Holz als Heilmittel

Holz kann heilsam sein. Bild: © daffodilred - fotolia
Dr. Utz Anhalt
Heilendes Holz – Bäume bringen Gesundheit
Holz heilt. Wer im Wald spazieren geht, bei dem sinkt die Herzfrequenz. Dadurch erreicht mehr Sauerstoff das Herz. Nadelhölzer enthalten ätherische Öle, die Heilungen fördern, Menschen in Zirbenholzbetten hatten 3.600 Herzschläge pro Nacht weniger. Wenn der Puls niedriger ist, leben wir länger.

Unzählige Wirkstoffe in Hölzern sind längst bekannt, zum Beispiel Weidenrinde als Basis von Aspirin. Während es in der Pharmaindustrie aber um einzelne Wirkstoffe geht, wirken in Wäldern und bereits in einzelnen Bäumen tausende von Wirkstoffen.

Holz in Möbeln

Unbehandeltes Holz und Holz, das höchstens mit Leinöl oder Wachs eingelassen ist, bleibt offenporig und erhält so die positiven Ausdünstungen.

Holz kann heilsam sein. Bild: © daffodilred - fotolia
Holz kann heilsam sein. Bild: © daffodilred – fotolia

Studien ergaben, dass Schüler in Räumen mit Vollholzmöbeln eine niedrigere Herzfrequenz bekamen, sobald sie die Klasse betraten, und außerdem lief ihr Vagus auf Hochtouren, also der Nerv, der für Entspannung sorgt. Dieser Nerv beugt außerdem Krankheiten wie Arteriosklerose und Arthrosen vor.

Wissenschaftler des Joanneum in Österreich untersuchten Schüler in zwei Klassenräumen, die statt traditionell mit Gipskarton mit Verkleidungen aus Tanne und Fichte ausgestattet waren und mit geöltem Parkett statt Linoleum, die Lichtraster waren aus Zirbe statt aus Spiegelrastern.

Zehn Schüler pro Klasse nahmen an der Studie teil, und Wissenschaftler des Instituts für Nichtinvasive Diagnostik maßen alle zwei Monate ihren Herzschlag. Die Konzentrationsleistungen änderten sich nicht, aber ihr Herz schlug täglich circa 8.000 mal weniger. Abgesichert ist die Studie noch nicht, dazu müsste die gleiche Studie unter vergleichbaren Bedingungen auch in anderen Schulen stattfinden.

Bäume umarmen – ein Hobby von Ökospinnern?

Wer Bäume umarmt, gilt schnell als spleeniger Esoteriker, und tatsächlich finden sich Bücher über die „Kraft“ der Bäume oft zwischen wissenschaftlichem Nonsens wie „keltischem Baumhoroskop“ und „Engeln“ wieder.

Bäume beeinflussen aber erwiesen das Immunsystem. Allein einen Baum vor dem Fenster zu sehen, beschleunigt die Heilung von Patienten in Kliniken. In Waldgebieten sterben weniger Menschen an Krebs als in Regionen ohne Bäume, und das laut Studien, die andere Einflüsse bereits ausgeschlossen hatten.

Der Umweltpsychologe Marc Berman verglich die Baumdichte in Toronto mit den Gesundheitsdaten der Menschen. Das Ergebnis war eindeutiger: Je mehr Bäume in einem Wohngebiet standen, desto geringer wurde das Risiko, HerzKreislauf-Krankheiten zu entwickeln.

Wissenschaftler der Nippon Medical School in Tokio sicherten diesen Effekt empirisch ab: Wer sich einen Tag in einem Wald aufhält, dessen Abwehrzellen im Blut steigen um 50 % und halten sich eine Woche auf diesem Niveau.

Was hat es aber mit dem Bäume umarmen auf sich? Wenn Naturmystiker von dem Kontakt mit Baumgeistern schwärmen, hat das einen wahren Kern: Baumrinde enthält nämlich Terpene, Stoffe, die das menschliche Immunsystem stärken. Auch das fand die Nippon Medical School heraus. Diese Terpentine fördern sogar die Proteine, die den Krebs bekämpfen.

