Hausmittel gegen Wespenstiche

Fabian Peters

Hausmittel gegen Wespen- und Bienenstiche

Endlich ist der Sommer da: Neben dem Baden gehen, lauen Abenden mit Freunden und gutem Essen im Biergarten, auf dem Balkon oder der Terrasse sind allerdings vermehrte Wespenstiche eine Begleiterscheinung der warmen Jahreszeit. Häufig ist die Freude recht schnell getrübt, wenn sich Wespen beim Aufenthalt im Freien dazugesellen und jede/r nur damit beschäftigt ist, diese unliebsamen Besucher loszuwerden. Auch wenn keine Allergie vorliegt, sollte ein Wespenstich so schnell wie möglich behandelt werden. Dabei helfen die verschiedensten Hausmittel. Tipps und Tricks zu deren Anwendung erfahren Sie im Anschluss.

Sofortiges Handeln nötig

Ein Wespenstich kann unter Umständen ziemlich schmerzhaft sein. Dies hängt vor allem davon ab, wo das Biest zugestochen hat. Stiche im Bereich des Mund- und Rachenraumes gehören sofort in ärztliche Behandlung oder in die Klinik. Allergiker sollten stets ihr Notfallset zur Hand haben und dies auch sofort zum Einsatz bringen.

Die gelb-schwarze Wespenplage. Bild: Jürgen Fälchle - fotolia
Ein Wespenstich lässt sich meist gut mit Hausmitteln behandeln, bei HInweisen auf eine allergische Reaktion sollte jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden. (Bild: Jürgen Fälchle/ fotolia.com)

Um bei einem unkritischen Wespenstich Schmerz, Schwellung und Juckreiz zu minimieren, sind verschiedene Hausmittel durchaus wirkungsvoll. Auch unterwegs, ohne vorbereitet zu sein, können Pflanzen, die am Wegrand wachsen, Erleichterung verschaffen. Je schneller gehandelt wird, desto eher helfen diese Mittel.

Das Eiweiß des Insektengifts zerstören

Das Gift der Wespe enthält Eiweiß. Dies kann durch Hitze zerstört werden und je weniger Gift sich in der Haut befindet, desto geringer ist die Reaktion. Die Zerstörung des Giftes gelingt m einfachsten mit einem heißen Löffel, mit dem der Stich vorsichtig abgetupft wird. Die Hitze dabei sollte natürlich erträglich sein, um eine Verbrennung zu vermeiden. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, gerne auch am nächsten und/oder übernächsten Tag. Der Handel hält mittlerweile fertige „Anti-Biss-Stifte“ parat, die Hitze erzeugen. Sie werden auf den Stich aufgebracht und bleiben dort für einige Sekunden. Dies kann bereits bei Kindern angewandt werden.

Mehr zum Thema:
Durch kurze Hitzeeinwirkung kann das Gift zerstört werden, gegen die Schwellung hilft anhaltendes Kühlen. (Bild: Marina Lohrbach/fotolia.com)
Durch kurze Hitzeeinwirkung kann das Gift zerstört werden, gegen die Schwellung hilft anhaltendes Kühlen. (Bild: Marina Lohrbach/fotolia.com)

Kühlen, kühlen, kühlen

Das wohl bekannteste Hausmittel gegen die Schwellung bei einem Wespenstiche ist sofortiges Kühlen. Kaltes Wasser, feuchte Tücher, Kühlpads aus der Gefriertruhe, eingehüllt in ein Stofftuch – all dies hilft, je früher desto besser. Ebenso dienlich sind, in ein Tuch eingepackte, Eiswürfel. In Ermangelung der erwähnten Hausmittel kann auch ein kalter Löffel Kühlung verschaffen. Gekühlt wird solange wie möglich und nicht nur am selben Tag, sondern an den folgenden Tagen, bis die Schwellung zurück gegangen ist.

Der eigene Speichel

Der eigene Speichel ist ein einfaches Hausmittel, das vor allem immer einsatzbereit ist. Wer gar nichts parat hat, kann den Wespenstich mehrmals damit betupfen. Dies kühlt etwas und reduziert den Juckreiz. Noch besser hilft es, wenn der Speichel mit etwas Zucker vermischt und der Stich damit eingerieben wird.

