Augenentzündung: Entzündete Augen

Bei der Diagnose einer Augenentzündung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die von mikroskopischen Untersuchungen mittels einer sogenannten Spaltlampe bis hin zur Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) reichen. (Bild: jyleken/fotolia.com)
Fabian Peters

Augenentzündungen beschreiben ein relativ weites Feld von Beschwerden, die mit entzündlichen Prozessen im Bereich des Auges einhergehen. Je nachdem, welche Partien des Auges dabei von der Entzündung betroffen sind, können sich äußerst unterschiedliche Beeinträchtigungen zeigen. Schlimmstenfalls verbirgt sich hinter den Beschwerden eine Erkrankung, die eine vollständige Erblindung zur Folge hat, weshalb bei Hinweisen auf eine Augenentzündung dringend ein Besuch beim Augenarzt geboten ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptomatik
Ursachen für entzündete Augen
Diagnosestellung
Behandlung
Naturheilkunde bei Augenentzündungen

Definition

Unter Augenentzündungen sind im weitesten Sinne sämtliche entzündlichen Erkrankungen des Auges zu verstehen, wobei diese abhängig von der konkreten Lokalisation weiter unterschieden werden können in die Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Keratitis (Hornhautentzündung), Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut), Retinitis (Netzhautentzündung), Iridozyklitis (Entzündung der Iris) und Skleritis (Entzündung der Außenhaut des Augapfels), Endophthalmitis (Infektion im Auge), Panophthalmitis (Infektion des gesamten Auges). Auch Entzündungen des Tränensacks (Dakryozystitis) und der Augenlider (Blepharitis) sind – ebenso wie das klassische Gerstenkorn (Hordeolum) – im weitesten Sinnen den Augenentzündungen zuzuordnen. Gleiches gilt für Entzündungen des Sehnervs.

close-up of upper eye lid swell after nose job plastic surgery
Augenentzündung treten in äußerst unterschiedlichen Formen auf, wobei auch die Augenlider betroffen sein können. (Bild: geargodz/fotolia.com)

Symptomatik

Die Symptomatik der Augenentzündung kann abhängig von den jeweils betroffenen Bereichen deutlich variieren, wobei die Beschwerden von leichtem Augenjucken und Tränen der Augen bis hin zu massiven Schmerzen und einem zunehmenden Verlust der Sehkraft reichen. Ein detailliertere Beschreibung der jeweiligen Symptome folgt anschließend im Zusammenhang mit den Ausführungen zu den verschiedenen Formen der Augenentzündung.

Ursachen für entzündete Augen

Wie bereits dargestellt, lassen sich die Augenentzündungen in zahlreiche verschiedene Erscheinungsformen untergliedern, deren Symptome sich ebenso wie ihre Ursachen deutlich voneinander unterscheiden können.

Bindehautentzündung / Konjunktivitis
Bindehautentzündungen bilden die wohl bekannteste Form der Entzündungen im Augenbereich und sind relativ weit verbreitet. Sie können auf Allergien, mechanische Reizungen (beispielsweise durch falsch gewachsene Wimpern) sowie bakterielle, virale, mykogene oder parasitäre Infektionen zurückgehen. Typische Beschwerden sind eine Rötung der Augen, Augenjucken, -brennen und -tränen sowie Augenlidschwellungen und ein Verkleben der Augenlider. Für die Betroffenen ist die Bindehautentzündung meist äußerst lästig, jedoch mit keinen gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen verbunden. Bei einer Infektion kann sich diese jedoch schlimmstenfalls ausweiten und auf die Hornhaut übergehen, was deutlich umfassendere Beschwerden und unter Umständen sogar eine Beeinträchtigung der Sehkraft mit sich bringt.

Hornhautentzündung / Keratitis
Eine Hornhautentzündung kann ähnlich wie die Bindehautentzündung auf zahlreiche unterschiedliche Auslöser zurückgehen, wobei neben den mechanischen und chemischen Reizungen auch ein Übermaß an UV-Licht zu nennen ist. Des Weiteren können Infektionen mit Bakterien (zum Beispiel spezielle Staphylokokken und Streptokokken), Viren (zu Beispiel Herpesviren, Adenoviren), Pilzen (zum Beispiel spezielle Hefepilze) und Amöben eine Keratitis bedingen. In seltenen Fällen führt eine Schädigung des Nervus trigeminus ebenfalls zu einer Entzündung der Hornhaut. Die Betroffenen einer Keratitis zeigen deutliche Veränderungen der Hornhautstruktur, die neben einer Trübung auch die Bildung von Geschwüren auf der Hornhaut umfassen können. Des Weiteren sind nicht selten unkontrollierte Gefäßneubildungen im Hornhautbereich und begleitende Entzündungen der Iris zu beobachten.

