Divertikel der Speiseröhre (Ösophagusdivertikel)

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Divertikel der Speiseröhre (Ösophagusdivertikel)
Als Ösophagusdivertikel bezeichnet man sackartige Ausstülpungen eingegrenzter Bezirke der Speiseröhrenwand. Speiseröhrendivertikel können angeboren oder erworben sein, man unterscheidet außerdem echte Divertikel von Pseudodivertikeln. Es gibt typische Symptome, die aber nicht zwingend vorkommen müssen. Häufig sind Männer im höheren Alter betroffen. Divertikel kommen neben der Speiseröhre häufig im Kolon vor (Dickdarmdivertikel), grundsätzlich kann jedoch der gesamte Verdauungstrakt betroffen sein.

Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch

Die Speiseröhre ist die daumendicke, ca. 2,5 cm lange schlauchartige Verbindung zwischen Rachen und Magen. Der Muskelschlauch befindet sich zwischen Wirbelsäule und Luftröhre und führt durch die sogenannte Laray´sche Spalte nach unten durch das Zwerchfell, wo er in den Magen übergeht. Die Speiseröhre besteht aus drei Wandschichten, der äußeren Muskelschicht, einer bindegewebigen Verschiebeschicht und der Schleimhaut im Inneren des Organs. In diesen Schichten kommt es von innen nach außen zu den Aussackungen, die man sich auch als „Einbuchtungen“ in der Schleimhaut vorstellen kann.

Divertikel-Speiseröhre

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„Echte“ und „falsche“ Divertikel

Sind die Ausstülpungen durch ein Missverhältnis von Innendruck und Wandstabilität entstanden, handelt es sich um Pulsionsdivertikel, ist dagegen ein Zug von außen, beispielsweise durch Narben nach Entzündungen, für die Entstehung verantwortlich, spricht man von Traktionsdivertikeln. Man unterscheidet zwischen echten Divertikeln, bei denen sämtliche Wandschichten von den Ausstülpungen betroffen sind von Pseudodivertikeln, die lediglich Schleimhautausstülpungen durch Muskellücken darstellen.

Symptomatik und Komplikationen der Zenker-Divertikel

Am häufigsten kommen sogenannte Zenker- Pulsionsdivertikel vor (ca. 70%). Das sind Pseudodivertikel im oberen Bereich der Speiseröhre, die Schluckbeschwerden mit Druckgefühl hinter dem Brustbein und einem Fremdkörpergefühl im Hals auslösen können. Weiterhin können Mundgeruch (foetor ex ore) sowie Hustenreiz, direkt nach der Nahrungsaufnahme, vorkommen. Typische Kardinalsymptome für Oesophagusdivertikel sind jedoch ein gurgelndes Geräusch beim Trinken und Speisereste auf dem Kopfkissen, die gelegentlich am Morgen auffallen. Gelangen die zurückströmenden Speisereste in die Atemwege, kann es zu einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) kommen. Eine weitere Komplikation entsteht durch Entzündungen (Divertikulitis), die zur Perforation, d.h. zum Durchbruch der Speiseröhrenwand führen können. Bisher besteht die konventionelle Therapie in einer operativen Entfernung der Speiseröhrendivertikel. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 03.02.2010)

Bildnachweis: Uwe Steinbrich  / pixelio.de

Weitere Informationen:
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