Hausmittel gegen Schuppen

Sebastian
Jeder Mensch verliert regelmäßig Kopfhautschuppen, die jedoch meist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Schuppen können zu einer unangenehmen Qual werden, wenn sie übermäßig stark auftreten und auf dunkler Kleidung in Form von feinem weißen Schnee für jedermann zu sehen sind. In seltenen Fällen können spezielle Anti-Schuppenshampoos helfen, doch gerade bei trockenen Schuppen kann es durch diese sogar zu einer massiven Verstärkung der Beschwerden kommen. Einfach und ungefährlich ist hingegen die Behandlung mit natürlichen Hausmitteln, durch welche das Problem schnell und effektiv bekämpft werden kann.

Was sind „Schuppen“?

Bei den so genannten „Schuppen“ (medizinisch: Pityriasis simplex capitis) handelt es sich um eine größere Ansammlung von Hornzellen, die sich von der Kopfhaut ablösen. Ein im Grunde ganz normaler Prozess, denn die Haut des Menschen erneuert sich normalerweise etwa ein Mal im Monat von selbst und stößt dabei automatisch die alten Zellen ab. Dementsprechend sind Schuppen kein Indiz für Ungepflegtheit oder mangelnde Hygiene, sondern stellen vielmehr ein ganz natürliches und sinnvolles Phänomen im Zuge der Hauterneuerung dar.

Schuppen jucken und nässen auf der Kopfhaut. Diese Hausmittel können helfen. Bild: roblan - fotolia
Schuppen jucken und nässen auf der Kopfhaut. Diese Hausmittel können helfen. Bild: roblan – fotolia

Im Regelfall sind die Hornplättchen so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Dies ändert sich jedoch, wenn der normale Vorgang gestört ist. Denn wachsen die neuen Zellen beispielsweise so schnell nach, dass die darüber liegenden nicht rechtzeitig abgelöst werden können, bilden sich Zellhaufen, die ab einer bestimmten Größe in Form von Schuppen äußerlich sichtbar werden.

Ursachen von trockenen und fettigen Kopfschuppen

Unterschieden wird zwischen trockenen und fettigen Schuppen. Erstere weisen auf eine zu trockene bzw. überstrapazierte Kopfhaut hin, die einen Überschuss an Hornzellen produziert, welche dann wie feiner „Schnee“ auf Schultern und Rücken rieseln. Die Trockenheit kann verschiedene Auslöser wie zum Beispiel Heizungsluft, Sonneneinstrahlung, Klimaanlagen oder zu heißes Haare waschen und Föhnen haben.
Häufig reicht auch schon das mehrmalige Waschen mit einem ungeeigneten, entfettendem Shampoo, damit es zu Austrocknung der Kopfhaut, Schuppenbildung und starkem Kopfjucken kommt. Neben dem können die trockenen, weißlichen Flöckchen auch durch einen beschleunigten Hautstoffwechsel im Zuge einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen oder Asthma verursacht werden.

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Fettige Schuppen entstehen hingegen meist durch eine Überproduktion von Talg, der sich mit den abgelösten Hornzellen verbindet und in Form von öligen, gelblichen Plättchen zwischen den Haaren erkennbar wird. Gründe für eine Funktionsstörung der Talgdrüsen können z.B. hormonelle Umstellungen vor allem während der Pubertät, erbliche Faktoren oder das sogenannte „seborrhoische Ekzem“ sein, von welchem etwa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die fettigen Schuppen verkleben schnell und bieten zudem einen idealen Nährboden für Bakterien oder Pilze wie den an sich harmlosen Hefepilz „Malassezia furfur“, die oft zunächst zu starkem Juckreiz führen. Gelangen die Erreger durch das Kratzen tiefer in die Kopfhaut, kommt es jedoch zu Infektionen, durch welche sich die Beschwerden massiv verstärken können.

Darüber hinaus können Schuppen auch auf verschiedene Hautkrankheiten hinweisen. Hier kommen unter anderem Schuppenflechte, Neurodermitis und Pilzerkrankungen wie z.B. die Kleienpilzflechte in Frage, möglich ist ebenso eine Kontaktallergie (z.B. auf Duftstoffe, Konservierungsmittel in Kosmetika etc.) oder eine Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes).

Dementsprechend sollten Betroffene bei einer länger anhaltenden Schuppung immer vorsorglich einen Hautarzt aufsuchen, der die genaue Ursache abklären und bei Bedarf die entsprechende Behandlung einleiten kann.

Vorsicht bei Anti-Schuppen-Shampoos

Zur Behandlung werden häufig so genannte „Anti-Schuppen-Shampoos“ empfohlen, die einen schnellen und langanhaltenden Erfolg versprechen. Hier sollten Betroffene jedoch genau hinschauen und sich von ihrem Dermatologen genau beraten lassen, denn die Produkte sind nicht immer so hilfreich, wie sie sich darstellen. Sinnvoll können die Spezialprodukte aus der Apotheke bei fettigen Schuppen sein, da sie überschüssiges Fett ausspülen und meist neben anderen Inhaltsstoffen pilzabtötende Stoffe (Antimykotika) wie zum Beispiel Ketoconazol oder Clotrimazol enthalten.

