Weißdorntee – Wirkung und Anwendung

Susanne Waschke
Schon bei den Griechen und den Römern galt der Weißdorn als Schutzpflanze. So wurde beispielsweise vor die Türe ein Strauch gepflanzt, um schädliche Einflüsse abzuwehren. Der Weißdorntee wird heutzutage als Hausmittel, aber auch in der Naturheilpraxis vielfach eingesetzt – als Einzeldroge oder zusammen mit anderen Pflanzen.

Allgemeines

Der Weißdorn (Crataegus) ist ein Rosengewächs und kommt in ganz Europa vor. Er wächst an Wegrändern, sonnigen Hängen und Hecken, zeigt im Frühling seine weißen, üppigen Blüten und später dann seine roten, glänzenden Früchte. Der Pflanzenname Crataegus ist eine Kombination aus dem griechischen Wort „kratos“ = Stärke und dem lateinischen Wort „ago“ = führen. Dies weist auf das sehr starke Holz des Baumes hin. Das deutsche Wort Weißdorn wiederum bezieht sich auf die weißen Blüten und die Dornen der Pflanze.

Weißdorn verdankt seinen Namen seiner Blütenfarbe und den langen, extrem spitzen Dornen. Weißdorntee wird aus den Blüten und Blättern der Pflanze hergestellt. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Geschichtlicher Hintergrund

Als Heilpflanze spielte der Weißdorn im Altertum keine große Rolle. Da sein Holz sehr hart ist, wurden daraus gerne Werkzeugstiele hergestellt. Die mehligen Früchte dienten als Mus, als Mehlersatz und die gerösteten Kerne als Kaffeeersatz. Später dann im 19. Jahrhundert wurde der Weißdorn wissenschaftlich untersucht. 1990 wurde er zur Heilpflanze des Jahres.

Magie der Pflanze

Weißdorn diente zur Abwehr des Bösen. Gerade seine dichte Hecke, deren fester Wuchs und die Dornen machten den Weißdorn zur willkommenen Heckenpflanze, um böse Geister abzuwehren. So soll die Dornenhecke in dem Märchen Dornröschen ebenfalls eine Weißdornhecke gewesen sein. Kranke sollten damals durch einen Torbogen, gewunden aus Weißdornzweigen, gehen, um ihrer Krankheit zu entkommen. Zusätzlich stand diese Pflanze in vielen Kulturen für Fruchtbarkeit.

Anwendung

Der Weißdorntee ist ein herz- und kreislaufstärkendes Mittel. Ein Tee, zubereitet aus getrockneten Weißdornblüten und -blättern ist vor allem für das Altersherz eine Wohltat. Weißdorn ist eine Schutzpflanze für das Herz. Die Herzkranzgefäße profitieren von einer besseren Durchblutung, was sich positiv auf die Sauerstoffausnutzung auswirkt. Der Herzmuskel kann besser arbeiten.

Weißdorn wirkt sich positiv auf die Schlagkraft des Herzens aus, hilft bei leichter Herzinsuffizienz, bewahrt das Herz vor Stress, hilft bei Einschlafstörungen im Klimakterium, gleicht etwas den Blutdruck aus – sowohl nach oben als auch nach unten, fördert die Durchblutung der Herzkranzgefäße und unterstützt den Kreislauf.

Weißdorntee wird als natürliches Mittel zur Linderung von Herzbeschwerden, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Einschlafstörungen und Nervosität im Klimakterium eingesetzt. (Bild: unpict/fotolia.com)

Weißdorntee wird angewandt bei Herzstechen, nervösen Herzbeschwerden, bei leichten Herzrhythmusstörungen, bei Kreislaufstörungen, bei Druck – und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend, bei Kopfschmerzen, Migräne, Einschlafstörungen und Nervosität im Klimakterium.

Blüten und Blätter

Für den Weißdorntee können sowohl Blüten als auch Blätter verwendet werden. Gerne werden diese gemischt. Die beiden Bestandteile unterstützen sich in ihrer Wirkung. Positiv ist auch zu erwähnen, dass der Weißdorntee keine Nebenwirkungen hat. Er braucht zwar mit seiner Wirkung etwas Vorlaufzeit, aber kann auf sanfte Art und Weise gute Unterstützung bringen und damit auch die Lebensqualität verbessern.

