Bandscheibenvorfall: Ursachen und Diagnose

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Bandscheibenvorfall Symptome und Ursachen

Ein Bandscheibenvorfall bezeichnet das Austreten von Material aus einer Bandscheibe. Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbel der Wirbelsäule und gewährleisten Elastizität und Stabilität und agieren als Stossdämpfer. Bei einem Vorfall reisst die äussere Hülle und Material aus der Bandscheibe tritt aus.

Bandscheibenvorfall:
Synonyme
Beschwerden und Symptome
Diagnose Bandscheibenvorfall
Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

Synonyme

BSV, Bandscheibenprolaps, Prolaps, Diskusprolaps, Nukleus Pulposus Prolaps, Vorfall, Nucleus Pulposos Prolaps, Bandscheibe, herniated disc, herniated disk, herniated vertebral disk, herniated vertebral disc, slipped disk, slipped disc, dorsales Schenkeltriggerband, Stieraugenhernie, dorsales LWS- Triggerband, Zylinderdistorsion des unteren Rückens, Enfaltdistorion des unteren Rückens, Bandscheibenvorfall, Vorfall der Bandscheibe.

Bandscheibenvorfall

Beschwerden und Symptome beim Bandscheibenvorfall

Fälschlicherweise wird von vielen Menschen bei Rückenschmerzen oder Kreuzschmerzen gesagt „Mir tut die Bandscheibe weh“ oder „Ich hab Bandscheibe“. Einen Bandscheibenvorfall bemerkt man eigentlich nur, wenn das ausgetretene Material auf einen Nerven drückt. Meistens sind dann die Schmerzen auch nicht am Rücken, sondern im Verlauf des abgeklemmten Nerven, zumeist im Verlauf des Ischias an der Rückseite des Beines.

Wenn Rückenschmerz in der Lendenwirbelsäule auftritt, dann ist dies meist an den kleinen Wirbelgelenken, die nach den Bandscheiben etwa 25 Prozent des Drucks auf die Wirbelsäule tragen. Diese Wirbelgelenke besitzen in sich einen kleinen Meniskus, der wohl eingeklemmt werden kann und die sehr reich mit Nervenfasern bestückt sind. Wohingegen die Bandscheiben kaum sensible Versorgung besitzen.

Diagnose Bandscheibenvorfall

Eine sichere Diagnose stellen bildgebende Verfahren wie CT und MRT dar. Wobei alleine die Feststellung eines Vorfalls noch keine therapeutische Option bietet. Insofern nicht ganz gravierende Symptome auftreten, wie Lähmungen oder gravierende Funktionsstörungen oder Schmerzen an den Beinen oder Organen, ist ein Bandscheibenvorfall als Verursacher von Beschwerden mittlerweile nicht unumstritten. Denn es gibt auch viele Fälle, in denen ein bildgebendes Verfahren einen oder mehrere Bandscheibenvorfälle nachweist, die Betroffenen aber keine Beschwerden angeben.

Das passiert bei einem Bandscheibenvorfall. (Bild: Henrie/fotolia)
Das passiert bei einem Bandscheibenvorfall. (Bild: Henrie/fotolia)

Auch ist die manuelle Diagnostik wird diskutiert. Das sogenannte Lasègue-Zeichen, bzw. der Lasègue- Test, bei dem am liegenden Patienten das Bein angehoben und so eine Dehnung des Ischaisnerven druchgeführt wird, gilt nicht mehr als sicher. Denn der Ischiasnerv kann auch nach dem Austritt aus der Wirbelsäule im Gesäß durch den Piriformis- Muskel abgeklemmt und gereizt werden. Ausserdem gibt es Behandlungsmethoden wie das Fasziendistorsionsmodell oder McKenzie, die nachgewiesene Bandscheibenvorfälle behandeln.

Ursachen für einen Bandscheibenvorfall

In der manuellen Diagnostik, wie der Osteopathie, schaut man sich bei CT- oder MRT- Bildern von Bandscheibenvorfällen auf den Bildern mittlerweile auch die darunter und darüber liegenden Segmente der Wirbelsäule an. Denn man geht davon aus, dass man das belastete Segment entlasten muss. Da die Bandscheiben in der Regel eine Menge an Belastung aushalten, muss es etwas gegeben haben, was diese ansich sehr robusten und kompensationsfähigen Strukturen schädigt. Dazu kann eine Überlastung gehören, wenn beispielsweise die häufig betroffenen unteren Segmente vierter und fünfter Lendenwirbel quasi kollabieren, weil die darüber liegenden Segmente der Lendenwirbelsäule fest sind und die darunter liegenden ständig kompensieren und zuviel leisten mussten.

Ein anderer oder weiterer Grund könnte in einer mangelnden Ernährung der Bandscheiben in der Zeit vor dem Vorfall liegen. Die Bandscheiben werden optimal ernährt, wenn sie einen Wechsel aus Druck und Entlastung haben. Diese Pumpe sorgt für eine gut ernährte Bandscheibe, die natürlich auch gut funktioniert und Belastungen aushalten kann. Eventuell ist die Ernährung durch vieles Sitzen vermindert und die Bandscheibe nicht mehr belastungsfähig. Anzunehmen ist, dass es wohl mehrere Faktoren sind, die überhaupt zu Beschwerden führen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie)