Herzkrankheiten – Übersicht, Symptome und Ursachen

Dr. Utz Anhalt
Das Herz ist ein Hohlorgan, das vor allem aus Muskelmasse besteht. Es ist die Pumpe des Blutkreislaufs und Motor für den Transport in die Blutgefäße. In regelmäßigem Entspannen und Zusammenziehen pumpt des das Blut in alle Organe und Gewebe. Das Herz und der Herzkreislauf können auf verschiedene Weise geschädigt werden, oft sind jedoch zum Beispiel verengte Herzkranzgefäße oder eine Herzmuskelschwäche die Ursache für die Beschwerden.

Anatomie des Herzens

Ein Herz wiegt circa 300 Gramm bei einem Mann, bei einer Frau im Schnitt 260 Gramm. Es liegt in der Mitte der Brust, links und rechts vom Brustbein, eingerahmt von Lungen, endet vorne am Burstbein, hinten an Luft- wie Speiseröhre und unten am Zwerchfell. Die Herzspitze reicht bis circa zur linken Brustwarze.

Das Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Kammern, die durch Klappen und Scheidewände voneinander getrennt sind. (Bild: lom123/fotolia.com)

Das Herz ist unterteilt in eine rechte und linke Herzhälfte, die durch die Herzscheidewand getrennt, und Bindegewebe, das Herzskelett, getrennt werden. Beide Herzhälften enthalten jeweils zwei Kammern, zum einen das Atrium, also den Vorhof, zum anderen die Hauptkammer. Die darum liegende Herzwand besteht aus der Herzinnenhaut, dem Herzmuskel und der Herzaußenhaut.

Über die Vorhöfe fließt das Blut in das Herz zurück, dann geht es weiter in die Hauptkammern. Hier sitzen die Hauptpumpen des Herzens und pumpen das Blut durch eine Arterie erneut in den Blutkreislauf. Die Herzkammern lassen sich mit Herzklappen verschließen und bestehen aus Herzinnenhaut.

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Die Herzklappen

Die Herzklappen organisieren den Bluttransport im Herzkreislauf als biologische Ventile. Sie öffnen und verschließen sich, so dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann.

Herzerkrankungen

Das Herz und der Herzkreislauf können auf vielerlei Weise Schaden nehmen. Drei Ursachen liegen indessen den meisten Herzproblemen zugrunde: Verengte Herzkranzgefäße, Störungen des Herzrhythmus und Herzmuskelschwäche.

Symptome von Herzerkrankungen

So verschieden die Herzerkrankungen auch sind, so zeigen sich doch einige Symptome häufig. Dazu gehören Schmerzen im Brustkorb, die in Rücken und Arme ausstrahlen, Herzrasen, das Gefühl der Brustenge, Atemprobleme, Leistungsverlust, Schwächegefühl und Erschöpfung.

Herzrasen, Brustenge und starke Erschöpfung sind oft wichtige Hinweise auf eine Herzerkrankung. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Koronare Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet verengte Herzkranzgefäße. Durch die Verengung steigt die Gefahr eines Herzinfarkts massiv, denn dieser entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß sich komplett schließt. Dann kann hier kein Blut mehr ins Herz fließen, und ein Teil des Herzmuskels stirbt ab.

Akut noch viel gefährlicher ist jedoch der plötzliche Herztod. Wenn kein Blut mehr in das Herz gelangt, setzt der Herzrhythmus aus, es gibt das (Herz-) Kammerflimmern.

Heute lässt sich ein Herzinfarkt behandeln, Ärzte öffnen dann die Herzkranzgefäße mit Kathetern, und Medikamente lösen Blutgerinnsel aus. Damit verhindern die Kardiologen nicht nur den plötzlichen Herztod, sondern auch die langfristigen Folgen, die entstehen, wenn der Herzmuskel abstirbt.

Bei der Angina Pectoris sind die Gefäße, die den Herzmuskel versorgen, stark eingeengt. Bei Anstrengung können die Blutgefäße den Herzmuskel nicht mehr mit Sauerstoff beliefern. Bereiche im Herzmuskel bekommen bis zu 20 Minuten kein Blut mehr. Die Folgen sind ein typisches Herzstechen, Brustenge und Atemnot. Betroffene werden mit Nitroglyzerinspray behandelt und müssen sich ausruhen. Sinkt jetzt in der Ruhe die Anzahl der Herzschläge, ist wieder genug Blut vorhanden, um den Muskel zu versorgen.

Anzeichen für einen Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt kündigt sich häufig an durch Schmerzen im Umfeld des Brustbeins und der linken Brusthälfte. Diese dauern mehr als 5 Minuten. Aber Vorsicht: Ein Infarkt kann auch Schmerzen in anderen Bereichen der Brust auslösen, sogar im Hals, im linken Arm oder Rücken – oder bei Frauen besonders im Oberbauch. Es gibt sogar Herzinfarkte, denen keine Schmerzen vorausgehen.

Ein typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt sind plötzlich einsetzende, massive sowie länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein und auf der linken Brustseite. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Herzschwäche

Bei einer Herzschwäche pumpt das Herz nicht genug Blut in den Körper. Diese Erkrankung kann chronisch sein, oder aber akut. Eine akute Herzschwäche muss unbedingt sofort behandelt werden, da sie in einen tödlichen Herzinfarkt oder in einen Schlaganfall übergehen kann.

Ursachen sind chronischer Bluthochdruck, Herzklappenfehler oder die koronare Herzkrankheit, aber auch Arteriosklerose sowie eine Herzmuskelentzündung. Diese Infektionen lösen Viren ebenso aus wie Bakterien oder Parasiten.