Zwiebeln und Zitronen wirken entzündungshemmend

Die Zwiebel wird bei den verschiedensten Erkrankungen als Hausmittel eingesetzt. Um dem Wespenstich zu Leibe zu rücken und etwas gegen die Schwellung und Entzündung zu tun, wird eine Zwiebelscheibe auf den Wespenstich gelegt und mit einem Stofftuch befestigt. Der Vorgang wird am besten mehrmals wiederholt. Eine andere Möglichkeit ist, den Stich, mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einzureiben. Ist keine Zwiebel zur Hand oder der Geruch zu unangenehm, können als Alternative Zitronenscheiben aufgelegt oder die Stiche mit Zitronensaft betupft werden.

Honig als Heilmittel

Honig ist nicht nur gesund, sondern kann auch äußerlich angewandt zur Heilung beitragen. Honig nimmt die Entzündung und stillt etwas den Juckreiz. Dieser wird einfach auf den Wespenstich aufgebracht.

Heilerde und Essig

Essigumschläge sind einfach anzuwenden und trotzdem wirkungsvoll. Wasser wird mit etwas Essig vermischt, damit ein Tuch getränkt und dies dann um den Stich gewickelt. Das Wasser sollte dabei kalt sein. Der Umschlag wird am besten erneuert, wenn das Tuch warm geworden ist.

Ein weiteres Hausmittel ist ein Umschlag aus Essigwasser und Heilerde. Wasser wird mit etwas Essig gemischt. Dazu kommt so viel Heilerde, dass ein Brei entsteht. Auf die Mitte eines Stofftuches wird der Brei aufgestrichen, beide Enden zugeklappt und das Ganze dann um die betroffene Stelle gewickelt. Der Umschlag bleibt solange dort, wie dies angenehm ist. Auch dieses Hausmittel kann mehrmals wiederholt werden.

Salzsole

Salz hat eine reinigende, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Ein effektives Hausmittel gegen Wespenstiche ist das Auftupfen von Salzsole. Für die Sole wird ein Salzbrocken in ein sauberes Schraubglas gelegt und dies mit so viel Quellwasser aufgefüllt, dass das Salz komplett bedeckt ist. Nach circa einer Stunde ist die 26-prozentige Salzsole fertig. Die Salzbrocken im Glas müssen stets mit Wasser bedeckt sein. Mit der Sole werden die betroffenen Stellen betupft. Auch ein Umschlag mit Sole ist möglich. Dafür wird ein halber Liter Wasser mit 60 Millilitern Sole vermischt, damit ein Baumwolltuch getränkt und dies dann um die Stichstelle gewickelt.

Acetylsalicylsäure (ASS)

Um den Juckreiz bei Wespenstichen zu stillen, hilft das Bestreichen mit einer Paste, hergestellt aus einer ASS-Tablette. Diese wird mit etwas Wasser zu einem Brei vermischt und dann auf die Stichstelle aufgetragen. Vorsicht: Die Anwendung sollte nur bei Erwachsenen und Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr erfolgen, bei denen keine ASS-Unverträglichkeit/Allergie vorliegt.

Natron – ein uraltes Hausmittel

Ein ganz einfaches und kostengünstiges Hausmittel gegen Wespenstiche ist Natron. Dies ist in jedem Drogeriemarkt erhältlich. Für die Anwendung wird aus Natron und etwas Wasser ein Brei angerührt und dieser auf die schmerzende Stelle aufgebracht.

Ätherische Öle

Einige ätherische Öle helfen gegen Mücken-, aber auch gegen Wespen- und Bienenstiche. Zu empfehlen sind Lavendel -, Teebaum – und Nelkenöl. Diese werden nur in kleinsten Mengen verwendet. Ein Tropfen, mit einem Wattestäbchen aufgetragen, ist ausreichend. Dies kann mehrmals täglich durchgeführt werden. Bei dem Gebrauch von ätherischen Ölen ist unbedingt auf Reinheit und Qualität zu achten.

Stehen keine anderen Hausmittel zur Verfügung, ist etwas Zahnpasta, vermischt mit einem Tropfen Pfefferminzöl, ebenso einen Versuch wert.

