Karpaltunnelsyndrom
Die Beschwerden, die als Karpaltunnelsyndrom bezeichnet werden, sind in unserem Kulturkreis weit verbreitet. Es sind Symptome, die durch eine Abklemmung des Medianusnerven entstehen. Dieser entspringt vom 6. Halswirbel bis zum ersten Brustwirbel und verläuft an der Innenseite des Ober- und Unterarms. Er versorgt die Handinnenfläche und an der Rückseite der Hand noch die Fingerkuppen zum ersten Gelenk bis zur Hälfte des Ringfingers sensibel. Motorisch versorgt er die Beugemuskeln des Unterarms. Er ist äußerst wichtig, da er mit für die Greiffunktion des Daumens und des Zeigefingers sorgt. Entsprechend seinem Verlauf und seiner Versorgung sind auch die Beschwerden: Die Betroffenen klagen über Ausstrahlungen in die Hand, die bis in Oberarm, Schulter und Nacken gehen können. Meist wirken intensive Tätigkeiten mit der Hand auslösend und ein Herabhängenlassen des Armes bringt Erleichterung.
Der Nerv kann auf seinem Weg nach dem Austritt aus der Halswirbelsäule an mehreren Stellen abgedrückt und gereizt werden:durch Muskeln seitlich am Hals zwischer erster Rippe und Schlüsselbein unter dem kleinen Brustmuskel in einem Muskel des Unterarms im Kanal am Handgelenk mit den Sehnen der Fingerbeuger (Karpaltunnel).
Ein Problem ist, dass viele Menschen nicht schon bei den ersten Anzeichen tätig werden und einen Untersucher aufsuchen, der dann die Therapie vornimmt oder einleitet, sondern erst im Spätstadium, wenn die Beschwerden unerträglich geworden sind. Denn vorhergegangen sind meist Sensibilitätsstörungen oder Kribbeln und „Einschlafen“ der Hände. Besonders Frauen vor oder in der Menopause sind betroffen. Im späteren fortgeschrittenen Stadium sind die Fingerkuppen so unempfindlich geworden, dass Betroffene feinere Arbeiten nicht mehr durchführen können.
Häufig wird den Betroffenen eine operative Öffnung des Karpaltunnels empfohlen. Mit diesem chirurgischen Eingriff werden die Faszien des Karpaltunnels aufgespalten. Dies hilft aber nicht bei allen Patienten und es ist ratsam, vor einem operativen Eingriff es mit einer manuellen Behandlung im gesamten Verlauf des Nerven zu probieren. (Heilprakt. Thorsten Fisch, 30.10.2009)