Darmdurchbruch (Darmperforation)

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Nina Reese

Ein so genannter „Darmdurchbruch“ (oder auch Darmperforation) bezeichnet einen lokalen Durchbruch der Darmwand in Form eines Lochs oder Risses, wodurch der Darminhalt in die Bauchhöhle des Betroffenen eindringen kann. Dementsprechend handelt es sich bei einer Darmperforation normalerweise um ein äußerst schweres Krankheitsbild, da sehr schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann.

Definition

Unter einem Darmdurchbruch wird in der modernen Medizin ein lokaler Durchbruch in der Darmwand verstanden, wodurch der Inhalt des Darms bzw. Kot (Fäzes) ungehindert in die Bauchhöhle des Patienten fließt. Obwohl die Perforation in Form eines Lochs oder Risses selbst in den meisten Fällen relativ klein ist, wird die Darmwand bei einem Durchbruch vollständig durchbrochen. Da sich im Kot eine Vielzahl an Keimen befindet, entwickelt sich in der Folge – sofern nicht frühzeitig erkannt – rasch eine schwere Entzündung des Bauchfells (Peritonitis), die bei zu spät einsetzender Therapie tödlich verlaufen kann. Bei einem Durchbruch des Darms wird aus medizinischer Sicht zwischen einem „freien Darmdurchbruch“ sowie einem „gedeckten Darmdurchbruch“ unterschieden. Bei letzterem handelt es sich um die weitaus ungefährlichere Form, denn hier verhindert ein benachbartes Organ an der Bruchstelle, dass sich der Inhalt des Darms in der gesamten Bauchhöhle verteilen kann. Dadurch kommt es in diesem Fall „nur“ zu einer lokalen Entzündung mit Abszess-Bildung.

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Ein Darmdurchbruch kann an verschiedenen Stellen des Darms auftreten. Bild: www.fotolia.com © bilderzwerg

Symptomatik

Die Symptome können ganz unterschiedlich sein und hängen mit der jeweiligen Ursache der Perforation zusammen. So treten bei einer Blinddarmentzündung beispielsweise vermehrt Schmerzen im rechten Unterbauch auf, die im Augenblick des Durchbruches häufig zunächst nachlassen, sich dann aber im Zuge der verstärkten Bauchfellentzündung wieder massiv verschlimmern. Die jeweiligen Grunderkrankungen können natürlich auch schon vor dem Durchbruch Schmerzen bereiten – dennoch werden die stärksten Schmerzen durch den beim Durchbruch plötzlich austretenden Stuhl oder Speisebrei verursacht. Dieser enthält Substanzen wie beispielsweise die Magensäure, die das Bauchfell (Peritoneum) reizen, welches den Bauchraum auskleidet und damit die meisten inneren Organe unterhalb des Zwerchfells bis zum Eingang des kleinen Beckens umschließt. In der Folge wird der Schmerz von den Nerven des Bauchfells weitergeleitet, was unter Umständen sogar bis zu einem Schockzustand führen kann.

Außer Schmerzen treten weitere Entzündungszeichen wie Fieber und eine zunehmende Darmlähmung mit Erbrechen auf, bei Blutuntersuchungen zeigt sich zu diesem Zeitpunkt ein Anstieg der Entzündungswerte. Sofern bis dahin noch keine therapeutischen Maßnahmen ergriffen wurden, entwickelt sich meist eine generelle Sepsis (auch „Blutvergiftung“), also eine schwere Infektion, die den gesamten Körper betrifft. Ist dies der Fall, ist eine sofortige intensivmedizinische Behandlung notwendig, da eine Sepsis ansonsten tödlich verlaufen und vor allem für ältere bzw. durch andere Erkrankungen geschwächte Patienten schnell sehr gefährlich werden kann.

