Hustenschleim lösen

Dr. Utz Anhalt
Schleimsekrete sind für den Körper notwendig: Sie halten Schleimhäute feucht und bilden eine Schutzschicht. Zudem dienen sie dazu, den Organismus zu reinigen. Sie binden Fremdstoffe, Staub und Keime, und wir befördern diese mit dem Schleim aus dem Körper. Durch sogenannte Schleimlöser können wir diesen Prozess unterstützen. Die wichtigsten Fakten zu natürlichen Schleimlösern:

  • Schleim löst sich durch Feuchtigkeit, Schärfe und Säure. Deshalb ist Flüssigkeit wie Tee, Wasser oder Suppe ein Must Be, um Verschleimungen zu bekämpfen.
  • Säurehaltige Nahrung wie Zitronen und Essig löst ebenfalls festsitzenden Schleim.
  • Ideal sind Mittel, die sowohl die Ursachen der Verschleimung wie Infektionskrankheiten bekämpfen, als auch durch ihre Schärfe, Säure oder Feuchtigkeit den Schleim zusätzlich verflüssigen. Dazu gehören Knoblauch und Zwiebeln.

Verschleimung

Verschleimen Nasennebenhöhlen oder Bronchien, dann haben Schleim und Flimmerhärchen Probleme, ihre Funktion zu erfüllen. Rauchen oder Infektionen führen dazu, dass der Körper übermäßig Schleim absondert, um die schädlichen Stoffe bzw. Erreger zu entfernen. Es entsteht nicht nur viel Schleim, sondern dieser ist oft auch besonders zäh. Deshalb fließt er kaum von selbst ab und lässt sich auch schlecht aushusten. Das Atmen fällt uns schwer, und die Anzahl der Keime im Schleim nimmt zu. In der Folge infizieren sich weitere Schleimhäute. Zu viel Sekret bedeckt zudem die Schleimhäute, und diese sind jetzt in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Folgen: Hustenreiz, Druckgefühle und Atembeschwerden. Das Abhusten wirkt kaum noch, und die erfolglosen Versuche, den Schleim loszuwerden, führen zu Muskelverspannungen und Muskelkater.

Wenn zu viel Sekret die Schleimhäute bedeckt, sind diese in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Folgen: Hustenreiz, Druckgefühle und Atembeschwerden. Das Abhusten wirkt kaum noch, und die erfolglosen Versuche, den Schleim loszuwerden, führen zu Muskelverspannungen und Muskelkater. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)

Ursachen für starke Schleimbildung

Verschleimung ist oft ein Symptom bei Infektionen der oberen Atemwege, insbesondere durch Viren, bisweilen durch Bakterien. Weitere Auslöser sind:

Abgase und Luftverschmutzung

Menschen aus Staaten, in denen Auto- und Industriegase halbwegs unter Kontrolle sind, denken oft, sie hätten sich erkältet, wenn sie nach Delhi oder Mexico City kommen, also in Metropolen, die unter starkem Smog leiden. Der Schleim bindet hier die Fremdstoffe, und je stärker der Smog ist, umso mehr verschleimen die Atemwege.

Allergien

Allergien sind eine Fehl- bzw. Überfunktion der körpereigenen Immunabwehr: Der biochemische Alarm nimmt jetzt unproblematische Stoffe wie Pollen als Gefahr war, und die Verteidigung des Organismus setzt ein. Um die „Gefahr“ zu bannen, produziert der Körper vermehrt Schleimsekrete.

Asthma

Bei Asthma können temporär die Bronchien verschleimen.

Krankheiten

Auf diverse Infektionen reagiert der Körper mit Schleimbildung, wie jeder weiß, der schon einmal einen grippalen Infekt oder eine echte Grippe hatte. Am deutlichsten ist das Übermaß an Schleim bei einer chronischen Bronchitis, einer Lungenentzündung und einer Mukoviszidose. Bei einer Bronchitis verstopfen die Bronchiengänge, und die Flimmerhärchen können nur schlecht arbeiten.

Rauchen

Der sprichwörtliche Raucherhusten rührt daher, dass der Körper versucht, die Giftstoffe in den Zigaretten loszuwerden. Diese reizen Bronchien wie Schleimhäute und betäuben die Flimmerhärchen. Der Schleim staut sich in den Bronchien, denn die Härchen entfernen ihn nicht mehr wie gewöhnlich.

