Bauchspeicheldrüsenentzündung

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Pankreatitis

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine Entzündung des Pankreas, die akut oder chronisch auftreten kann und in vielen Fällen durch bestehende Gallensteine oder Alkoholmissbrauch verursacht wird. In schweren Fällen verläuft die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung lebensbedrohlich, während die chronische Pankreatitis zu einem Verlust der Drüsenfunktion mit Verdauungsstörungen und Diabetes führen kann.

Inhaltsverzeichnis:
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Ursachen
Symptome
Konventionelle Behandlung
Behandlung in der Naturheilkunde

Ursachen

Ursächlich für die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist häufig ein Rückstau von Verdauungssäften, wenn durch Steine in der Gallenblase bzw. den Gallenwegen der Abfluss blockiert wird. Auch Alkoholexzesse lösen die akute Pankreatitis aus. Daneben können Traumata (Schläge, Stöße), Medikamente, virale oder bakterielle Infektionen für die Krankheit verantwortlich sein. In etwa 25% der Fälle bleibt die eigentliche Ursache jedoch unklar. Als Hauptursache für die Entwicklung einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung gilt konventionell ein andauernder Alkoholmissbrauch.

Bauchspeicheldrüsenentzündung
Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können lebensbedrohlich werden

In der Naturheilkunde werden bei Krankheiten der Bauchspeicheldrüse stets auch Störungen der Darmschleimhaut in Betracht gezogen, wo Vorstufen von Enzymen zur Aktivierung des Pankreas gebildet werden. Häufig liegen Darmallergien, Darmdysbiose und Leaky Gut-Syndrom vor, die zum Rückgang der Darmschleimhaut führen. Kommen schwächende Belastungen wie Alkoholmissbrauch, bakterielle oder virale Belastung und Rückstau der Verdauungsenzyme hinzu, ist der Pankreatitis der Weg geebnet.

Symptome

Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Sie entsteht durch eine Selbstandauung der Bauchspeicheldrüse durch die eigenen Verdauungsenzyme und zeigt sich typischerweise mit starken Bauchschmerzen, die vom Oberbauch gürtelförmig in den Rücken (Rückenschmerzen) ausstrahlen. Dazu kommen Übelkeit und Erbrechen, Blähungen sowie Anzeichen von Darmlähmung (paralytischer Ileus). Vegetative Symptome wie Blässe, Schwindel und kalter Stirnschweiß deuten auf einen drohenden Kreislaufschock hin. Als Komplikation können Abszesse, Zysten und kleine Blutgerinnsel entstehen, auch eine Peritonitis ist möglich.

Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung kann kontinuierlich oder schubweise verlaufen. Auch hier stehen gürtelförmig verlaufende Oberbauchschmerzattacken im Vordergrund, die anfallweise über Stunden bis Tage andauern und vor allem nach fettreichem Essen oder Alkoholgenuss auftreten. Obwohl es bereits in der Frühphase der Erkrankung zu starker Gewichtsabnahme kommt, zeigen sich Verdauungsstörungen und Blutzuckerentgleisungen als weitere Beschwerden erst, wenn ca. 90% der Bauchspeicheldrüse zerstört ist, weil dann sowohl die Funktion als Verdauungsdrüse als auch die Insulinproduktion erheblich eingeschränkt ist. Komplikationen können wie bei der akuten Form als Zysten und Blutgerinnsel im Pankreasgewebe auftreten.

Konventionelle Behandlung

Bei einer akuten Pankreatitis werden hauptsächlich im Krankenhaus (Intensivstation) die Kreislauffunktionen beobachtet, über Infusionen werden Nährstoffe und Flüssigkeit und Schmerzmittel zugeführt, während die orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme eingestellt wird. Verdauungssäfte werden abgesaugt um weiter Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse zu verhindern. Manchmal folgen später operative Eingriffe, z.B. um abgestorbene Gewebsreste zu entfernen. Nach Abklingen der hochakuten Symptomatik wird stufenweise die Ernährung aufgebaut. Danach steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Eine komplette Ausheilung ist möglich.

Die chronische Pankreatitis ist ein langwieriger Krankheitsprozess, dafür aber selten lebensbedrohlich. Bei Symptomschüben gleicht die Behandlung der einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Danach wird auf fettarme, kohlenhydratreiche Nahrung in kleinen Portionen umgestellt. Weiterhin werden bei Mangel Verdauungsenzyme verabreicht und der Blutzuckerspiegel kontrolliert und bei Bedarf diätetisch oder Medikamentös (Insulin) ausgeglichen. Völlige Alkoholkarenz ist für eine Ausheilung unabdingbar.

Behandlung in der Naturheilkunde

Schwere oder unklare Verläufe sollten aufgrund der zum Teil lebensbedrohlichen Folgen stets konventionell überwacht und therapiert werden.

Im Anfangsstadium und begleitend können Naturheilverfahren eingesetzt werden, um Symptome zu lindern und die Bauchspeicheldrüse zu stärken. Darüber hinaus ist die Grunderkrankung (z.B. Gallensteine) therapeutisch einzubeziehen. Sind die Ursachen nicht bekannt, können Akupressur, Ohrakupunktur, Bachblütentherapie und Fußreflexzonentherapie die Selbstheilung anregen. Um die Infektion zu bekämpfen, wird beispielsweise Propolistinktur empfohlen, die innerlich und äußerlich (als Einreibung des Oberbauches) angewendet wird.

Homöopathisch wird nach den Symptomen behandelt, es existieren auch zahlreiche Fertigpräparate mit Wirkung auf die Bauchspeicheldrüsenfunktion. Leichte Blutzuckerentgleisungen können manchmal phytotherapeutisch ausgeglichen werden, z.B. mit Zubereitungen aus Heildelbeerblättern, Schafgarbe oder Bohnenschalen. Hintergründe der bestehenden Alkoholabhängigkeit können in der Naturheilpraxis (evtl. nach einer Entziehungskur) mithilfe von systemischer Beratung, klientenzentrierter Gesprachstherapie, lösungsorientierter Hypnose, Psychokinesiologie und weiteren alternativen Methoden aufgearbeitet werden. (Dipl.-Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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