Hausmittel gegen Übelkeit

Wird einem schlecht, kann das Riechen an einer frisch aufgeschnittenen Zitrone helfen. (Bild: photocrew/fotolia.com)
Heilpraxisnet
In diesem Artikel lesen Sie, welche Hausmittel erfolgreich gegen Übelkeit (lateinisch: nausea) eingesetzt werden können. Übelkeit und Erbrechen kann dabei die verschiedensten Ursachen haben, wie zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die Reisekrankheit, Nebenwirkungen von Medikamenten, Schwangerschaft und vieles mehr. Hinter den Beschwerden muss sich demnach nicht gleich etwas Ernstes verbergen.

Häufig helfen bereits einfache Hausmittel, um das flaue Gefühl im Magen und/oder Brechreiz zu lindern. Tritt das Unwohlsein jedoch öfter oder über längere Zeit anhaltend auf, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Gleiches gilt, wenn die Übelkeit mit massiven anderen Beschwerden, wie Herzschmerzen, Stechen in der Brust, Schwindel und Fieber verbunden ist. Hier darf keine Zeit verloren werden, da es sich im Ernstfall um Anzeichen für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall handeln kann.

Erste Hilfe bei Übelkeit: Zitrone und Obstessig

Bei aufkommender Übelkeit kann das Lutschen einer Zitrone helfen. Wem das zu sauer ist, der presst sie aus, vermischt den Saft mit stillem Wasser und trinkt dies in kleinen Schlucken. Schon der frische Geruch einer Zitrone kann die Beschwerden etwas lindern.

Wird einem schlecht, kann das Riechen an einer frisch aufgeschnittenen Zitrone helfen. (Bild: photocrew/fotolia.com)
Wird einem schlecht, kann das Riechen an einer frisch aufgeschnittenen Zitrone helfen. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Ein weiteres Hausmittel gegen Übelkeit ist Obstessig. Ein Esslöffel davon mit circa 250 Millilitern Wasser vermischt und schluckweise getrunken, ist zwar nicht besonders lecker aber hilfreich.

Wirksam und unkompliziert: Wickel für den Bauch

Umschläge und Wickel sind einfach anzuwendende, äußerlich einsetzbare Hausmittel gegen Bauchschmerzen und Übelkeit .

Wickel mit Heilerde sind vor allem bekannt bei Problemen im Bereich des Bewegungsapparates, wie zum Beispiel Verstauchungen, rheumatischen Beschwerden und Schwellungen. Die Erde kann jedoch auch bei Übelkeit gute Dienste leisten.

Anleitung für Heilerde-Wickel

  1. Rühren Sie aus warmem Kamillentee und Heilerdepulver einen Brei an
  2. Streichen Sie diesen etwa zentimeterdick in die Mitte eines Baumwolltuchs
  3. Falten Sie das Tuch zusammen und legen Sie es auf den Bauch
  4. Darüber kommen noch ein weiteres Baumwoll- oder Leintuch und ein Wollschal oder -schal

Tipp: Die Wirkung der Heilerde kann durch das Auflegen einer Wärmflasche unterstützt werden.

Bauchwickel mit einem Brei aus Heilerde und Kamillentee können sehr hilfreich bei Übelkeit sein. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)
Bauchwickel mit einem Brei aus Heilerde und Kamillentee können sehr hilfreich bei Übelkeit sein. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Der Wickel mit Kamille ist eine weitere Möglichkeit, etwas gegen die Übelkeit zu tun. Dafür wird ein kräftiger Kamillentee gekocht und hiermit ein Baumwolltuch getränkt, dies ausgewrungen und anschließend damit der Bauch bedeckt. Eine Wärmeflasche oder ein angewärmtes Kirschkernkissen unterstützen die wärmende Wirkung. Bei dieser Anwendung kann die Kamille durch die Pfefferminze ersetzt werden. Ebenso ist das Mischen von Kamillen- und Pfefferminztee möglich.

Ein weiteres wirksames Hausmittel gegen Übelkeit ist der Ölwickel mit Lavendel. Das aus den Blüten der Heilpflanze gewonnene ätherische Lavendelöl wirkt beruhigend, schmerzlindernd, und hilft gegen Entzündungen.

Anleitung für Ölwickel mit Lavendel

  1. Geben Sie einem guten Trägeröl (z.B. Mandelöl) ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzu
  2. Wärmen Sie die Ölmischung etwas an
  3. Nun wird ein Baumwolltuch oder eine Stoffwindel in das angewärmte Öl getaucht
  4. Drücken Sie das Tuch aus und legen Sie es auf den Bauch
  5. Decken Sie den Wickel mit einem weiteren Stofftuch und einem Wollschal ab
  6. Der Umschlag kann solange auf dem Bauch verbleiben, wie er als angenehm empfunden wird

Tee gegen Übelkeit

Verschiedene Tees können der Übelkeit von Innen heraus entgegenwirken. Welche Geschmacksrichtung bei einem flauen Gefühl im Magen und/oder Brechreiz gut vertragen wird, ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich. Weiterhin ist die Flüssigkeitsaufnahme durch das Gefühl der Übelkeit mitunter deutlich erschwert.