8.000 Terpene und ihnen nahe stehende Terpenoide kennt die Wissenschaft und sie bilden die Basis der äterischen Öle, die Pflanzen produzieren. Hauptsächlich kommen Kohlenwasserstoff-, Glycosid- Ether-, Aldehyd-, Keton-, Carbonsäre- und Alkohlterpene in Bäumen vor.

Das „Sick-Building-Syndrome“

Das „Sick-Building-Syndrome“ bezeichnet unspezifische Symptome wie Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Hautjucken, Augen- und Schleimhautbeschwerden. Diese treten auf in Glas-Stahl-Konstruktionen und abgedichteten Innenräumen.

Professorin Dr. Jasminka Godnic-Cvar vom Institut für Arbeitsmedizin in Wien hält Holzoberflächen für die beste Möglichkeit, diesen Beschwerden vorzubeugen. Sie förderten den allgemeinen Gesundheitszustand sogar statt zu Krankheits-Symptomen zu führen.

Psychische Vorteile von Holz

Dr. Marjut Wallenius untersucht die psychologische Wirkung von Holz auf Menschen und kommt zu dem Ergebnis: „Holz hat eine psychologische Wirkung auf den Menschen und vermindert den Stress in ähnlicher Weise wie die Natur.“

Eine natürliche Umgebung kann depressive Verstimmungen lindern. Bild: Smileys - fotolia
Eine natürliche Umgebung kann depressive Verstimmungen lindern. Bild: Smileys – fotolia

Sie erörtert auch, wie es dazu kommt: „Holzoberflächen tragen dazu bei, dass Innenräume als warm, gemütlich und beruhigend empfunden werden. Bei diesen Eigenschaften übertrifft Holz alle anderen üblichen Oberflächenmaterialien.“

Das Berühren von Holz vermittelt Menschen demzufolge das Gefühl der Geborgenheit. Dementgegen verursacht das Berühren von Aluminium, Plastik oder Stahl einen erhöhten Blutdruck. Am geringsten ist die elektrische Leitfähigkeit der Haut, also das Stress-Niveau in einem Raum mit Holzmöbeln.

Laut Wallenius würde Holz die Raumluft, die Akustik, das Wohlgefühl der Menschen ebenso beeinflussen wie das körperliche Stress-Niveau.

Entgiften mit Holzkohle

Nicht nur der lebendige Wald und unbehandeltes Holz in Möbeln tut der Gesundheit gut, sondern auch Holzkohle ist ein wirksames Heilmittel. Medizinisch verwenden wir es meist zermahlen.

Holzkohle bindet im Organismus kaum Nährstoffe, dafür aber Gifte besser als fast jede andere Substanz. Dabei nimmt der Blutkreislauf sie nicht auf.

Holzkohle bindet DDT, Strychnine, Kerosin, Zyankali, Dieldrin, Malathion und sogar radioaktive Substanzen, außerdem Nikotin, Alkohol, Morphium, Opium und Alkohol. Bei bestimmten Medikamenten sollten wir Holzkohle allerdings nicht zu uns nehmen, da es diese ebenfalls bindet: Aspirin und Penicillin sind dabei die am verbreitetsten.

Bei einer akuten Vergiftung sollten wir sofort versuchen, uns zu erbrechen und danach 30-60 Gramm Aktivkohle in Wasser trinken. Gegen Blähungen hilft ein Esslöffel Holzkohle in einem halben Glas Wasser.

Holzkohle hilft auch bei chronischen Darmentzündungen. Dafür führen wir einen Einlauf durch, nachdem wir die Kohle in Wasser lösten und einige Stunden stehen ließen.

Holzkohle in einem Wundverband hilft, das sie Bakterien und Viren absorbiert. Holzkohle reduziert Schwellungen und lindert Insektenstiche. (Dr. Utz Anhalt) 

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