Hausmittel gegen Mundgeruch

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Die besten Tipps zur natürlichen Bekämpfung von Mundgeruch

Die Natur hält einige Hausmittel gegen Mundgeruch (Foetor ex ore) bereit. Der Geruch aus dem Mund ist etwas sehr Unangenehmes. Meist wird dieser von den Betroffenen selbst gar nicht bemerkt. Entweder kommt der Verdacht auf, weil die Menschen immer mehr Abstand halten oder weil ein guter Freund beziehungsweise eine Freundin so beherzt ist und den Betroffenen oder die Betroffene vorsichtig darauf hinweist. Dann stellt sich die Frage: Was ist zu tun? Bewährte Hausmittel können hier oft gute Dienste leisten. Helfen diese nicht, sollte unbedingt ein Zahnarzt bzw. Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen zu finden. Denn Mundgeruch kann auf Erkrankungen hinweisen, die nach einer fundierten Behandlung verlangen.

Wichtig bei schlechtem Atem: Die richtige Zahnhygiene

Um den schlechten Geruch aus dem Mund zu bekämpfen, steht an erster Stelle selbstverständlich eine optimale Zahnpflege. Dazu gehört täglich mindestens zwei Mal Zähneputzen, das Reinigen der Zahnzwischenräume sowie der Zunge mit einem speziellen Zungenschaber, welcher in jedem Drogeriemarkt erhältlich ist. Öl ziehen und eine Munddusche können die Mundhygiene zusätzlich unterstützen. Chemische Spülungen wirken sich nicht gerade positiv auf die Mundflora aus. Ist diese gestört, können sich Keime wesentlich besser ausbreiten, wodurch wiederum das Risiko für Mundgeruch steigt. Daher sollten natürliche Mundspülungen, wie im Folgenden beschrieben, bevorzugt eingesetzt werden.

Eine sorgfältige Mundhygiene ist bei schlechtem Atem unerlässlich. Dazu gehört neben dem regelmäßigen Zähneputzen auch das Reinigen der Zahnzwischenräume und der Zunge. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)
Eine sorgfältige Mundhygiene ist bei schlechtem Atem unerlässlich. Dazu gehört neben dem regelmäßigen Zähneputzen auch das Reinigen der Zahnzwischenräume und der Zunge. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)

Erste Hilfe bei Mundgeruch: Mundspülungen

Mundspülungen sind einfach durchzuführen und helfen in vielen Fällen gegen Mundgeruch.

Salbeitee
Aus einem Teelöffel getrockneter Salbeiblätter und einem viertel Liter kochendem Wasser wird ein Salbeitee gekocht. Dieser zieht circa acht bis zehn Minuten und wird, wenn er etwas abgekühlt ist, zur Mundspülung verwendet. Ist eine Mandelentzündung für den schlechten Atem verantwortlich, hilft mehrmals tägliches Gurgeln mit diesem Tee.

Apfelessig
Einen Versuch wert ist das Spülen mit einer Mischung aus einem Esslöffel naturtrüben Apfelessig und einem Glas Wasser.

Myrrhentinktur
Die Myrrhentinktur wirkt sich sehr positiv auf die Mundschleimhaut aus. Sie hat eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Fünf Tropfen auf ein Glas Wasser und damit mehrmals am Tag den Mund gespült, hilft gegen schlechten Atem.

Propolis
Propolis ist das Kittharz der Bienen, das den Bienenstock vor Krankheiten schützt. Die Inhaltsstoffe von Propolis wirken antibakteriell und hemmend auf das Entstehen von Entzündungen. Ein paar Tropfen in einem Glas Wasser, damit gespült und gegurgelt, kann Mundgeruch vertreiben. Auch als wirksames Hausmittel bei Halsschmerzen kann Propolis helfen.

Heilerde
Heilerde kann Gifte binden und diese dann nach außen bringen. Die Mundspülung mit dem Pulver ist zwar nicht das Angenehmste, aber sehr hilfreich. Um schlechtem Atem zu bekämpfen, wird ein gehäufter Teelöffel Heilerde mit lauwarmem Wasser verrührt (ca. ¼ Liter) und damit der Mund ausgespült. Um den sandartigen Geschmack und die Reste der Heilerde aus dem Mund zu bekommen, ist ein mehrmaliges Ausspülen mit Wasser nötig.

Cistus incanus
Cistus incanus gehört zur Gattung der Zistrosen. Diese Pflanze wirkt stark antioxidativ, blockt Viren und kann das Immunsystem stärken. Eine Kur mit dem daraus gebrauten Tee hilft – präventiv angewandt – eine Grippe abzuwehren. Auch zum Spülen und Gurgeln ist dieser Tee geeignet. Hierfür werden zehn Gramm mit 150 Millilitern kochendem Wasser aufgebrüht. Nach einer Ziehzeit von acht Minuten wird abgeseiht. Sobald der Tee etwas abgekühlt ist, wird der Mund damit ausgespült und bei Bedarf damit gegurgelt.

