Hausmittel gegen Blasenentzündung

Hausmittel bei einer Blasenentzündung

Es stehen einige Hausmittel aus dem Bereich der Naturheilkunde zur Verfügung, um eine Blasenentzündung erfolgreich selber zu behandeln und neuen Infekten vorzubeugen. Meist sind Mädchen und Frauen von den Entzündungen der ableitenden Harnwege betroffen, die oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und Fieber einhergehen. Bei andauernden Beschwerden, starken Schmerzen sowie sichtbarem Eiter oder Blut im Urin sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Hausmittel gegen Blasenentzündung:
Hausmittel gegen Blasenentzündung
Tipps zur Vorbeugung von Blasenentzündungen
Welche Kräuter helfen bei Blasenentzündung?
Ansteigendes Sitzbad bei entzündeter Blase
Das Reibebad nach Luis Kuhne


Tipps zur Vorbeugung von Blasenentzündungen

Zur Vorbeugung von Blasenentzündungen sollte grundsätzlich viel getrunken werden, um Bakterien aus den Harnwegen auszuschwemmen. Kunstfaserunterwäsche und Slipeinlagen begünstigen die Vermehrung von Keimen ebenso wie schleimhautreizende Seifen und Intimsprays. Zu vermeiden ist außerdem das „Abwischen“ nach dem Stuhlgang in Richtung Scheide und das Unterdrücken von Harndrang. Vor und nach jedem Geschlechtsverkehr ist es ratsam, den Intimbereich zu spülen bzw. zu waschen.

Auch bei warmen Temperaturen ist es wichtig, nach dem Baden nicht in nassem Bikini oder Badeanzug zu verbleiben. Auch das Sitzen auf kaltem oder nassem (Stein-)Boden sollte unbedingt vermieden werden. Bei beginnender Blasenentzündung ist auf wärmende Maßnahmen, z.B. Wärmflasche und Bettruhe zu achten. Zur Ernährung wird salz- und reizarme Kost ohne Gewürze empfohlen.

Welche Kräuter helfen bei Blasenentzündung?

Vor allem Kräuter mit antibakteriellen oder harntreibenden Eigenschaften eignen sich zur Behandlung von Blasenentzündungen.

Bärentraubenblätter wirken -besonders im Bereich von Blase und Harnwegen- Keimen und Entzündungen entgegen. In einem Mörser zu feinem Pulver zerstampft (2-3 Kaffeelöffel voll), können die getrockneten Bärentraubenblätter mit Honig vermischt auf eine Oblate gestrichen und so morgens und abends eingenommen werden. Man kann die Blätter außerdem als Tee zubereiten, indem eine Handvoll 10 Minuten lang in 1 Liter Wasser köcheln. Davon trinkt man über einige Tage 2-3 Tassen täglich. Auch ein Aufguss aus 10 g Bärentraubenblätter, 10 g Gundermann, 10 g Ehrenpreis, 5g Hagebutten, 5g Vogelknöterich sowie 5g Leinsamen mit heißem Wasser hat sich dabei bewährt, die Ausheilung der Blasenentzündung zu beschleunigen.

Wacholder besitzt nierenreizende und stark harntreibende Eigenschaften und wird deshalb zur „Durchspülung“ bei bakteriellen Infekten in Blase und Harnwegen verwendet. Eine Wacholderbeerenkur dauert 42 Tage, wobei in den ersten 14 Tagen „einschleichend“ die Dosis pro Tag um eine Beere steigt, dann 14 Tage bestehen bleibt und ab dem 15. Tag „ausschleichend“ wieder abnimmt. Am 1. Tag wird also 1 Beere gekaut und geschluckt, am 2. Tag 2 Beeren, am 3. Tag 3 Beeren, bis ab dem 14. Tag 14 Tage lang 14 Beeren täglich gekaut werden. Am 29. Tag werden dann 13, am 30.Tag 12, am 31. Tag 11 Wacholderbeeren eingenommen, bis am 42. Tag die Kur mit der letzten Wacholderbeere schließlich beendet wird. Dazu ausreichend Wasser trinken.

Ansteigendes Sitzbad bei entzündeter Blase

Als altes Hausmittel aus der Naturheilkunde gilt ein ansteigendes Sitzbad bei entzündeter Blase als hilfreich, insbesondere, wenn dem Wasser ein Aufguss aus Zinnkraut beigefügt wird. Benötigt werden dafür eine Sitzwanne, ein Küchen- oder Wasserthermometer, eine warme Decke sowie ein großes Leinentuch. Für den Kräuterauszug kocht man zwei Handvoll getrocknetes Zinnkraut etwa 5 Minuten lang in 1 Liter Wasser und seiht danach die Flüssigkeit ab.

In Strümpfen und warmen Hausschuhe setzt man sich bis zu den Hüften in eine Sitzbadewanne und deckt sich die Beine mit einer Decke zu. Dem Wasser, das zu Beginn eine Temperatur von 36° C haben soll, wird zunächst der Zinnkrautauszug und danach langsam solange heißes Wasser zugefügt, bis 41°C erreicht sind. Nach 30 Minuten Badedauer trocknet man sich ordentlich ab und wickelt sich in das Leinentuch. Darum wird die warme Decke gewickelt und 2 Stunden geruht.

Das Reibebad nach Luis Kuhne

Das Reibebad nach Kuhne (auch: Kuhnisches Reibebad) eignet sich für Frauen und wird bei Blasenentzündung, Nierenentzündung und Kinderlosigkeit empfohlen. Dazu wird kaltes Wasser in eine Schüssel oder Wanne gelassen und ein Leinentuch damit durchtränkt. Die Frau, deren Körper bis auf den Unterleib warm gekleidet ist, betupft sich mit dem kaltfeuchten Tuch für zwei bis drei Minuten die Scheide, trocknet sich ab und hält sich warm. Achtung: Das erste Wasserlassen nach der Anwendung wird häufig als brennend empfunden. Das Reibebad sollte 2-3x wöchentlich durchgeführt werden.

Für häufig wiederkehrende oder chronische Beschwerden stehen in Naturheilpraxen außerdem Diagnose- und Naturheilverfahren zur Verfügung, mit denen tieferliegende Ursachen, die oftmals hinter der Blasenentzündung stecken, beleuchtet und behandelt werden können. (jvs)


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