Flohbisse – Symptome, Behandlung, wirksame Hausmittel

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Bisse von Flöhen und Insekten

Bei einem Ausschlag, vor allem im Bereich der Extremitäten, muss es sich nicht zwingend um eine allergische Reaktion oder eine Hauterkrankung handeln. Gerade im Sommer und in Haushalten, in denen Haustiere wie Hunde oder Katzen leben, können hinter derartigen Hautirritationen auch Flöhe stecken. Dabei sind die Flohbisse nicht ganz ungefährlich, denn die Parasiten sind dazu in der Lage, eine Reihe an gefährlichen Infektionskrankheiten zu übertragen. Zudem bereiten die Bisse betroffenen einen äußerst lästigen Juckreiz und können sich mitunter stark entzünden, wenn Patienten juckreizbedingt dazu verleitet werden, an den Bisswunden zu kratzen. Es ist also besondere Sorgsamkeit im Umgang mit Flohbissen geboten. Alle wichtigen Informationen hierzu finden Sie in diesem Beitrag.


Definition

Flohbisse lassen sich von anderen Insektenstichen und auch von den meisten Hautausschlägen relativ leicht abgrenzen. Die Tiere sind dafür bekannt, bei ihren Bissen bzw. Stichen sehr systematisch vorzugehen und sogar Probebisse vorzunehmen, weshalb entsprechende Bisswunden meist dicht nebeneinander gereiht liegen. Üblich sind vor allem Dreiergrüppchen der Bisse, wobei ein einzelner Flohbiss etwa einen Zentimeter Durchmesser hat und auf der Haut leicht erhaben erscheint. Üblich ist außerdem eine hellrote Färbung der Bissstellen. In der Mitte des Bisses wird darüber hinaus oft eine punktförmige Blutung ersichtlich, die von der Einstichstelle des verantwortlichen Flohs herrührt. Manchmal sind Flohattacken sogar derart intensiv, dass ein betroffener Wirtskörper regelrecht von Bisswunden übersäht ist. Besonders stark konzentriert sind die Wunden in der Regel aber an den Extremitäten, also Armen und Beinen sowie deren Gelenkabschnitten im Bereich der Knie und Ellenbogen. Grundsätzlich können aber auch der Torso sowie Achselhöhlen und Hüfte Ziel der Flohangriffe sein.

Da Flöhe nur ein bis vier Millimeter groß sind, lassen sie sich nur schwer entdecken.(Bild: TANABOON /Fotolia.com)

Floharten

Flöhe (Siphonaptera) stellen keine gesonderte Insektengattung sondern vielmehr eine ganze Ordnung der Insekten mit vielen verschiedenen Gattungen dar. Allein in Mitteleuropa existieren Flöhe dabei in ca. 80 verschiedenen Arten. Gefährlich werden kann dem Menschen diesbezüglich nicht nur der sogenannte Menschenfloh (Pulex irritans). Auch Floharten, die üblicherweise auf Haustieren siedeln, z.B. der ebenfalls nach seinem Hauptwirt benannte Hundefloh (Ctenocephalides canis) oder auch der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), sind als Urheber von Flohbissen beim Menschen nicht auszuschließen. Selbst der als Pestfloh bekannte Rattenfloh (Yenopsylla cheopis) macht vor menschlichen Wirten nicht halt.

Weitere bekannte Arten, von denen es zumindest einige gelegentlich auch auf den Menschen abgesehen haben, sind:

  • Dachsfloh (Chaetopsylla trichosa)
  • Eichhörnchenfloh (Monopsyllus sciurorum)
  • Fuchsfloh (Chaetopsylla globiceps)
  • Igelfloh (Archaeopsylla erinacei)
  • Kaninchenfloh (Spilopysllus cuniculi)
  • Maulwurfsfloh (Hystrichopsylla talpae)
  • Mäusefloh (Leptinus testaceus)
  • Sandfloh (Tunga penetrans)
  • Spitzmausfloh (Palaeopsylla soricis)
  • Taubenfloh (Ceratophyllus columbae)
  • Vogel- bzw. Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae)