Ursachen

Für einen Darmdurchbruch kommen verschiedene Ursachen bzw. Erkrankungen in Betracht, welche eine krankhafte Veränderung der Darmschleimhaut bzw. der Darmwand mit sich bringen. Meistens ist eine nicht erkannte oder nicht ausreichend behandelte Entzündung des Darms der Auslöser für einen Darmdurchbruch: Da die Durchblutung von Schleimhaut und Darmwand infolge der entzündlichen Reaktion im Darm eingeschränkt ist, kommt es schnell zu Gewebeschäden, die im weiteren Verlauf zu einer Darmperforation führen können.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Eine häufige Ursache sind in diesem Zusammenhang die chronischen Darmentzündungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die unter dem Sammelbegriff „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen“ (CED) zusammengefasst werden. Bei beiden handelt es sich um Autoimmunkrankheiten, bei denen das Immunsystem aus bisher unbekanntem Grund körpereigenes Gewebe „bekämpft“, wodurch es zu schweren Entzündungsreaktionen kommt. Kennzeichnend für diese beiden Erkrankungen, die gehäuft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auftreten, sind jahrelange Bauchschmerzen und Durchfälle, die meist von ständiger starker Abgeschlagenheit begleitet werden. Beide Erkrankungen verlaufen normalerweise schubweise, während bei Colitis ulcerosa jedoch nur der Dickdarm betroffen ist, kann Morbus Crohn im Prinzip im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten – am häufigsten sind jedoch der Dünn- und obere Dickdarm betroffen. Ein weiterer Unterschied besteht in den Heilungsaussichten: Während Morbus Crohn bislang nicht heilbar ist, bestehen bei einer Colitis ulcerosa nach einer operativen Entfernung des gesamten Dickdarms gute Heilungschancen.

Eine Darmperforation kann in beiden Fällen im Rahmen von Komplikationen auftreten. So kann es bei der Colitis ulcerosa und (seltener) auch beim beim Morbus Crohn dazu kommen, dass die Darmwand durch die Entzündungen so stark geschwächt ist, dass es zu einer Darmlähmung (Ileus) kommt. In der Folge wird der Darminhalt nicht mehr in Richtung Enddarm weitergeleitet, stattdessen dehnt sich der Darm massiv aus – was als „toxisches Megakolon“ bezeichnet wird. Durch die Überdehnung der Darmwand entstehen bei dieser Komplikation sehr starke Schmerzen, hinzu kommen Symptome wie ein extrem aufgeblähter Bauch, Schüttelfrost, hohes Fieber, Herzrasen (Tachykardie), Anämie (Blutarmut) sowie Störungen im Wasser-Elektrolyt-Haushalt. Wird in dieser Situation nicht sofort operiert, kann es schnell zu einem lebensbedrohlichem Darmdurchbruch kommen.

Neben den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn kommen auch andere Krankheiten wie die Chagas-Krankheit, Morbus Hirschsprung sowie die pseudomembranöse Colitis als Ursache für ein toxisches Megakolon in Betracht, wodurch es wiederum im Rahmen von Komplikationen zu einem Darmdurchbruch kommen kann.

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Häufig liegt auch eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) als Ursache für den Darmdurchbruch vor, wobei es sich trotz der üblichen Bezeichnung nicht um eine Entzündung des Blinddarms, sondern des sogenannten „Wurmfortsatzes“ (Appendix) handelt. Dieser stellt einen besonders empfindlichen Teil des Blinddarms dar, der aus lymphatischem Gewebe besteht, durchschnittlich 10cm lang ist und einen Durchmesser von 0,5 bis 2 cm hat. Erste Symptome einer Appendizitis sind meist Bauchschmerzen in der Magengegend oder um den Bauchnabel herum, die im weiteren Verlauf typischerweise in den rechten Unterbauch wandern, wo die Bauchdecke dann meistens auffällig stark angespannt und extrem berührungsempfindlich ist. Hinzu kommen weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber, zudem zeigt sich häufig auch eine eingeschränkte Darmtätigkeit. Hervorgerufen wird eine Blinddarmentzündung durch verschiedene Ursachen, wobei diese meist erst durch eine Untersuchung des operativ entfernten entzündeten Wurmfortsatzes genau geklärt werden kann. In vielen Fällen ist jedoch eine Verstopfung des Wurmfortsatzes durch verhärteten, stark eingedickten Stuhl („Kotsteine“) der Auslöser, wodurch sich die Dickdarmbakterien vermehren und schließlich eine Entzündung hervorrufen können. Auch ein Abknicken des Wurmfortsatzes durch eine ungünstige Lage im Bauchraum kann zu Sekterstau und Entzündungen führen, in selteneren Fällen lassen sich außerdem Obstkerne, Würmer oder Verwachsungen der Darmwand als Ursachen identifizieren. Neben können auch entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn eine Appendizitis auslösen.

