Quarkwickel – Wirkung, Anwendung und Herstellung

Volker Blasek

Quarkwickel: Natürliches Hausmittel gegeg vielerlei Beschwerden

Quarkwickel sind ein altbekanntes Hausmittel, dass gegen unterschiedliche Entzündungen und Verletzungen eingesetzt werden kann. Das wohl bekannteste Einsatzgebiet der Quarkwickel ist der Sonnenbrand. Aber auch bei anderen Beschwerden wie beispielsweise Insektenstichen, Gelenkentzündungen und Verstauchungen können Quarkwickel hilfreich sein. Weiterhin können stillende Mütter mit einer Quarkauflage Brustschmerzen lindern. Je nach Art der Anwendung kann der Wickel eine kühlende, krampflösende, abschwellende, schmerzlindernde, schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung haben. Bei starken Beschwerden und wenn nach kurzer Zeit keine Verbesserungen zu erkennen sind, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Quarkwickel kalt anwenden

Der Wickel kann sowohl warm als auch kalt angewendet werden. Der kalte Wickel eignet sich bei der Behandlung von Beschwerden wie:

  • Sonnenbrand
  • Entzündungen
  • Schwellungen
  • Insektenstichen
  • Kopfschmerzen
  • Prellungen und Verstauchungen
  • durch Stillen bedingte Brustschmerzen
  • Hauterkrankungen wie beispielsweise Akne oder Neurodermitis
  • Quarkauflage warm anwenden

    Die warmen Auflagen sind etwas aufwendiger in der Herstellung, aber besonders bei Kindern beliebt. Ein körperwarmer Wickel hat sich als Hausmittel bewährt bei:

  • Husten
  • Bronchitis
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Stirn- und Kieferhöhlenentzündungen
  • Die Quarkwickel lassen sich aus einfachen Gebrauchsgegenständen herstellen. (Bild: InPixKommunikation/fotolia.com)

    Was benötigt man für die Herstellung?

    Ein Wickel kann schnell und einfach selber hergestellt werden. Die Zutaten befinden sich oftmals schon im Haushalt. Für eine Quarkauflage werden benötigt:

  • Ein Stofftuch wie beispielsweise ein Handtuch oder eine Kompresse
  • Eine Packung beliebiger Speisequark
  • Eine Mullbinde oder ein Schal zum Fixieren (optional)
  • Ein großes Handtuch oder ähnliches als „Kleckerschutz“ (Unterlage für Stoffmöbel)
  • Einen kühlenden Quarkwickel herstellen

    Der Quark sollte nicht zu kalt sein, also nicht direkt aus dem Kühlschrank verwendet werden. Am besten eignet sich eine Temperatur um die 18 Grad Celsius. Zur Herstellung des Wickels einfach den Quark auf die gewünschte Unterlage etwa einen halben Zentimeter dick aufstreichen. Anschließend das Tuch einmal falten, so dass sich der Quark im Inneren des Tuchs befindet. Nun kann das Tuch auf die zu behandelnde Stelle aufgelegt werden. Mit einer Mullbinde oder einem Schal kann der Wickel fixiert und so vor Verrutschen geschützt werden. Da der Quark viel Feuchtigkeit beinhaltet sollte bei der Anwendung auf empfindlichen Möbeln eine geeignete Unterlage wie beispiesweise ein großes Badehandtuch untergelegt werden, um Flecken zu vermeiden.

    Bei akuten Entzündungen sollte die Behandlungsdauer 15 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Bei anderen Beschwerden kann der Quarkwickel so lange auf der Stelle verweilen, bis er zu trocknen beginnt.

    Jede Art von Quark ist für einen Quarkwickel geeignet. (Bild: Mara Zemgaliete/fotolia.com)

    Eine wärmende Quarkauflage herstellen

    Generell gilt die gleiche Vorgehensweise, wie bei einem kühlenden Quarkwickel. Der einzige Unterschied ist, dass der Quark vor der Anwendung etwas erhitzt werden muss. Dies kann beispielsweise gesehen, indem man den Quark in einen umgedrehten Topfdeckel gibt und diesen auf einem Topf mit heißem Wasser legt. Der Wasserdampf erhitzt den Quark auf die gewünschte Temperatur. Dabei ist darauf zu achten, dass der Quark nicht zu heiß wird. Die Temperatur des Quarks sollte bei der Anwendung nicht höher als die eigene Körpertemperatur sein.

    Anwendung bei Husten und Bronchitis

    Der Quarkwickel ist ein natürliches Hausmittel gegen Husten und Bronchitis. Dabei wird die warme Quarkauflage auf die Brsut gelegt und mindestens 30 Minuten dort belassen oder solange, bis der Quark zu trocknen beginnt. Anschließend die betroffene Stelle gut abtrocknen. Nach der Anwendung am besten warm zudecken und noch 15 Minuten ruhen. Dieser Vorgang sollte ein mal täglich wiederholt werden, solange die Beschwerden bestehen.

