Körperöl – Wirkung, Anwendung und Rezepte für die eigene Herstellung

Dr. Utz Anhalt

So lässt sich pflegendes Körperöl schnell selbst herstellen

Körperöle sind Öle, die wir benutzen, um unsere Haut zu pflegen. Öle sind flüssiger als Cremes und lassen sich deshalb einfacher auf dem Körper verteilen.


Pflanzliche Öle

Pflanzenöle dringen in die Haut ein. Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren, aber auch, je nach Pflanze, Vitamine und Mineralien. Viele dieser Öle können auch Allergiker benutzen.

Pflanzliche Körperöle enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe und lassen sich leicht auf der Haut verteilen. (Bild: Kalim/fotolia.com)

Welches Körperöl für welche Haut?

Zu trockener Haut passen Öle, die viel Fett enthalten wie Jojobaöl oder Mandelöl. Zu fettiger Haut gehören leichte Öle wie Aloe Vera, Traubenkern- oder Rosmarinöl. Hautöle eignen sich auch für empfindliche Haut, besonders Jojobaöl, Nachtkerzenöl oder Johannisbeeröl. Alte Haut braucht zur Regeneration die Vitamine E und A. Die gibt es unter anderem in Hagenbutten- und Wildblumenöl.

Hautöl anwenden

Hautöl zieht am besten ein, wenn Sie es nach dem Duschen oder Baden in die noch feuchte Haut massieren. Sie können das Öl auch direkt in das Badewasser geben.

Johanniskrautöl

Johanniskraut-Öl hilft gegen Gelenk- und Muskelschmerzen. Sie tragen es nur in kleinen Dosen auf die Problemstellen auf. Setzen Sie diese Stellen danach nicht der Sonne aus. Das Öl löst phototoxische Reaktionen aus mit ähnlichen Auswirkungen wie Sonnenbrand. Es kommt zu Rötungen, Hautausschlag oder Verfärbungen.

Vitamin E

Vitamin E spielt mit beim Bilden von Hautzellen und deren Regeneration. Körperöle enthalten viel von diesem Vitamin. Damit stärken Sie das Bindegewebe und schützen die Hautzellen vor äußeren Einflüssen.

Pflegeöle mit Vitamin E helfen deshalb auch Schwangeren, ihre Haut straff zu halten. Sie wirken Falten entgegen und lagern Feuchtigkeit in der Haut ein.

Vitamin E hemmt zudem Entzündungen. Es beschleunigt die Heilung von Wunden in der Haut und lindert die Bildung von Narben. Es bremst das Altern der Haut.

Arganöl

Dieses Nussöl regeneriert die Haut, gibt Feuchtigkeit, beruhigt und hemmt Entzündungen. Es empfiehlt sich für alte Haut und pflegt trockene Haut, sensible Haut oder sogar geschädigte Haut.

Öl aus Argannüssen ist ein hervorragender Feuchtigkeitsspender bei sehr trockener Haut. (Bild: cut/fotolia.com)

Nachtkerze

Nachtkerzenöl ist reichhaltig. Deshalb sollten Sie es nicht benutzen, wenn Sie eine fettige Haut oder eine Mischhaut haben. Dafür harmoniert es umso besser mit trockener Haut. Bei sensibler Haut beugt es Rötungen vor oder drängt diese zurück.

Granatapfel

Granatapfelöl verträgt sich mit allen Hauttypen. Es enthält viele Antioxidantien und wirkt dem Altern der Zellen entgegen.

Ringelblume, Marula, Mandel

Ringelblumenöl wirkt gegen Entzündungen, regeneriert die Haut und entlastet strapazierte Haut. Marulaöl eignet sich für alle Hauttypen, enthält reichlich Antioxidantien, zieht gut in die Haut ein und wirkt Hautverschmutzungen entgegen.

Mandelöl regeneriert die Haut und eignet sich für Kosmetik: Es hellt dunkle Flecken auf und drängt hässliche Narben zurück. Dazu riecht es angenehm.