Gurgeln mit Zitronenwasser kann bei Mundgeruch helfen. (Bild: rdnzl/fotolia.com)
Gurgeln mit Zitronenwasser kann bei Mundgeruch helfen. (Bild: rdnzl/fotolia.com)

Zitronenwasser
Ein weiteres bewährtes Verfahren ist die Mundspülung mit Zitronenwasser. Dafür wird eine Zitrone auspresst, mit Wasser vermischt und als Spülung verwendet. Vorsicht: Nicht jeder verträgt Zitrusfrüchte, vor allem im Bereich der Schleimhäute!

Teebaumöl
Teebaumöl ist ein vielseitiges Hausmittel. Da dieses ätherische Öl antibakteriell wirkt, kommt es auch gegen Mundgeruch zum Einsatz. Von einem guten Teebaumöl werden zwei bis drei Tropfen in ein Glas Wasser gegeben und zur täglichen Mundspülung verwendet, am besten nach dem Zähneputzen oder zwischendurch.

Spülung mit Salzsole
Himalaya Salz hat eine heilende Wirkung. Die daraus hergestellte Salzsole kann als natürliches Heilmittel bei den verschiedensten Beschwerden, so auch gegen Mundgeruch helfen. Das Salz ist basisch und kann somit Säurebildungen im Mund entgegenwirken.

Das Herstellen einer Sole funktioniert wie folgt:

  • Ein Salzbrocken wird in ein Schraubglas gelegt und mit gutem Quellwasser übergossen
  • Nach circa einer Stunde ist die 26-prozentige Sole fertig
  • Für eine Mundspülung  werden drei Milliliter davon mit 100 Millilitern Wasser vermischt
  • Wird von der Sole etwas entnommen, erfolgt eine anschließende Auffüllung mit Quellwasser. Der Salzbrocken muss stets mit Wasser bedeckt sein.

Kolloidales Silber
Kolloidales Silber ist geschmacksneutral, wirkt antibakteriell sowie antiviral und hat daher einen positiven Effekt auf die Mundflora. Zum Spülen und Gurgeln wird ein Esslöffel davon benötigt. Die beste Wirkung wird erzielt, wenn das Kolloidale Silber fünf Minuten lang im Mund bleibt, danach muss es jedoch unbedingt ausgespuckt werden.

Xylit
Xylit, der Birkenrindenzucker, ist eine natürliche Zuckerart. Dieser enthält wesentlich weniger Kalorien als der herkömmliche Haushaltszucker. Besonders erwähnenswert ist, dass er kein Karies verursacht, sondern sogar verhindern kann. Aus diesem Grund eignet sich Xylit gut als natürliches Heilmittel bei Mundgeruch. Von dem Pulver wird ein halber Teelöffel für zwei bis drei Minuten im Mund hin – und herbewegt und danach ausgespuckt. Nach der Anwendung sollte circa eine halbe Stunde nichts getrunken und der Mund nicht ausgespült werden. Die Prozedur hilft am besten nach dem Zähneputzen.

Tee-Spülungen gegen schlechten Atem

Ob schwarzer Tee, ein Aufguss mit Kamille oder Basilikum: Alle drei Teesorten eigenen sich als Mundspülung gegen schlechten Atem. Für die Zubereitung des Kamillentees werden pro 250 Milliliter fünf Blüten verwendet. Basilikum ist bekannt aus der Küche, vor allem in Verbindung mit der Zubereitung italienischer Speisen. Aber auch als Tee hat dieses Kraut seine Daseinsberechtigung – innerlich bei Verdauungsbeschwerden und äußerlich zur Anwendung bei unangenehm riechendem Atem.

Für den Basilikumtee werden pro Tasse (250 ml) eine Hand voll frischer Blätter benötigt. Der Tee muss circa fünfzehn Minuten ziehen. Schwarzer Tee enthält viele Polyphenole, die bakterienhemmend wirken. Daher eignet sich dieser ebenfalls gut zum Spülen des Mundes.

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Das Lutschen von Minze ist ein bewährtes Hausmittel gegen Mundgeruch. Bild: benik.at/fotolia.com

Statt Pfefferminzbonbons besser Kaffeebohnen und Minze kauen

Bei üblem Geruch aus dem Mund greifen Betroffene oft zu Pfefferminzbonbons. Doch diese sorgen in den meisten Fällen nur kurz für einen besseren Atem. Zudem wirkt sich der Zucker, der oft in den Bonbons enthalten ist, nicht gerade förderlich auf die Mundflora aus. Wesentlich effektiver ist zum Beispiel das Kauen von Kaffeebohnen. Ebenso hilfreich ist das Kauen von Anis- oder Fenchelsamen, frischer Petersilie und Ingwer.

Ein altes Hausmittel gegen schlechten Atem aus dem Orient sind frisch gekaute Minzblätter. Dafür werden die Blätter einzeln gerupft und im Mund gelutscht und gekaut. Alternativ bieten sich Bio-Kaugummis aus dem Reformhaus an.

Anismundwasser vertreibt schlechte Gerüche

Um schlechten Atem nach dem Genuss von Zwiebeln oder Knoblauch loszuwerden, eignet sich das Gurgeln mit einem Mundwasser aus Anissamen sehr gut.