Teerezepte

Weißdorntee kann ohne weitere Zutaten getrunken, aber auch mit anderen Pflanzen gemischt werden. Je nach Beschwerden, werden eventuell die verschiedensten Heilkräuter zugegeben. Zubereitung: von den getrockneten Pflanzenteilen wird ein gehäufter Teelöffel voll mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Das Ganze sollte dann circa sieben bis acht Minuten ziehen und wird anschließend abgeseiht. Wer die Süße liebt, kann noch etwas Honig hinzufügen. Von dem Tee werden zwei bis drei Tassen am Tag getrunken.

Jede Teerezeptur sollte nur maximal acht Wochen am Stück getrunken werden. Danach ist eine Pause nötig oder die Teemischung wird geändert.

Johanniskraut

Johanniskraut entspannt, wirkt bei Stress, Angstzuständen, Nervosität und Schlafstörungen. Weißdorntee wirkt bei nervlich bedingten Herzbeschwerden und zusammen mit Johanniskraut wird die Anwender ruhiger, gelassener und die Schlafqualität verbessert sich. Vorsicht : Johanniskraut nicht im Sommer anwenden, da dadurch die Haut photosensibel wird. Frauen, die die Pille einnehmen sollten ebenso von dieser Heilpflanze Abstand nehmen, da Johanniskraut die Wirkung der Pille beeinträchtigen kann. In Diesem Fall lieber einen reinen Weißdorntee trinken oder andere Pflanzen, wie unten beschrieben, hinzumischen.

Herzgespannkraut

Das Herzgespannkraut wirkt leicht Blutdruck senkend, beruhigend, hilft bei Herzrasen und leichter Schilddrüsenüberfunktion. Zugleich wird das Kraut bei Migräne und auch in den Wechseljahren angewandt. Gerade bei nervösen Herzbeschwerden ist eine Kombination von Weißdorn und Herzgespannkraut zu empfehlen.

Melisse

Melissenblätter finden vor allem Verwendung bei Unruhe, Nervosität und Stress. Ist das Herz mit beteiligt so kann den Melisseblättern noch Weißdorn hinzugefügt und daraus ein Tee gebraut werden.

Lavendel

Lavendel ist ein kleines Seelenmittel. Dies hilft bei Unruhezuständen, bei Ängsten, fördert die Konzentration und stärkt den Kreislauf. Kommt zum Beispiel Herzrasen oder auch ein Altersherz hinzu, kann aus Weißdorntee und Lavendeltee eine hilfreiche Mischung entstehen.

Eine Teemischung aus Lavendel und Weißdorn hilft gegen Unruhezustände und Ängste, fördert die Konzentration und stärkt den Kreislauf. (Bild: Dionisvera/fotolia.com)

Teemischung: Hitzewallungen und Herzklopfen

Hitzewallungen und Herzklopfen gehen in den Wechseljahren recht häufig miteinander einher. Hier hilft eine Mischung aus : 10 g Weißdorn (Blätter und Blüten), 20 g Herzgespannkraut, 20 g Melisse und 10 g Lavendelblüten. Zubereitet wird der Tee, wie oben erwähnt.

Tinkturen, Tabletten, Saft

Weißdorn wird nicht nur als Tee, sondern auch in Form von Tinktur, Tabletten und Saft hergestellt. Gerade die Tinktur ist eine Anwendungsform, bei der – im Gegensatz zum Weißdorntee – der Wirkstoff konzentrierter ist.

Das Wesen des Weißdorns

Jede Pflanze hat neben seinem Aussehen auch ein bestimmtes Wesen. Dies ist die Kraft, die im inneren der Pflanze liegt und von außen nicht wahrzunehmen ist. Antoine de Saint-Exuperý hat den Ausspruch geprägt „ man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Und so ist dies auch mit jeder Pflanze. Im Leben entstehen immer wieder Stauungen, nicht immer läuft Alles entspannt und geradlinig. Der Weißdorn unterstützt uns dabei, die Stauungen anzunehmen und uns einer inneren Führung zu überlassen. Weißdorn hilft uns, Gefühle wieder fließen zu lassen und schenkt uns Vertrauen. Dadurch können sich seelisch bedingte Beklemmungen auflösen, Druckgefühle in der Herzgegend lassen nach und wir entspannen. Lässt die Herzleistung nach ist der Weißdorn ein sehr gutes Langzeitmittel (eventuell mit kleinen Pausen). (sw)