Die besten Hausmittel gegen Furunkel

Schafgarbe wirkt entzündungshemmend und kann daher gut zur natürlichen Behandlung eines Furunkels eingesetzt werden. (Bild: Birgit Brandlhuber/fotolia)
Susanne Waschke

Wirksame Hausmittel zur Selbstbehandlung von Furunkeln

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Hausmittel bei einem Furunkel oder Abszess helfen können. Ein Furunkel ist eine Entzündung des Haarbalgs und des dazugehörigen Gewebes, die nahezu an jeder behaarten Körperstelle entstehen kann. Prädilektionsstellen sind jedoch die Oberschenkelinnenseite, Brust, Nacken, Achselhöhlen und Nase. Eine solche Entzündung tritt meist auf, wenn das Immunsystem schon etwas geschwächt ist.

Befindet sich die betroffene Stelle im Gesicht und/oder treten starke Schmerzen auf, sollte unbedingt zeitnah ein Arzt aufgesucht werden, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden. Gleiches gilt, wenn die Entzündung schon länger besteht und/oder sich im Laufe der Zeit vergrößert hat.






Wichtige Maßnahmen bei einer Haarbalg-Entzündung

Befindet sich das Furunkel nicht im Gesicht, können Hausmittel gute Dienste leisten. Besteht die Entzündung jedoch schon länger, hat sie sich ausgebreitet und/oder ist mit massiven Schmerzen verbunden, ist der Gang zum Arzt in jedem Fall unumgänglich.

Drücken oder Quetschen Sie auf keinen Fall an dem Furunkel herum. Denn dadurch kann sich die Entzündung schnell ausbreiten und zu ernsthaften Komplikationen führen. (Bild: Ocskay Bence/fotolia.com)
Drücken oder Quetschen Sie auf keinen Fall an dem Furunkel herum. Denn dadurch kann sich die Entzündung schnell ausbreiten und zu ernsthaften Komplikationen führen. (Bild: Ocskay Bence/fotolia.com)

Allgemein gilt: Da der Körper bei jeder Entzündung große Arbeit verrichten muss, ist eine gesunde Lebensweise das A und O. Achten Sie bewusst auf eine gesunde und vollwertige Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und wenig tierischen Produkten. „Tanken“ Sie sich möglichst viel frische Luft und treiben Sie regelmäßig Sport. Wird die körpereigene Abwehr vor allem durch seelische Belastungen geschwächt, helfen Entspannungsverfahren zum Stressabbau wie Yoga oder autogenes Training.

Von besonderer Bedeutung ist auch die Hygiene, nach dem Berühren des Furunkels sollten also unbedingt die Hände gewaschen werden. Ein Ausdrücken und Quetschen an der betroffenen Stelle gilt es zu vermeiden. Denn gerade, wenn der Furunkel noch nicht „reif“ ist, kann dadurch eine gefährliche Infektion ausgelöst werden.

Erste Hilfe bei Furunkel: Quarkumschläge und Weißkohl

Quark ist ein bekanntes Hausmittel bei Entzündungen. Gerade, wenn sich noch kein Eiterherd gebildet hat und Rötung und Schwellung noch im Vordergrund stehen, kann ein Quarkwickel gute Dienste leisten. Dafür wird etwas Magerquark in ein dünnes Tuch gegeben und dieses auf die betroffene Stelle gelegt. Ist der Quark warm geworden, wird der Umschlag erneuert. Das ganze Procedere sollte mehrmals wiederholt werden.

Wirksame Erste Hilfe bei einem Furunkel kann Weißkohl leisten. Bei einem Weißkohlblatt wird die große Rippe entfernt und das Blatt solange gewalkt (geknetet und gedrückt) bis Saft entweicht. Danach wird es leicht erwärmt und auf das Furunkel gelegt. Dieser Vorgang sollte mehrmals wiederholt werden.

Ein gutes Mittel bei einer Entzündung des Haarbalgs ist Propolis-Tinktur. Zwei bis drei Tropfen davon, mehrmals am Tage aufgebracht, kann Abhilfe schaffen. Die Tinktur ist in Apotheken, spezialisierten Online-Shops sowie teilweise in Kräuterläden und Drogerien erhältlich.

Regelmäßig getrunkener Lapachotee stimuliert die Abwehrkräfte und hilft dadurch dem Immunsystem bei der Bekämpfung der lokalen Erregerausbreitung.

Kompressen und Umschläge gegen die Entzündung

Kompressen sind eine gute Möglichkeit ein Furunkel zu behandeln. Wichtig ist dabei, die Anwendung mehrmals täglich zu wiederholen.

Thymian wirkt antiseptisch. Zwei bis drei Tropfen eines hochwertigen ätherischen Thymianöls in etwas warmes abgekochtes Wasser geträufelt und damit eine Kompresse getränkt, kann den Heilungsprozess durchaus beschleunigen. Anstatt des Thymianöls kann auch Teebaumöl, Myrrhenöl oder Rosmarinöl als gute Alternative verwendet werde.