Die Symptome der Hornhautentzündung umfassen Augenrötungen, ein Fremdkörpergefühl im Auge, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, Trübungen der Hornhaut, Beeinträchtigungen der Sehschärfe und starke Augenschmerzen. Da die Hornhaut im Verlauf der Erkrankung zunehmend geschädigt wird, droht den Betroffenen eine dauerhafte Beeinträchtigung der Sehkraft. Eine vermehrte Sekretabsonderung, wie sie bei einer Bindehautentzündung auftritt, ist bei einer Keratitis nicht zu verzeichnen.

Uveitis / Entzündung der mittleren Augenhaut
Die mittlere Augenhaut wird aus der Regenbogenhaut (Iris), der Aderhaut (Choroidea) und dem Strahlenkörper (auch Ziliarkörper oder Corpus ciliare) gebildet. Eine Entzündung der mittleren Augenhaut (medizinischer Fachbegriff: Uveitis) kann sich demnach an verschiedenen Stellen im Auge manifestieren. Entsprechend unterschiedlich sind die begleitend auftretenden Beschwerden. Ist beispielsweise die Iris und der Bereich des vorderen Glaskörpers betroffen (Iridozyklitis), ähneln die Beschwerden denen einer Bindehautentzündung. Patienten mit einer Entzündung der Aderhaut leiden indes häufiger an einer Beeinträchtigung der Sehschärfe, zeigen ansonsten jedoch oftmals zunächst keine weiteren auffälligen Beschwerden. Ist die gesamte mittlere Augenhaut entzündet, leiden die Betroffenen sowohl an Augenrötungen, Augenschmerzen, Augenjucken, Lichtempfindlichkeit und Co als auch an erheblichen Beeinträchtigungen der Sehkraft.

Als Ursachen der Uveitis sind vor allem virale (beispielsweise mit Herpesviren oder Rötelnviren), bakterielle, mykogene und parasitären Infektionen zu nennen. Neben lokalen Infektionen der mittleren Augenhaut können auch systemische Erkrankungen, wie Beispielsweise die durch Zecken übertragene Borreliose, zu einer Uveitis führen. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang der Uveitis mit verschiedenen Autoimmunkrankheiten und zahlreichen weiteren Erkrankungen – wie beispielsweise Morbus Bechterew oder Morbus Crohn – diskutiert. Allgemein gelten akute Entzündungen der Regenbogenhaut als typisches Begleitsymptom bei entzündlichen-rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule. Durch die Entzündungsprozesse wird auch die mittlere Augenhaut in Mitleidenschaft gezogen und schlimmstenfalls dauerhaft geschädigt. Langfristig droht den Patienten bei einer Uveitis der vollständige Verlust ihrer Sehkraft, insbesondere wenn die Entzündung im Rahmen einer sogenannten Chorioretinitis neben der Aderhaut auch die Netzhaut betrifft und hier eine zunehmende Gewebedegeneration bewirkt. Ist alleine die Netzhaut entzündet, wird dies als Retinitis bezeichnet. Auch sie kann zu einer Netzhautdegeneration und dem Verlust des Sehvermögens führen.

Entzündungen des Tränensacks (Dakryozystitis) und der Tränendrüse (Dakryoadenitis)
Ist der Tränensack entzündet, zeigt sich das Gewebe um den inneren Lidwinkel des Auges oftmals deutlich gerötet, geschwollen und schmerzhaft druckempfindlich. Über die sogenannten Tränenpünktchen tritt wiederholt Eiter aus und unter Umständen bildet sich ein Abszess, was zu schwerwiegenden weiteren Beeinträchtigung und schlimmstenfalls der Entwicklung einer lebensbedrohlichen Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) führen kann. Bricht die Eiteransammlung nach außen durch und bildet sich dabei eine offene Verbindung, wird dies als Fistel beziehungsweise Tränensackfistel bezeichnet. Die Dakryozystitis geht meist auf eine Abflussstörung der Tränenflüssigkeit mit anschließender, übermäßiger Vermehrung von Bakterien im Inneren des Tränensacks zurück. Bei einer Entzündung der Tränendrüse ist das Augenoberlid schmerzhaft geschwollen und nicht selten bildet sich bei der Dakryoadenitis ebenfalls ein Abszess. Auch hier ist ein Eiterdurchbruch nach außen und die Entstehung einer Fistel möglich.

