Gesichtsöl – Varianten, Wirkung und Anwendung

Dr. Utz Anhalt

Das beste Gesichtsöl für jeden Hauttyp

Öle haben einen Vorteil gegenüber Cremes. Sie brauchen keine Konservierungsstoffe und eignen sich dadurch besonders für empfindliche Haut. Pflanzenöle enthalten Vitamine und Mineralien in hohem Ausmaß. Sie verbinden sich mit dem Fett auf der menschlichen Haut, bringen ihre Wirkstoffe in die oberste Hautschicht, verhindert, dass die Haut austrocknet und sorgen für eine gute Durchblutung.


Öl ist nicht gleich Öl

Nicht alle Öle sind für alle Hauttypen geeignet. Reiskeimöl zum Beispiel eignet sich besonders für fettige Haut. Mandelöl hingegen bildet eine eigene Schicht auf der Haut und empfiehlt sich deshalb für empfindliche Haut. Öl aus Wildrosen oder Cranberrysamen glättet Falten; solches aus Gurkensamen enthält Kalium, Natrium, Magnesium und Silizium und hilft deshalb den Zellen, sich zu erneuern.

Jeder Hauttyp hat andere Bedürfnisse: Öl aus Aprikosenkernen sorgt beispielsweise bei trockener Haut für Geschmeidigkeit. (Bild:

Weizenkeimöl strafft die Haut ebenso wie Sojaöl. Öle aus den Kernen von Aprikosen und Pflaumen taugen für trockene Haut, denn sie halten diese geschmeidig. Das gleiche gilt für Olivenöl, denn dieses versorgt ausgedörrte Haut mit Fett.

Gute Gesichtsöle

Gute Gesichtsöle sollten erst einmal die Haut nicht schädigen. Das gilt für viele Pflanzenöle, zum Beispiel für Olivenöl, das bereits im antiken Griechenland als Mittel erster Wahl für die Hautpflege galt.

Zweitens sind solche Produkte zu empfehlen, die die Haut mit Nährstoffen versorgen und nicht nur kurzfristig die Oberfläche verschönern. Paraffine und Silikone in industriellen Gesichtscremes sorgen dafür, dass die Öle länger haltbar bleiben, schwächen aber die positiven Eigenschaften vieler Pflanzenöle. Solche industriellen Öle mit Silikon und Paraffin dämmen zwar den Wasserverlust ein, regenerieren die Haut aber nicht, da sie nicht in tiefere Hautschichten vordringen.

Viele Pflanzenöle enthalten lineum oleum, eine ungesättigte Fettsäure. Diese wandelt der Körper in mehrfach ungesättigte Linolensäuren um, lagert sie in das Hautfett ein und stärkt so die Wundheilung. Zudem wirken die Linolensäuren antiseptisch.

Olivenöl

Olivenöl passt für die Hautpflege am ganzen Körper und auch im Gesicht. Es birgt in sich eine Menge Vitamin E, und dieses kurbelt die Produktion von Keratin an. Keratin bezeichnet Faserproteine, die die Hornsubstanz bilden – das Horn des Nashorns ebenso wie unsere Fingernägel. Hornzellen mit Zellkern heißen Keratinozyten.

Keratinozyten bilden die Oberhaut und stellen das Keratin zur Verfügung. Dieses weist Wasser ab und festigt die Haut. Olivenöl verleiht der Haut also nicht nur oberflächlich einen Glanz, sondern sorgt dafür, dass die Haut auf Dauer eine feste Struktur behält.

Zudem ist es ein gutes Hausmittel gegen trockene und schuppige Haut. Wer darunter leidet, kann sich das Öl einmassieren und zwar in die noch feuchte Haut nach dem Duschen. Die Poren sind noch geöffnet durch das warme Wasser, und dadurch zieht es in den Körper ein. Eine so mit Olivenöl geweichte Haut hält mehrere Tage an.

Welche Haut braucht welches Öl?

Ist ihre Haut trocken? Dann können Sie reichhaltige Öle verwenden. Diese geben Fett zurück an die Haut und lindern Reize. Zu nennen sind hier zum Beispiel Mandelöl oder Olivenöl.

Um raue, strapazierte Haut zu pflegen, empfiehlt sich beispielsweise Mandelöl. (Bild: Visions-AD/fotolia.com)

Reagiert ihre Haut empfindlich? Dann sind ätherische Öle nichts für sie Zitronenöl oder Fichtenöl sollten Sie dann nicht auftragen. Der Großteil an Menschen hat „normale Haut“ und kann daher die meisten Öle nutzen.

Eine Mischhaut braucht sowohl Stoffe, die den Talg ausgleichen und die Haut pflegen, zum Beispiel Rosmarinöl.

Haben Sie fettige Haut? Ist ihre Haut unrein? Dann sind Pflanzenöle die erste Wahl, die nicht die Poren verstopfen. Dazu gehört Traubenkernöl. Im Unterschied zu sensibler Haut sind ätherische Öle hier sogar gut. Lavendelöl zum Beispiel wirkt gegen Bakterien. Gute geeignet sind hier auch Arganöl, Emuöl, Jojobaöl und Wildrosenöl.

Auf keinen Fall sollten Sie auf fettige Haut Kokosöl auftragen. Dieses verstopft die Poren und führt so zu noch mehr Unreinheiten.

Für alte Haut eignet sich Öl, das die Haut regeneriert.

