Hausmittel gegen Candida

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Heilpraxisnet
Candida in aller Munde – was bedeutet dies? Mit dem Begriff Candida ist in der Regel Candida albicans gemeint. Dies ist ein Hefepilz, der sich vor allem auf Schleimhäuten, wie im Mund-Rachen-Raum, im Genitalbereich, und bevorzugt im Darm niederlässt. In der Regel ist der Pilz kein gesundheitliches Problem, so lange er nicht überhand nimmt. Befindet sich der Körper jedoch in einem Ungleichgewicht, kann der Pilz sich massiv ausbreiten und die verschiedensten Probleme nach sich ziehen. Eine solche Candida Besiedelung benötigt in der Regel eine Behandlung. Dafür sind verschiedene schulmedizinische Arzneimittel auf dem Markt. Aber auch die Naturheilpraxis hält ein Portfolio an wirksamen Therapien für die Bekämpfung des Heftpilzes parat. Hausmittel gegen Candida können sowohl bei leichten Formen, aber auch als zusätzliche Unterstützung der schulmedizinischen Behandlung bei schwereren Pilzinfektionen zum Einsatz kommen.

Inhaltsverzeichnis

Hausmittel aus der Küche
Teemischungen gegen Candida
Aloe Vera und Colostrum
Naturheilpraxis bei Pilzinfektionen
Anti-Pilz-Diät
Candida – der Weg zum Arzt
Ursachen von Candida
Symptome

Hausmittel aus der Küche

Verschiedensten Hausmittel, die bei einer Candida-Erkrankung Hilfe bringen können, sind nahezu in jeder Küche vorhanden und noch dazu einfach in der Anwendung.

Knoblauch
Knoblauch bereichert viele Mahlzeiten, wirkt dich positiv auf den Blutdruck und den Blutfluss aus, trägt zu einem gesunden Cholesterinspiegel bei und hat auch eine antimykotische Wirkung. Am besten hilft hier die rohe Form der Knolle. Wer blutverdünnende Medikamente zu sich nimmt oder an Hypotonie (niedriger Blutdruck) leidet, sollte sich von Knoblauch jedoch fernhalten.

Apfelessig
Apfelessig ist ein bekanntes Hausmittel. Er kurbelt den Stoffwechsel an und schützt vor Übersäuerung. Zugleich unterstützt er positiv das Gleichgewicht der Darmflora, sodass sich der Hefepilz nicht so leicht niederlassen und vermehren kann.

Granatapfel
Der Granatapfel ist dafür bekannt, dass er Frauen in den Wechseljahren hilft und sich günstig auf die Gefäße auswirken kann. Aber auch im Zusammenhang mit Candida hat er seine Daseinsberechtigung. Dieser besondere Apfel enthält Punicalagin. Dies ist ein Gerbstoff, der sich positiv auf die Beseitigung des Hefepilzes auswirken kann.

Kokosöl
Kokosöl ist mittlerweile in aller Munde. So ist dies ein geeignetes Mittel, mit dem das „Ölziehen“ durchgeführt werden kann. Dabei wird für einige Minuten lang ein Teelöffel oder Esslöffel voll Öl im Mund durch die Zähne gepresst, hin und her gespült, eventuell auch damit gegurgelt und danach das Ganze unbedingt ausgespuckt. Die dabei entstandene hellgelbe Masse enthält viele Keime, die im Mund nichts zu suchen haben. Dies schützt vor Infektionen der Mundschleimhaut, vor Erkältungen, Karies, aber auch vor Candida. Die Wirkung kann durch die Zugabe eines winzigen Tropfens reinem hochwertigen Zimtöls unterstützt werden. Das Kokosöl ist auch für die innerliche Einnahme geeignet. Zwei bis drei Tee- oder auch Esslöffel davon täglich, wirken keimtötend und somit auch antimykotisch.

Natron – Vorsicht
Natron wird immer wieder als Hausmittel gegen Candida empfohlen. Dennoch sollte die richtige Einnahme vorher mit einem Therapeuten abgesprochen werden, da Natron auch unangenehme Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auslösen kann.