Kamille und Pfefferminze
Hilfreich sind vor allem Pfefferminz- und Kamillentee. Am bekanntesten ist der Pfefferminztee, der schon früher bei Unwohlsein, Brechreiz und akutem Erbrechen angewandt wurde. Die heilsame Wirkung der Pflanze geht in erster Linie auf das ätherische Öl in den Blättern zurück, welches hauptsächlich aus den Substanzen Menthol, Menthylacetat und Menthofuran besteht. Das Pfefferminzöl regt die Verdauung an, wirkt entkrampfend und lindert die Übelkeit.

Wichtig: Damit der Magen-Darm-Trakt durch das Menthol nicht zusätzlich belastet wird, sollte darauf geachtet werden, dass der Tee nicht zu stark, sondern eher dünn zubereitet wird.

Rezept für Pfefferminz-Tee

  1. Waschen Sie 10 frische Minzblätter
  2. Zupfen Sie sie etwas auseinander, damit sich die ätherischen Öle entfalten können
  3. Übergießen Sie die Blätter mit einem Liter kochendem Wasser
  4. Seihen Sie den Aufguss nach fünf bis sieben Minuten ab

Achtung: Bei Babys und Kleinkindern ist dieser Tee aufgrund des enthaltenen Menthols jedoch kontraindiziert. Stattdessen bieten sich hier andere bewährte Tees zum Beispiel mit Fenchel, Anis und Kümmel an, die von Kindern meist sehr gerne getrunken werden.

Frisch aufgebrühter Pfefferminzee ist aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle ein bewährtes Hausmittel bei Magenproblemen und Übelkeit. (Bild: karepa/fotolia.com)
Frisch aufgebrühter Pfefferminzee ist aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle ein bewährtes Hausmittel bei Magenproblemen und Übelkeit. (Bild: karepa/fotolia.com)

Ingwertee
Ingwer gilt als zuverlässiges Hausmittel bei Erkältung und Beschwerden im Verdauungstrakt wie zum Beispiel Appetitlosigkeit und Völlegefühl. Bei Übelkeit hat sich die scharfe Knolle ebenfalls als ein einfach anzuwendendes und wirkungsvolles Mittel bewährt.

Rezept für Ingwer-Tee

  1. Waschen Sie ein kleines Stück frischen Bio-Ingwer (etwa 2 cm)
  2. Schneiden Sie die Wurzel in dünne Scheiben
  3. Geben Sie die Stückchen in eine Tasse und gießen Sie 250 ml kochendes Wasser darüber
  4. Nach 10 Minuten Ziehzeit seihen Sie den Aufguss ab
  5. Trinken Sie den Tee lauwarm und in kleinen Schlucken

Wer Schärfe mag, kann den Ingwer auch pur einsetzen. Entweder wird von einer frischen Wurzel ein Stück abgeschnitten, geschält und gekaut oder eher zur süßeren Variante, dem kandierten Ingwer, gegriffen.

Teemischung bei Übelkeit durch Nervosität
Wird die Übelkeit durch innere Unruhe ausgelöst, ist folgende Teemischung zu empfehlen:

Rezept für Beruhigungs-Tee

  1. Vermischen Sie zwei Teile Johanniskraut und je ein Teil Pfefferminzblätter und Baldrianwurzel
  2. Geben Sie einen Teelöffel der Mischung in einen Becher
  3. Überbrühen Sie diese mit einem viertel Liter kochendem Wasser
  4. Lassen Sie den Aufguss vor dem Abseihen etwa sieben Minuten ziehen
  5. Trinken Sie von dem Tee bis zu dreimal täglich eine Tasse in kleinen Schlucken

Kreuzkümmeltee
Kreuzkümmel ist vor allem aus der türkischen Küche bekannt. Er bereichert nicht nur Speisen, sondern hilft bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden, indem er entkrampfend wirkt und die Übelkeit lindert. Ein Teelöffel davon wird mit einem halbem Liter Wasser zehn Minuten lang gekocht und der Absud dann langsam, in kleinen Schlucken getrunken.

Vollbad bei Übelkeit

Wirksame Hilfe gegen das Unwohlsein können Anwendungen aus dem Bereich der Hydrotherapie bieten. Dabei sind vor allem Bäder mit Zitronenmelissenblättern und Schafgarbenkraut sowie das sogenannte Salzbad besonders erwähnenswert.

Ein einfaches Hausmittel gegen Übelkeit ist ein Vollbad mit Zitronenmelissenblättern und Schafgarbenkraut. Von jedem werden zwei gehäufte Esslöffel in einem Topf mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Lassen Sie die Mischung circa 10 Minuten lang ziehen und geben Sie sie nach dem Abseihen ins Badewasser.

Eine weitere Badevariante ist das Salzbad mit Kardamom. Hierfür werden dem Badewasser circa 400 Gramm Meersalz und etwas Sahne, welcher fünf Tropfen hochwertiges Kardamomöl beigemischt wurden, hinzugefügt. Wichtig: Achten Sie auf eine Badetemperatur von möglichst genau 37°C sowie eine Badedauer von maximal zwanzig Minuten.