Entzündung der Augenlider / Blepharitis
Augenlidentzündungen bedingen eine deutliche Rötung und Schwellung der Augenlider, die oftmals von einem starken Juckreiz sowie mitunter von einem schmerzhaften Brennen begleitet wird. Die Wimpern sind verklebt und beginnen unter Umständen langsam auszufallen. Gemäß ihren Ursachen lassen sich die Entzündungen des Augenlids in schuppende Lidentzündungen im Zuge einer allgemeinen Hautkrankheit, allergische Lidentzündungen (zum Beispiel als Reaktion auf unverträgliche Kosmetika) und infektiöse Lidentzündungen (meist bedingt durch Bakterien oder Viren) unterscheiden. Nicht selten ist die Augenlidentzündung auch im Zusammenhang mit einer Bindehautentzündung zu beobachten.

Eine spezielle Form der Augenlidentzündung bildet das Gerstenkorn. Das Gerstenkorn ist ein relativ weit verbreitetes Beschwerdebild, bei dem eine Entzündung der Augenlid-Drüsen zu einer deutlichen Rötung und schmerzhaften Schwellung des Augenlids führt. Es wird zwischen einem Hordeolum externum, bei dem die Moll-Drüsen (Schweißdrüsen im Bereich des Augenlids) oder Zeis-Drüsen (Talgdrüsen im Bereich des Augenlids) betroffen sind, und dem Hordeolum internum, bei dem insbesondere die Meibom-Drüsen (Talgdrüsen am Lidrand) entzündet sind, unterschieden. Die Eiteransammlung kann im Zuge eines Hordeolum externum nach außen, im Falle eines Hordeolum internum nach innen durchbrechen. Hervorgerufen wird das Gerstenkorn in den meisten Fällen durch eine lokale bakterielle Infektion mit Staphylokokken (gelegentlich auch Streptokokken). Schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen sind in der Regel bei einem Gerstenkorn nicht zu befürchten. Das Gerstenkorn bricht normalerweise innerhalb weniger Tage auf und heilt anschließend von alleine ab. Sollte das Gerstenkorn nicht aufbrechen, droht jedoch die Entwicklung eines Lidabszesses, weshalb hier eine chirurgische Öffnung und Entfernung der Eiteransammlung geboten ist. Leiden Patienten wiederholt an einem Gerstenkorn, kann dies auf eine allgemeine Schwächung des Immunsystems, beispielsweise im Zuge einer Diabetes-Erkrankung, hinweisen. Das Risiko rezividierender Infektionen wird darüber hinaus zum Beispiel durch die Verwendung von Kosmetika im Augenbereich und das Tragen von Kontaktlinsen erhöht.

Endophthalmitis / Entzündung im Glaskörper des Auges
Die Endophthalmitis ist eine Entzündung im Inneren des sogenannten Glaskörpers. Sie bildet eine besonders schwere Form der Augenentzündungen und führt nicht selten zu einem vollständigen Verlust der Sehkraft. Neben den Beeinträchtigungen der Sehschärfe gelten Augenschmerzen, akute Rötungen des Auges und Schwellungen der Bindehaut als typische Hinweise auf eine Endophthalmitis. Der Entzündung des Glaskörpers liegt meiste eine bakterielle Infektion zugrunde, wobei die Erreger nicht selten im Zuge einer Augenoperation oder einer Verletzung von außen eingebracht werden. Weniger verbreitet sind sekundäre Entzündungen des Glaskörpers im Zuge einer allgemeinen systemischen Infektionskrankheit.

Panophthalmitis / Entzündung des gesamten Auges
Geht die Entzündung vom Glaskörper auf die gesamte Struktur des Auges über, wird dies als sogenannte Panophthalmitis bezeichnet. Sie bildet die schwerwiegendste Form der Augenentzündung und bedingt oftmals einen vollständigen Verlust der Sehkraft sowie mitunter des gesamten Auges. Im Bereich des Auges bilden sich im Zuge der Panophthalmitis vermehrte Eiteransammlungen und das befallene Gewebe beginnt allmählich abzusterben. Auch kann die Infektion auf das zweite Auge übergehen. Als Ursache werden vor allem Verletzungen des Auges und das hiermit verbundene Eindringen von Keimen genannt. Die Erreger können in seltenen Fällen (beispielsweise bei einer Blutvergiftung) jedoch auch über die Blutbahn zum Auge gelangen und hier eine Panophthalmitis verursachen.