Gemeinsam ist den Parasiten, dass sie gerade einmal ein bis vier Millimeter groß werden, weshalb sie mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind. Zudem tätigen sie ihre Bisse zumeist in der Nacht, wenn ihre Opfer tief und fest schlafen. Unbemerkt krabbeln sie hier unter die Kleidung, wodurch sich erklärt, weshalb Flohbisse zumeist an bedeckten Körperstellen zu finden sind. Ihr betäubendes Speichelsekret hilft den Flöhen zusätzlich dabei, vorerst unbemerkt zu bleiben. Es wird über die Mundwerkzeuge der Flöhe, genauer gesagt, ihren Stich- und Saugrüssel in die Bisswunde abgesondert und sorgt neben einer lokalen Betäubung auch für eine verzögerte Blutgerinnung, damit die Insekten ungehindert von ihrem Wirt trinken können.

Der Pelzfloh, der Hunde befällt, nährt sich auch am Menschen. (Bild: nateejindakum/Fotolia.com)

Erst nach dem eigentlichen Biss kommt es dann nach einigen Minuten zur Entstehung von Quaddeln, die zunehmend zu jucken beginnen. Grund hierfür sind die bereits erwähnten Speichelsekrete. Für die menschliche Haut sind diese Sekrete Fremdstoffe, die umgehend zu Reizreaktionen führen. Sowohl die Rötungen als auch der lästige Juckreiz um die Bisswunde können dabei ohne Gegenbehandlung mehrere Tage bis Wochen anhalten. Erschwerend hinzu kommt, dass der Parasitenspeichel auch diverse Krankheitserreger führen kann, darunter

  • Francisella tularensis (Erreger der Tularämie),
  • Rickettsia mooseri (Erreger des endemischen Fleckfiebers),
  • Streptokokken,
  • Staphylokokken,
  • und Yersinien (der Pesterreger Yiersinia pestis wird vom Pest- bzw. Rattenfloh übertragen).

Achtung: Sollte es durch den kontaminierten Speichel eines Flohs zur Wundverunreinigung kommen, drohen neben Rötungen und Juckreiz auch schwere Wundentzündungen und sogar körperweite Infektionen. Auch ist trotz manchmal unerträglichem Juckreiz dringend davon abzuraten, an den Bisswunden zu kratzen. Die Speichelsekrete, ebenso wie Infektionskeime, könnten sich so weiter ausbreiten.

Flöhe – Lebensweise und Übertragung

Flöhe sind flügellose Insekten, die sich bevorzugt in mildem Klima bei 10 °C oder mehr aufhalten. Sie ernähren sich vom Blut warmblütiger Lebewesen, wobei gut 94 Prozent ihrer Wirte von Säugetieren gestellt werden. Dies bedeutet, dass Nutztiere, Nagetiere, Haustiere und säugende Wildtiere zu ihren bevorzugten Nahrungsquellen gehören. Anders als viele andere Parasiten sind sie dabei aber nicht zwangsläufig an bestimmte Wirtstiere gebunden. Vielmehr entscheidet die Lage ihrer Nester über die Auswahl des Wirts. Und genau hier tun sich die großen Gefahren für Menschen auf. Denn als Nistplatz dienen den Flöhen – neben Tierfell und dichter Körperbehaarung – auch Haushaltspolster und Textilien wie zum Beispiel

  • Haustierkörbchen,
  • Decken,
  • Kleidungsstücke,
  • Kopfkissen,
  • Polstermöbel,
  • und Teppiche.

Dabei können Flöhe bekanntlich sehr weit springen, weshalb sie auch größere Distanzen zwischen Nest und Wirt problemlos überwinden. Sie hierbei zu finden, ist oftmals ein Akt der Unmöglichkeit. Häufig sind die kleinen Quälgeister so schnell unterwegs oder es hat sich nur ein einzelner Vertreter verirrt, sodass es schier unmöglich ist, die Flöhe zu entdecken.