Eine Heilerde-Kompresse vermindert den Juckreiz und wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess aus. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)
Eine Heilerde-Kompresse vermindert den Juckreiz und wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess aus. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Heilerde ist in der Lage, Gifte im Körper zu binden und diese anschließend nach außen zu transportieren. Das feine Pulver wird mit etwas abgekochtem Wasser zu einem Brei verrührt, in ein kleines Tuch gepackt und auf die betroffene Stelle gelegt. Diese Kompresse kann durchaus mehrmals täglich wiederholt werden. Um die Wirkung zu unterstützen, können ein bis zwei Tropfen Teebaumöl beigemischt werden. Die Erde mit Lapachotee statt mit Wasser zu vermischen, ist eine weitere Variante.

Ein Brei aus Bockshornkleesamen, hergestellt mit etwas abgekochtem Wasser, ist eine gute Möglichkeit, den Eiterherd in einem Furunkel zum Aufbruch zu bewegen.

Ein weiterer Breiumschlag besteht aus etwas Apfelessig, vermischt mit Hafermehl. Dieser wird auf gleiche Weise angebracht wie die beschriebene Heilerde-Kompresse.

Gehackte Zwiebeln und Knoblauch, in ein sauberes Tuch oder eine sterile Mullkompresse eingewickelt und anschließend auf das Furunkel aufgebracht, sind zwar etwas geruchsbelästigend aber dennoch hilfreich.

Leinsamen kennen viele Patienten als bewährtes Hausmittel gegen Verstopfung (Obstipation). Ein daraus gekochter Brei, in ein Säckchen eingebracht und noch warm auf die betroffene Stelle gelegt, kann dazu beitragen, den Eiter zum fließen zu bringen.

Heilpflanzen und Kräuter mit großer Wirkung

Ein alt bekanntes Heilmittel gegen Furunkel ist der „Tausendsassa“ Kamille. Die echte Kamille ist schon seit Jahrtausenden für ihre Heilwirkung bekannt und hat sich in den unterschiedlichsten Bereichen bewährt.

Sie kann unter anderem bei Haut- und Schleimhautentzündungen helfen oder bei Erkältungen und Grippe für Inhalationen verwendet werden. Innerlich kommt sie z.B. bei Bauchschmerzen, Sodbrennen oder als Hausmittel bei Blähungen zum Einsatz.

Kamillentee zur Behandlung von Furunkeln:

  1. Übergießen Sie einen Esslöffel getrocknete Kamillenblüten mit 250 ml kochendem Wasser
  2. 5-10 Minuten ziehen lassen und danach abseihen
  3. Tränken Sie eine sterile Kompresse damit und legen Sie diesen mehrmals täglich auf die Eiterbeule

Schafgarbe ist eine Pflanze, die adstringierend und entzündungshemmend wirkt und sich daher wunderbar zur natürlichen Behandlung von Furunkeln eignet.

Anleitung für eine Schafgarbe-Kompresse:

  1. Überbrühen Sie einen Esslöffel Schafgarbenkraut mit 250 ml heißem Wasser
  2. Lassen Sie den Tee 10 Minuten zugedeckt ziehen
  3. Anschließend wird das Kraut abgesiebt
  4. Tränken Sie ein kleines Tuch oder eine Kompresse mit dem Tee und legen Sie diese auf den betroffenen Bereich
Schafgarbe wirkt entzündungshemmend und kann daher gut zur natürlichen Behandlung eines Furunkels eingesetzt werden. (Bild: Birgit Brandlhuber/fotolia)
Schafgarbe wirkt entzündungshemmend und kann daher gut zur natürlichen Behandlung eines Furunkels eingesetzt werden. (Bild: Birgit Brandlhuber/fotolia)

Ein uraltes Hausmittel ist das Kernseifenbad. Dazu wird etwas reine, unparfümierte Kernseife in kochend heißes Wasser gegeben und solange verrührt, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat. Entweder wird die betroffene Stelle darin gebadet oder für Kompressen benutzt.
Achtung: Kontraindiziert ist Kernseife bei offenen Stellen.

Hilfreich ist das Betupfen des Furunkels mit etwas Sole oder das Auflegen eines, darin getränkten Tuches.

Heilend wirken Auflagen aus Brennsesseltee. Hierfür wird eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch in warmen Brennsesseltee getaucht und dann auf die betroffene Stelle gebracht.