Zimt
Zimt wird in der Küche vor allem in der Weihnachtszeit gerne verwendet. Zimt hilft bei Magen- Darmbeschwerden, wirkt antiviral, antibakteriell und antimykotisch. Dieses Gewürz wird hochdosiert in Kapselform zur Normalisierung des Zuckerstoffwechsels verwendet, ist aber auch bei Candida hilfreich. Zimtrinde wird den Mahlzeiten hinzugefügt. Die Einnahme von Kapseln sollte mit einem Therapeuten besprochen werden.

Milchsäurebakterien
Milchsäurebakterien wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Existieren genügend von diesen Bakterien im Darm, kann dies Eindringlinge, wie den Candida Pilz, in Schach halten. Milchsäurebakterien sind vorhanden in Joghurt, Dickmilch, Buttermilch und Quark. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Produkte „naturell“ sind und rechtsdrehende (L+) Milchsäure enthalten. Diese Form kommt nämlich auch im menschlichen Körper vor und ist somit leichter verdaulich.

Milchsäurebakterien sind ebenso enthalten in frischem rohen Sauerkraut, das am besten im Bioladen zu bekommen ist. Aber auch zuhause lässt sich fermentiertes Gemüse, zum Beispiel aus Karotten oder Kohl, selbst herstellen.

Kefir ist nicht zu empfehlen, da dieser Hefe enthält, die bei Candida kontraindiziert ist.

Milchsäurebakterien, in konzentrierter Form, sind in der Apotheke erhältlich. Diese sind wichtig für eine Darmsanierung,die jedoch unter Anleitung eines Arztes oder Heilpraktikers durchzuführen ist.

Teemischungen gegen Candida

Ein ganz einfaches Hausmittel gegen Candida ist eine Teemischung, bestehend aus Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander. Die Saaten werden ganz leicht angestoßen ( in der Apotheke oder im Mörser zuhause) und zu gleichen Teilen gemischt. Ein Teelöffel der Mischung wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und muss dann circa sieben bis zehn Minuten ziehen. Dies ist ein wohlschmeckender Tee, der nach frischem Brot duftet, sehr entspannend auf den Darm wirkt und noch dazu die Darmflora positiv beeinflusst.

Brennnessel- und Zinnkraut, gleichen Anteils gemischt, ergeben einen Basentee, der ebenso zu empfehlen ist. Auch hier wird ein Teelöffel für 250 Milliliter kochendes Wasser benötigt. Die Ziehzeit beträgt fünf bis sieben Minuten.

Bei Candida Befall im Mundraum hilft das Spülen mit einem Salbeitee und zwar mehrmals täglich.

Aloe Vera und Colostrum

Der Aloe Vera Pflanze wird ein großes Anwendungsspektrum nachgesagt. Auch bei Candida-Befall kann sie zum Einsatz kommen. Auf Qualität und Reinheit des Aloe Vera Saftes ist dabei unbedingt zu achten.

Ein empfehlenswertes Mittel ist zudem das (Kuh-)Colostrum. Dies ist die Erstmilch der Kuh nach der Geburt eines Kälbchens. Sie enthält Vitamine, Mineralien, Aminosäuren und viele Immunfaktoren. Alles in Allem ein kleines Immunsystem. Überschüssiges Colostrum, welches das Kalb nicht braucht, wird für den Menschen weiterverarbeitet. In Kapselform, oder auch flüssig, kann dies täglich zugeführt werden. Sein Hauptwirkungsort ist der Darm. Hier sorgt Colostrum für ein gesundes Milieu. Bei Candida ist dies durchaus eine gute Möglichkeit, diesem Eindringling Einhalt zu gebieten.

Naturheilpraxis bei Pilzinfektionen

Kolloidales Silber, Neembaumöl, Oreganoöl, Olivenblattextrakt und Kapuzinerkresse sind zwar keine Hausmittel, sie werden jedoch in der Naturheilpraxis oft zur Behandlung von Candida angewandt. Die Mittel sind nicht zum eigenmächtigen Gebrauch geeignet, sondern sollten im Rahmen einer Therapie vom Heilpraktiker verordnet werden. Des weiteren wird in einer naturheilkundlichen Behandlung von Candia eine Darmsanierung durchgeführt. Der Darm wird mit geeigneten Mitteln „gereinigt“ und dann Schritt für Schritt die Darmflora wieder aufgebaut. Dies erfolgt häufig mit Pro- (lebende Mikroorganismen für den Darm) und Präbiotika (Nahrung für die „guten“ Darmbakterien).