Wissenswertes: Der Schnellsprung, der bei Flöhen die nicht vorhandenen Insektenflügel ersetzt, gilt als die schnellste Bewegung im Tierreich. Sie entsteht aus dem enormen Hub, den Flöhe mit ihren Hinterbeinen erzeugen. Der Hebevorgang ist ein Zusammenspiel aus Muskelkontraktionen und in den Hinterbeinen der Flöhe befindlichen, elastischen Proteinpolstern (sog. Resilinpolstern), welche sich vor jedem Sprung wie ein Bogen spannen und das Insekt weit in die Höhe schnellen lassen. Der Hebevorgang beim Sprung als Flügelersatz ist auch für den wissenschaftlichen Namen der Flöhe „Siphonaptera“ verantwortlich, welcher sich aus den altgriechischen Worten síphōn für „Heber“ und ápteros für „ungeflügelt“ zusammensetzt.

Zu unterscheiden ist mit Blick auf die Lebensgewohnheiten von Flöhen zwischen zwei Gruppen.

Nestfflöhe

Grundsätzlich agieren Nestflöhe in unmittelbarer Umgebung ihres Nist- und Schlafplatzes. Dabei bevorzugen sie dunkle und trockene Umgebung, weshalb in Wohnräumen gerade unscheinbare Ecken sowie selten benutzte bzw. kaum durch Erschütterungen irritierte Polster und Textilien gerne von ihnen besiedelt werden. Aus ihrem Nistversteck kommen die lichtscheuen Parasiten ausschließlich nachts und auch nur, um von ihren Wirten zu trinken. Das liebste Opfer der Nestflöhe sind daher logischer Weise schlafende Warmblüter. Da sie darüber hinaus nur ungerne ihren Standort wechseln, können sich aus ihren Gelegen ganze Kolonien bilden, was das Risiko eines starken Befalls in der Wohnung deutlich erhöht. Der wichtigste Vertreter der Nestflöhe ist der Menschenfloh. Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, direkt im oder zumindest am Bett seiner menschlichen Opfer zu nisten, also etwa an der Matratzenunterseite, in Bettwäsche oder, im Falle von Kinderbetten, auch in Stofftieren.

Flohnester finden sich in Polstermöbeln und Teppichen, aber auch in Stofftieren. (Bild :Patrick-Daxenbichler/foltolia.com)

Pelzflöhe

Einen klaren Kontrast im Alltagsverhalten zeigen Pelzflöhe. Ihr Name ist der Tatsache geschuldet, dass sie mit Vorliebe auf Tierpelzen und Tierfell hausen. Licht und Erschütterungen machen ihnen kaum etwas aus, weshalb sie sich nur allzu gerne von ihren Tierwirten herumtragen lassen und sich so bisweilen auf größere Wanderungen begeben. Für gewöhnlich wählen Pelzflöhe dabei wirklich nur Tiere als potentielle Wirte aus. Sollte das Angebot an Wirten hier aber zu gering sein, machen sie auch schon mal eine Ausnahme und heften sich an den Menschen.

Ein klassischer Vertreter aus der Gruppe der Pelzflöhe ist der Rattenfloh. Dieser war im Mittelalter maßgeblich an der epidemischen Ausbreitung der Pest beteiligt. Die Erkrankung war ursprünglich eher unter Ratten und anderen Nagetieren verbreitet. Durch die Aufnahme der Pesterreger mit dem Rattenblut wurden jedoch auch Flöhe mit der Pest infiziert. Womöglich aus Gründen mangelnder Hygiene gelangten die Rattenflöhe dabei im Mittelalter auch vermehrt in menschliche Lebensräume. Die epidemische Ausbreitung der Pest lässt sich dabei durch die Angewohnheit der Flöhe erklären, beim Biss in menschliche Wirte auch größere Mengen an Pestbakterien aus ihrem Vormagen hochzuwürgen und in die Bisswunde auszustoßen. Auf diesem Wege gelangte der Pesterreger in die Blutbahn der Betroffenen und die Pestinfektion nahm ihren Lauf.

