Gerstenwasser – Wirkung und Anwendung

Susanne Waschke

Die heilenden Wirkungsweisen von Gerstenwasser

Gerstenwasser war bereits in der Antike bekannt. Schwache und kranke Menschen wurden damit behandelt. Die Gerste wurde dafür mit Wasser aufgekocht, die Körner wurden abgeseiht und die verbliebene Flüssigkeit wurde getrunken. Heute wird Gerstenwasser beispielsweise in Großbritannien sogar als Fertigprodukt im Supermarkt verkauft. Dazu wird berichtet, dass bei den Royals das Gerstenwasser nahezu täglich auf den Tisch kommt.


Kräftigendes Wasser

Im alten Ägypten gehörte die Gerste zu den Grundnahrungsmitteln. Damals war schon bekannt, dass dieses Getreide nicht nur sättigend ist, sondern auch eine heilende Wirkung besitzt. So wurde ein Absud aus Gerstenkörnern als Getränk zur Stärkung während und nach Krankheiten verabreicht. Gerstenwasser wurde auch im alten Griechenland zur Kräftigung eingesetzt. Der Dichter Homer bezeichnete eine Speise, zubereitet aus Gerste, als „Mark der Männer“, als Kräftigungsmittel.

In dem Gerstenwasser sind zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe des Getreides enthalten.(Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Das Gerstenwasser ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vor allem Magnesium, Eisen, Kalzium, Zink, Vitamin E, Kieselsäure und die B-Vitamine sind darin enthalten. So ist zum Beispiel in 100 Gramm geschälter Gerste ungefähr das Vierfache an Magnesium enthalten wie in 100 Gramm Banane. Das Gerstenwasser ist eine gesunde Eiweißquelle, ist bekömmlich, reguliert den Blutzuckerspiegel, hält lange satt und reduziert Heißhungerattacken.

Die gesundheitlichen Effekte der Gerste

In den folgenden Zeilen erfahren Sie Näheres über die positiven gesundheitlichen Aspekte des Gerstenwassers.

Verbessert den Cholesterinspiegel

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat festgestellt, dass der regelmäßige Verzehr von Gerste als natürlicher Cholesterinsenker wirkt. Dafür verantwortlich ist das, darin enthaltene Beta-Glucan (ein pflanzlicher Ballaststoff). Dies bindet Gallensäuren, die dann über den Verdauungstrakt ausgeschieden werden. So wird das „schlechte“ Cholesterin – das LDL – abgefangen, gebunden und aus dem Körper weg transportiert. Das „gute“ Cholesterin, das HDL hingegen bleibt davon unberührt.

Gut für die Verdauung

Gerstenwasser ist basisch und somit gut für die Verdauung und auch für den ganzen Organismus. Des Weiteren enthält dieses Hausmittel eine große Menge an unlöslichen Ballaststoffen, die wichtig für einen gesunden Darm sind. Das Gerstenwasser hilft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall, unterstützt eine Hämorrhoiden Therapie und tut dem Magen gut. Auch beugt es der Bildung von Gallensteinen vor.

Unterstützt beim Abnehmen

Da Gerstenwasser, wie bereits erwähnt, sich positiv auf die Darmflora auswirkt, kurbelt dies indirekt etwas den Stoffwechsel an. Das kann auch beim Abnehmen nützlich sein. Ein positiver Effekt ist zudem, dass das Wasser eine sättigende Wirkung hat und Heißhungerattacken reduziert.

Auch beim Abnehmen kann das Gerstenwasser helfen, da es sättigend wirkt, Heißhungerattacken vorbeugt und die Darmflora positiv beeinflusst. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Heilend für Magen und Darm

Die schleimige Konsistenz des Gerstenwassers wirkt sich äußerst positiv auf die Schleimhäute in Magen und Darm aus. Bei Magenschleimhaut– oder Darmentzündungen ist das Trinken dieses heilenden Getränks zu empfehlen.

Gut für das Herz

Bekannt ist, dass sich eine ballaststoffreiche Ernährung auch positiv auf das Herz auswirken kann. Da, wie bereits mehrfach erwähnt, das Gerstenwasser Ballaststoffe enthält, tut dies auch unseren Gefäßen gut und senkt damit etwas das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Vermindert das Diabetes Risiko

Wie wichtig ein gesunder Darm für uns ist, wird immer mehr klar. So werden inzwischen auch Zusammenhänge zwischen einer Diabetes II Erkrankung und einer schlechten Darmflora diskutiert. Das Gerstenwasser sorgt für ein gesundes Milieu im Darm und reguliert den Blutzuckerspiegel. Das Diabetes Risiko wird dadurch reduziert.