Bei extrem trockener, schuppiger Kopfhaut ist hingegen Vorsicht geboten, denn da die Shampoos auf eine erhöhte Talgproduktion abgestimmt sind, kann eine Behandlung genau das Gegenteil bewirken. Dementsprechend wird die Haut zusätzlich strapaziert und ausgetrocknet, wodurch sich die Schuppenbildung und der Juckreiz noch verstärken. Hier sollte stattdessen zu einem milden Shampoo gegriffen werden, das speziell auf trockene und empfindliche Haut ausgerichtet ist und dementsprechend nicht entfettet.

Die richtige Haarpflege

Bei Schuppen ist es demnach besonders wichtig, behutsam mit den Haaren und der Kopfhaut umzugehen. Um Schädigungen vorzubeugen, sollte beispielsweise auf Bürsten und Kämme mit spitzen, scharfkantigen Metall- oder harten Plastikborsten verzichtet und stattdessen zu einer Haarbürste mit Naturborsten gegriffen werden. Hier eignen sich vor allem Wildschweinborsten, da durch diese Schuppen, Staub und Fett sehr gründlich entfernt werden können. Zudem wird die Kopfhaut beim Kämmen durchblutungsfördernd massiert, wodurch wiederum die Haarwurzel besser mit Nährstoffen versorgt werden kann.

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Bürste aus verschieden langen Borsten besteht, damit die Haare besser durchdrungen werden. Wichtig ist auch ein ausreichender Abstand der Borsten, damit nicht nur das Deckhaar, sondern auch die darunterliegenden Haare gut erreicht und entwirrt werden können. Um die pflegenden Eigenschaften der Bürste möglichst lange zu erhalten, ist eine regelmäßige Reinigung wichtig. Hierfür eignet sich ein mildes Shampoo, mit dem die Borsten vorsichtig mit handwarmem Wasser ausgewaschen werden. Hilfreich können auch spezielle Bürsten- und Kammreiniger sein, um Haare und Schmutz zu entfernen. Bevor die Bürste wieder zum Einsatz kommt, sollte sie in jedem Fall an der Luft gut durchtrocknen. Das Trocknen auf der Heizung ist hingegen nicht empfehlenswert, da durch die starke Wärme die Struktur der Borsten schnell beschädigt wird.

Kommt es beispielsweise im Zuge einer Neurodermitis-Erkrankung zu offenen, wunden Stellen auf der Kopfhaut, sollte eine Wildschweineborsten-Bürste jedoch nicht ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Auch sonst sollte bei Schuppen grundsätzlich zu Beginn behutsam und langsam vorgegangen werden, um zu prüfen, ob die Kopfhaut die vergleichsweise harten Borsten gut verträgt.

Beim Waschen der Haare sollte je nach Schuppentyp entweder ein besonders mildes (trockene Schuppen) oder ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo (fettige Schuppen) verwendet werden. Zudem ist es ratsam, vorerst auf Stylingprodukte wie Haarspray, Schaum und Wachs zu verzichten und die Haare generell nicht zu „überpflegen“, um die empfindliche Kopfhaut nicht noch weiter zu strapazieren und Haarstrukturschäden zu vermeiden.

Vor der Wäsche gilt, die Haare zunächst von den kleinen Hautschüppchen zu befreien, indem eine gründliche Spülung mit klarem Wasser erfolgt. Dieses darf jedoch keinesfalls zu heiß, sondern höchstens lauwarm sein, um die Kopfhaut nicht noch stärker auszutrocknen und zu strapazieren. Nach der Wäsche folgt das erneute gründliche Ausspülen mit klarem Wasser, um sämtliche Rückstände vom Shampoo zu entfernen, die ansonsten begünstigend auf die Schuppenbildung wirken könnten. Auf herkömmliche Seife sollten Betroffene beim Waschen der Haare vollständig verzichten, da Reste zu Reizungen auf der Kopfhaut führen können und die Entstehung von Schuppen dadurch ebenfalls gefördert wird.

Vorsichtiges Föhnen und bürsten. Bild: Lars Zahner - fotolia
Vorsichtiges Föhnen und bürsten. Bild: Lars Zahner – fotolia

Beim Föhnen gilt, vorsichtig zu sein, indem der Fön nicht zu heiß gestellt und zu nah an den Kopf gehalten wird. Da die künstliche Wärme die Kopfhaut strapaziert, sollte das Haar stattdessen nach Möglichkeit an der Luft getrocknet werden.

Ernährungstipps bei Schuppen

Damit die Kopfhaut gesund und funktionsfähig bleibt, ist eine ausgewogene, vielseitige Ernährung mit reichlich Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. Bei Schuppen sollte vor allem das Spurenelement Zink ausreichend auf dem Speiseplan stehen. Denn dieses ist nicht nur für ein starkes Immunsystem unentbehrlich, sondern beeinflusst unter anderem den intensiven Stoffwechsel von Haut, Haaren und Nägeln, sorgt für deren Wachstum und die Zellerneuerung.

