Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME

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Frühsommermeningoenzephalitis – ICD 10: A 84.1

Neben der wesentlich weiter verbreiteten Lyme-Borreliose übertragen Zecken auch die als FSME bezeichnete Frühsommer-meningoenzephalitis, die in der Bevölkerung wesentlich bekannter ist. Gegen diese Virusinfektion (Flavi-Viren) gibt es seit einigen Jahren im Gegensatz zur Borreliose einen Impfschutz, auch in der Naturheilkunde stehen einige Mittel, u. a. zur Prophylaxe, zur Verfügung. Die Symptome der Meningitis (Hirnhautentzündung) sind sehr charakteristisch bei der FSME, es gibt aber auch noch viele weitere Symptome, die leicht auf eine andere Erkrankung hinweisen können. In diesem Artikel wird der zentraleuropäische Infektionstyp besprochen, wobei es ebenfalls einen weiteren fernöstlichen und sibirischen Typen gibt.

Inhaltsverzeichnis:
Frühsommer-meningoenzephalitis FSME
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei FSME
Ursachen von FSME
Naturheilkunde bei FSME
Naturheilkunde bei FSME
Quellen und weiterführende Literatur

Synonyme

Frühsommermeningoencephalitis, Frühsommermeningoenzephalitis, FSME, Frühsommerhirnhautentzündung, Zecke, Borreliose, Flavi-Virus.

FSME
Das FSME-Virus wird durch Zeckenstiche übertragen

Symptome und Beschwerden bei FSME

Die FSME ist in der Regel durch 2 Phasen gekennzeichnet. Die erste Phase beginnt nach einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen nach dem Zeckenbiss und dauert 2 – 7 Tage an.

Phase 1 ist gekennzeichnet durch grippeähnliche Symptome wie z. B. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Müdigkeit. Dazu können Beschwerden im Verdauungstrakt so wie Übelkeit und Appetitlosigkeit kommen. Da es nach der ersten Phase meist zu einem beschwerdefreien Zeitraum von bis zu 20 Tagen kommen kann, wird die erste Phase oft als Sommergrippe angesehen. Die wesentlich länger dauernde zweite Phase (Wochen bis Monate) ist neben den erneuten Symptomen der ersten Phase gekennzeichnet durch einen Befall des neuronalen Systems und den Symptomen der Meningitis und Encephalitis. Leitsymptome sind dabei die oben genannten grippeähnlichen Symptome so wie Schwindel, Schlafneigung und Lichtscheue. Im Bewegungsapparat zeigen sich vor allem Gelenkschmerzen und Nackensteifigkeit.

Durch den neuronalen Befall zeigen sich vor allem Sprechstörungen, Gefühlsstörungen, Gehstörungen, Lähmungen der Hirnnerven und Wesensveränderungen beim Patienten.

Weitere Begleiterscheinungen können folgende sein:
Antriebslosigkeit
Bewusstlosigkeit
Blasenstörungen
Gliederschmerzen
Epileptische Anfälle
Sinnestäuschungen

In der Regel entstehen bei guter Therapie keine Restschäden, jedoch können Lähmungen der Gliedmaßen, des Gesichts und Zwerchfells, so wie Atemlähmung auftreten. Auch können bleibende Schäden am Rückenmark, an der Leber oder dem Herzen entstehen. Komplikationen kommen in der Regel nur bei Patienten über 40 Jahren vor, wenn die Entzündung sich im Hirn ausbreitet und auch das Kleinhirn und den Hypothalamus befällt. Dieser Befall kann bleibende Schäden verursachen und auch zum Tod führen.

Ursachen von FSME

Das Erreger-Virus ist das so genannte Flavi-Virus, was neben der FSME auch weitere Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder Gelbfieber hervorrufen kann.

Die FSME bzw. der Errger wird, wie einige andere Krankheiten (Borreliose, Zeckenbissfieber, Q-Fieber, Wolhynisches Fieber) auch vor allem von Zecken (Zeckenbisserkrankungen) übertragen. Eine Übertragung ist aber ebenfalls z. B. über Stechmücken möglich. Infizierte Zwischenwirte wie Kühe, Schafe oder Ziegen können die Viren über die Milch ausscheiden. Eine zwischenmenschliche Übertragung der FSME ist nicht möglich.

Wie oft durch die Medien verbreitet tritt die FSME vor allem in Süddeutschland und Österreich auf. Dabei ist aber zu beachten, dass Zecken an sich überall auftreten können und dabei auch andere Krankheiten, wie die Borreliose verbreiten. In den deutschen Endemiegebieten übertragen 0,1 – 5 % der Zecken das FSME Virus, jedoch 10 – 35 % der in ganz Deutschland vorhandenen Zecken die Borreliose.

Naturheilkunde bei FSME

Seit 2001 besteht laut § 7 IfSG eine Meldepflicht für eine akute FSME-Infektion und somit gemäß § 24 ein Behandlungsverbot für Heilpraktiker.

In der Schulmedizin besteht die Möglichkeit einer Impfung gegen FSME, nicht aber gegen Zecken an sich oder andere Krankheiten wie die Borreliose. Aufgrund einer viralen Infektion ist bei einer Infektion aber keine Antibiotikabehandlung möglich, sondern nur eine symptomatische Behandlung.

Ein Nachweis der Erreger erfolgt mittels einer Blutuntersuchung, wobei aber bei erfolgter Impfung zu beachten ist, dass dadurch die Antikörper im Blut nachweisbar sind.

In der Nosodentherapie stehen neben einigen Mitteln zur Prophylaxe auch Potenzen zur Behandlung von langjährigen Leiden durch FSME zur Verfügung. Nach einer durchgemachten FSME besteht in der Regel lebenslange Immunität. (ay)

Bildnachweis: Echino  / pixelio.de

Quellen und weiterführende Literatur


Zeckenbisse, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten, Elfie Fust, ISBN: 3-927016351a2cc0b08c03Koch-Institut: www.rki.de