Öle für sensible Haut

Gesichtsöl für eine empfindliche Haut beruhigt und lindert Reize. Dazu zählt das Öl der Ringelblume, denn dieses wirkt Entzündungen entgegen, stärkt das Heilen von Hautwunden und zieht schnell in die Haut ein.

Marula-Öl ist voll mit Antioxidantien und bindet die Feuchtigkeit. Es eignet sich auch für empfindliche Haut.

Mandelöl regeneriert und lindert Falten, Rötungen und die Entzündung bei einer Neurodermitis.

Gesichtsöle für trockene Haut

Trockene Haut schuppt und bildet Fältchen. Avocado-Öl beugt dem vor, denn es fördert die Bildung von Hautzellen, enthält außerdem Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und E.

Das Öl erster Wahl kommt indessen von der Kokosnuss, denn dieses enthält ungewöhnlich viele Fettsäuren.

Es eignet sich sehr gut für trockene und rissige Haut. Es regeneriert die Haut aufgrund seiner rückfettenden wie auch feuchtigkeitsspendenden Wirkung.
Für rissige Haut eignet sich auch Öl aus Mangokernen.

Traubenkernöl verstopft nicht die Poren und ist daher gut bei fettiger Haut geeignet. (Bild: racamani/fotolia.com)

Öle für unreine Haut

Bei unreiner Haut glänzt die Haut stark und die Poren sind vergrößert, was viele Menschen als unästhetisch empfinden. Traubenkernöl birgt in sich Vitamin E und K, dazu Lecithin und Procyanide. Es glättet die Haut und verstopft die Poren nicht.

Leiden Sie unter Pickeln? Dann setzen Sie am besten Teebaumöl ein. Dieses wirkt antiviral, antibakteriell und gegen Pilze. Vorsicht: Teebaumöl ist eher eine Arznei als ein Pflegeprodukt. Wenn Sie es rein benutzen, tragen Sie es nur auf die Pickel selbst auf, ansonsten mischen Sie es in andere Öle.

Gesichtsöl anwenden

Sie können Gesichtsöle unvermischt anwenden und in die feuchte Haut nach dem Waschen massieren. Wenn es sich mit Wasser verbindet kann es besser in die Haut eindringen.

Die meisten Produkte können Sie mit Cremes zusammen auftragen und sich so zusätzlich schützen, zum Beispiel bei Wechselwetter. Sie können Öl auch im Gesicht auftragen, bevor sie eine Maske auflegen. Die Wirkstoffe dringen so tiefer in die Haut ein als bei einer normalen Anwendung.

Gesichtsöl bewährt sich auch beim Abschminken. Dafür feuchten Sie das Gesicht ein, tragen Öl auf und entfernen das Make-up mit einem Wattebausch.

Die meisten Öle können sowohl pur als auch gemeinsam mit einer Creme aufgetragen werden. (Bild: Kalim/fotolia.com)

Hanföl

Hanföl enthält Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Gamma-Linolensäure, Linolsäure, Palmitinsäure, Ölsäure, Stearinsäure, die Vitamine B1, B2 und E, außerdem Phosphor, Kalium, Calcium, Mangan, Natrium, Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer.

Die Fettsäuren des Öls kann der Körper direkt aufnehmen. Das Öl stärkt den Schutz der Haut gegen Bakterien wie Gifte und verhindert das Austrocknen. Hanföl lindert auch Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis. Vor allem die Stearinsäure wirkt Entzündungen und schädlichen Mikroben entgegen. So heilen kleine Wunden besser, und es bilden sich weniger Pickel.

Die Gamma-Linolensäure bindet Feuchtigkeit in den Hautzellen. So entstehen Polster, und auf der Oberfläche zeigen sich weniger Falten.

Weitere Öle

Arganöl pflegt, regeneriert und gibt Feuchtigkeit. Außerdem hemmt es Entzündungen und wirkt so gegen Neurodermitis, Schuppenflechten und Ekzeme.

Nachtkerzenöl empfiehlt sich bei alter oder trockener Haut. Es macht die Haut elastisch und hilft gegen Hautrötung.

Granatapfel-Öl schließt besonders viele Antioxidanten ein und hilft so besonders gegen das Altern der Zellen und verkleinert zusätzlich die Poren.

Borretschöl, Nachtkerzenöl und Johannisbeeröl pflegen gereizte Haut. Borretschsamen beinhalten 38 % Öl, und dieses Öl hat den höchsten Gehalt an Gamma-Linolensäure, außerdem fasst es Linolsäure, Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Nervonsäure, Erucasäure und Gadoleinsäure.

Für alte Haut oder Haut, auf der sich Narben bilden, kommen in Frage: Macadamianussöl, Sanddornöl, Avocado-Öl und Avellanaöl. Gevuina avella ist eine Verwandte der Macadamianuss aus Südamerika – ein Silberbaumgewächs. Die Samen enthalten bis zu 50 % Öl. Dieses riecht ein wenig nach Erde. Für reife Haut und für empfindliche Haut taugt es wegen seinem hohen Gehalt an Palmitoleinsäure.

Sanddornöl schließlich ist voll mit ungesättigten Fettsäuren, enthält viele Vitamine , außerdem Carotin. (Dr. Utz Anhalt)

Quellen
https://haut-oel.info/beste-gesichtsoele-trockene-empfindliche-haut.php