Divertikulitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Nina Reese
Bei einer Divertikulitis bzw. „Divertikelkrankheit“ handelt es sich um eine Erkrankung des Dickdarms, bei der in den Ausbuchtungen der Darmschleimhaut (Divertikel) eine Entzündung entsteht. In den meisten Fällen ist der letzte Abschnitt des Darms (Colon sigmoideum) betroffen, wodurch es typischerweise zu Beschwerden wie Bauchschmerzen links, Problemen beim Stuhlgang, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen kommt.

Besteht der Verdacht auf eine Divertikulitis, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Bleibt eine Behandlung aus, kann die Entzündung zu schwerwiegenden oder sogar lebensbedrohlichen Komplikationen wie zum Beispiel einer Bauchfellentzündung oder einem Darmdurchbruch führen. Generell kann einiges selbst getan werden, um einer Entstehung von Divertikeln im Darm und damit einer Entzündung vorzubeugen. Wichtig ist vor allem eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, zudem können regelmäßige körperliche Bewegung und ausreichendes Trinken die Verdauung positiv beeinflussen.

Was ist eine Divertikulitis?

Mit dem Begriff „Divertikulitis“ (oder auch „Divertikelkrankheit“) wird eine Entzündung von Ausstülpungen in der Darmschleimhaut (Divertikel) bezeichnet. Darm-Divertikel kommen gerade bei älteren Menschen ab 60 Jahren oft gehäuft vor (Divertikulose), verursachen aber meist keine Beschwerden und haben an sich keinen Krankheitswert. In über 90 % der Fälle ist der vierte und letzte Teil des Dickdarms betroffen („Sigma“), welcher sich im linken Unterbauch zwischen dem „absteigenden Dickdarm“ und dem Mastdarm (Rektum) befindet. Ebenso können die Ausstülpungen aber auch – mit Ausnahme des Rektums – in allen anderen Abschnitten des Dickdarms wie z.B. dem Blind- oder Grimmdarm vorkommen.

Verschiedene Darmerkrankungen in der anatomischen Ansicht. Bild: bilderzwerg - fotolia
Verschiedene Darmerkrankungen in der anatomischen Ansicht. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

In etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle kommt es zu einer Entzündung der Darmwand-Ausbuchtungen, welche meist auf die Umgebung der Divertikel beschränkt auftritt. Ebenso kann es zu einer Ausdehnung über die Darmwand hinweg und dadurch unter anderem zu einer Bauchfellentzündung oder einem Darmverschluss kommen. Mediziner unterscheiden bei dieser Erkrankung des Dickdarmes üblicherweise zwischen einer akut unkomplizierten, akut komplizierten und einer chronisch rezidivierenden Divertikulitis, wobei für die Einordnung unter anderem die Befunde der klinischen Untersuchung und der Koloskopie berücksichtigt werden.

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Bei etwa drei Viertel der Betroffenen handelt es sich um die erste, unkomplizierte Variante. Durch diese können zwar unangenehme Beschwerden auftreten, ernsthafte gesundheitliche Probleme oder bleibende Schädigungen der Darmwand drohen hingegen nicht. Im akut komplizierten Fall kann es hingegen zu Komplikationen wie z.B. einem Abszess oder einer Fistel kommen. Liegt eine chronisch-rezidivierende Divertikulitis vor, kommt es immer erneut zu einem Aufflammen der Entzündung, wodurch die Darmwand des Patienten dauerhaft geschädigt wird.

Ursachen von Darm-Divertikeln

Die genaue Ursache der Divertikulose ist bislang ungeklärt. Vermutet wird eine Kombination aus einem erhöhtem Darminnendruck und einer zunehmenden Bindegewebsschwäche im Alter, durch welche die Muskelschicht der Darmwand nach und nach „ausleiert“. Dies könnte erklären, warum Divertikel gehäuft bei älteren Menschen auftreten. Bei den über 85-jährigen sind mehr als zwei Drittel betroffen, unter 40-jährige hingegen nur selten.

