Hausmittel gegen Bronchitis

Fabian Peters
Eine Bronchitis ist nicht nur ein einfacher Husten, sondern sie beruht meist auf einer viralen Infektion der oberen Atemwege, die sich nach unten ausgebreitet hat. Eventuell wurde eine Erkältung verschleppt, wodurch sich dann die Bronchitis (Entzündung der Bronchien) entwickeln konnte. Zu der anfangs viralen Infektion kann sich später ein bakterieller Infekt hinzugesellen. Nicht immer sind gleich verschreibungspflichtige Medikamente nötig. Hausmittel gegen Bronchitis verflüssigen den Schleim, erleichtern das Abhusten, stärken das Immunsystem und verbessern das Allgemeinbefinden. Auch können sie zusammen mit einer schulmedizinischen Therapie die Heilung beschleunigen.

Bessert sich ein Husten nach einer Woche gar nicht und/oder kommen noch Allgemeinsymptome, wie Abgeschlagenheit, Fieber , Kopf- und Gliederschmerzen hinzu, ist der Gang zum Arzt angeraten.

Verschiedene Brustwickel

Brustwickel sind einfache Hausmittel gegen Bronchitis. Sie sind leicht anzuwenden und wirken Auswurf fördernd, Hustenreiz stillend und antientzündlich. Alle Wickel sollten im Liegen, in Ruhe, eventuell zugedeckt, durchgeführt werden.

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Brustwickel auf Basis von Quark, Kartoffeln Bienenwachs und anderen Wirkstoffen können die Beschwerden bei einer akuten Bronchitis deutlich lindern. (Bild: InPixKommunikation/fotolia.com)

Brustwickel mit Quark

Ein Brustwickel mit Quark hilft bei fest sitzendem Husten und Hustenreiz. Auf ein Baumwolltuch wird in der Mitte von einem Ende zum anderen Quark aufgetragen, dann das Tuch von beiden Seiten her eingeschlagen. Damit das Ganze nicht zu kalt ist, wird der Wickel für ein paar Minuten auf der Heizung oder einer Wärmflasche angewärmt. Dann wird der Brustwickel so um den Oberkörper gelegt, dass die Wirbelsäule frei ist. Darüber kommt noch ein weiteres Tuch und als letztes ein Wollschal. Links und rechts wird zusätzlich je eine Wärmflasche oder ein erwärmtes Dinkel- oder Kirschkernkissen an die Rippen gelegt. Der Wickel kann bei Erwachsenen solange bleiben, wie dies als angenehm empfunden wird.

Brustwickel mit heißem Zitronensaft

Dieses Hausmittel gegen Bronchitis ist nur für Betroffene geeignet, die eine intakte, unempfindliche Haut haben. Der Wickel hilft bei fest sitzendem Husten. Dafür wird der Saft einer Zitrone mit einem halben Liter heißem Wasser vermischt. Ein damit getränktes Tuch, dient dann als Brustwickel. Aber Vorsicht – die Hitze sollte angenehm sein. Über das Baumwolltuch kommt noch ein Weiteres und zum Schluss ein Wollschal. Bei Juckreiz oder Unbehagen ist der Wickel sofort abzunehmen. Ansonsten kann dieser maximal eine Stunde lang getragen werden. Die Haut wird danach am besten mit einer pflegenden Creme nachbehandelt.

Brustwickel mit Kartoffeln

Kartoffeln halten die Wärme sehr lange. Beim Anlegen ist hier Vorsicht geboten. Vier bis sechs Kartoffeln werden in Schale gekocht und danach in ein Küchentuch eingeschlagen und mit mit der Faust oder einem Nudelholz gequetscht. Die Kartoffelpaste auf ein Baumwolltuch ,die Enden eingeschlagen und schon ist der Kartoffelwickel fertig. Dieser wird noch mit einem Wolltuch fixiert. Der Wickel kann so lange liegen bleiben, wie dies angenehm ist, gern auch über Nacht.