Neuritis nervi optici / Entzündungen des Sehnervs
Im weitesten Sinne sind auch Entzündungen des Sehnervs den Augenentzündungen zuzurechnen, wobei der Verlust der Sehschärfe und Schmerzen im Bereich der Augenhöhle als Leitsymptome gelten. Ursache der Sehnerventzündung können Erkrankungen des zentralen Nervensystems (beispielsweise Multiple Sklerose), toxische Einflüsse (zum Beispiel durch übermäßigen Alkoholkonsum) oder auch bestimmte Infektionskrankheit wie Typhus, Fleckfieber oder Diphtherie sein. Zudem ist eine Ausweitung von Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitis) auf den Sehnerv möglich. Des Weiteren gelten spezielle Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und extremer Bluthochdruck als Risikofaktoren für eine Neuritis nervi optici.

Bei der Diagnose einer Augenentzündung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die von mikroskopischen Untersuchungen mittels einer sogenannten Spaltlampe bis hin zur Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) reichen. (Bild: jyleken/fotolia.com)
Bei der Diagnose einer Augenentzündung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die von mikroskopischen Untersuchungen mittels einer sogenannten Spaltlampe bis hin zur Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) reichen. (Bild: jyleken/fotolia.com)

Diagnosestellung

Um eine Augenentzündung beziehungsweise deren verschiedene Erscheinungsformen eindeutig zu diagnostizieren, stehen zahlreiche, zum Teil hochspezialisierte, augenärztliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Meist ergeben sich jedoch bereits aus dem Erscheinungsbild der Augenentzündung und der Symptombeschreibung durch die Patienten relativ deutliche Hinweise auf die zugrundeliegende Erkrankung. Anschließende vielfach angewandte Diagnoseverfahren sind um Beispiel mikroskopische Untersuchungen der vorderen, mittleren und hinteren Augenabschnitte mittels einer sogenannten Spaltlampe (Spaltlampenmikroskopie) sowie die Spiegelung des Augenhintergrundes mit Hilfe eines Ophthalmoskops (Ophthalmoskopie). Darüber hinaus steht ein breites Spektrum weiterer Diagnoseverfahren zur Verfügung, das von der Untersuchung des Auflösungsvermögens der Netzhaut (mit Hilfe eines Retinometers) über die Untersuchung des Kammerwinkels (mit Hilfe eines sogenannten Gonioskops beziehungsweise Kontaktglases) und die Überprüfung der Hornhauttopographie (mittels Keratograf) bis hin zur Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) reicht.

Welche augenärztlichen Untersuchungsmethoden im Einzelnen erforderlich werden, hängt maßgeblich von der Form der Augenentzündung ab. Ist eine bakterielle, virale, mykogene oder parasitäre Infektion Ursache für Entzündungen im Augenbereich, spielt die Bestimmung der Erreger im Labor für die erfolgreiche Behandlung eine maßgebliche Rolle. Blutuntersuchungen liefern darüber hinaus unter anderem Hinweise auf vorliegende systemische Infektionskrankheiten beziehungsweise allgemeine Erkrankungen. Auch kann ein Allergietest zum Beispiel bei wiederholten Bindehautentzündung sinnvoll sein. Wird eine Sehnerventzündung vermutet, dient die sogenannte kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie (MRT) zur Sicherung der Diagnose. Da einige Formen der Augenentzündung zu einem vollständigen Verlust des Sehvermögens und schlimmstenfalls sogar zum Tod der Patienten führen können, sollte bei verdächtigen Symptome in jedem Fall ein Augenarzt konsultiert werden. Dies gilt auch für vermeintlich harmlose Augenzündungen, wie beispielsweise das Gerstenkorn, wenn sie nach einigen Tagen nicht von alleine abklingen.

Behandlung

Die Behandlung der Augenentzündung ist grundsätzlich an den zugrundeliegenden Erkrankungen auszurichten und kann sich demnach von Fall zu Fall deutlich unterscheiden. Dies gilt in ähnlicher Form auch für die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder, wie beispielsweise der Bindehautentzündung. Wird diese durch Bakterien bedingt, ist eine Behandlung mit Antibiotika vorgesehen. Bei allergischen Bindehautentzündungen sollte der Kontakt mit den Allergenen möglichst gemieden und unter Umständen eine sogenannte Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Virale Bindehautentzündungen lassen sich indes deutlich schlechter beziehungsweise nur sehr eingeschränkt therapeutisch bekämpfen. Hier kommen sogenannte Virostatika zum Einsatz. Allgemein wird Patienten mit einer Bindehautentzündung empfohlen, Zugluft und weitere Reizungen der Bindehaut möglichst zu meiden. Auch kann – ähnlich wie bei vielen andern Formen der Augenentzündung – das Tragen einer Schutzbrille angebracht sein.