Der erhöhte Druck im Inneren des Darms entsteht oft durch eine chronische Verstopfung (Obstipation). Diese kann wiederum ebenfalls verschiedene Auslöser haben. Häufig besteht ein enger Zusammenhang mit einer ballaststoffarmen Ernährung, da durch faserarme Kost schnell harter Stuhlgang entsteht. Um diesen durch den Dickdarm befördern zu können, muss – im Gegensatz zu normalem, geschmeidig-weichem Kot – mehr Druck aufgebracht werden. Besteht parallel zu dem erhöhten Innendruck eine Bindegewebsschwäche, steigt das Risiko deutlich an, dass sich die Schleimhaut nach außen wölbt und ein Divertikel entsteht.

Als weitere Risikofaktoren gelten viel rotes Fleisch, Bewegungsmangel und Übergewicht, zudem gehen viele Experten davon aus, dass eine familiäre Disposition besteht. Meist ist der vierte und letzte Dickdarmabschnitt vor dem Rektum (Colon sigmoideum) betroffen, der aufgrund seiner S-förmigen Krümmung nach dem griechischen Kleinbuchstaben „Sigma“ benannt ist. Hier treten die sackförmigen Ausstülpungen gehäuft auf, da die Stelle besonders anfällig für ein Zusammenspiel von schwacher Darmwand und hohem Innendruck ist.

Divertikel im Darm - Innenansicht des Darms. Bild: Juan Gärtner - fotolia
Die Ausstülpungen in der Darmschleimhaut (Divertikel) kommen gerade bei älteren Menschen oft geäuft vor. (Bild: Juan Gärtner/fotolia.com)

Bleiben im Zuge der Verstopfung Reste des verhärteten Stuhls in den Aussackungen zurück, kann dieser so massiv eindicken, dass so genannte Kotsteine entstehen. Setzen sich die harten Kotballen fest, kommt es zu einer Reizung der Darmwand, wodurch Bakterien eindringen und zu einer Entzündung bzw. Divertikulitis führen können.

Divertikulitis Symptome

Typischerweise treten bei einer Entzündung der Divertikel plötzlich auftretende, dumpfe Schmerzen im linken Unterbauch auf, da hier der häufig betroffene Darmabschnitt „Sigma“ liegt. Die Unterbauchschmerzen strahlen oft in den Rücken aus, hinzu können eine tastbare, berührungsempfindliche Verhärtung („Walze“) im Bauchraum, Übelkeit und Erbrechen, Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie), Blähungen sowie Probleme beim Stuhlgang wie z.B. Durchfall oder Verstopfungen auftreten.

Teilweise kommt es im Zuge einer akuten Entzündung auch zu allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Insgesamt ähneln die Symptome den (rechtsseitigen) Beschwerden einer Blinddarmentzündung (Appendizitis), weshalb die Erkrankung auch als „Linksseiten-Appendizitis“ bezeichnet wird.

Wird die Behandlung erst spät begonnen oder bleibt ganz aus, können ernsthafte Komplikationen auftreten. In etwa 10% der Fälle kommt es beispielsweise zu einem Darmdurchbruch (Perforation), welcher zu einem Abszess oder einer gefährlichen Bauchfellentzündung (Peritionitis) führen kann. Entsteht durch die entzündliche Schwellung der Darmwand eine Verengung des Darms, kann es zudem passieren, dass der Stuhl nicht mehr weiter befördert wird und sich staut. In der Folge entsteht ein so genannter „Darmverschluss“ (Ileus), welcher ohne eine sofortige Therapie bzw. Operation lebensbedrohlich verlaufen kann.

Im Verlauf der Erkrankung können kleine röhrenartige Verbindungen zwischen verschiedenen Darmabschnitten, Darm und Blase (entero-vesikal) oder Darm und Vagina (entero-vaginal) entstehen, welche in der Medizin als „Fisteln“ bezeichnet werden.

Typisch für eine Divertikulitis sind plötzlich aufkommende, dumpfe Unterbauchschmerzen auf der linken Seite. (Bild: chajamp/fotolia.com)

Behandlung bei entzündeten Divertikeln

Patienten mit Divertikulose haben in der Regel keine Beschwerden und benötigen dementsprechend normalerweise auch keine Behandlung. Dennoch empfiehlt es sich, auf eine spezielle ballaststoffreiche, faserarme Ernährung zu achten, um das Risiko für eine Entzündung der Divertikel zu mindern. Besteht diese bereits, erfolgt die Therapie beim ersten Auftreten eines Schubes in der Regel im Krankenhaus, um mögliche Komplikationen rechtzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln zu können.

Die Behandlung beginnt meist mit einem Verzicht auf Nahrung (Nahrungskarenz), Bettruhe, Infusionen bzw. parenteraler Ernährung und intravenös verabreichten Antibiotika. Ist die Entzündung abgeklungen, erfolgt nach ärztlicher Anweisung ein schrittweiser Kostaufbau mit Lebensmitteln wie zum Beispiel Tee, Brühe, Zwieback und Weißbrot.

Leichtere Formen einer Divertikulitis werden hingegen meist ambulant mithilfe einer ballaststoffarmen Kost behandelt, um eine zusätzliche Reizung der entzündeten Divertikel zu vermeiden. Liegen Begleiterkrankungen oder eine allgemeine Abwehrschwäche vor, kann zudem die Gabe von Antibiotika angezeigt sein. Ergänzend können bei Bedarf krampflösende Medikamente (Spasmolytika) zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.

Ernährung und Diät bei Divertikulitis

Eine zentrale Rolle bei der Therapie spielt die Ernährung, denn während eines akuten Entzündungsschubs sowie nach einem operativen Eingriff sollte der Darm unbedingt geschont werden. Dementsprechend empfiehlt die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET e.V.) zur Besserung schwerwiegender Entzündungen in den ersten ein bis zwei Tagen eine Fastenphase, in der statt fester nur flüssige Trinknahrung zu sich genommen sowie bei Bedarf Infusionslösungen verabreicht werden. Im Anschluss erfolgt in der zweiten Phase zunächst der langsame Aufbau einer ballaststoff- und fettarmen Kost, um den Darm zu schonen und keine erneute Entzündung zu riskieren.

Hier eignen sich alle Lebensmittel, die leicht verdaulich und faserfrei sind, wie z.B. ungesüßter Tee (vor allem Kamillen- oder Kräutertee), Zwieback, fettarme, klare Suppen, passiertes, gekochtes Gemüse (Zucchini, Spinat etc.) und Obst (wie Pfirsiche, Birnen, Apfelmus), fettarmer Joghurt oder gedünstetes mageres Fleisch in kleinen Stücken.

Verzichtet werden sollte auf rohes Gemüse, Salate, Zwiebeln, Lauch, Himbeeren, Brombeeren und Ananas. Auch fettige Speisen wie Bratkartoffeln, Pommes frites, Chips sowie fettreiche Fleisch- und Wurstwaren (Salami, Innereien etc.) und Milchprodukte (Sahne, Schmand, Sahnejoghurt) werden von vielen Betroffenen schlecht vertragen. Gleiches gilt für hartgekochte Eier, Vollkornprodukte, Müsli, Kaffee, Schwarztee, fetten Fisch (Aal, Hering etc.), starke Gewürze und Senf.

Bei einer Entzündung der Darm-Divertikel sollte auf schwer verdauliche Nahrungsmittel, wie zum Beispiel rohes Gemüse, verzichtet werden. (Bild: Hetizia/fotolia.com)

Bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist, sollte auf Anraten der FET e.V. weiterhin eine leichte Vollkost eingehalten werden. Der konkrete Speiseplan richtet sich dabei nach der Verträglichkeit der Nahrungsmittel, welche dementsprechend vom Patienten langsam und schrittweise getestet werden müssen. Generell hat es sich in vielen Fällen bewährt, dass die Gerichte weder zu heiß noch zu kalt und ohne extreme Geschmacksrichtungen (scharf, sauer, starke Würzung) zubereitet werden. Zudem empfiehlt die FET e.V. zur Entlastung des Darms mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag hinweg einzunehmen und jeden Bissen sorgfältig und in Ruhe zu kauen. Ebenso bekommt vielen Divertikulitis-Patienten eine schonende Zubereitung der entsprechenden Lebensmittel (z.B. durch Dünsten oder Dämpfen) besser, als wenn diese gebraten, frittiert oder gebacken werden.

Langsamer Wechsel auf ballaststoffreiche Ernährung

Ist die Entzündung vollständig ausgeheilt, sollte langsam auf eine ballaststoffreiche Ernährung umgeschwenkt werden, da Stoffe wie z.B. Pektin oder Cellulose die Darmtätigkeit (Peristaltik) fördern und Beschwerden wie Darmträgheit oder Verstopfungen verhindern.