Anti-Pilz-Diät

Die Anti-Pilz-Diät ist die Basis, um den Candida zu bekämpfen. Auch jede schulmedizinische oder naturheilkundliche Behandlung enthält Verhaltensmaßregeln bezüglich der Ernährung. Jedoch sind diese recht unterschiedlich. Neue Kenntnisse und neue Meinungen verändern die Vorgaben bezüglich der erforderlichen Diät. So lehnen manche Obst strikt ab, andere wiederum sehen dies weniger streng. Auch ist die Ausprägung des Candida-Befalls maßgebend dafür, wie die Diät ausfallen soll. Im Anschluss folgt ein Diätvorschlag, der sich durchaus von Anderen unterscheiden kann.

Zucker ist absolut zu meiden. Dazu gehören Süßigkeiten, Brotaufstriche, gesüßte Getränke, Kuchen und andere gesüßte Speisen. Alkohol ist ebenso nicht erlaubt. Eine basenreiche Kost steht absolut im Vordergrund: Viel Gemüse – wenig Tierisches. Milchprodukte, bis auf Kefir, sind zu empfehlen. Außer Schweinefleisch ist Wurst und Fleisch erlaubt, jedoch am besten in geringen Mengen. Gemüse sollte nicht roh, sondern blanchiert gegessen werden. Salat ist geeignet, jedoch in der ersten Diätwoche nur ein Stück Obst am Tag. Gesteigert wird dann, Woche für Woche.

Bei den Kohlenhydraten treffen die verschiedensten Meinungen aufeinander. Häufig wird das Weißmehl ganz vom Speiseplan verbannt. Wer jedoch bisher nur Weißmehl gegessen hat und dann plötzlich Vollkornprodukte zu sich nehmen soll, dem wird dies nicht besonders gut tun. Eine Alternative ist Brot aus feingemahlenem Dinkelmehl, gerne auch gemischt mit Roggen. Jedoch sollten alle Kohlenhydrate, zu denen auch Reis, Kartoffeln, Nudeln und Brot gehören, nur in kleinen Mengen gegessen werden. Blähendes ist zu meiden und vor allem Alles, was Hefe enthält.

Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser. Tee und Kaffee ohne Zucker ist erlaubt.

Candida – der Weg zum Arzt

Bei massivem Candida-Befall, vor allem wenn Mund oder der Genitalbereich in Mitleidenschaft gezogen sind, muss unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Gerade was den Vaginalpilz angeht, ist von eigenmächtigen Anwendungen, wie zum Beispiel einem Tampon mit Teebaumöl, unbedingt abzusehen.

Ursachen von Candida

Prädisponierend sind eine falsche Ernährung, die reich an Zucker und Kohlenhydraten ist, die Einnahme von Antibiotika, Cortison und Immunsuppressiva und chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, Niereninsuffizienz und Krebs. Aber auch ein Zuviel an Alkohol und Nikotin, massiver Stress und Schadstoffbelastungen können das Entstehen von Candida bedingen.

Symptome

Die Symptome des Candida-Befalls sind stark abhängig von dessen Lokalisation. Ein entsprechender Befall im Mund wird Soor genannt und äußerst sich mit einem pelzigen Gefühl, einem Mundbrennen und geröteter Mundschleimhaut, auf der sich kleine weiße Stippchen befinden. Bei einem Vaginalpilz leiden die Betroffenen unter Brennen, Scheidenjucken, Schwellung und Ausfluss aus der Scheide. Ist der Darm von dem Candida-Befall betroffen, was am häufigsten vorkommt, so existieren keine typischen Symptome. Möglich sind Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Völlegefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nahrungsunverträglichkeiten, häufige Infekte und Vieles mehr. (sw)

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Bild: chocolat-pixelio