Aloe Vera kühlt und heilt

Der Saft der Aloe Vera Pflanze enthält viele gesunde Stoffe und wird schon sehr lange mit Erfolg bei den verschiedensten Beschwerden eingesetzt – sowohl innerlich als auch äußerlich. Wer eine Aloe Pflanze zu hause hat, bricht ein Stück ab und reibt mit der austretenden, gelartigen Flüssigkeit mehrmals täglich den Stich ein. Ansonsten hält der Handel eine große Auswahl an Aloe Produkten parat. Für die Behandlung des Wespenstiches sind der reine Saft oder ein Gel zu empfehlen. Auf Qualität und Reinheit ist hier unbedingt zu achten.

Draußen in der Natur – Spitzwegerich, Gänseblümchen

Der Spitzwegerich wächst an Wegrändern und in Wiesen. Seine Blätter werden in den Händen verrieben und auf den Wespenstich gelegt. Der Spitzwegerich wirkt antibakteriell. Hilfreich ist auch das liebliche Gänseblümchen, das jeder Widrigkeit trotzt und trotzdem immer wieder aufsteht und blüht. Ein paar Blütenköpfe mit den Händen zerrieben und auf den Stich aufgelegt, können zur Heilung beitragen.

Kräuter aus dem Garten – Lavendel, Salbei, Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse ist nicht nur mit ihren wunderschönen orange-gelben Blüten schön anzusehen, sondern hat auch eine antibakterielle und pilztötende Heilwirkung. Auch hiervon werden die Blätter zerrieben und auf die betroffene Stelle gelegt. Der Lavendel duftet nicht nur gut, sondern kann ebenfalls als Hausmittel gegen Wespenstiche zum Einsatz kommen. Hierfür werden die Blüten verwendet. Salbei dient in der Regel als Gewürz oder als Teekraut bei Halsschmerzen. Salbeiblätter zerrieben oder gehackt können allerdings auch den Schmerz und die Schwellung bei einem Wespenstich lindern. Salbei wirkt zusätzlich noch desinfizierend.

Petersilie oder Basilikum

Frisch gehackte Petersilie oder Basilikumblätter können ebenfalls den Juckreiz lindern. Am besten wird das Kraut großzügig auf die schmerzende Stelle gelegt und mit einem Tuch fixiert.

Kohlblätter

Wenn von Hausmitteln die Rede ist, sind Kohlblätter oftmals von der Partie. Als Hilfe gegen Wespenstiche werden diese mit einem Nudelholz zerdrückt, auf den Stich gelegt und mit einem Tuch festgebunden.

Homöopathie

Die Homöopathie hat ihre Berechtigung auch in der Behandlung von Wespenstichen. Das erste Mittel der Wahl ist Vespa. Ist dieses nicht zur Hand, kann mit Apis behandelt werden. Verfärbt sich der Stich und/oder ist er sehr schmerzhaft, kommt Ledum zum Einsatz. Die genannten Mittel werden normalerweise alle innerlich angewandt. Jedoch können sie aufgelöst in etwas abgekochtem Wasser und auf den Stich getutpft, die Wirkung unterstützen.

Schüssler Salze

Bei Wespenstichen sind die Schüssler Salze Nr. 2 Calcium phosphoricum, Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 8 Natrium chloratum und Nr. 10 Natrium sulfuricum zu empfehlen. Diese werden sowohl innerlich, als auch äußerlich verabreicht. Der Stich wird mit einem Brei aus den genannten Schüssler Salzen und etwas Wasser dick abgedeckt, am besten über Nacht.

Kratzen verboten

Auch wenn ein Wespenstich mitunter ziemlich jucken kann, sollte das Kratzen unbedingt vermieden werden, da sich der Stich ansonsten infizieren kann.

Wespenstiche im Mund- und Rachenraum sind grundsätzlich gefährlich und sollten umgehend ärztlich überprüft werden. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Wespenstiche im Mund- und Rachenraum sind grundsätzlich gefährlich und sollten umgehend ärztlich überprüft werden. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Vorsicht – auch bei Nicht-Allergikern

Treten in Verbindung mit einem Wespenstich außer Schwellung, Juckreiz und Schmerz noch weitere Symptome, wie zum Beispiel Unwohlsein, Kreislaufprobleme oder Fieber auf, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Bei Stichen im Bereich des Mund- und Rachenraums, muss der Hals von außen gekühlt werden, es sollte ein Eiswürfel gelutscht und dann schnellstmöglich ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden. (sw)