Ballaststoffe sind sowohl in Getreide bzw. Getreideprodukten als auch in Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten, wobei der Gehalt unter anderem von der Sorte und dem Reifegrad abhängen kann. Als Richtwert für die Zufuhr von Ballaststoffen gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. bei Erwachsenen eine Menge von mindestens 30 Gramm am Tag, wobei etwa eine Hälfte aus Getreideprodukten und die andere aus Gemüse und Obst stammen sollte.

Empfehlenswert sind vor allem Lebensmittel wie zum Beispiel Roggenvollkornbrot, Vollkornnudeln, Wildreis, Kartoffeln mit Schale und Kohlgemüse (z. B. Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl). Weitere wichtige Lieferanten für die wertvollen Pflanzenfasern sind Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen etc.), Nüsse, Äpfel, Beeren und Trockenfrüchte. Neben der festen Nahrung ist es zudem wichtig, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken, damit den Ballaststoffen ausreichend Flüssigkeit zum Quellen und damit für eine uneingeschränkte Funktionalität zur Verfügung steht.

Operation bei Divertikelkrankheit

Treten Komplikationen auf, ist häufig ein operativer Eingriff notwendig. Dazu zählen unter anderem ein Darmdurchbruch, starke Divertikelblutungen, eine Verengung des Darms oder Fisteln, ebenso kann eine OP bei wiederholten Schüben oder ausbleibendem Erfolg der bisherigen Therapie angezeigt sein. Auch bei jungen Betroffenen unter 40 Jahren und Risikopatienten (z.B. mit Immunsuppression) gilt ein Eingriff als empfehlenswert, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung (Rezidivrisiko) besteht.

Bei dem Eingriff werden der betroffene Darmabschnitt mit den entzündeten Divertikeln entfernt und die Darmenden anschließend wieder miteinander verbunden. Dies geschieht aufgrund des medizinischen Fortschritts heute immer häufiger mittels minimal-invasiven Verfahren (Laparoskopie), bei denen über einen kleinen Schnitt spezielle Instrumente und eine Miniaturkamera in das Operationsgebiet eingebracht werden. Durch die so genannte „Schlüssellochtechnik“ entstehen dem Patienten normalerweise eine Reihe von Vorteilen, indem unter anderem der stationäre Aufenthalt kürzer ist, weniger Narben zurückbleiben und weniger Schmerzen auftreten.

In einigen Fällen wie beispielsweise geplatzten Divertikeln ist hingegen die klassische „offene“ Darmoperation (Laparotomie) über einen Bauchschnitt erforderlich. In einem solchen Notfall muss häufig ein künstlicher Darmausgang (Stoma) gelegt werden, um den Darm zu entlasten und den Heilungsprozess zu begünstigen.

Durch eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und regelmäßige Bewegung kann der Entstehung von Divertikeln vorgebeugt werden. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Divertikulitis vorbeugen

Darm-Divertikel kommen in gehäufter Form gerade bei älteren Menschen sehr oft vor. Bereiten diese keine Beschwerden, haben sie an sich keinen Krankheitswert und bedürfen keiner speziellen Behandlung. Entzünden sich die Ausbuchtungen jedoch, entwickelt sich eine Divertikulitis, welche unbehandelt zu schweren Komplikationen führen kann. Dementsprechend besteht der beste Schutz darin, der Entstehung von Darmdivertikeln so weit wie möglich vorzubeugen bzw. bei bereits vorhandenen Ausstülpungen das Risiko für eine Entzündung zu reduzieren.

Wichtig ist vor allem eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, um den Darminhalt weich und dadurch gut passierbar zu halten. Ebenso sollte stets auf Normalgewicht sowie ausreichendes Trinken (mindestens 2 Liter Wasser oder Tee am Tag) und regelmäßige körperliche Bewegung geachtet werden, um die Tätigkeit des Darms positiv zu unterstützen. Dabei gelten normalerweise zwei bis drei Einheiten in der Woche als ideal, in denen je für mindestens 30 Minuten trainiert wird (z.B. Joggen oder Schwimmen).