Symptome

Das deutlichste Anzeichen für Flohbisse sind die geröteten, leicht erhabenen Bissstellen auf der Haut. Sie gehen mit einem starken und lästigen Juckreiz einher und verlaufen meist zu mehreren Bissstellen aneinandergereiht oder im Dreieck. Das so entstehende Bissmuster ist in der Medizin auch als Flohstraße bekannt und deutet bei der Blickdiagnose auf ein gewisses systematisches Vorgehen der Parasiten hin. Sofern eine Allergie gegen das Speichelsekret der Flöhe vorliegt oder der Biss mit einer Infektion einhergeht, können die Bisswunden auch als weißliche und stark schmerzende Pappeln erscheinen. Lokalisiert sind die Flohbisse sehr oft an den Armen und Beinen sowie an den Gelenkinnenseiten und -außenseiten wie dem Fußknöchel, dem Ellenbogen, der Armspeiche, den Achselhöhlen oder der Kniekehle. Doch auch andere Körperpartien wie der Rücken oder der Bauch können betroffen sein. Insgesamt muss bei Flohbissen mit folgenden Symptomen gerechnet werden:

  • Rötungen der Bisswunde,
  • Bissgrüppchen in Reihen oder im Dreieck (Flohstraße,)
  • starker Juckreiz,
  • Weißfärbung der Wundpappeln (bei Flohallergie),
  • und Schmerzen im Bereich der Wunde
Juckreiz und Rötung, sowie die typischen Muster (Flohstraße) geben Hinweis auf einen Flohbefall. (Bild: Phawat/Fotolia.com)

Achtung! Schmerzen in Kombination mit brennenden Rötungen deuten bei Flohbissen auf eine Entzündung der Bisswunden hin. Ein Infektionsvorgang ist hier sehr wahrscheinlich, weshalb ein Arztbesuch dringend angeraten wird. Überhaupt ist es sinnvoll, Flohbisse grundsätzlich untersuchen zu lassen, um Infektionen durch sorgfältige Untersuchungsmaßnahmen ausschließen zu können.

Diagnose bei Flohbissen

Privat ist der sicherste Weg zur Bestätigung eines Flohbefalls zunächst einmal die Überprüfung bestehender Symptome. Ein suspekter Ausschlag, der stark juckt und den typischen Bisscharakter einer Flohstraße aufweist, erhärtet diesbezüglich einen anfänglichen Verdacht. Danach gibt natürlich hauptsächlich das Auffinden von lebenden Flöhen oder ihren Hinterlassenschaften die Bestätigung für das Vorhandensein von Flöhen im Haushalt.

Da die Parasiten an sich sehr klein sind, ist es in der Regel sehr schwer, sie direkt ausfindig zu machen. Allerdings hinterlassen Flöhe Kotspuren, die nur allzu gerne mit schwarzen Staubkörnchen verwechselt werden. Da die schwarzen, millimetergroßen Kügelchen jedoch hauptsächlich aus verdautem Blut bestehen, verfärben sich beim Kontakt mit Wasser rötlich. Selbes gilt für das Zerreiben des Flohkotes, was ebenfalls kleine Blutspuren zu Tage fördert. Gerade letzteren Effekt machen sich Betroffene bei einem vermuteten Flohbefall gerne zu Nutze, wenn es darum geht, die Plagegeister aufzuspüren. So kann man zum Beispiel das Fell im Haushalt lebender Haustiere, mit einem speziellen Flohkamm durchkämmen und so die schwarzen Kotkrümel sammeln. Zerreibt man die Krümel im Anschluss auf einem weißen Tuch, verfärbt sich dieses rostbraun. Ähnlich kann man auch bei Textilien vorgehen, die im Verdacht stehen, von Flöhen befallen zu sein. Kissen, Decken oder Kleidung werden zu diesem Zweck einfach ausgeschüttelt, der zusammengetragene Schmutz wird auf ein feuchtes Tuch gegeben und verrieben.

