Frey-Syndrom

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Frey-Syndrom (Gustatorische Hyperhidrose, Aurikulotemporales Syndrom)
Das Frey-Syndrom ist eine Symptomatik im Bereich des Gesichtes und des Halses. Hier kommt es zu starkem Schwitzen beim Essen bei bestimmten Tätigkeiten wie Lutschen, Beißen und Kauen. Teilweise klagen die Betroffenen auch über Hautreaktionen, wie einzelne Rötungen oder Kribbeln. Ausgelöst wird das „Geschmacksschwitzen“ (gustatory sweating) wohl durch Fehlimpulse eines oder evtl. zweier Nerven (Nervus auriculotemporalis oder evtl. auch des Nervus auricularis magnus), die das betroffene Areal versorgen.

Oftmals kommt es nach einer Entfernung der Ohr- oder Unterkieferspeicheldrüse zu den Symptome. Aber auch eine andere Krafteinwirkung in der Region oder im Rahmen einer Lähmung des Facialis- Nerven kann es zum Frey-Syndrom kommen. Man nimmt an, dass z. B. durch den operativen Eingriff Nervenfasern des unwillkürlichen Nervensystems in Mitleidenschaft gezogen und falsche Vernetzungen entstehen und Reize fehlgeleitet werden. Der normale Reiz der Speichelproduktion im Mund, ausgelöst durch bestimmte Speisen, führt dann zu Reaktionen an der Außenseite der Wange. Dies kann sehr belastend für die Betroffenen sein.

Frey-Syndrom

Benannt ist die Symptomatik nach der polnischen Neurologin Lucja Frey (1889- 1942). Sie beschrieb das Syndrom als erste 1923. Da es auch eine Beschreibung von dem französischen Neurologen Jules Baillarger (1809- 1890) geben soll, wird das Syndrom teilweise Frey-Baillarger-Syndrom. Meist wird das Syndrom heute mit Botulinumtoxin-Injektionen (Handelsname Botox) behandelt. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 20.02.2010)

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