Borreliose

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Borreliose ICD-10: A69.2

Durch einen Zeckenstich übertragen, breiten sich die Erreger der Lyme Borreliose im menschlichen Körper aus und können in typischen Stadien das komplexe Krankheitsbild der Borreliose verursachen. Die Borreliose kann aber auch lange ohne Symptome bleiben, sodass auftretende Beschwerden nicht mehr unbedingt mit dem Zeckenstich in Verbindung gebracht werden. Besteht die beste Maßnahme nach wie vor in einem ausreichenden Schutz vor Zeckenstichen, gibt es im Bereich der Naturheilkunde auch Behandlungsmöglichkeiten bei bestehender Borreliose.

Inhaltsverzeichnis:
Borreliose
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Borreliose
Ursachen von Borreliose
Heilpraktiker dürfen Borreliose behandeln
Naturheilkunde bei Borreliose
Quellen und weiterführende Literatur

Mehr zum Thema:

Synonyme

Lyme-Borreliose, Lyme-Krankheit, Lyme-disease, Borrelia burgdorferi, Zecke, Zeckenstich, Zeckenbiss, Zeckenkrankheit, Zeckenborreliose, Erythema migrans, Acrodermatits chronic atrophicans, Spirochäten, Multiple Sklerose bei Borreliose.

Borreliose
Borreliose kann durch einen Zeckenstich übertragen werden

Symptome und Beschwerden bei Borreliose

Drei Stadien kennzeichnen typischerweise das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose.

1. Stadium – Lokalstadium Borreliose
Der eindeutige, aber nicht zwingend erkannte, Beweis für einen Zeckenbiss ist das Erythema migrans, ein roter sich ausweitender Hautausschlag.

Das erste Stadium ist durch grippeähnliche Symptome geprägt und wird aufgrund dessen oft nicht als erstes Anzeichen einer Borreliose erkannt. Typischerweise kommt es neben einer generellen Abgeschlagenheit zu Fieber, Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen, begleitet von entzündlichen Symptomen wie Bindehautentzündung, Lymphknoten- und Lymphstrangschwellungen, Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis)und Bronchitis.
Im Übergang zwischen dem ersten und zweiten Stadium können Lymphozytome v. a. an den Ohren, im Genitalbereich und an den Brustwarzen. Diese stellen sich als blasse blau-rötliche Schwellungen oder Knötchen dar. Diese gehen oft mit Lymphknotenschwellungen einher.

Borreliose 2. Stadium
Das zweite Stadium setzt nach Wochen oder erst Monaten ein. Das Erythem breitet sich weiter aus und der Erreger verteilt sich über die Lymphbahnen und Nervenfasern. Das zweite Stadium ist gekennzeichnet durch Rückenmarkserkrankungen, Nervenentzündungen in peripheren Gebieten und weiteren neuronalen Störungen, aber charakteristisch ist eine Fazialparese, also eine halbseitige Gesichtslähmung.

Auch andere Organe können befallen sein. So kann es z. B. zu einer Lyme-Karditis, also einer Entzündung des Herzens und daraus resultierend zu Herzrhythmusstörungen kommen. Ein Befall der Leber, des Magens und des Darms kann ebenfalls auftreten. Durch die Beeinflussung der Niere und Blase kann es bis hin zu Inkontinenz kommen. Sowohl im zweiten als auch dritten Stadium kann es zur Fibromyalgie kommen.

Borreliose 3. Stadium
Mehrere Monate oder Jahre nach dem Biss treten weitere Symptome auf, bzw. verändern sich die ursprünglichen Symptome. Die dermatologischen Störungen entwickeln sich zu einer so genannten Acrodermatitis chronica atrophicans.

Desweiteren sind vor allem die Nervenbahnen und –enden betroffen, ebenfalls die Gelenke (v. a. Knie und Sprunggelenke), was auch als Lyme-Arthritis bezeichnet wird. Hierbei wird teilweise auch das Handwurzelgelenk befallen, was das Karpaltunnelsyndrom auslösen kann. Die Lyme-Arthritis kann Jahrzehnte lang anhalten. Als Neuroborreliose oder Lyme-Encephalitis wird der Befall des zentralen Nervensystems bezeichnet, der ebenfalls in der dritten Phase einsetzt und leicht mit einer Multiplen Sklerose zu verwechseln ist.

Begleiterscheinungen bei Neuroborreliose:
Sprachstörungen
– Schreibschwierigkeiten
– Sehstörungen
– Schlafstörungen
– Alkoholunverträglichkeit
– Ohrenschmerzen-
– Sexuelle Funktionsstörungen
– Gewichtsveränderungen
– Wachstumsbeschwerden
– Zysten

Eine Borreliose kann auch bereits im Mutterleib auf den Fötus übertragen werden. Dies kann beim Neugeborenen zu Missbildungen, Wasserkopf (Hydrozephalus), offenen Rücken (Spina bifida) oder anderen Schädigungen kommen.
Bei einer Borreliose wird häufig beobachtet, dass auch die Symptome von Herpesinfektionen (Herpesviren) parallel auftreten. Hierzu gehören die folgenden Herpesviren: Herpes simplex, Herpes zoster, Herpesvirus Typ 6, Epstein Barr und die Cytomegalie.