Der sprichwörtliche Raucherhusten rührt daher, dass der Körper versucht, die Giftstoffe in den Zigaretten loszuwerden. Diese reizen Bronchien wie Schleimhäute und betäuben die Flimmerhärchen. (Bild: tugolukof/fotolia.com)

Schleimlöser

Erst einmal: Übermäßige Schleimbildung ist keine Krankheit, sondern im Gegenteil eine körpereigene Abwehr gegen Krankheiten und als solche erfolgreich. Ist der Schleim aber zäh und lässt sich nicht abhusten, sind Schleimlöser angesagt. Diese sorgen dafür, dass der feste Schleim flüssig wird und sich so aushusten oder ausniesen lässt. Generell gilt: Setzen Sie Schleimlöser nicht direkt vor dem Schlafengehen ein. Beim Einschlafen zu husten, zu schnauben und zu niesen ist nicht sinnvoll.

Apfelessig

Ein Geheimtipp, um Schleim zu lösen, ist Apfelessig. Er ist zudem günstig, überall zu bekommen und genau so harmlos wie der Verzehr eines Salats mit Dressig. Die Zubereitung einer Arznei gegen Schleim mit dem Essig ist äußerst einfach. Sie geben dazu lediglich zwei bis drei Mal täglich ein bis zwei Teelöffel Apfelessig in ein Glas warmes Wasser, mixen zwei Teelöffel Honig hinein und trinken es.
Wie bei jedem Essig gilt: Nehmen Sie nicht zu viel davon. Zwei bis drei Gläser mit jeweils zwei Teelöffeln reichen völlig. Bei hohen Mengen kann Essig zu Verdauungsproblemen führen, weil der Magen übersäuert.

Wickel

Feuchte Wickel mit heilenden Substanzen können Sie zum einen um die Brust wickeln und so den Körper warm halten, zum anderen aus ihnen in Mund wie Rachen inhalieren. Die Wärme entspannt das Gewebe, regt die Durchblutung an, und die Feuchtigkeit hilft dem Schleim, sich zu verflüssigen. Halten wir die Wickel vor die Nase, dann tauchen wir sie in einen Sud aus Wasser und schleimlösenden und bzw. oder antiinfektiösen Substanzen wie Senföl, Meerrettich, Fichtennadeln, Majoran-Öl oder Latschenkiefer.

Kartoffel-Senf-Wickel

Kartoffelwickel sind ein Geheimtipp aus Großmutters Zeit. Gegen Schleim mischen Sie die Kartoffeln am besten mit Pflanzen, die schleimlösende Stoffe enthalten, wie zum Beispiel Senfblätter, oder geben Sie beim Kochen einige Senfkörner hinzu. Sie nehmen mehlige Kartoffeln, kochen diese weich und zerdrücken sie danach in einem feuchten Tuch. Dazu geben sie den Senf. Das heiße Tuch legen Sie auf die Brust und lassen es dort bis es kalt wird.

Ingwer

Ingwer ist der Superstar unter den Schleimlösern. Er löst nicht nur sehr effektiv Verschleimungen in den Atemwegen und Bronchien, sondern hilft zudem gegen Verdauungsschmerzen und enthält circa 30 Antioxidantien, und diese bekämpfen die freien Radikale im Körper. Ingwer wirkt stark antibakteriell. Außerdem versorgt Ingwer den Körper mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen.

Ingwer ist der Superstar unter den Schleimlösern. Er löst nicht nur sehr effektiv Verschleimungen in den Atemwegen und Bronchien, sondern hilft zudem gegen Verdauungsschmerzen und enthält circa 30 Antioxidantien, und diese bekämpfen die freien Radikale im Körper. (Bild: gitusik/fotolia.com)

Chili

Ganz oben unter den Schleimlösern sind auch Chilischoten. Die Schärfe kommt vom Capsaicin. Dieses fördert die Durchblutung und sorgt dafür, dass die Schleimhäute dünnflüssiges Sekret bilden. Dadurch verdünnt sich der zähe Schleim und kann besser abfließen bzw. ausgehustet werden. Sie können das Essen mit Chili würzen oder Chilipulver in ein Wasserglas geben und davon drei am Tag trinken. Ist es ihnen zu scharf, dann verfeinern Sie den Geschmack mit Honig und Zitronensaft.