Dickdarmdivertikel

So genannte „Dickdarmdivertikel“ kommen als Ursache für einen in Betracht. Dabei handelt es sich um flaschenförmige Ausstülpungen der Darmwand, die in gehäufter Form als „Dickdarmdivertikulose“ bzeichnet werden. Die Ausstülpungen können prinzipiell im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten, kommen aber dennoch am häufigsten im linken Dickdarmabschnitt vor. Dickdarmdvertikel sind keine angeborene Veränderung, sondern gelten als so genannte „Zivilisationskrankheit“, die vor allem durch die modernen Lebensverhältnisse (ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen etc.) hervorgerufen wird. Während Divertikel in über 80 Prozent der Fälle harmlos sind und keine Behandlung bedürfen, kann es jedoch auch zu Entzündungen einzelner oder mehrerer Divertikel kommen, welche durch Kotreste entstehen können, die sich in den Ausstülpungen festsetzen. Im Falle einer solchen „Divertikulitis“ treten zumeist heftige Bauchschmerzen (insbesondere im linken Unterbauch) auf, die sich häufig bei der Nahrungsaufnahme verstärken. Hinzu kommen häufig Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Erbrechen sowie – je nach Ausmaß der Entzündung – Verstopfung oder Durchfälle und starke Blähungen (Blähbauch). Als Komplikation im Rahmen einer Divertikulitis kommt es in etwa 10% der Fälle zu einem Darmdurchbruch, wobei dieser häufig von Bauchfett abgedeckt erfolgt („gedeckter Darmdurchbruch“) und zu einem Abszess führt. In seltenen Fällen kann es aber auch zu einer freien Perforation kommen, mit der Folge eines schweren Krankheitsbildes mit Bauchfellentzündung (Peritonitis) bis hin zum schweren entzündlichen Schock.

Darmkrebs / Dickdarmkrebs

Ein Durchbruch kann durch einen Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) verursacht werden, der zu den häufigsten bösartigen Tumoren beim Menschen zählt. In den meisten Fällen entwickelt sich das Kolonkarzinom aus einem gutartigen Darm-Tumor (Adenom), wobei das Risiko für Krebs mit zunehmender Größe des Adenoms steigt. Als generelle Risikofaktoren für Dickdarmkrebs gelten unter anderem Übergewicht und ungünstige Ernährungsgewohnheiten durch zu viel tierisches Fett und zu wenig Ballaststoffe. Rauchen, Alkohol, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, aber auch genetische Faktoren können ebenfalls einen Darmkrebsbefall begünstigen – in vielen Fällen kann jedoch keine klare Ursache für die Entehrung der Krankheit ausfindig gemacht werden. Besonders problematisch bei Dickdarmtumoren ist, dass diese oft erst relativ spät erkannt werden, da typische Symptome wie Müdigkeit, Bauchschmerzen, Verstopfungen, Durchfall oder Blähungen erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auftreten.

