Bewährte Hausmittel gegen Wasser in den Beinen

Extrakte aus der Rosskastanie bieten natürliche Hilfe bei Wasser in den Beinen. (Bild: eyetronic/fotolia.com)
Heilpraxisnet

Tipps und Hausmittel gegen Wassereinlagerungen in den Beinen

Sind die Füße, Knöchel oder Unterschenkel angeschwollen und schmerzen, ist meist Wasser in den Beinen der Grund. Dieses tritt besonders häufig bei warmen Temperaturen, in der Schwangerschaft oder infolge von Bewegungsmangel auf. Sofern den Wassereinlagerungen (Ödeme) keine ernsthaften Ursachen wie beispielsweise Nieren-, Herz- oder Lebererkrankungen zugrunde liegen, gibt es verschiedene Hausmittel, die eine Linderung der Beschwerden bewirken können. Diese werden mit dem Ziel eingesetzt, den Abfluss aus den Beinen anzuregen und zu verbessern.

Wirksame Übungen bei Wasser in den Beinen

Das abendliche Hochlagern ist eines der einfachsten und bekanntesten Mittel bei Wasser in den Beinen. Recht unbekannt ist, dass der Unterdruck ein wichtiger Mechanismus zum Abfluss ist, welcher durch den Wechsel von Ein- und Ausatmung erzeugt wird. Das bedeutet, dass durch eine vertiefte Atmung in den Bauch und einen ausgeprägten Wechsel zwischen Ein- und Ausatmung auch der Abfluss beeinflusst werden kann.

Sind die Beine nach langem Stehen oder Sitzen am Abend angeschwollen, hilft oft schon Hochlagern. (Bild: tournee/fotolia.com)
Sind die Beine nach langem Stehen oder Sitzen am Abend angeschwollen, hilft oft schon Hochlagern. (Bild: tournee/fotolia.com)

Eine ganz einfache Maßnahme besteht in der sogenannten Pendelatmung, die ähnlich auch in den Übungen nach Feldenkrais genutzt wird: Man atmet einfach einmal in das Brustbein und zieht dabei den Bauch ein, beim Ausatmen wird bewusst losgelassen und das Ausatmen wird passiv geschehen gelassen. Mit dem nächsten Einatmen wird in den Bauch geatmet, so dass dieser sich sichtbar nach außen wölbt und beim nächsten Mal wieder in das Brustbein. Diese Schritte werden nacheinander einige Male wiederholt.

In vielen Fällen sind bei Wassereinlagerungen Bewegungsübungen der Füße eine effektive Maßnahme. Hilfreich kann es sein, die Füße im Wechsel zu strecken und anzuziehen oder von den Zehenspitzen auf die Hacken hin-und herzuwippen, um die Pumpmechanik der Füße anzuregen.

Wasseranwendungen regen den Stoffwechsel an

Aus dem Bereich der physikalischen Therapie werden aktive Bewegung und Schwimmen empfohlen. Tägliche kalte Ganzwaschungen, die mit einem feuchten Schwamm oder groben Leinentuch gut selber vorgenommen werden können, regen Stoffwechsel und Durchblutung an. Mit gleichmäßigem Druck wird dabei der ganze Körper rasch abgerieben und danach mit einem Frottierhanduch trocken gerubbelt.

Kneipp-Kuren im eigenen Bad können z.B. in Form von kalten Teilgüssen an den Beinen angewendet werden. Zu beachten ist hierbei, den Guss immer an der Stelle zu beginnen, die am weitesten vom Herzen entfernt ist. Beim Schenkelguss bedeutet dies beispielsweise von der Ferse bis zum Gesäß hinauf, dann wieder zurück. Anschließend vom Fußrücken zur Leiste und wieder zurück. Die Dusche sollte ohne Brausefunktion funktionieren und der Abstand zwischen Duschkopf und Bein nicht mehr als 10 cm betragen.

Ein Bittersalzbad hilft, Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu schwemmen. Geben Sie hierfür zwei Tassen Bittersalz (aus der Apotheke) in das warme Wasser und baden anschließend für 10 bis 15 Minuten darin. Das Prozedere sollte drei Mal pro Woche durchgeführt werden. Achtung: Das Wasser darf nicht zu heiß sein, denn Hitze begünstigt Wassereinlagerungen.

Schüssler Salze zur Regulierung des Wasserhaushalts

Aus dem Arsenal der Schüssler-Salze findet sich vor allem mit Natrium chloratum No. 8 ein Mittel, das bei einem Wasserstau in den Beinen – allein oder im täglichen Wechsel mit Natrium sulfuricum No.10- eingesetzt werden kann. Die beiden Natriumverbindungen regulieren den Wasserhaushalt und entwässern den Körper.