Lemongras-Öl

Dieses Öl fördert die Durchblutung, strafft das Bindegewebe und eignet sich für Massagen. Salbei-Öl hemmt den Schweißfluss, reguliert die weiblichen Hormone und dämmt so den Körpergeruch zurück. Salbei wirkt zudem antiseptisch, das Öl beschleunigt deshalb auch die Heilung von Wunden.

Bergamotte und Orange

Bergamotte riecht nach Zitrone, und das Öl dient deshalb auch als Duftöl in Räumen. Es lässt sich aber auch auf den Körper auftragen. Es ist ein gutes Hausmittel gegen fettige Haut. Orangenöl wirkt Cellulite entgegen. Sie können die betroffenen Stellen gezielt damit einreiben.

Bergamotte-Öl ist gut geeignet bei fettiger Haut. (Bild: katinkah/fotolia.com)

Speiseöle für die Haut?

Die Haut nimmt Speiseöle wie Sonnenblumenöl oder Weizenkeimöl gut auf, Olivenöl, Sesamöl oder Erdnussöl brauchen länger, um einzuziehen. Sesamöl enthält viele Mineralien und Vitamine, hemmt Entzündungen, wirkt gegen Bakterien und Pilze.

Bei Speiseölen raten Hausärzte generell zur Vorsicht: Für Menschen mit fettiger oder Mischhaut gibt es keine Probleme. Wer eine trockene Haut hat, sollte besser auf Cremes, die diese Öle enthalten, zurückgreifen. Sie trocknen die Haut aus.

Kokosöl

Kokosöl dient in den Herkunftsländern seit jeher als Mittel, um die Haut zu pflegen. Dabei geht es nicht nur um Kosmetik. Es enthält Laurinsäure, die wirkt gegen Bakterien, Pilze und andere Keime. Das Öl lässt sich sogar direkt auf äußere Wunden auftragen und fördert die Heilung.

Es hemmt so auch Neurodermitis sowie Schuppenflechte und kann ein wirksames Hausmittel bei Akne sein. Es lässt sich auch auf die sensibelsten Hautpartien auftragen, ohne die Gefahr, es überzudosieren.

Kokosöl wirkt effektiv gegen Zecken, Läuse, Flöhe, Milben und Würmer. Mücken stößt der Geruch der Laurinsäure ab.

Kokosöl ist nicht nur ein bewährtes Hautpflegeprodukt, sondern kann unter anderem als Hausmittel gegen lästige Parasiten eingesetzt werden. (Bild: creativefamily/fotolia.com)

Mischöle

Die meisten Körperöle lösen im Unterschied zu Cremes oder Bodylotions keine Allergien aus, und selbst wer unter Neurodermitis leidet, kann sie anwenden.
Wenn Sie ein sensibler Hauttyp sind, können Sie Jojoba- oder Mandelöl mit wenig Honigöl, Kamillenöl oder Öl aus Sandelholz vermischen.

Eine Grundlage für fettige Haut wäre Jojoba- und Aprikosenöl, dazu geben Sie einen Tropen Lavendelöl.

Hautöle für Sportler

Hautöle unterstützen die Muskeln beim Sport. Sie wärmen die Haut und fördern die Durchblutung vor dem Sport, nach dem Sport helfen sie den Muskeln, sich zu entspannen.

Ölmischungen für Sportler enthalten wärmende Stoffe wie Arnika, dazu Pflanzen für eine gute Durchblutung wie Zimt oder Rosmarin.

Cellulite

Gegen Cellulite helfen besonders Öl aus Wacholderholz, aus Zypressen, Birken oder Rosmarin. Sie reiben ihre Haut circa einen Monat lang morgens und abends mit dem Öl ein. Abends heißt aber nicht unmittelbar vor dem Einschlafen: Diese Öle wirken der Bindegewebsschwäche entgegen, weil sie die Durchblutung fördern. Dadurch machen sie auch munter.

Schlaföle

Manche Körperöle helfen gegen Schlafstörungen. Wenn Sie ihre Füße vor dem Zubettgehen mit Lavendelöl massieren, sorgen Sie für einen tiefen Schlaf. (Dr. Utz Anhalt)