Demzufolge kann sich bei später Erkennung beispielsweise bereits ein Darmverschluss (Ileus) durch den Tumor entwickelt haben, der lebensgefährlich ist und sofort behandelt werden muss. Neben dem besteht die Gefahr, dass die Geschwulst umliegende Organe und Strukturen besiedelt und angreift, wodurch es zu einem Durchbruch und einer daraus resultierenden lebensgefährlichen Bauchfellentzündung kommen kann. Wie bei allen bösartigen Tumoren besteht auch beim Dickdarmkrebs zudem die Gefahr der so genannten „Metastasenbildung“ in anderen Körperbereichen, womit die Ausbreitung räumlich getrennter, gleichartiger Tochtergeschwülste gemeint ist. Nichts desto trotz liegen die Heilungschancen bei Darmkrebs durchschnittlich bei fünfzig Prozent. Dabei steigt die Chance bei frühzeitiger Erkennung, sinkt jedoch auch stetig bei fortschreitender Erkrankung.

Weitere Ursachen

Neben den genannten Ursachen können aber auch verschiedene Sexualpraktiken wie beispielsweise Analverkehr mit großen Gegenständen ein Auslöser für eine Darmperforation sein. Zudem kommt es häufig nach einer akuten Verstopfung zu einem gefährlichen Darmdurchbruch, da sich das Volumen innerhalb des Darms durch den angestauten Kot erhöht hat, die dünne Darmwand diesem Druck jedoch meist nicht entgegenwirken kann. Darüber hinaus kann auch ein so genanntes „Bauchtrauma“ die Ursache sein, womit die Verletzung der Bauchorgane durch äußere Gewalteinwirkung bezeichnet wird. Hier wird unterschieden zwischen einem stumpfen Trauma, bei dem die Bachdecke geschlossen bleibt (zum Beispiel bei einem Schlag oder dem Aufprall bei einem Verkehrsunfall) und einem penetrierende Trauma, etwa durch einen Messerstich oder eine Schussverletzung.

Diagnose

Bei Verdacht erfolgt zumeist im Rahmen einer ersten Untersuchung eine Abtastung des Bauches. In den meisten Fällen zeigt sich dabei eine verhärtete Bauchdecke infolge einer vermehrten „Abwehrspannung“ des Körpers, zudem empfinden die Betroffenen die Untersuchung als sehr schmerzhaft. Neben dem werden zur Diagnose generell bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen eingesetzt. Wird das Röntgen hinzugezogen, so muss der Patient während der Aufnahmen allerdings stehen, da sich nur auf diesem Wege eventuell vorhandene Luft im Bereich des Zwerchfells einwandfrei diagnostizieren lässt – denn dieses ist wiederum ein eindeutiges Anzeichen für einen Darmdurchbruch ist.

Therapie

Im Falle einer Darmperforation ist eine schnelle Behandlung unabdingbar, da eine lebensbedrohliche Situation für den Betroffenen vorliegt. Dementsprechend muss in jedem Fall ein operativer Eingriff erfolgen, in welchem die offene Stelle verschlossen wird. Ist bereits Darminhalt in den Bauchraum gelangt, so werden die Patienten zudem mit einem Antibiotikum behandelt, um gefährliche Keime abzutöten und so einer lebensbedrohlichen Entzündung vorzubeugen. Darüber hinaus erfolgt im Normalfall eine intensivmedizinische Überwachung für die Dauer von circa 10 Tagen. Sofern der akute Durchbruch des Darms durch eine Krebserkrankung verursacht wurde, wird zumeist ein Teil des Darms operativ entfernt, da nur auf diesem Wege der Bildung von Metastasen in anderen Körperregionen entgegengewirkt werden kann. In diesem Fall wird häufig in der Folge ein künstlicher Darmausgang gelegt.

Naturheilkunde

Ist es zu einem Darmdurchbruch gekommen, so stellt eine Operation die einzige lebensrettende Möglichkeit dar. Darüber hinaus finden sich jedoch im Bereich der Naturheilkunde eine Reihe von Verfahren und Maßnahmen, um das Risiko präventiv zu senken. Allerdings sollte im akuten Fall sofort der Notruf 112 abgesetzt werden. Denn nur lebensrettende Maßnahmen der Notfallmedizin können Leben retten.