Extrakte aus der Rosskastanie bieten natürliche Hilfe bei Wasser in den Beinen. (Bild: eyetronic/fotolia.com)
Extrakte aus der Rosskastanie bieten natürliche Hilfe bei Wasser in den Beinen. (Bild: eyetronic/fotolia.com)

Heilpflanzen gegen Wassereinlagerungen

Das bekannteste Mittel ist sicherlich die Rosskastanie, die sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung kommt. Vor allem dem Wirkstoff Aescin, der in geringen Mengen enthalten ist, wird eine ödemhemmende Wirkung zugesprochen. Selbst in Supermarkt Discountern gibt es mittlerweile Einreibungen mit Roßkastanienanteil zu kaufen.

Etwas weniger bekannte Mittel gegen dicke Beine sind Wacholder und Steinklee. Steinklee vermag den Lymphfluss zu verbessern und regt den venösen Rückfluss an. Dadurch können Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen in den Beinen gelindert werden.

Die Wirkung von Wacholderbeeren beruht dagegen eher auf einer vermehrten Harnausscheidung und einer damit verbundenen Verminderung von Wassereinlagerungen. Meist ist er Bestandteil von Entwässerungstees, deren Rezepturen vielfach auch Brennnessel, Birkenblätter oder Goldrute enthalten. Solche Teemischungen sind in der Apotheke erhältlich, sollten jedoch ohne medizinische Begleitung nicht länger als einige Tage eingenommen werden.

Die richtige Ernährung bei Wasser in den Beinen

Ernährungstipps, die empfehlen, dauerhaft entwässernde Nahrungsmittel wie Reis oder Spargel zu essen und den Salzkonsum einzustellen, sind nicht unumstritten und sollten unter fachlicher Anleitung erfolgen. In jedem Fall anzuraten ist dagegen eine Umstellung auf vollwertige und vitaminreiche Kost mit frischem Obst und frischem Gemüse.

Gut geeignet sind zum Beispiel Sellerie, Gurken, Sauerkraut, Kartoffeln und Kürbis. Obstsorten, die entwässernd wirken, sind vor allem Beerenfrüchte wie Himbeeren oder Johannisbeeren, Weintrauben und Wassermelonen. Diese helfen, dass Wasser in den Beinen zu reduzieren und versorgen den Körper mit vielen wertvollen Vitaminen.

Wichtig ist, stets genug zu trinken, denn auch wenn es merkwürdig klingt: Wer zu wenig Wasser aufnimmt, begünstigt Wassereinlagerungen. Unser Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um Giftstoffe aus dem Körper spülen und geschwollene Füße und Beine reduzieren zu können.

Ein Tee aus Heilkräutern kann den Abbau der Ödeme unterstützen.

Rezept für einen Entwässerungstee

  1. Nehmen Sie zu gleichen Teilen Kamille, Löwenzahnblätter Steinklee und Gartenraute
  2. Übergießen Sie je zwei Teelöffel der Mischung mit kochendem Wasser
  3. Nach 10 Minuten Ruhezeit wird der Tee abgeseiht
  4. Trinken Sie davon zwei Tassen täglich in kleinen Schlucken
Wasser in den Beinen kann unter Umständen krankhaft bedingt sein. Tritt das Problem häufiger aus, sollte daher zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. (Bild: Heidi Mehl/fotolia.com)
Wasser in den Beinen kann unter Umständen krankhaft bedingt sein. Tritt das Problem häufiger aus, sollte daher zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. (Bild: Heidi Mehl/fotolia.com)

Bei häufigen Wassereinlagerungen ärztlichen Rat einholen

Geschwollene Beine können vielfältige Ursachen haben. Häufig liegt es an hohen Temperaturen, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, ungünstiger Ernährung, Bewegungsmangel oder einseitiger Belastung (z.B. durch stundenlanges Stehen), dass sich das Wasser in den Beinen staut.

In manchen Fällen führt jedoch eine akute Erkrankung zu den Schwellungen. Möglich sind beispielsweise Durchblutungsstörungen, eine Venenschwäche oder Infektion (Erysipel). Sind beide Beine betroffen, kann dies z.B. auf eine Schilddrüsenunterfunktion, Lebererkrankung, Diabetes, Herz- oder Nierenschwäche hindeuten.

Wer ständig am Abend dicke Beine hat, sollte sich daher in jedem Fall ärztlichen Rat einholen. Gleiches gilt, wenn die Beine am Tag immer wieder anschwellen und/oder Veränderungen bzw. Verfärbungen der Haut erkennbar sind. Absolute Vorsicht ist geboten, wenn die Schwellung plötzlich auftritt, denn dies kann beispielsweise eine tiefe Venenthrombose oder allergische Reaktion bedeuten. (tf, jvs, nr; aktualisiert am 7.9.2016)

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