Efeu

Die Saponine im Efeu wirken als Schleimlöser. Da Efeu aber in großen Mengen giftig ist, empfiehlt es sich hier auf Efeublätter-Extrakt aus der Apotheke zurückzugreifen. Dieser erweitert die Bronchien und löst die Verschleimung. Der Schleim verflüssigt sich, und Sie können ihn besser abhusten.

Säure, Wasser und Schärfe

Essen, das viel Wasser enthält, dazu scharf ist und sauer, wirkt gegen die Verschleimung. Milch, Joghurt, Käse, Zucker und Stärke fördern sie hingegen.

Bestens geeignet, um die Verschleimung durch Essen anzugehen, sind Suppen. Würzen Sie diese jetzt noch mit scharfen Schleimlösern wie Chili, Ingwer, schwarzem Pfeffer, Zwiebeln, Schnittlauch, Knoblauch oder Knoblauchranke, verstärken Sie die schleimlösende Wirkung.

Ideal ist ein zusätzlicher Spritzer mit Zitrussaft von sauren Früchten, also Limone, Limette, Zitrone oder Pampelmuse. In Salaten nutzen Sie kein Joghurtdressing, sondern eine Sauce aus Essig, gehackten Zwiebeln, frischem Knoblauch, Chiliflocken und Öl. Als Drinks eignen sich Säfte wie Tees mit Zitrone, Limette, Limone, Grapefruit und Chili sowie besonders Pfefferminztee.

Inhalieren

Um Schleim zu lösen, brauchen Sie Flüssigkeit. Selbst wenn Sie sonst keine Mittel zur Verfügung haben, hilft Wasserdampf. Diesen zu inhalieren, ist eine der besten Möglichkeiten, Bronchien, Nase und Nasennebenhöhlen von festsitzendem Schleim zu befreien. Er befeuchtet Schleim und Schleimhäute und sorgt so dafür, dass das Sekret abfließen kann. Sie brauchen nur Wasser, einen Kochtopf und ein Handtuch. Das Wasser erhitzen Sie, bis es aufkocht, dann beugen Sie sich über den Topf, legen das Handtuch über Kopf, Schultern wie Nacken, damit der Wasserdampf nicht entweichen kann und atmen mehrere Minuten tief ein.

Da Schleimbildung oft mit Entzündungen verbunden ist, können Sie Kräuter im Wasser ziehen lassen, die Keime zerstören und Entzündungen bremsen. Dazu gehören Pfefferminzblätter, Kamille, Kurkuma und Salbei. Sie können auch ätherische Öle hinzugeben, die ebenfalls antientzündlich wirken: Eukalyptus, Pfefferminze, Senf, Fichtennadeln.

Ein Allrounder bei Schleimbildung ist zudem Salz – normales Kochsalz. Lösen Sie dieses im heißen Wasser auf, befeuchtet es die Schleimhäute zusätzlich und tötet Keime ab. Ein altes Hausmittel bei verstopfter Nase besteht darin, Salz in Wasser aufzulösen und das Salzwasser durch ein Nasenloch zu ziehen, während sie das andere zuhalten.

Wasserdampf zu inhalieren, ist eine der besten Möglichkeiten, Bronchien, Nase und Nasennebenhöhlen von festsitzendem Schleim zu befreien. Ein Allrounder gegen Schleimbildung ist normales Kochsalz. Im heißen Wasser aufgelöst, befeuchtet es die Schleimhäute und tötet Keime ab. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Knoblauch

Knoblauch ist ein starkes natürliches Antibiotikum. Er geht also bereits die Ursache eines grippalen Infektes an. Frischer Knoblauch löst zudem durch seine Schärfe den Schleim. Er regt die Durchblutung an und führt dazu, dass sich Sekret bildet. Sie können den Knoblauch pur essen, in Essig einlegen (doppelter Effekt) oder im Essen als Gewürz verwenden. Knoblauch lässt sich ausgezeichnet mit anderen Schleimlösern wie Minze, Kurkuma oder Ingwer kombinieren.