Naturheilkunde bei Divertikulitis

Ergänzend bieten sich bei der Behandlung einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms verschiedene naturheilkundliche Verfahren und Mittel an, um die Beschwerden zu lindern. Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer bestehenden Divertikulitis kommen zum Beispiel spezielle Heiltees in Frage. Den Klassiker stellt die Kamille dar, da sie unter anderem entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend sowie austrocknend und blähungswidrig wirkt. Dementsprechend kann die beliebte Heilpflanze auch sinnvoll als Hausmittel gegen Durchfall und Verstopfung eingesetzt werden.

In Kombination mit Anis und Fenchel ist die Kamille hilfreich bei Blähungen.

Rezept für Fenchel-Anis-Kamille-Tee

  1. Vermischen Sie 20 Gramm Kamillen-Blüten mit je 40 Gramm Anis- und Fenchelsamen
  2. Geben Sie einen Esslöffel der Mischung in eine Tasse
  3. Mit kochend heißem Wasser überbrühen und etwa zehn bis 15 Minuten ziehen lassen
  4. Dann wird der Tee gefiltert und in kleinen Schlucken getrunken

Ein Aufguss mit Pfefferminze kann helfen, wenn im Rahmen einer Divertikulitis ein aufgeblähter Bauch, Schmerzen, Übelkeit oder Blähungen auftreten.

Gut geeignet bei Beschwerden des gesamten Verdauungstraktes ist die Heilpflanze Oregano, indem zum Beispiel für die innere Anwendung ein Tee aus einem Teelöffel getrocknetem Kraut und 250 ml kochendem Wasser zubereitet und für ca. fünf Minuten ziehen gelassen wird. Auch Kümmel und Majoran haben sich bei der natürlichen Behandlung bewährt, ebenso wie das entzündungshemmend wirkende Ingwergewächs „Kurkuma“.

Da viele Divertikulitis-Patienten unter einem Blähbauch und übermäßigen Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt leiden, können verschiedene Hausmittel bei Blähungen eine wohltuende Hilfe bieten. Bewährt haben sich hier zum Beispiel krampflösend und schmerzlindernd wirkende feucht-heiße Wickel, die auf den aufgeblähten Bauch gelegt werden.

Die „Heiße Sieben“ kann durch ihre krampflösenden Eigenschaften für Entspannung sorgen. Bei dieser handelt es sich um eine besonders intensive Anwendung aus dem Bereich der Schüssler Salze, für welche 10 Tabletten des Salzes Magnesium phosphoricum (Nr. 7) in eine Tasse gegeben und mit kochend heißem Wasser übergossen werden. Sobald sich die Tabletten aufgelöst haben, wird die heiße Sieben in kleinen Schlucken getrunken. Dabei sollte beachtet werden, dass zum Umrühren niemals ein Metalllöffel verwendet wird, da durch das Metall die Wirkung des Salzes verändert werden könnte.

Hastiges Essen zwischendurch schlägt schnell auf den Magen und belastet den Darm. (Bild: ajr_images/fotolia.com)

Darmerkrankungen vorbeugen durch Stressabbau

Neben einer falschen Ernährung können uns Stress und Hektik im Alltag schnell „auf den Magen schlagen“ und dementsprechend den Darm beeinflussen. Dementsprechend sollte sich immer genug Zeit und Ruhe zum Essen genommen, gründlich gekaut auf ein schnelles Mittagessen „to go“ verzichtet werden.

Wichtig ist, auf ausreichende Ruhephasen und mindestens sieben Stunden Nachtschlaf zu achten, um dem Körper die Chance auf entsprechende Regeneration zu bieten. Einen guten Ausgleich bei Anspannung und innerer Unruhe bietet zum Beispiel ein ruhiger Spaziergang am Abend oder ein heißes Bad, wobei die Zugabe von ätherischen Ölen die Wirkung spürbar verstärken kann. Hier empfiehlt die Aromatherapie in erster Linie entspannend und krampflösend wirkende Öle wie z.B. Lavendel, Wacholder oder Muskatellersalbei.

Verschiedene Techniken und Übungen zum Stressabbau können Entspannung und ein Gefühl der inneren Ausgeglichenheit ermöglichen. Bewährt haben sich bei vielen Betroffenen zum Beispiel Yoga, Meditation oder autogenes Training. Ebenso gewinnen traditionelle chinesische Bewegungsformen und Kampfkünste wie Taijiquan (Tai-Chi) oder Qigong in den letzten Jahren immer mehr an Popularität. (nr, aktualisiert am 17.10.2017)