Bei einer Entzündung der Hornhaut sind die möglichen Behandlungsansätze vergleichbar variabel, wie bei der Konjunktivitis. Gegen eine bakteriell bedingte Keratitis wird zum Beispiel meist mit antibiotikahaltigen Augentropfen vorgegangen. Gegen Hornhautentzündung, die Folge eines trockenen Auges sind, kommen befeuchtende Augentropfen zum Einsatz und bei zugrundeliegenden Virusinfektionen können Virostatika angewandt werden, die jedoch oftmals nur eine eingeschränkte Wirkung zeigen. Bilden sich im Zuge der Keratitis Geschwüre auf der Hornhaut, kann im Zuge eines chirurgischen Eingriffs zudem eine sogenannte Amnionmembran-Transplatation erfolgen. Das Amnion (innerste Eihaut in der Fruchtblase) wird als Gewebespende (bei jedem Geburtsvorgang verfügbar) entnommen und anschließen als eine Art Verband auf das Auge beziehungsweise die Hornhaut transplantiert. Das Amnionmembran zeigt dabei eine antiinflammatorische (entzündungshemmende) und vernarbungshemmende Wirkung. Außerdem entfalten die enthaltenen Wachstumsfaktoren eine positive Wirkung auf die Wundheilung des okulären Oberflächenepithels. Nach einiger Zeit löst sich das transplantierte Gewebe von alleine auf.

Zeigt sich die Augenentzündung in Form einer Uveitis sind neben einer Behandlung der Ursachen (zum Beispiel mit Antibiotika oder Virostatika) verschiedene weitere medikamentöse Maßnahmen erforderlich, die unter anderem dazu dienen sollen, Folgeschäden wie zum Beispiel ein Verkleben von Iris und Linse, zu vermeiden. Zu diesem Zweck werden Augentropfen verabreicht, die eine Erweiterung der Pupille bewirken. Auch kommen häufig kortisonhaltige Augensalben zum Einsatz. Bei schweren Verlaufsform werden zudem Kortisontabletten verordnet und unter Umständen erfolgt eine Kortison-Injektion direkt unter die Bindehaut.

Ist der Tränensack entzündet, geht dies in der Regel auf eine bakterielle Infektion zurück und die Behandlung erfolgt mit entsprechenden Antibiotika. Hat sich bereits ein Abszess gebildet, ist eine chirurgische Öffnung beziehungsweise Beseitigung erforderlich, um weitergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Der zugrundeliegende Verschluss der Tränenwege, welcher die krankhafte Vermehrung der Bakterien im Inneren des Tränensacks erst ermöglicht hat, wird nach dem Abklingen der Entzündung therapeutisch versorgt. Im Zuge eines operativen Eingriffs werden die Tränenwege in ihrer Funktion wieder hergestellt oder es erfolgt die Schaffung eines zusätzlichen künstlichen Abflussweges Richtung Nase. Sowohl bei der Tränensackentzündung als auch bei der Tränendrüsenentzündung können feuchte, warme und desinfizierende Umschläge zur Linderung beitragen und den Heilungsverlauf begünstigen. Die Tränendrüsenentzündung, wird ihrerseits ebenfalls mit Antibiotika therapiert, wenn eine bakterielle Infektion Ursache der Beschwerden ist. Ansonsten sind die Patienten hier verstärkt auf ihre Selbstheilungskräfte angewiesen. Allerdings können Augentropfen, die das Auge weiterhin feucht halten, und Schmerzmittel (insbesondere bei schwerem Krankheitsverlauf) den Betroffenen eine deutliche Linderung verschaffen.

