Hausmittel gegen Wespen

Fabian Peters

Methoden zum Vertreiben und Fernhalten der Wespen

Obwohl die Wespen andere Plagegeister wie Mücken und Fliegen jagen und somit als Schädlingsbekämpfer nützliche Aufgaben in der Natur übernehmen, sind die schwarz-gelben Tierchen wenig beliebt. Wespen bleiben in der Regel freundlich und wollen dem Menschen gar nichts tun. Fühlen sie sich jedoch bedrängt, stechen sie zu. Und das tut ganz schön weh. Ein geselliges Zusammensein auf der Terrasse wird recht schnell zur Qual, wenn die kleinen Tierchen in Massen auftreten und Essen und Getränke belagern. Vor allem für Personen mit einer Wespenstichallergie sind diese Tiere ein rotes Tuch. Um die kleinen Plagegeister zu vertreiben beziehungsweise sie gar nicht erst anzulocken, können folgende Hausmittel helfen. Eine komplett sichere Lösung existiert dabei allerdings nicht. Deshalb einfach ausprobieren und vielleicht auch mehrere Hausmittel gleichzeitig miteinander kombinieren.

Kaffeepulver verbrennen

Den Geruch des Kaffees mögen die Wespen überhaupt nicht. Ein Verbrennen von Kaffeepulver oder Kaffeebohnen in einem feuerfesten Behälter riecht nicht nur gut, sondern hält die Biester fern.

Wespen sind beim Essen im Freien während des Sommer ein ständiger Begleiter. Verschiedene Hausmittel können helfen, diese fernzuhalten. (Bild: Anterovium/fotolia.com)
Wespen sind beim Essen im Freien während des Sommer ein ständiger Begleiter. Verschiedene Hausmittel können helfen, diese fernzuhalten. (Bild: Anterovium/fotolia.com)

Zitronen oder Orangen mit Gewürznelken

In der Weihnachtszeit werden Orangen oder Zitronen, gespickt mit Gewürznelken, aufgehängt, da dies einen wohligen, angenehmen Geruch erzeugt. Dieses Hausmittel kann auch Wespen gut in Schach halten.

Frisches Basilikum

Frisches Basilikum schmeckt lecker, riecht gut und sieht auch noch schön aus. In einen hübschen Topf gesteckt, ist dies eine nette Tischdeko und hält zusätzlich die Wespen fern.

Tomatenpflanzen, Basilikum, Lavendel

Tomatenpflanzen gehören zu den bekannten Hausmitteln gegen Wespen. Diese rund um die Terrasse angeordnet oder auf den Balkon gestellt, wehren durch ihren Geruch die kleinen Tierchen ab. Noch etwas Basilikum und Lavendel dazu, dann ist der „Abwehrzaun“ perfekt.

Fallobst im Garten entfernen

Wespen lieben gärendes Obst. Deshalb sollte Fallobst regelmäßig entfernt werden, um die ungeliebten Gäste gar nicht erst anzulocken.

Ätherische Öle

Ätherische Öle gehören zu den Hausmitteln gegen Wespen. Zitronenöl kombiniert mit Nelkenöl mögen die Wespen nicht gerne. Die Öle werden in einer Aromalampe verbrannt (2 Tropfen pro Öl). Am besten ist, wenn mehrere Gefäße draußen gleichzeitig ihren Duft verströmen können. Lavendel, Citronella und Weihrauch gehören ebenso zu den geeigneten Ölen, die die Plagegeister nicht gerne riechen.

Eine Alternative sind Räucherstäbchen, die mit einem Aromaöl getränkt sind. Davon sollten am besten mehrere zur gleichen Zeit abgebrannt werden.

Kerzen, die nach Zitronen und/oder Nelken duften, sind eine weitere Variante. Die genannten Möglichkeiten können auch gerne miteinander kombiniert werden, um die Wirkung zu verstärken.

Fliegengitter

Damit die Wespen erst gar nicht den Weg in die Wohnung finden, werden am besten an allen Fenstern feinmaschige Fliegengitter angebracht. Dies ist die einfachste Möglichkeit, diese Wespen und andere Insekten von dem Wohnraum fern zu zuhalten.

Wespenfalle selbst herstellen

Ein einfaches Hausmittel gegen Wespen ist eine Wespenfalle. Diese kann ganz selbst hergestellt werden. Dazu wird eine durchsichtige Flasche, die großbauchig ist und eine schmale Öffnung besitzt, etwa zu einem Drittel mit Fruchtsaft, Essig und Bier befüllt und diese dann mit Hilfe einer Schnur in einen Baum gehängt. Jedoch Vorsicht: diese Falle hat eine magnetische Anziehungskraft und sollte deshalb weit abseits vom Aufenthaltsort der Menschen (und Haustiere) platziert werden. Ein anderes Rezept für die Wespenfalle ist ein Glas Bier, etwas Sirup und ein paar Tropfen Spülmittel. Das Bier in beiden Mischungen ist wichtig, weil dadurch die schützenswerten Honigbienen nicht angelockt werden. Auch gilt es zu vermeiden, dass andere geschützte Insektenarten in die Falle geraten. Ihr Einsatz ist daher im unmittelbaren Umfeld dieser Arten nicht möglich.