Zur Vorsorge empfiehlt es sich generell, die Darmgesundheit regelmäßig zu fördern und spätestens bei anhaltenden oder sich verstärkenden Symptomen wie Verdauungsstörungen (Durchfall und/oder Verstopfungen) Kopfschmerzen, ständiger Müdigkeit, starker Gewichtszunahme oder auch rheumatischen Beschwerden eine so genannte „Darmsanierung“ durchzuführen. Im Zentrum der Darmsanierung steht der Neuaufbau bzw. die Normalisierung der Darmflora, in der eine Balance zwischen den im Darm lebenden Bakterien besteht. Bevor der Darm saniert werden kann, findet jedoch zunächst eine Darmreinigung statt, bei welcher toxische Stoffe, schädliche Darmbakterien und sonstiger „Ballast“ beseitigt wird. Für diese Darmreinigung bestehen eine Reihe an Verfahren und Mitteln wie zum Beispiel pflanzliche Heilmittel oder die so genannte „Colon-Hydro-Therapie“. Gleiches gilt für die anschließende Darmsanierung – auch hier kommen je nach individuellem Fall ganz unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, wie zum Beispiel die Einnahme von Kolibakterien oder Milchsäure-bildender Keime.

Zudem ist es für einen gesunden Darm generell wichtig, auf eine darmgesunde Ernährung zu achten. Diese sollte so wenig Fleisch, Fett und Süßigkeiten wie möglich beinhalten und stattdessen in erster Linie aus ballast- und faserstoffreicher Kost (Vollkornprodukte, Leinsamen, Obst und Gemüse) bestehen, welche dafür sorgt, dass Nahrungsreste nicht zu lange im Darm zurückbleiben. Ebenso wichtig ist es, auf gärende Lebensmittel wie beispielsweise Kohl, Sauerkraut, Zwiebeln und Knoblauch weitgehend zu verzichten, um Gärungsprozesse, Blähbauch und Blähungen im Darm zu vermeiden. Zudem sollte unbedingt ausreichend getrunken werden (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich), da es durch Flüssigkeitsmangel schnell zu hartem Stuhl kommen kann, der sich nur schwer ausscheiden lässt.

Bei Verstopfungen eignen sich zudem so genannte „Stuhlaufweicher“ wie zum Beispiel indische Flohsamen bzw. Flohsamenschalen. Diese quellen sehr stark auf, wodurch der Stuhl im Darm an Volumen zunimmt. Dadurch entsteht wiederum ein höherer Druck, welcher einen Weitertransport des Darminhaltes bewirkt. Hinzu kommt, dass der Flohsamen aufgrund seiner großen Schleimmenge die Gleitfähigkeit des Darminhalts verstärkt und dadurch Verdauungsproblemen entgegengewirkt werden kann. Neben den Flohsamen bietet die Naturheilkunde noch eine Reihe weiterer bewährter Hausmittel gegen Verstopfung, dazu zählen beispielsweise Faulbaumrinde oder auch Wermut und Tausendgüldenkraut. Wie bei allen pflanzlichen Mitteln sollte jedoch hier jede Verwendung mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden, um Risiken oder schädliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Neben dem Wiederaufbau einer gesunden Darmflora und einer Ernährungsumstellung haben sich in der Naturheilkunde noch weitere therapeutische Maßnahmen zur Stärkung der Darmgesundheit bewährt, wie zum Beispiel die Eigenbluttherapie oder die Homöopathie. Da viele Menschen auf Stress mit Magen-Darm-Beschwerden reagieren, sind zudem Techniken sehr empfehlenswert, die der Emotionsregulierung dienen („Stressmanagement“). Hinzu kommen Entspannungsverfahren, die sich sehr positiv auf die Darmgesundheit auswirken können, da mithilfe dieser Methoden die Funktionen des Magen-Darm-Traktes indirekt beeinflusst werden können. Hier eigen sich zum Beispiel besonders gut Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga. (nr)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de