Sollte sich ein anfänglicher Verdacht erhärten, ist es ratsam, mit den Flohbissen zum Arzt zu gehen. Nicht nur, dass es wichtig ist, die Bisse mit entsprechenden Präparaten schnell auszuheilen, um juckreizbedingtes Kratzen und somit Wundentzündungen zu unterbinden. Es sollte auch das Blut des Patienten auf etwaige Infektionserreger hin untersucht werden. Neben der blickdiagnostischen Untersuchung sind also auch Bluttests wichtig. Wurden die Bissstellen von Patienten bereits aufgekratzt, ist es außerdem sinnvoll, einen Abstrich zu nehmen, um zu sehen, ob die Wunde durch Keime verunreinigt wurde.

Therapie

Die Therapie bei Flohbissen besteht zum einen aus der Versorgung der Bisswunde mit Spezialpräparaten. Zum anderen müssen natürlich auch der befallene Wohnraum sowie die Haustiere von den Flöhen befreit werden. Um hierbei sicherzugehen, dass der Flohbefall auch wirklich vollständig bekämpft wurde, ist äußerste Sorgfalt nötig. Aus diesem Grund, nachstehend ein paar nützliche Tipps und Informationen zur umfassenden Behandlung.

Behandlung der Umgebung

Noch vor der Behandlung der Flohbisse an sich steht eigentlich die Behandlung der von den Flöhen befallenen Umgebung an erster Stelle. Solange dies nämlich nicht geschehen ist, wird es zu immer neuen Flohbissen kommen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Flöhe nur einmal pro Tag aktiv werden, um ihrem Wirt eine Blutmahlzeit entlocken. Ansonsten ziehen sie sich lieber in die nähere Umgebung ihrer Wirte zurück und sorgen dort für Nachwuchs. Bei Nestflöhen geht man selbst zu Stoßzeiten davon aus, dass sich nur maximal zehn Prozent der tatsächlich vorhandenen Flohpopulation auf einem Wirten befinden, während sich die restlichen 90 Prozent in der näheren Umgebung herumtreiben. Zudem kann es sich bei den für die Bisse verantwortlichen Flöhen auch um Pelzflöhe handeln, die sich nur nebenbei auf den menschlichen Körper verirren. Es gilt also, nicht nur sich selbst, sondern auch im Haushalt lebende Haustiere sowie jedwede möglichen Nistplätze für Flöhe im eigenen Haushalt einer umfassenden Flohbekämpfung zu unterziehen.

Für Haustiere bieten sich in diesem Zusammenhang beispielsweise Flohhalsbänder oder Spot-on-Präparate an. Letztere sind spezielle Arzneimittel zum Aufträufeln auf das Tierfell, welche die Parasiten sicher abtöten und vor allem in der Hochsaison für Flöhe (Frühling und Sommer) auch zur Prävention genutzt werden können.

Wichtig: Auch die Schlafplätze der Tiere sollten bei Flohbefall grundgereinigt, wenn nicht sogar komplett ausgetauscht werden!

Bei der Behandlung der Umgebung sind Flohsprays wie Ardap hilfreich. Wer auf aggressive Chemiekeulen verzichten möchte, der kann es auch mit biologischem Flohpuder probieren. In jedem Fall sollte bei der Parasitenbekämpfung der Lebenszyklus von Flöhen beachtet werden. Denn mit einmaliger Behandlung ist die Arbeit hier leider noch nicht getan, da die Eier der Flöhe Erstmaßnahmen oftmals überleben können. Aus diesem Grund ist es wichtig, je nach verwendetem Präparat, die entsprechenden Maßnahmen gemäß der Produktanweisung mehrfach zu wiederholen. Bei sehr schlimmem Befall kann es sich bis zu drei Monate hinziehen, bis restlos alle Flöhe, Larven und Eier beseitigt worden sind.