Ablenkungstrick

Um die Wespen vom Aufenthaltsort der Menschen abzulenken, ist ein Ablenkungsmanöver möglich. Doch dies funktioniert nicht von heute auf morgen. Die Insekten müssen sich erst an den neuen Futterplatz gewöhnen. Dieser sollte sich natürlich etwas abseits befinden. Dort wird etwas überreifes Obst oder Zuckerwasser deponiert und der Vorrat immer wieder aufgefüllt.

Weiße Kleidung, kein Parfum

Bunte und vor allem grelle Kleidung lockt die Wespen an. Deshalb besser Weißes tragen. Auch auf Parfum, Rasierwasser und Haarspray sollte verzichtet werden, dies wirkt gegebenenfalls anziehend auf die Wespen, da die Duftstoffe als „süß“ interpretiert werden. Je ein Tropfen Teebaumöl hinters Ohr und noch je ein Tropfen auf den Unterarm duftet zwar nicht nach einem wohlriechendem Parfum, jedoch mögen die Insekten den Geruch nicht gerne.

Knoblauch auf den Tisch

Knoblauch gehört zu den alt bekannten Hausmitteln. Ein paar aufgeschnittene Zehen werden auf den Tisch gelegt, damit die unliebsamen Insekten sich nicht auf das Essen und die Getränke stürzen.

Lockmittel – reife Trauben

Um sich bei einem Grillfest oder einem Kaffeeklatsch gegen die Wespen zu wappnen, kann versucht werden, diese mit einem kleinen Trick wegzulocken. Eine Schale, gefüllt mit überreifen Trauben wird in etwas Entfernung vom Esstisch aufgestellt, in der Hoffnung, dass die Plagegeister diese Mahlzeit vorziehen.

Allgemeine Tipps

Um Wespen erst gar nicht anzulocken, sollten die Speisen, die sich auf dem Gartentisch befinden immer abgedeckt sein. Wespen mögen nicht nur Süßes, sonder fühlen sich ebenso von Fleisch und Wurst angezogen. Auch für die Gläser sind kleine Abdeckhauben sinnvoll, um ein Verschlucken der Wespen zu vermeiden. Kinder sollten stets dazu angehalten werden, zu gucken, ob sich nicht vielleicht so ein kleines Tierchen auf ihrem Teller oder Glas befindet. Obwohl dies nicht gemütlich ist, wird der Tisch nach dem Essen am besten zügig abgeräumt. Bei kleinen Kindern ist darauf zu achten, dass deren Mund und Hände mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Um ein Verschlucken einer Wespe zu vermeiden, sollte niemals aus offenstehenden Flaschen getrunken werden. Kinder trinken am besten aus dünnen Strohhalmen.

Viele Menschen reagieren panisch, wenn sie Wespen um sich haben. Jegliches Herumfuchteln oder gar Anpusten macht die Biester jedoch aggressiv und die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs steigt. Deshalb immer Ruhe bewahren. Wer mutig ist, kann diese Insekten sogar streicheln. Wespen mögen keine Zugluft, deshalb ist das Aufstellen eines Ventilators ratsam.

Holzverschalungen sollten regelmäßig gepflegt und mit umweltfreundlichen Lacken gestrichen werden. Morsches Holz benutzen die Wespen für den Bau ihrer Nester. Wer Balkon- oder Terrassentür vor den Plagegeistern schützen will, montiert Perlenvorhänge oder Flatterbänder.

Allergiker sollten stets sein Notfallset, ihren Allergiepass und eventuell noch die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale bei sich tragen. Familienangehörige und Freunde werden am besten über die bestehende Allergie informiert.

Erste Hilfe Maßnahmen

Die meisten Wespenstichallergiker bekommen sofort nach dem Stich einen nesselartigen Ausschlag. Dieser tritt nicht nur an der Einstichstelle, sondern am ganzen Körper auf. Dazu gesellen sich Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall und gesteigerter Puls. Bis zum Eintreffen des Notarztes wird der Betroffene mit erhöhten Beinen gelagert, zugedeckt, beruhigt und auf keinen Fall alleine gelassen. Zusätzlich wird der Stich gekühlt. Befindet sich dieser im Bereich von Mund oder Rachen wird der Hals von außen mit einem kühlen Tuch versorgt. Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, werden ihm Eiswürfel zum lutschen gegeben.

Wespen sind wichtig für die Natur

Wie eingangs bereits erwähnt, sind Wespen sehr wichtig für unsere Natur. Sie fressen Kleintiere, wie Raupen, Spinnen, Mücken und frische Tierkadaver. Sie leben nur einen Sommer lang und sterben im Herbst. In Deutschland leben circa sechzehn verschiedene Wespenarten, wobei nur zwei davon uns Menschen lästig werden.

Wer ein Wespennest entfernen oder gar umsiedeln möchte, sollte vorher unbedingt den Rat eines Experten einholen. Wird ein Nest erschüttert, so werden die Wespen „wild“ und verteidigen sich. Das kann ziemlich weh tun. Generell sind beim Umgang langsame, ruhige Bewegungen wichtig, dann stechen die Insekten auch nicht zu. (sw)