Hausmittel bei Nasenschleimhautentzündung

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Susanne Waschke

Nasenschleimhautentzündungen werden in der Fachsprache Rhinitis (Schnupfen) und Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) genannt. Gerade bei einer Rhinitis, einer Entzündung im Bereich des Nasenhauptgangs, werden häufig Hausmittel angewandt. Besteht der Schnupfen über einen längeren Zeitraum und ist dieser eventuell mit Begleitsymptomen, wie zum Beispiel einem allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und/oder Fieber verbunden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer Sinusitis ist die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen entzündet. Dies gehört auf jeden Fall zur Abklärung in ärztliche Hände. Jedoch können in vielen Fällen Hausmittel die schulmedizinische Behandlung erfolgreich unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Anatomie und Physiologie der Nasenschleimhaut
Ursachen
Symptome bei Nasenschleimhautentzündungen
Nasenschleimhautentzündungen – der Gang zum Arzt
Hausmittel bei Nasenschleimhautentzündungen
Hausmittel Ernährung
Hausmittel Inhalieren
Hausmittel Spülen der Nase
Hausmittel Senfmehlfußbad
Hausmittel Auflagen mit Meerrettich
Hausmittel in der Nacht durchatmen

Anatomie und Physiologie der Nasenschleimhaut

Die Nase und die Nasennebenhöhlen, die vor allem zur Oberflächenvergrößerung dienen, sind mit einer sogenannten Nasenschleimhaut ausgestattet. Diese enthält an deren Oberfläche ein mehrreihiges Flimmerepithel, in dem sich schleimproduzierende Becherzellen befinden, die die Schleimhaut ständig befeuchten. Staubteilchen werden durch die sich rhythmisch bewegenden Flimmerhärchen in Richtung Nasenrachenraum befördert. Diese Nasenschleimhaut kann sich entzünden und je nach Ausprägung sind davon nur die Nase in Form eines Schnupfens, oder aber auch Nasennebenhöhlen in Form einer Sinusitis betroffen.

Ursachen

Nasenschleimhautentzündungen können sowohl akut als auch chronisch auftreten und zudem auch allergisch bedingt sein. Ein akuter Schnupfen ist fast immer durch virale Ursachen bedingt. Dafür verantwortlich sind meist Rhino-, Influenza- und Adenoviren, die durch Tröpfchen übertragen werden. Ursachen für eine chronische Rhinitis, die vor allem die Nasenhaupthöhle betrifft, jedoch auch auf die restlichen Nasennebenhöhlen übergreifen kann, sind Reizstoffe, wie zum Beispiel Staub, eine lang andauernde Kälteperiode oder Polypen und Tumoren im Bereich der Nasenhöhlen.

Sieg ueber den Schnupfen, Krieg der Viren, bei 33 Grad fuehlen sich die Viren wohl
Meist sind Viren Ursache der Nasenschleimhautentzündung. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Ein allergischer Schnupfen kann das ganze Jahre über den Betroffenen belasten oder aber saisonal, als Heuschnupfen, zur Qual werden. Der Grund dafür sind allergische Reaktionen auf bestimmte Pollen, Nahrungsmittel, Bettfedern, Hausstaub, Tierhaare oder Berufsallergene.

Eine Sinusitis, bei der die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen (zum Beispiel der Stirnhöhle oder der Kieferhöhle) entzündlich verändert sind, kommt meist in Verbindung mit einem Schnupfen beziehungsweise im Anschluss daran, vor. Die Ursachen dafür sind in der Regel Bakterien. Zuerst ist der Schnupfen da, die Nasenschleimhaut ist geschwollen, die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen werden durch den Schleim verlegt, woraus sich dann eine Sinusitis entwickeln kann. Die Nasenschleimhaut ist durch die Viren, die den Schnupfen ausgelöst haben bereits geschwächt, weshalb sich hier leicht Bakterien ausbreiten können. Betroffen ist meist eine Nasennebenhöhle. Die chronische Variante kann durch wiederkehrende Infekte, anatomisch bedingte Nasenscheidewandverkrümmung, Polypen, vergrößerte Nasenmuscheln, eine allergische Reaktion oder ein geschwächtes Immunsystem entstehen. In seltenen Fällen können Nasennebenhöhlenentzündungen, vor allem wenn die Kieferhöhle betroffen ist, nach Zahnextraktionen oder Entzündungen im Bereich der Zahnwurzeln auftreten.

Symptome bei Nasenschleimhautentzündungen

Bei einer leichten Nasenschleimhautentzündung läuft die Nase, das Sekret ist anfangs dünnflüssig und klar, bekommt aber später durch Eindringen von Bakterien eine grün-gelbliche Farbe. Leichte Kopfschmerzen können mit einer Rhinitis vergesellschaftet sein. Hat sich die Entzündung schon weiter ausgebreitet und sich auf der Schleimhaut einer, oder gar mehrerer Nasennebenhöhlen niedergelassen, ist dies eine Sinusitis. Bei einer Pansinusitis sind alle Nasennebenhöhlen betroffen. Neben einer verstopften Nase treten Schmerzen auf. Diese sind bei Entzündung der Kieferhöhle vor allem im Bereich der Wangen zu spüren. Ist die Stirnhöhle betroffen, so schmerzt die Stirn, bei einer Entzündung des Siebbeins haben die Betroffenen starke Schmerzen über der Nase und zwischen den Augen, ist die Keilbeinhöhle entzündlich verändert, schmerzen Nacken und Schädelmitte.