Falls das Flohnest nicht ausgemacht werden kann, sollte ein Kammerjäger gerufen werden (Bild: Karin-&-Uwe-Annas/fotolia.com)

Ein paar weitere Faustregeln für den Bekämpfungsvorgang sind:

  • Quarantäne: Schlecht zu reinigende Objekte sollten nach der Behandlung am besten in Quarantäne gesteckt werden. Hierzu packt man die Objekte in große Müllsäcke und isoliert sie bis zum sicheren Ende des Lebenszyklus luftdicht an einem abgeschotteten Ort. Nach der Quarantäne ist es sinnvoll, das Objekt abermals mit entsprechenden Anti-Floh-Mitteln zu behandeln, um sicher zu gehen, dass auch wirklich restlos alle Parasiten erwischt wurden.
  • Umfassende Grundreinigung: Neben Textilien wie Polstern, Tierkörbchen oder Kleidung, sollten auch Teppiche, Stofftiere, Vorhänge und Handtücher vorsichtshalber grundgereinigt werden. Der Boden ist nach jedem Reinigungsschritt zur Sicherheit heiß durchzuwischen, um herabfallende Parasiten an der Flucht zu hindern. Auch das Auto sollte grundgereinigt und desinfiziert werden.
  • Kontrolle durch Experten: Wer sich unsicher ist, ob er bei der Behandlung auch wirklich alle Flöhe erwischt hat, dem sei die Hilfe eines Kammerjägers angeraten. Dieser kann durch seine spezielle Ausbildung nicht nur gezielt die Fährten der Tiere lesen, sondern im Notfall auch gleich eine professionelle Grundreinigung durchführen. Haustiere sollten Betroffene nach der Behandlung im Zweifelsfall noch einmal von einem Tierarzt begutachten lassen.

Medikamentöse Therapie

Flohbisse können stark jucken, was im Laufe der Abheilung nicht selten zu Narbenbildung führt, weil Betroffene unentwegt an den Bissstellen kratzen. Dies gilt vor allem für junge Patienten, die sich meist nicht anders zu helfen wissen. Der Juckreiz kann jedoch gut durch lindernde Salben, zum Beispiel Fenistil-Gel, Kühl-Gel oder gekühlte Zinksalbe abgemildert werden.

Mitunter können Flohbisse auch zu allergischen Reaktionen oder schweren lokalen Entzündungen führen. Hier ist unbedingt der Rat eines Arztes einzuholen, der je nach Ausprägung kortisonhaltige Salben und Tabletten oder Antihistaminika verschreibt. Ließen sich ernste Infektionserreger feststellen, die mit dem Biss unter die Haut oder gar ins Blut des Patienten gelangt sind, ist zudem eine Therapie mit Antibiotika unausweichlich.

Hausmittel und Heilpflanzliche Behandlung

Vor allem der starke Juckreiz lässt sich bei Flohbissen auch gut mit Hausmittel behandeln. Gekühlte Essigaufgüsse oder abgekühlter Pfefferminztee direkt als Auflage auf die betroffenen Hautareale gelegt, schaffen schnell Linderung. Manchmal hilft es auch schon ein Kühlpad aufzulegen.

Die Aloe Vera-Pflanze wird ebenfalls gerne bei juckenden Hautausschlägen jedweder Art eingesetzt. Zum einen lindert sie den Juckreiz, zum anderen pflegt sie aber auch die gereizte Haut und trägt somit zur Heilung bei. Hierfür können unparfümierte Gele genutzt werden oder man schneidet direkt das Blatt einer Aloe Vera Pflanze längs auf und legt es auf das betroffene Hautareal. Nach circa 15 Minuten sollte die Aloe Vera-Behandlung erst einmal zeitweise unterbrochen werden, aber sie kann beliebig oft über den Tag verteilt zur Anwendung kommen.