Brustwickel mit Bienenwachs

Fertige Packungen mit einer Bienenwachsauflage und einem Stück Rohwolle sind in jeder Apotheke erhältlich. Das Bienenwachs wirkt reizlindernd, schleimlösend und verströmt noch dazu einen sehr angenehmen Geruch. Diese Auflage wird mit einem Fön angewärmt und dann auf die Haut aufgebracht. Darüber kommt die Rohwolle. Fixiert wird das ganze mit einem Seiden- oder Wollschal. Der Wickel bleibt dort, solange dies gewünscht wird.

Brustwickel mit Thymiantee

Geht die Bronchitis mit krampfartigem Husten einher, hilft der Brustwickel, getränkt mit Thymiantee. Dafür wird aus zwei Teelöffeln Thymiankraut und einem halben Liter kochendem Wasser ein Tee zubereitet, der zwischen fünf und zehn Minuten ziehen soll. Damit wird ein Baumwolltuch getränkt und, wenn dieses nicht mehr so heiß ist, um die Brust gelegt. Darüber kommen noch ein weiteres Baumwolltuch und ein Wollschal. Sobald der Wickel kalt ist, wird dieser abgenommen.

Brustwickel mit Zwiebeln

Zwiebeln werden zwar aufgrund ihres Geruchs oftmals nicht so gerne für Wickel verwendet, sie sind allerdings wirklich einen Versuch wert. Denn Zwiebeln sind in der Lage, die Entzündung aus dem Körper zu ziehen. So wird’s gemacht: Zwei Zwiebeln hacken, über dem Wasserdampf erhitzen, in ein Tuch einschlagen und dann auf die Brust legen, mit einem weiteren Tuch bedecken und einem Wolltuch warm halten. Der Wickel kann dort mindestens eine Stunde lang bleiben.

Brustwickel mir Lavendelöl

Lavendelöl riecht nicht nur gut, sondern unterstützt das Abhusten und wirkt noch dazu krampflösend. Für den Wickel wird am besten ein zehnprozentiges Lavendelöl aus der Apotheke verwendet. Das Innentuch wird mit dem warmen Lavendelöl getränkt und als Auflage benutzt. Darüber kommt etwas angewärmte Rohwolle oder Watte und dann ein Wollschal. Der Wickel kann ein paar Stunden liegen bleiben.

Hustensaft – selbst gemacht

Zwiebelsaft ist ein Hausmittel, das schon unsere Großmütter bei Husten und Bronchitis verwendet haben. Für den Zwiebelsaft wird eine Zwiebel fein gehackt, und mit zwei Esslöffeln Honig vermischt. Diese Mischung bleibt ein paar Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Danach ist der Hustensaft fertig. Wer nicht so lange Zeit hat, kocht die gehackte Zwiebel in 125 Millilitern Wasser circa zehn Minuten lang. Je nach Heftigkeit der Beschwerden kann der Saft bis zu einmal stündlich, je ein Teelöffel voll, eingenommen werden.

Inhalieren wirkt der Bronchitis entgegen. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)
Inhalieren wirkt der Bronchitis entgegen. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Inhalieren

Um den Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern, ist es ratsam zweimal täglich zu Inhalieren. Dies wird am besten mit Meersalz oder Himalajasalz gemacht, das kostengünstig und trotzdem wirkungsvoll ist. Zu empfehlen ist eine 0,9-prozentige Salzlösung, das bedeutet, dass pro Liter Wasser 9 Gramm Salz zugegeben werden. Der Kopf wird über eine, mit dem heißen Salzwasser gefüllte, Schüssel gebeugt, mit einem Handtuch zugedeckt und dann der Dampf ungefähr zehn Minuten inhaliert. Die Salz-Wasser-Lösung befeuchtet die Atemwege und das Salz bindet Giftstoffe, die dann abgehustet werden können.

Teerezepte

Kräutertees gehörten zu den gängigen Hausmitteln gegen Bronchitis. Jedoch sollte auf die richtige Mischung geachtet werden. Die folgenden Rezepte sind für die akute Phase der Erkrankung gedacht und können gerne, wenn gewünscht mir etwas Honig verfeinert werden.

Teerezept 1: Gegen den Hustenreiz

Angestoßene Fenchelfrüchte, Lungenkraut, Spitzwegerichblätter und Huflattichblätter werden zu gleichen Teilen gemischt. Für eine große Tasse Tee (250ml) wird ein Teelöffel (TL) der Mischung mit kochendem Wasser aufgebrüht. Nach zwanzig Minuten ist der Tee fertig.