Für eine erfrischende Anis-Spülung benötigen Sie:

  • 2 EL Anissamen
  • 100 ml Wasser
  • 40 ml hochprozentigen (45%) Alkohol
  • 50 ml Rosenwasser

Bringen Sie das Wasser zum Kochen und übergießen Sie die Anissamen damit. Anschließend decken Sie das Gefäß ab und lassen das Wasser kalt werden. Seihen Sie die Flüssigkeit durch einen Kaffee- oder Teefilter ab, dabei werden die Samen gut ausgedrückt. Geben sie den Alkohol und das Rosenwasser hinzu und vermischen Sie die Zutaten.

Füllen Sie die Mundspülung in eine dunkle Flasch und schütteln diese gut durch. Nach dem Zähneputzen wird ein Schuss davon in ein Glas Wasser gegeben, gründlich gegurgelt und das Ganze anschließend wieder ausgespuckt.

Durch das so genannte "Öl ziehen" mit kalt gepresstem Sesam- oder Sonnenblumenöl kann Mundgeruch erfolgreich bekämpft werden. (Bild: emuck/fotolia.com)
Durch das so genannte „Öl ziehen“ mit kalt gepresstem Sesam- oder Sonnenblumenöl kann Mundgeruch erfolgreich bekämpft werden. (Bild: emuck/fotolia.com)

Öl ziehen

Öl ziehen ist mittlerweile sehr bekannt. Es handelt sich dabei um ein einfaches, jedoch äußerst wirkungsvolles Hausmittel. mit dem Infekten sehr gut vorgebeugt werden kann. Ebenso wirkungsvoll ist es bei Zahnfleischbluten, schlechtem Geschmack im Mund und üblem Atem. Am besten kommt dafür kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl zum Einsatz. Vor dem Zähneputzen wird ein Esslöffel Öl im Mund hin – und herbewegt, durch die Zähne gepresst und anschließend unbedingt ausgespuckt, da das Öl Gifte bindet, die den Körper verlassen sollten. Das Öl ziehen sollte täglich und solange wie möglich (fünf bis zehn Minuten lang) durchgeführt werden.

Kaugummi zur Anregung der Speichelbildung

Damit im Mund keine Trockenheit herrscht, ist eine ausreichende Trinkmenge nötig. Zu jeder Tasse Kaffee sollte auch ein Glas Wasser getrunken werden. Um unterwegs die Speichelbildung anzuregen, hilft Kaugummi, jedoch ist hier auf die zuckerfreie Variante zu achten. Der Schwefelgehalt im Mund führt eventuell zu Mundgeruch. Ein einfaches Hausmittel ist hier Naturjoghurt. Dieser wirkt sich nicht nur positiv auf die Darmflora aus, sondern reduziert die Schwefelbildung.

Wodurch entsteht Mundgeruch?

Neunzig Prozent der Ursachen für Mundgeruch sind im Mund oder Rachen zu finden. Die restlichen zehn Prozent entstehen durch Medikamente oder Probleme im Verdauungstrakt. Circa ein Viertel der Weltbevölkerung ist betroffen, wobei hier stets die Rede von üblem Mundgeruch ist.

Ursachen in Mund und Rachen

Ob Kariöse Zähne, schlechte Mundhygiene, Bakterien, Zahnstein, Beläge, Zahnfleischrückgang, schlecht sitzende Prothesen oder Inlays oder Zahnfleischentzündungen: All dies kann zu Mundgeruch führen. Weitere Ursachen sind Mundschleimhautentzündungen, Pilzinfektionen im Mund (z.B. Soor, Candidosen) und Speicheldrüsenentzündungen.

Oft sind starke Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch der Grund, warum wir schlecht aus dem Mund riechen. (Bild:  M.studio/fotolia.com)
Oft sind starke Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch der Grund, warum wir schlecht aus dem Mund riechen. (Bild: M.studio/fotolia.com)

Häufig sind Speisen daran schuld, dass dem Mund ein unangenehmer Geruch entweicht. Mögliche Verursacher sind Zwiebeln, Knoblauch, starke Gewürze, Alkohol und Kaffee. Für Mundgeruch verantwortlich gemacht werden auch Rauchen, verminderter Speichelfluss, ein trockener Mund, Hunger, Fasten, Essensrückstände und Schnarchen.

Erkrankungen wie Mandelentzündungen, Pfeiffersches Drüsenfieber oder Tumore im Mund- Rachenraum gehen ebenfalls fast immer mit schlechtem Atem einher. Medikamente, die den Speichelfluss reduzieren, wie zum Beispiel Antidepressiva oder Antihistaminika, können ebenso Mundgeruch verursachen. Während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren neigen Frauen durch die Hormonveränderungen zu schlechtem Atem.

Ursachen im Verdauungstrakt

Erkrankungen und Veränderungen der Speiseröhre, Sodbrennen, Magenerkrankungen und Nahrungsmittelallergien wie z.B. eine Laktoseintoleranz oder Glutenallergie (Zöliakie) sind als mögliche Ursachen des Mundgeruchs im Verdauungstrakt zu nennen. (sw, nr; aktualisiert am 20.9.2016)

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