Bei einer fortgeschrittenen Nasenschleimhautentzündung fühlt sich der Betroffene meist abgeschlagen, müde, Kopfschmerzen, die sehr massiv sein können, treten auf und eventuell kommt auch noch Fieber hinzu. Die erkrankten Nasennebenhöhlen sind klopf schmerzhaft und Bewegungen des Kopfes, vor allem nach vorne, sind meist unerträglich.

Nasenschleimhautentzündungen – der Gang zum Arzt

Bei einer einfachen Nasenschleimhautentzündung, die als harmloser Schnupfen auftritt, ist meist die Behandlung mit Hausmitteln ausreichend. Tritt jedoch die Rhinitis häufiger auf und ist schwer behandelbar, so sollte dies auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Breitet sich die Entzündung weiter aus und sind die Nasenebenhöhlen betroffen, ist der Ganz zum Arzt unumgänglich. Eventuell sind zur Diagnosesicherung Untersuchungen, wie Sonographie, Röntgen, Rhinoskopie oder Computertomographie nötig. Neben der schulmedizinischen Behandlung kann der gleichzeitige Einsatz von Hausmitteln recht hilfreich sein.

Hausmittel bei Nasenschleimhautentzündungen

Hausmittel können bei einer harmlosen Nasenschleimhautentzündung völlig ausreichend sein, ansonsten jedoch die schulmedizinische Behandlung begleiten und unterstützen.

Hausmittel Ernährung

An erster Stelle steht bei allen Atemwegsinfektionen eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Dies ist sehr wichtig, damit sich der Schleim verflüssigt und sich somit nicht festsetzten kann. So sind mindestens zwei Liter Flüssigkeit in Form von stillem Wasser und Kräutertee empfehlenswert.

Zwiebeln und Meerrettich befreien die Nase, Knoblauch, Peperoni, Schnittlauch, schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren stärken die Abwehr. Bei einer verstopften Nase, die meist bei Nasenschleimhautentzündungen vorkommt, ist der Genuss von frischem Meerrettich recht hilfreich, da dieser die Nase „frei“ macht und somit das Durchatmen wieder leichter wird. Noch dazu besitzt der Meerrettich eine immunstimulierende und antibakterielle Wirkung. Der Meerrettich kann pur aber auch mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft und Honig gemischt und davon alle paar Stunden ein kleiner Teelöffel eingenommen werden.

Inhalieren bei Husten ein sehr altes und bewährtes Hausmittel. Am Besten mit Meersalz und Kamille.
Inhalieren wirkt der Nasenschleimhautentzündung entgegen. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Hausmittel Inhalieren

Tägliches Inhalieren ist ein Hausmittel, das bei Nasenschleimhautentzündungen, egal ob Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündung, äußerst wichtig ist. Dazu ist kein spezielles Gerät nötig. Ein Topf mit heißem Wasser, in dem Meersalz oder Himalayasalz zugefügt ist, reicht völlig aus. Den Kopf über das Gefäß gebeugt, mit einem Handtuch bedeckt und schon ist das Inhalieren möglich. Diese Prozedur sollte am besten mindestens zweimal täglich für circa zehn Minuten durchgeführt werden. Der Dampf wird durch die Nase ein- und durch den Mund ausgeatmet. Das dabei verwendete Salz ist schonend zu den Schleimhäuten, reinigt und befeuchtet diese, verflüssigt den Schleim und wirkt sich sich positiv auf den Heilungsprozess aus.

Sind die Nasenschleimhautentzündungen mit Kopfschmerzen verbunden, hilft das Inhalieren von Königskerzenblüten. Diese werden in eine Schüssel gegeben und mit kochendem Wasser überbrüht. Wenn das Wasser etwas abgekühlt ist, wird der Dampf, mit dem Kopf unter einem Handtuch, eingeatmet. Die Augen sollten dabei geschlossen sein.

Hausmittel Spülen der Nase

Ein weiteres Hausmittel, um Nasenschleimhautentzündungen zu bekämpfen, ist das Spülen der Nase mit einer Salzlösung. Dafür wird ein Teelöffel voll Meersalz oder Himalajasalz in einem Liter abgekochten Wasser aufgelöst. Mehrmals täglich wird davon etwas in die hohle Hand gegeben und mit je einem Nasenloch aufgesaugt und anschließend der Kopf sofort auf dieselbe Seite geneigt. (linkes Nasenloch – linke Seite; rechtes Nasenloch – rechte Seite). Eine andere Möglichkeit ist das Verwenden einer Nasendusche mit der Salzwasser durch ein Nasenloch einläuft und dann wieder durch das andere Nasenloch ablaufen soll.