Aloe vera kann bei Flohbissen den Juckreiz mildern. (Bild: g215/fotolia.com)

Ein weiterer Helfer aus dem Bereich der Heilpflanzen ist bei Flohbissen der Teebaum. Seine Öle lindern den Juckreiz und durch ihre antibiotische Wirkung beugen sie darüber hinaus auch Wundentzündungen vor. Jedoch sollte das Öl nicht unverdünnt auf das Hautareal aufgebracht werden, da die hochkonzentrierten Inhaltsstoffe ansonsten gerade auf vorgeschädigter Haut eher Reizzustände auslösen als zu heilen. Mit etwas Wasser verdünnt oder als Zusatz zu einer Heilsalbe (zum Beispiel Panthenol) kann das Teebaumöl aber wahre Wunder vollbringen.

Komplikationen

Komplikationsträchtig sind Flohbisse zum einen durch ihr Infektions- und Vernarbungspotential. Sollten die Flöhe zuvor anderenorts Infektionserreger aufgenommen haben, kann aus einem Flohbiss schnell eine ernste Angelegenheit werden, die mitunter sogar epidemische Ausmaße annehmen kann. Eine durch Ratten auf Flöhe übertragene Pest ist dabei – mit starken Assoziation zum Mittelalter – auch in jüngster Vergangenheit des Öfteren zum Problem geworden, wenn auch eher in Entwicklungsländern. Bei uns sind es dagegen eher Staphylokokken- und Streptokokkeninfektionen, vor denen man sich bei Bissen durch infizierte Flöhe schützen muss.

Narben entstehen wie erwähnt vor allem dann, wenn die Bisswunden aufgrund des starken Juckreizes blutig gekratzt werden. Dies geschieht nur allzu leicht, da der Drang zum Aufkratzen juckreizbedingt sehr groß ist. Es ist darum sehr wichtig, dem Drang zu widerstehen und bei lästigem Allzeitjucken lieber zu kühlenden Wundpräparaten zu greifen. Außerdem können durch das Kratzen auch Schmutzpartikel und Keime in die Wunde gelangen, was das Entzündungs- und Infektionsrisiko erhöht, selbst wenn die für den Biss verantwortlichen Flöhe keine Infektionserreger mit sich herumgetragen haben.

Eine weitere Komplikation ergibt sich aus der Schwierigkeit, einen Haushalt wirklich flohfrei zu bekommen. Die geringe Größe der Parasiten erlaubt es ihnen, sich sehr gut zu verstecken, was selbst nach vermeintlich erfolgreicher Bekämpfung zu einem erneuten Ausbruch der Plage führen kann. Außerdem leben Betroffene nach überstandener Flohinvasion häufig weiter mit der Angst, erneut mit diesem Problem konfrontiert zu sein, was sich im Alltag zu einer nicht zu unterschätzenden, psychischen Belastung entwickeln kann.

Apropos Psyche: Viele Personen, die mit einer Flohplage zu kämpfen haben, leiden stark unter dem Umstand. Aus zweierlei Gründen. Zum einen schämen sie sich für den Parasitenbefall, ebenso wie für die offensichtlichen Parasitenspuren an ihrem Körper, was mitunter das Selbstwertgefühl senken und Minderwertigkeitskomplexe hervorrufen kann. Auch meiden andere Personen, die von dem Befall wissen, nicht selten den Umgang mit Betroffenen. Gerade für Kinder, die deshalb beispielsweise im Kindergarten oder in der Schule von Gleichaltrigen ausgegrenzt oder gehänselt werden, ist diese .
„soziale Ächtung“ eine sehr starke Belastung. Daneben bergen Fälle von Parasitenbefall nicht selten die Gefahr, dass Betroffene ein gewisses Zwangsverhalten in Sachen Haushalts- und Körperreinigung entwickeln. Auch handfeste Phobien, beispielsweise vor Insekten oder Haustieren, die potentiell mit Flöhen beladen sein könnten, sind in diesem Zusammenhang nicht auszuschließen. (ma)