Melissengeist und Reiswasser

Häufig befindet sich noch in der Hausapotheke der alt bekannte Melissengeist. Auch dieser darf hier nicht unerwähnt bleiben. Ebenso gehören die Schwedenkräuter (Schwedenbitter) nach Maria Treben zu den bewährten Naturheilmitteln, die bei Übelkeit zum Einsatz kommen.

Schwedenkräuter sind ein traditionelles Naturheilmittel gegen Übelkeit. Die Kräuter bzw. der bereits fertige Schwedenbitter sind in der Apotheke erhältlich. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)
Schwedenkräuter sind ein traditionelles Naturheilmittel gegen Übelkeit. Die Kräuter bzw. der bereits fertige Schwedenbitter sind in der Apotheke erhältlich. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

In Asien ist das Trinken von Reiswasser als bewährtes Mittel bei Übelkeit bekannt. Dazu wird eine halbe Tasse Reis mit einer ganzen Tasse Wasser fünfzehn bis zwanzig Minuten lang gekocht und anschließend das Reiswasser getrunken.

Schüssler Salze

Schüssler Salze sind zwar keine typischen Hausmittel, jedoch einfach in der Anwendung und zusätzlich sehr hilfreich. Bei Übelkeit beim Autofahren, auf See, im Bus oder der Bahn wird gerne das Salz Nr. 9 (Natrium phosphoricum) genommen.

Ist das Unwohlsein vor allem morgens festzustellen, hilft eine Kombination von Nr. 8 (Natrium chloratum) und Nr. 9 (Natrium phosphoricum). Als allgemeine Übelkeitsmittel haben sich Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 4 (Kalium chloratum) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bewährt.

Akupunktur und Akupressur

Der bekannteste Akupunktur- / Akupressurpunkt gegen Übelkeit ist der Perikard 6. Dieser befindet sich an der Innenseite des Unterarms, zwischen den zwei tastbaren Sehnen, drei Finger breit unter der Beugefalte des Handgelenks.

Wird der Punkt ein bis zwei Minuten gedrückt, können die Beschwerden gelindert werden, wobei eine mehrmalige Wiederholung der Anwendung möglich ist. In der Akupunktur nutzt der Therapeut spezielle Akupunkturnadeln, die gezielt auf dem Perikard 6 platziert werden.

Die Wirkung der Akupressur haben sich die Armbänder gegen Übelkeit, sogenannte „Sea Bands“ zu Nutze gemacht. Diese werden an jedem Handgelenk angelegt. Auf dem Band ist eine kleine Plastiknoppe befestigt, die richtig auf dem Akupunkturpunkt platziert, diesen ununterbrochen simuliert und so das Unwohlsein verschwinden lassen soll. Eine Methode, die vor allem bei Reiseübelkeit eine nebenwirkungsfreie Lösung bietet, um den lästigen Beschwerden beizukommen.

Schwangerschaft und Übelkeit

Auch wenn hier nur natürliche Hausmittel erwähnt werden, sind jedoch nicht alle für Schwangere geeignet. So zum Beispiel der Ingwer. Ihm wird eine eventuell Wehen-stimulierende Wirkung nachgesagt. Ebenso sollten schwangere Frauen auf Anwendungen mit Kardamomöl und Schafgrabenkraut verzichten.

In der Schwangerschaft dürfen einige Hausmittel wie z.B. Kardamomöl nicht eingesetzt werden. Um Risiken zu vermeiden. sollte daher vor der Einnahme ein Arzt zu Rate gezogen werden. (Bild: highwaystarz/fotolia.com)
In der Schwangerschaft dürfen einige Hausmittel wie z.B. Kardamomöl nicht eingesetzt werden. Um Risiken zu vermeiden. sollte daher vor der Einnahme ein Arzt zu Rate gezogen werden. (Bild: highwaystarz/fotolia.com)

Bei Übelkeit in der Schwangerschaft, gilt es schwere Kost zu meiden und eher kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen. Ein trockener Keks und ein Schluck Pfefferminztee in der Früh (noch vor dem Aufstehen), können das morgendliche Unwohlsein etwas eindämmen. Ebenso hilft das Schnuppern an frischen ätherischen Ölen wie zum Beispiel Zitrone, Mandarine und Orange. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann schnell Erleichterung verschaffen. Ist die Übelkeit nur im Liegen zu ertragen, sollten immer wieder die Fenster geöffnet werden, um für ausreichend Frischluft zu sorgen.

Allgemeine Tipps

Wem häufig übel ist, der sollte am besten nur kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Gebundene Suppen, Bananen, Zwieback und Toast sind zu empfehlen. Viel Flüssigkeit in Form von stillem Wasser ist ebenso wichtig. Rohes Gemüse oder rohes Obst, Alkohol, Kaffee, Nikotin, Fettes, stark Gewürztes – all dies ist möglichst zu meiden. Bleiben die Hausmittel ohne Wirkung, gilt es, in jedem Fall umgehend einen Arzt aufzusuchen. (sw, nr; zuletzt aktualisiert am 24.11.2016)

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