Ursachen von Borreliose

Borreliose ist ein Sammelbegriff für die bakteriellen Infektionskrankheiten, die durch Borrelien (Spirochäten) hervorgerufen werden. Ihren Namen verdanken sie dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel (1867- 1936). Diese Bakterien werden vor allem durch Zecken und Läuse, manchmal auch durch Stechmücken oder Bremsen übertragen und befallen Menschen so wie alle anderen Säugetiere.

Der Erreger der Lyme-Borreliose (Lyme in Connecticut (USA), 1976) ist das Bakterium Borrelia burgdorferi (Entdecker: Dr. Willy Burgdorfer, 1978), für das Rückfallfieber ist entweder Borrelia recurrentis (Läuserückfallfieber) oder Borrelia duttoni (Zeckenrückfallfieber) verantwortlich.

Weitere Borrelien lösen bei Tieren weitere Borreliosen aus, die – soweit bekannt – bisher nicht den Menschen befallen haben. Als bedeutsamste Folge von Zeckenbisse kann hierzulande die Lyme-Borreliose betrachtet werden.

Heilpraktiker dürfen Borreliose behandeln

Im Gegensatz zur FSME besteht bei der Borreliose kein Behandlungsverbot für den Heilpraktiker. Laut IfsG ist die Borreliose nicht meldepflichtig, das Robert-Koch-Institut weist aber auf eine landesrechtliche Meldepflicht in Berlin und den neuen Bundesländern hin. Im Labor ist der Erreger aufgrund inaktiver Phasen im Blut nur schwer nachweisbar. Häufig werden die Zecken selbst (soweit noch vorhanden) auf die Erreger untersucht, was aber auch keine eindeutige Diagnose zulässt. Aufgrund der eindeutigen Charakteristik wird häufig das Erythema migrans als sicheres Zeichen für eine Diagnose der Borreliose zu Grunde gelegt.

Naturheilkunde bei Borreliose

Konventionell wird Borreliose als Bakterieninfektion mit Antibiotika behandelt, ohne eine sichere Diagnose wird dies aber selten prophylaktisch gegeben.

In der Naturheilkunde stehen in der Nosodentherapie entsprechende Mittel in den verschiedenen Potenzierungen zur Verfügung. Für die Lyme-Borreliose gibt es die Nosode „Borrelia“ und evtl. zusätzlich „Zecke“. Hierbei ist wie in der klassischen Homöopathie zu beachten, dass es in der Regel zu einer Erstverschlimmerung kommt. Unterstützend wurden gute Erfahrungen bei Borrelienschmerzen mit der Gabe von Cannabis Sativa als homöopathisches Mittel in der Potenz D 30 gemacht. Die Nosoden sind in deutschen Apotheken zu bestellen oder direkt z. B. über die österreichischen Arzneimittelhersteller Spagyra oder Remedia.

Da es für die Borreliose im Gegensatz zur FSME keine Impfung gibt, wird empfohlen die entsprechenden Nosoden prophylaktisch einzusetzen. Die Hirsch-Apotheke in Weener bietet beispielsweise eine prophylaktische Zusammenstellung aus den Nosoden FSME, Borrelia, Zeckenbissfieber und Zecke in den Potenzen D6 und D30, die für Mensch und Tier als Prophylaxe eingesetzt werden können. Die Symptome können sich aus Sicht der Naturheilkunde durch bestimmte Faktoren verschlimmern, darum sollte darauf nach einer Infektion verzichtet werden. Essig, Alkohol und Milcheiweiße gehören genauso dazu wie der Einfluss von Vollmond, Strahlung (wie Erdstrahlen) und Stress.

In der Dunkelfeldmikroskopie können typische Veränderungen des Blutes auf den Befall mit Borrelien hindeuten. Die Behandlung besteht dann in der Regel in einer Milieutherapie nach Enderlein, die vor allem auf homöopathisch aufbereitete Pilz- und Bakterienpräparate, etwa der Firma Sanum-Kehlbeck, zurückgreift. Auch nach einer Kolon-Hydro-Therapie konnten schon viele Betroffene von deutlichen Verbesserungen ihrer Symptomatik berichten. In jedem Fall sollte zur Behandlung ein erfahrener Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. (ay)

Bildnachweis: Dieter Schütz  / pixelio.de

Quellen und weiterführende Literatur

Zeckenbisse, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten, Elfie Fust, ISBN: 3-927016351a2cc0b08c03ilpraxis Heute, Lehrbuch und Atlas, Elvira Bierbach, Elsevier Urban & Fischer, ISBN: 978-3-437-55243-4