Teerezept 2: Schleimlösend und hustenstillend

Der Tee besteht aus 20 Gramm Eibischwurzel, 40 Gramm Isländisch Moos und 40 Gramm Süßholzwurzel. Zwei Teelöffel werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht. Die Ziehzeit beträgt hier zehn Minuten.

Teerezept 3: Bei trockenem Husten

Zehn Gramm angestoßene Anisfrüchte, 20 Gramm Huflattichblätter, 20 Gramm isländisch Moos und zehn Gramm Süßholzwurzel werden zusammen gemischt. Für eine Tasse Tee wird ein Teelöffel voll mit circa 250 Millilitern kochendem Wasser aufgegossen und nach zehn Minuten abgeseiht.

Ernährung

Um den Schleim zu verflüssigen, ist eine ausreichende Trinkmenge wichtig. Stilles Wasser und Kräutertee sind die richtigen Getränke bei einer Bronchitis. Da Milchprodukte eine Verschleimung verschlimmern können, sind diese zu reduzieren, vor allem aber reine Milch komplett vom Speiseplan zu streichen. Bei einer Erkrankung der Atemwege ist des Weiteren leichte Kost zu empfehlen. Dazu gehören Obst, gedünstetes Gemüse und Suppen. Wer gerne scharf isst, kann die Suppe mit einem Stück Ingwerwurzel anreichern. Ingwer erwärmt, wirkt antientzündlich und stärkt das Immunsystem. Auch der entzündungshemmende Stoff Allicin, der in Knoblauch enthalten ist, kann hilfreich sein. Wer den Knoblauch nicht roh essen mag, verfeinert damit eine Gemüsesuppe. Um eine Wirkung zu erzielen, sollten jedoch mindestens zwei Zehen täglich verwendet werden.

Heilende Quittensuppe

Ein Hausmittel unserer Großmütter, das sie bei Bronchitis angewandt haben, ist die Quittensuppe. Quitten enthalten neben Vitamin C und Zink zusätzlich eine große Menge an Schleimstoffen, die sich wie ein Schutz auf die oberen Atemwege legen. Für diese heilende Suppe werden folgende Zutaten benötigt:

300 Gramm Quitten, 1 TL frisch gepresster Zitronensaft, eine Karotte, 1 EL Olivenöl, 40 Gramm Frühlingszwiebeln, 3 TL Rohrzucker, etwas Salz und Pfeffer. Die Quitten werden gewaschen, geviertelt, deren Kerngehäuse entfernt und mit dem Zitronensaft beträufelt. Das Öl wird im Topf erhitzt, die Frühlingszwiebeln werden in feine Ringe geschnittenen und in dem Öl gedünstet. Dazu kommen der Zucker und die, in Stücke geschnittene, Karotte. Nach circa fünf Minuten kommen ein Liter Wasser sowie etwas Salz und Pfeffer dazu. Die Quittensuppe sollte dann noch ungefähr eine halbe Stunde lang köcheln, bevor sie püriert und anschließend serviert wird. Guten Appetit!

Allgemeine Tipps

Damit die Atemwege nicht zu trocken sind, ist ein feuchtes Raumklima nötig. Hier helfen feuchte Tücher, die in der Wohnung aufgehängt und ständig erneuert werden.

Angenehm ist auch, wenn ab und zu eine Aromalampe mit etwas Eukalyptus, Thymian und/oder Teebaum, brennt. Eukalyptus und Thymian erleichtern das Abhusten, wobei Teebaumöl die Luft von Erregern reinigt. Bei einer Mischung genügt ein Tropfen von jedem Öl. Auf Qualität der ätherischen Öle ist zu achten. Eine Aromalampe sollte aber nicht ständig brennen. Nach zwei Stunden benötigt unser Riechorgan eine Pause.

Bei starken Beschwerden, bei Fieber oder wenn das Allgemeinbefinden schlecht ist, sollte dringend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, denn aus einer akuten Bronchitis kann sich die chronische Form entwickeln und zudem besteht die Gefahr einer Lungenentzündung. (sw)