Hausmittel Senfmehlfußbad

Das Senfmehlfußbad ist ein altes, etwas ungewöhnliches, jedoch wirksames Hausmittel. Generell ist bei Nasenschleimhautentzündungen Wärme wichtig, kalte Zugluft ist Gift. Hier kann die Bestrahlung mit Rotlicht Erleichterung bringen. Bei Spaziergängen sollte unbedingt eine Mütze oder ein Stirnband getragen werden. Ebenso ist auf warme Füße zu achten. Hier hilft ein Fußbad mit Senfmehl bei beginnender Erkältung, bei Schnupfen und einer Nebenhöhlenentzündung. Dieses darf jedoch nur angewandt werden, wenn die Haut völlig intakt ist. Aus 100 bis 150 Gramm Senfmehl und einem halben Liter lauwarmen Wasser wird ein Brei angerührt, in ein Tuch gebracht und das abgepresste Senfmehlwasser dem Badewasser zugegeben, das eine Temperatur von circa 36 bis 37°C haben sollte. Das zugebundene Geschirrtuch mit dem Senfmehl wird in die Badebütte gegeben, jedoch so, dass aus dem Tuch kein Senf herauskrümeln kann. Dieses wird während des Badens mehrmals ausgedrückt.

Damit der scharfe Geruch des Senfs nicht in die Nase steigt, kann das Bad mit einem Tuch abgedeckt werden. Die Badedauer beträgt zwischen fünf und fünfzehn Minuten, je nach Hautempfindlichkeit. Nach dem Fußbad wird die Haut mit einem guten, kalt gepressten Öl, zum Beispiel einem Mandelöl, eingerieben. Danach gehören die Füße in Wollsocken und der Patient aufs Sofa oder gar ins Bett. Dieses Fußbad kann täglich zum Einsatz kommen, jedoch nur, wenn die Haut nicht mehr gerötet ist.

Hausmittel Auflagen mit Meerrettich

Ein etwas außergewöhnliches, jedoch ebenfalls hilfreiches Hausmittel bei Naseschleinhautentzündungen sind Auflagen mit Meerrettich. Wichtig ist hierbei, dass die Augen unbedingt abgedeckt werden müssen und die Anwendung maximal vier Minuten dauern darf. Auf ein kleines Baumwolltuch in der Größe von circa 10 mal 10 Zentimetern wird etwas frisch geriebener Meerrettich aufgetragen und diese Kompresse dann auf den betroffenen Bereich, zum Beispiel Wangen oder Stirn, gelegt. Die Augen müssen dabei abgedeckt werden, mit Hilfe von feuchten Wattepads, einer Schwimmbrille oder ähnlichem.

Die erste Anwendung der Meerrettich-Auflage sollte nicht länger als eine Minute dauern. Sobald die Haut gerötet ist, wird die Kompresse abgenommen, spätestens jedoch nach vier Minuten. Danach muss der behandelte Bereich mit einem pflegenden Hautöl, zum Beispiel Oliven oder Mandelöl, versorgt werden. Eine erneute Anwendung ist erst möglich, wenn die Hautrötung komplett verschwunden ist. Sowohl das Senfmehlbad als auch die Meerrettich-Auflage sind nur für Jugendliche und Erwachsene geeignet.

Hausmittel in der Nacht durchatmen

Um nachts durchatmen zu können, hilft dass Aufstellen von in Ringe geschnittenen Zwiebeln, die ans Kopfende gestellt werden. Dies klingt etwas eklig, jedoch wirkt der etwas unangenehme Zwiebelgeruch abschwellend auf die Nasenschleimhaut. Das Aufhängen von Zwiebel- und Knoblauchstücken hat eine ähnliche Wirkung.

Hausmittel – Tee trinken
Ein Ingwertee, Hausmittel aus der Ayurveda, hilft bei beginnender Erkältung, Halsweh und bei Nasenschleimhautentzündungen. Dafür wird etwas Ingwer kleingeschnitten, mit kochendem Wasser überbrüht und nach circa zehn Minuten abgeseiht. Dieser Tee wird je nach Geschmack mit etwas Honig gesüßt, mit Zimt verfeinert und davon über den Tag verteilt drei bis vier Tassen in kleinen Schlucken getrunken.

Bei den ersten Anzeichen einer Nasenschleimhautentzündung hilft Holunderblütentee. Ein Teelöffel voll getrockneter Holunderblüten wird mit circa 200 Milliliter kochendem Wasser überbrüht, nach fünf bis sechs Minuten abgeseiht, eventuell mit ein wenig Honig gesüßt und in kleinen Schlucken getrunken. Bereits zwei bis drei Tassen Holunderblütentee über den Tag verteil, können das Immunsystem stärken. (sw)

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