Wirkt kühlend auf den Körper

Gerade im Sommer, an heißen Tagen, nutzen die Briten das Gerstenwasser, genannt „Barley Water“, um sich zu erfrischen. Diese kühlende Wirkung auf den Organismus lässt sich auch bei Fieber nutzen. Ganz nebenbei wird der Körper auch noch gestärkt. Die Fieber senkende Wirkung kann durch die Zugabe von Holunderblütensirup oder Lindenblütentee unterstützt werden.

Zubereitung von Gerstenwasser

Für die Zubereitung von Gerstenwasser sollte die Gerste zuerst ein paar Stunden eingeweicht werden (80 bis 100g Gerste, am besten aus kontrolliert biologischem Anbau, in zwei Liter Wasser). Dann wird das Ganze zum Kochen gebracht und sollte anschließend ein bis zwei Stunden vor sich hin köcheln. Die Gerste sollte richtig weich gekocht, die Flüssigkeit reduziert auf einen Liter sein. Danach wird Alles durch ein Sieb abgeschöpft und das heilende Wasser ist fertig. Die Gerstenkörner bleiben übrig und können zum Beispiel als Beigabe zum Salat gegessen werden.

Die Gerstenkörner bleiben nach der Zubereitung des Gerstenwassers übrig und können zum Beispiel als Beigabe zum Salat verzehrt werden. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Wer möchte, kann gerne den Geschmack des Gerstenwassers verfeinern beziehungsweise mit der Zugabe von Gewürzen die Wirkung verstärken. Zu empfehlen sind hierfür Zimt, Ingwer, Vanille, Zitronenschalen, Nelken und zum Beispiel auch zum Rosinen oder Feigen, die ganz einfach mitgekocht werden. Je nach Geschmack, werden die Beigaben kürzere Zeit oder aber bis zum Schluss im Wasser belassen. Ist das Gerstenwasser fertig, wird dies pur getrunken, mit Zitronen-, Orangen – oder Apfelsaft gemischt oder auch mit Honig oder Zucker gesüßt. Im Kühlschrank hält sich das Gerstenwasser maximal drei Tage und kann sowohl kalt als auch warm getrunken werden.

Wirkung der zugegeben Gewürze:
Zimt ist hilfreich bei Diabetes, Ingwer hilft Magen und Darm, Nelken kurbeln den Stoffwechsel an, Zitrone enthält Vitamin C, Rosinen und Feigen sind gut für den Darm und süßen das Gerstenwasser auf natürliche Weise.

Darf jeder Gerstenwasser trinken?

Auch Kinder und Schwangere dürfen Gerstenwasser trinken. Einige Hebammen empfehlen Müttern dieses Wasser zur Milchbildung. Dafür werden 50 g Gerste in zwei Liter Wasser circa ein bis zwei Stunden gekocht, abgeseiht sowie abschließend mit Honig und einem Spritzer Zitronensaft verfeinert. Ein bis zwei Tage lang wird davon immer wieder ein Schluck getrunken. Personen, die unter Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden, sollten jedoch Gerste in jeder Form meiden.

Rezept: Gerstenwasser mit Ingwer und Feigen

Dafür benötigen Sie:

  • Zwei getrocknete Feigen,
  • 80 g Gerste,
  • 20 g geschälter Ingwer,
  • eine Prise Salz,
  • den Saft einer Zitrone
  • und zwei Liter Wasser.

Die Feigen und der Ingwer werden klein geschnitten und zusammen mit der Gerste, der Prise Salz und dem Wasser zum Kochen gebracht. Danach köchelt das Ganze circa ein bis zwei Stunden vor sich hin – bis nur noch circa ein Liter Flüssigkeit vorhanden ist. Nach dem Abseihen der Gerstenkörner fügen Sie noch den Zitronensaft hinzu. Dieses Getränk schmeckt nicht nur gut, sondern unterstützt jede Diät und kann hin und wieder auch eine Mahlzeit ersetzen. (sw)