen, um alle Lebensmittelmotten anzulocken und dann bei „Erfolg“ die Mehlmischung zu entsorgen.

Schlupfwespen sind natürliche Feinde der Lebensmittelwespen und können zu deren Bekämpfung eingesetzt werden. (Bild: Sven Lautenschläger/fotolia.com)

Schlupfwespen – Eine etwas seltsame Methode

Sich zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten eine anderes Insekt nach hause zu holen, hört sich anfangs schon recht seltsam an. Dies ist jedoch eine ganz „natürliche“, allerdings etwas kostspielige Methode. Die Schlupfwespen sind nahezu unsichtbar, machen keine Geräusche und stechen weder Mensch noch Tier.

Die Schlupfwespen sind sehr klein, in etwa so groß wie ein i-Punkt. Diese kleinen Wesen benötigen einen Wirt, um sich zu vermehren. Dies ist das Ei der Motte (Lebensmittelmotte oder Kleidermotte). Dort hinein legen sie mit Hilfe ihres Legestachels ihr eigenes Ei. Die Larve der Schlupfwespe, die sich dann entwickelt, ernährt sich vom Ei der Motte. Das bedeutet, dass die Motte sich nicht mehr fortpflanzen kann. Die neue, geschlüpfte Schlupfwespe geht auf Motteneiersuche und das Ganze beginnt von vorn. Sind keine Eier mehr da, verschwinden die Schlupfwespen, entweder durchs Fenster oder sie zerfallen zu kleinstem Staub, der ganz einfach weg gesaugt wird.

Die Schlupfwespen können Sie im Internet bestellen. Diese werden auf kleinen Pappkärtchen geliefert. Um den Lebensmittelmotten auch wirklich komplett zu beseitigen, werden in einem bestimmten Zeitfenster, meist in einem Abstand von 3 Wochen, Pappkärtchen mit den winzige kleinen Insekten zugeschickt.

Lieber keine Chemie

Mit Hilfe der genannten Hausmittel oder auch durch den Einsatz von Schlupfwespen können die Lebensmittelmotten ausgerottet werden. Insektensprays enthalten chemische Insektizide. Diese sind gesundheitlich nicht unbedenklich und sollten vor allem in der Nähe von Lebensmitteln besser nicht verwendet werden. (sw)