Kurkuma

Dieses orientalische Gewürz wirkt gegen Schleim. Sie können damit Speisen würzen, es in Wasser geben oder eine Paste aus Kurkuma und Honig zubereiten. Gegen Verschleimung sollten Sie Speisen so viel Kurkuma zusetzen, dass sie die Schärfe schmecken, ihnen innerlich warm wird, und Sie fühlen, wie die Sekrete fließen. Achten Sie beim Kochen auf folgendes: Die indische Küche kombiniert Kurkuma oft mit Milch oder Joghurt. Da Milchprodukte aber zu zähem Schleim führen, sollten Sie solche Rezepte vermeiden, denn diesen festsitzenden Schleim möchten Sie ja gerade lösen.

Die Luft befeuchten

Belastungen der Atemwege entstehen häufig durch zu trockene Innenräume. Je höher die Luftfeuchtigkeit indessen ist, umso besser löst sich der Schleim. Am einfachsten ist es, feuchte Tücher auf eine laufende Heizung zu legen. Sie können auch Zimmerpflanzen aufstellen und diese regelmäßig besprühen, ihr eigenes Gesicht mit einer Sprühpistole befeuchten, das Gesicht mit feuchten Lappen bedecken, regelmäßig lüften, einen Luftbefeuchter laufen lassen oder sogar einen Zimmerbrunnen aufstellen. Zur Not stellen Sie einfach mit Wasser gefüllte Schalen in der Wohnung auf.

Viel trinken

Bei festsitzendem Schleim sollten Sie immer viel trinken, ob Wasser oder Tee ist egal, denn es geht um die Feuchtigkeit. Die Flüssigkeit befeuchtet Schleim und Schleimhäute, und der Schleim kann abfließen. Trinken kann auch „essen“ bedeuten. Kochen Sie, um Schleim zu lösen, Suppen mit einem hohen Wassergehalt.

Senf

Senfprodukte, also Senf, Senföl und Senfpulver gehören zu den besten Schleimlösern und sind zudem leicht zu erwerben. Die Senföle treiben die Durchblutung an und sorgen für eine starke Sekretbildung, der Schleim kann fließen. Sie können Senf vielseitig verwenden: Bratwurst mit Senf, Eier mit Senfsauce oder Salate mit Senfdressing eignen sich gleichermaßen zur Behandlung. Sie können auch Senföl in heißem Wasser inhalieren oder, noch einfacher, einige Tropfen Senföl in die Nasenlöcher streichen.

Senfprodukte, also Senf, Senföl und Senfpulver gehören zu den besten Schleimlösern und sind zudem leicht zu erwerben. Die Senföle treiben die Durchblutung an und sorgen für eine starke Sekretbildung, der Schleim kann fließen. (Bild: tycoon101/fotolia.com)

Zitrone

Die Säure der Zitrone führt dazu, dass der Körper vermehrt Flüssigkeit produziert und sich somit vorhandener Schleim löst. Sie können Zitronensaft in Saft, Wasser und Tee träufeln, Fischgerichte und Salate mit Zitronenspritzern versehen oder in die „saure Zitrone“ beißen.

Zwiebelsaft

Wer auf dem Land aufgewachsen ist, der kennt Zwiebelsaft als Mittel gegen Husten und zähen Schleim. Dafür schneiden Sie Zwiebeln in Stücke, geben Honig oder Zucker dazu, schließen alles luftdicht ab und lassen es über Nacht im Kühlschrank stehen. Als Nebeneffekt riechen Sie nach Zwiebeln, also überlegen Sie sich, ob Sie Termine haben, bei denen das anstößig wirkt.

Nicht in der Nase bohren

Wenn Schleim in der Nase zäh wird und Krusten bildet, ist der erste Reflex, in der Nase zu bohren, um diese zu entfernen. Dieses verletzt leicht die Schleimhaut, und durch den Reiz trocknet sie aus, wodurch der Schleim noch fester wird. Statt zu popeln, sollten wir die Nase also befeuchten.

Wann helfen die Hausmittel nicht mehr?

Bei festsitzendem Schleim sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn sich der Auswurf trotz Schleimlösern über mehrere Tage hält, das Husten weh tut, Sie Blut aushusten oder der festsitzende Schleim Kleinkinder, Alte oder chronisch Kranke betrifft. Zum Arzt sollten Sie in jedem Fall, wenn Sie unter Asthma, Allergien oder Bronchitis leiden. Ein Warnzeichen ist außerdem, wenn der Schleim sich gelblich-grün verfärbt oder nach Eiter stinkt. Das deutet auf eine schwere Infektion hin. (Dr. Utz Anhalt)