Bei einer Entzündung der Augenlider sollten zunächst jegliche belastenden Faktoren, wie das Tragen von Kontaktlinsen oder die Verwendung von Augenkosmetika, dringend eingestellt werden. Der Lidrand bedarf hier einer besonders hygienischen Pflege. Warme, feuchte Kompressen können zudem dazu beitragen, das Sekret in den Augenlid-Drüsen wieder zu verflüssigen beziehungsweise die verstopften Drüsen zu öffnen, so dass bei leichten Druck in Form einer Lidmassage das angesammelte Sekret entweichen kann. Liegt der Blepharitis eine Infektion mit Bakterien oder Viren zu Grunde, ist eine medikamentöse Therapie auf Basis von Antibiotika beziehungsweise Virostatika vorgesehen. Hier sollte möglichst auch auf die feucht-warmen Kompressen verzichtet werden, da eine Verschleppung der Erreger droht. Gegen allergisch bedingte Augenlidentzündungen wird nicht selten mit Hilfe von Kortison vorgegangen, allerdings ist dessen Einsatz nur über einen sehr begrenzten Zeitraum möglich.

Ein Gerstenkorn bedarf zwar in den meisten Fällen keiner therapeutischen Versorgung, doch bestehen verschiedene Möglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsverlauf zu positiv zu beeinflussen. Hier sind vor allem desinfizierende Augensalben zu nennen. Schwere Verlaufsformen, bei denen sich das Gerstenkorn nicht von alleine öffnet und abheilt, bedürfen einer augenärztlichen Behandlung, bei der mittels einer sogenannten Inzision (Einstich) das Gerstenkorn geöffnet und der Abfluss des Eiters ermöglicht wird. Bei einem Gerstenkorn sind feucht-warme Kompressen und der Versuch, durch Druck eine Öffnung des Gerstenkorns zu erreichen, kontraindiziert und dringend zu vermeiden.

Eine Endophthalmitis wird in der Regel mit Antibiotika therapiert, wobei diese als Augentropfen, Injektionen ins Auge oder intravenöse Infusionen verabreicht werden können. Orale Antibiotika dienen der Unterstützung der Therapie. Lässt sich die Entzündung auf diesem Wege nicht beherrschen, bleibt die Möglichkeit einer sogenannte Vitrektomie, bei der auf operativem Wege gezielt befallenes Gewebe aus dem Glaskörper entfernt wird. Schlimmstenfalls kann auch die Entfernung des kompletten Auges erforderlich werden. Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Panophthalmitis stimmen im Wesentlichen mit denen bei einer Endophthalmitis überein.

Bei einer Sehnerventzündung sind die Behandlungsoptionen in vielen Fällen äußerst eingeschränkt. Zwar können zugrundeliegende bakterielle Infektionen mittels Antibiotika durchaus erfolgreich therapiert werden. Doch geht die Sehnerventzündung zum Beispiel auf eine Erkrankung des zentralen Nervensystems zurück, bestehen nur begrenzt Möglichkeiten zur therapeutischen Versorgung. Nicht selten werden sogenannte Kortikosteroide, aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung, zur Behandlung der Sehnerventzündung eingesetzt.

Naturheilkunde bei Augenentzündungen

Die Naturheilkunde bietet eine Vielzahl von Behandlungsoptionen, die insbesondere bei den leichteren Formen einer Augenentzündung durchaus beachtliche Heilungserfolge erzielen können. Aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde ist hier vor allem Augentrost (Euphrasia) zu nennen. Die Extrakte der Heilpflanze haben sich insbesondere bei der Behandlung von Bindehautentzündungen und Hornhautentzündungen bewährt. Sie kommen meist in Form homöopathischer Augentropfen zur Anwendung. Weitere homöopathische Mittel, die gegen Bindehautentzündungen eingesetzt werden, sind zum Beispiel Aconitum napellus, Arsenicum album, Dulcamara und Hepar sulfuris calcareum. Hepar sulfuris ist – neben Apis und Silicea – auch eines der vielfach angewandten Homöopathika bei Augenentzündungen in Form eines Gerstenkorns. Sowohl bei den Bindehaut- und Hornhautentzündungen als auch bei einem Gerstenkorn setzt die Naturheilkunde darüber hinaus auf Kompressen aus Fencheltee, wobei hier jedoch eine gewisse Vorsicht beziehungsweise strenge Hygiene geboten ist, um eine Verschleppung vorhandener Erreger zu vermeiden.

Zwar stehen zahlreiche naturheilkundliche Ansätze zur Behandlung der unterschiedlichen Augenentzündungen zur Verfügung, doch schwerwiegende Formen, wie beispielsweise eine Endophthalmitis lassen sich mit Hilfe der Naturheilkunde nur sehr begrenzt therapieren und bedürfen in jedem Fall einer konventionellen augenärztlichen Behandlung. (fp)