Hilfreiche Anwendungen aus der Naturheilkunde

In der Naturheilpraxis werden Patienten, vor allem wenn diese an wiederkehrenden Furunkeln leiden, ganzheitlich behandelt. Eine ausführliche Anamnese, um die Ursachen der entzündlichen Hauterkrankung zu erfahren, ist die Basis der Therapie. Dabei werden zum Beispiel Maßnahmen, die das Immunsystem stärken sollen, verordnet, eine Eigenbluttherapie und/oder eine Darmsanierung durchgeführt.

Da Hautkrankheiten oft im Zusammenhang mit einer ungünstigen Ernährung stehen, können Betroffene hier zum Beispiel Tipps zum Leber entgiften und Anleitungen für eine Ernährungsumstellung erhalten.

Schüssler Salze gegen Furunkel

Aus der Naturheilkunde sind die Schüssler Salze Nr. 1 Calcium fluoratum in der Potenz D12, sowie Silicea (Nr. 11) und Calcium sulfuricum (Nr. 12) jeweils in der Potenz D6 für die Behandlung von Furunkeln bekannt. Die Nr. 12 darf jedoch erst zum Einsatz kommen, wenn bei dem Furunkel ein Abfluss vorhanden ist. Äußerlich können Salben auf Basis der Schüssler Salze Nr. 1 und Nr. 11 Anwendung finden.

Natürliche Behandlung mit Homöopathie

Aus dem Bereich der klassischen Homöopathie kommen je nach Entwicklungsphase der Hautentzündung verschiedene Mittel in Frage. Myristica-sebifera ist zu empfehlen, um die Reifung bzw. Entleerung des Furunkels zu beschleunigen. Salben und Gels mit Arnika (erhältlich in der Drogerie und Apotheke) wirken gut gegen Schwellungen.

Bei stechenden Schmerzen kann Hepar sulfuris Linderung bringen. Belladonna wirkt gegen eine Überwärmung des betroffenen Bereichs. Die bewährten Hausmittel gegen Pickel Sulfur Pentarkan und Silicea helfen, wenn die Eiteransammlung hartnäckig anhält und schlecht heilt.

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) wirkt unterstützend auf den Heilungsverlauf, nachdem sich die Eiterbeule geöffnet hat bzw. vom Arzt geöffnet wurde.

Symptome: Daran erkennen Sie einen Furunkel

Ein Furunkel bringt die normalen Entzündungssymptome, wie Rötung, Schwellung und Schmerz mit sich. Meist bildet sich dazu noch ein Eiterpfropf. Ein Furunkel kann sich ganz alleine ohne Behandlung zurückbilden oder sich spontan entleeren. Die eitrige Entzündung kann jedoch auch massive Schmerzen verursachen und sich weiter ausbreiten. Dies wird dann als Karbunkel bezeichnet.

Tritt ein Furunkel im Gesicht auf, so ist absolute Vorsicht geboten. Erreger könnten bei unsachgemäßer Versorgung der Entzündung bis ins Gehirn gelangen. Auf keinen Fall sollte hier selbst Hand angelegt werden. Die Behandlung gehört in die Hand eines Arztes.

Bei einem Furunkel ist der Haarbalg sowie das umliegende Gewebe entzündet. (F.C.G./fotolia.com)
Bei einem Furunkel ist der Haarbalg sowie das umliegende Gewebe entzündet. (F.C.G./fotolia.com)

Ursachen für einen Furunkel

Mangelnde Hygiene, ein geschwächtes Immunsystem und das Bestehen einer Diabetes-Erkrankung gehören zu den Ursachen für die Entstehung eines Furunkels. Scheuernde, zu enge Kleidung kann ebenso dazu führen. Des Weiteren tragen Hormonstörungen, wie sie zum Beispiel in der Pubertät vorkommen, dazu bei, dass sich eine solche Entzündung breit macht. Die dafür verantwortlichen Erreger sind meist Staphylokokken.

Achtung: In diesen Fällen müssen Sie dringend zum Arzt

Ein Furunkel sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Die Entzündung kann sich zwar selbst zurückentwickeln, möglich ist aber auch eine Ausbreitung und damit verbundene großflächige Infektion. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, bei länger bestehenden und/oder sich vergrößernden Furunkeln sowie starken Schmerzen einen Mediziner aufzusuchen.

Gerade dann, wenn sich die betroffene Stelle im Gesicht befindet, ist der sofortige Gang zum Arzt unumgänglich. Ein Drücken oder Quetschen ist unbedingt zu vermeiden, denn dadurch können die Erreger in nahe gelegene Venen gelangen und die Entzündung in Richtung Gehirn verlagern. Dies kann in schweren Fällen zu lebensgefährlichen Komplikationen wie z.B. einer Hirnvenenthrombose oder Hirnhautentzündung führen.

In der Arztpraxis wird der Furunkel, je nach Ausmaß, mit einem Skalpell geöffnet und antibakteriell versorgt. Auch ist die Verordnung eines Antibiotikums eventuell nötig.
(sw, nr; aktualisiert am 26.8.2016)

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