    Anwendung bei Halsschmerzen und Heiserkeit

    Die Wickel sind außerdem ein wirksames Hausmittel gegen Halsschmerzen und Heiserkeit. Hierfür den warmen Quarkwickel einfach um den Hals legen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Region über der Halswirbelsäule freigelassen wird. Bei den meisten Menschen ist dies ungefähr der Bereich, wo der Haaransatz beginnt. Bei akuten Entzündungen im Halsbereich sollte der Wickel nach maximal 20 Minuten abgenommen werden. Ansonsten kann der Wickel auf dem Hals verweilen, bis der Quark anfängt zu trocknen. Dieser Vorgang kann ein- bis mehrmals am Tag wiederholt werden.

    Anwendung bei Fieber, Sonnenbrand und Prellungen

    Der kühlende Wickel wirkt abschwellend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die Auflage wird durch die eigene Körpertemperatur erwärmt und die Flüssigkeit des Quarks beginnt zu verdunsten. Bei diesem Prozess wird eine angenehme Kälte auf der Haut erzeugt. Deshalb eignen sich Quarkwickel besonders gut für Beschwerden, die von der Kühlung profitieren, wie beispielsweise ein Sonnenbrand.

    Bei einer Prellung oder Verstauchung hat eine Auflage mit Quark eine angenehm kühlende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung. (Bild: everythingpossible/fotolia.com)

    Auch bei Prellungen und Verstauchungen ist die kühlende Wirkung hilfreich. Hier können mehrere Anwendungen unmittelbar nacheinander erfolgen, wobei jeweils ein neuer Wickel aufgebracht wird, sobald die kühlende Wirkung nachlässt. In den meisten Fällen gehen die Schwellungen und Rötungen durch den Einsatz der Wickel nach wenigen Behandlungstagen deutlich zurück.

    Achtung: Der Quarkwickel eignet sich zwar als Hausmittel gegen Fieber, jedoch ist darauf zu achten, dass der Wickel in bestimmten Situationen nicht angewendet werden darf. Dies gilt für die Anwendung bei Personen, die trotz Fieber kalte Hände und Füße haben, unter Schüttelfrost leiden oder generell frieren. Wenn Betroffene unter akuten Harnwegsinfektionen oder arteriellen Durchblutungsstörungen leiden, sollte ebenfalls auf einen kalten Wickel verzichtet werden.

    Quarkwickel für stillende Mütter

    Ein weiteres Einsatzgebiet der Quarkwickel bei Müttern sind typische Beschwerden, die durch Stillen eines Kindes hervorgerufen werden, wie beispielsweise die Brustentzündung (Mastitis), schmerzende Brustwarzen, Milchstau oder Verhärtungen der Brust. Durch den Einsatz des Wickels lassen sich die Brustschmerzen und Entzündungen oftmals deutlich lindern. Die Wickel werden dabei im Liegen auf die Brust aufgelegt.

    Durch die Behandlung können auch kleine Knötchen in der Brust gelöst werden, die sich im Zuge eines Milchstaus gebildet haben. Der Wickel sollte rund 15 Minuten auf der Brust verbleiben, um seine heilende Wirkung zu entfalten. Die Mütter müssen sich keine Gedanken um mögliche Beeinträchtigungen des Kindes machen, da die Inhaltsstoffe des Quarks rein natürlich sind.

    Eine Quarkauflage kann durch Stillen hervorgerufenen Beschwerden lindern. (Bild: Tomsickova/fotolia.com)

    Wann sollte eine Quarkauflage nicht angewendet werden?

    Nebenwirkungen kommen in der Regel nicht vor. In manchen Fällen sollte ein Quarkwickel jedoch nicht verwendet werden. Dies zählt insbesondere bei offenen Wunden. Der Quark trocknet an den betroffenen Stellen an und lässt sich dann nur schwer wieder entfernen, was sich negativ auf die Wundheilung auswirken kann. Auch bei Fieber, akuten Harnwegsinfektionen oder arteriellen Durchblutungsstörungen ist, wie oben bereits beschrieben, Vorsicht geboten.

    Wie wirkt der Quark?

    Die entzündungshemmende Wirkung ist durch die Inhaltsstoffe des Quarks wie das Protein Kasein bedingt. Die kühlende Wirkung wird vor allem durch die Verdunstung der enthaltenen Flüssigkeit erzielt.

    Die Quarkwickel haben sich nicht nur als Hausmittel vielfach bewährt, auch in einigen modernen Reha-Kliniken werden die Wickel angewendet. Der Kühlungseffekt des Wickels zählt bei einer Entzündung der oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) zu den gängigsten alternativen Behandlungsmethoden.

    Die Geschichte des Wickels

    Zwar nutzten schon die alten Ägypter Packungen aus Nilschlamm und der berühmte griechische Arzt Hippokrates verwendete Umschläge und Heilkräuterwickel. In der moderneren Heilkunde des 19. Jahrhunderts wurde der Wickel jedoch erst durch das Wirken von Vincenz Prießnitz und Sebastian Kneipp wiederentdeckt. Diese verwendeten den Wickel als festen Bestandteil der Hydrotherapie, die heute noch als Naturheilverfahren angewendet wird. Auch Rudolf Steiner verhalf im 20. Jahrhundert den Wickeln zu neuem Ruhm. Insgesamt sind Wickel, Umschläge und Packungen eine alt bewährte Heilmethode, die von der Menschheit schon seit vielen tausend Jahren angewendet wird. (vb)