Ist der Körper nicht ausreichend versorgt, ist der Zinkmangel oft schon von außen erkennbar und spürbar, z.B. durch brüchige Nägel, sprödes Haar oder eine trockene, schuppende Haut. Ebenso können beispielsweise Haarausfall, Neurodermitis, eine verminderte Wundheilung und entzündliche Hauterkrankungen auftreten. Da der Körper Zink nicht speichern kann, muss das Spurenelement mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt hier bei Männern eine Zufuhr von 10 sowie bei Frauen von 7mg, wobei sich dieser Richtwert in der Schwangerschaft (ab 4. Monat) bzw. Stillzeit auf 10 bzw. 11 Milligramm erhöht.

Das zinkreichste Nahrungsmittel stellt mit großem Abstand die Auster mit bis zu 160 Milligramm Zink pro 100 Gramm dar. Auch Garnelen, Seefisch, Weizenkleie, Kalbsleber und Haferflocken enthalten vergleichsweise hohe Mengen des Spurenelements. Weiterhin können z.B. bereits 100 Gramm Kürbiskerne durch einem Gehalt von 7,4 Milligramm Zink pro 100 Gramm den durchschnittlichen Bedarf eines erwachsenen Mannes zu drei Viertel abdecken. Ähnlich gut eignen sich z.B. Sonnenblumenkerne, Linsen, Paranüsse, Himbeeren, Brokkoli, Milcherzeugnisse (vor allem Käse) und Eier, wobei der Körper Zink aus tierischen Quellen generell besser verwerten kann als aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Natürliche Hilfe bei fettigen Schuppen

Bei fettigen Schuppen und Kopfjucken kann es hilfreich sein, das milde Shampoo um einem Esslöffel Zitronensaft zu ergänzen und die Haare damit anschließend ganz normal zu waschen. Alternativ kann auch die Kopfhaut zunächst mit den beiden Hälften einer Zitrone abgerieben und anschließend nach etwa zehn Minuten Einwirkzeit gewaschen werden.

Ein Thymian-Aufguss hat sich als Hausmittel für die natürliche Haarpflege bewährt. Für diesen wird zunächst ein Esslöffel des mediterranen Gewürzes mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Dann lässt man den Tee etwas abkühlen, gießt ihn durch ein Sieb und massiert ihn sanft in die Kopfhaut ein, wobei die Reste dieser hausgemachten Haarkur anschließend nicht ausgespült werden müssen.

Eine Kur aus Brennnesseln gilt als traditionelles Heilmittel bei Schuppen. Für diese wird eine Handvoll frischer oder getrockneter Brennnesselblätter mit einem halben Liter kochendem Obstessig übergossen, circa zehn Minuten ziehen gelassen, abgeseiht und ebenfalls in die Kopfhaut eingebracht. Neben dem kann das regelmäßige Waschen der Haare mit Lindenblütentee oder Apfelessig helfen, wobei die Wirkstoffe vor dem gründlichen Ausspülen etwa für eine Stunde einwirken sollten. Gleiches gilt für das Einreiben der Kopfhaut mit Klettenwurzelöl, welches für Geschmeidigkeit sorgt und dadurch die Bildung von Schuppen abmildern kann.

Ein weiteres wirksames Hausmittel gegen fettige Haare und Schuppen stellt Teebaumöl dar, da es antiseptisch und ausgleichend auf die Talgproduktion wirkt. Für eine besonders einfache Anwendung werden hier ca. 20 Tropfen des Öls direkt zu einem milden Shampoo gegeben, anschließend sollte jedoch so lange geschüttelt werden, bis sich die Stoffe vollständig miteinander vermischt haben.

Hausmittel gegen trockene Schuppen

Bei trockenen Schuppen sollten vor allem sämtliche Einflüsse vermieden werden, die zu einer zusätzlichen Austrocknung der Kopfhaut führen können, wie z.B. starke Sonneneinstrahlung, heißes Föhnen, Färben oder Glätten der Haare. Zudem gilt es, die Kopfhaut zu beruhigen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hilfreich kann hier beispielsweise eine Packung aus Joghurt oder Quark sein, die vorsichtig einmassiert, für ca. zehn Minuten auf der Haut belassen und anschließend sorgfältig mit einem milden Pflegeprodukt ausgespült wird. Eine Kur mit Sonnenblumen-, Sesam- oder Jojobaöl kann für eine weiche Kopfhaut und damit für weniger Schuppen sorgen.

Olivenöl ist ein altes Hausmittel gegen trockene Haare. Bild: Dušan Zidar - fotolia
Olivenöl ist ein altes Hausmittel gegen trockene Haare. Bild: Dušan Zidar – fotolia

Neben dem können weitere Hausmittel gegen trockene Haare eingesetzt werden, um Schuppen vorzubeugen und zu bekämpfen. In Frage kommt hier beispielsweise erwärmtes Olivenöl (ca. 100 ml), welches mit einem Eigelb und etwas Honig vermischt, nach der Wäsche in Kopfhaut und Haare eingearbeitet und nach etwa 30 Minuten Einwirkzeit wieder ausgespült wird. (nr)