Eine Linksherzzschwäche rührt daher, dass immer weniger Blut in den Kreislauf gelangt. Deshalb staut sich das Blut zurück in die Lungen, die Folgen sind Lungenhochdruck und Ödeme. Typisch sind Atemnnot, Herzasthma, Lungenödeme und hastiges Atmen (Schnappatmen).

Eine Rechtsherzschwäche folgt in der Regel auf eine Linksherzschwäche. Jetzt staut sich das Blut bis in die rechte Herzhälfte. Die Halsvenen sind gestaut, ebenso Leber, Milz und Nieren. Die Patienten nehmen stark an Gewicht zu, müssen verstärkt Wasser lassen, und es bilden sich Ödeme.

Herzmuskelentzündung

Eine Entzündung des Herzmuskels kann tödlich enden. Stört die Entzündung die Herzfunktionen, dann kann das den Herzrhythmus beeinträchtigen. Symptome einer Herzmuskelentzündung sind Kurzatmigkeit und schneller Puls sowie Brustschmerzen.

Der kardiogene Schock

Dies ist einer der „Killer“ unter den Herzerkrankungen. Wenn bei einer Herzmuskelentzündung das Herz nicht mehr genug Blut in den Körper pumpen kann, kommt es zu einem akuten Mangel an Sauerstoff. Die Haut an Hals, Armen, Beinen und Brust sieht marmoriert aus. Betroffene müssen sofort notärztlich behandelt werden, ansonsten sterben sie.

Herzrhythmusstörungen

Wenn der Herzschlag unregelmäßig ist, dann nennen wir das eine Herzrhythmusstörung. Dabei gibt es einmal einen zu langsamen Herzschlag (Bradykardie), bei dem ein Herzschrittmacher die richtige Lösung ist und einen zu schnellen Herzrhythmus (Tachykardie). Zu schnelle Herzschläge entstehen vor allem im Vorhof oder der Herzkammer und sind gefährlich. Das Herzflimmern im Vorhof ist die Hauptursache für Schlaganfälle.

Bei einer Tachykardie (oben) schlägt das Herz zu schnell, im Falle einer Bradykardie (unten) zu langsam. (Bild: alex_aldo/fotolia.com)

Bluthochdruck

Chronischer Bluthochdruck kann zu einer Herzschwäche führen. Der Herzmuskel muss jetzt permanent mehr Energie aufwenden, um Blut zu pumpen. Damit wächst der Herzmuskel an, ein größerer Muskel braucht jedoch mehr Blut, um versorgt zu werden, während er zugleich jetzt weniger Blut erhält. Mögliche Folgen sind koronare Herzkrankheit oder Schlaganfall.

Ursachen von Herzerkrankungen

Herzerkankungen zählen zu den Haupttodesursachen in westlichen Gesellschaften, während sie in traditionellen Kulturen ein untergeordnetes Problem darstellen. Dies hängt unter anderem mit Möglichkeiten und Folgen der postindustriellen Kulturen zusammen: Übergewicht, Diabetes mellitus und Rauchen. Übergewicht geht einher mit anderen Risikofaktoren für Herzerkrankungen wie Bewegungsmangel und erhöhtem Blutdruck.

Angeborene Herzfehler

Den durch einen Lebensstil mitbedingten Herzerkrankungen stehen angeborene Herzfehler entgegen. Dazu gehören Klappendefekte oder Gefäßstörungen. Jedes 100. Kind, das zur Welt kommt, hat einen Herzfehler.

Bei einem Defekt im Vorhofseptum ist die Scheidewand zwischen dem linken und rechten Vorhof im Herz offen. Es kommt zu einem Überdruck, und so fließt Blut mit viel Sauerstoff in den rechten Vorhof. Dabei handelt es sich indessen um eine Reaktion des Körpers auf eine noch nicht funktionsfähige Lunge und Ärzte sprechen deshalb zwar von einem „Kurzschlussdefekt“, nicht aber von einer Erkrankung.

Ein Defekt des Kammerseptums ist hingegen eine Erkrankung. Hier schließt sich die Trennwand zwischen den Herzkammern nicht, und Blut aus der linken Kammer drückt in die rechte Kammer. Folgen sind unter anderem Atemnot.

Weiter werden Kinder mit verengten Aortenbögen geboren ebenso wie mit verengten Lungenklappen, auch können Aorta und Lungenarterie vertauscht sein.

Bei den ersten Anzeichen für einen Herznotfall muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden. (Bild: pattilabelle/fotolia.com)

Fehler bei Herznotfällen

Der Fehler Nummer 1 bei einem Herznotfall ist Zögern. Sobald Sie dier ersten Anzeichen bei einem Angehörigen bemerken sollten Sie sofort einen Notarzt verständigen: Es zählt jede Minute. Kommt es zum Kammerflimmern, ist es vermutlich zu spät.

Warten Sie auf keinen Fall, ob die Beschwerden von selbst verschwinden, weil Sie Angst vor Fehlalarm haben. Rufen Sie den Rettungsdienst mit Notarzt. Der Notarzt bestimmt, ob ein Fehlalarm vorliegt – nicht Sie.

Rufen Sie nicht erst den Nachbarn oder den Hausarzt an, sondern sofort den Rettungsdienst: 112.

Fahren Sie Betroffene auf keinen Fall selbst mit dem Auto. Falls Kammerflimmern einsetzt, kann nur ein Notarzt helfen.

Das Herz in Mythos und Geschichte

Zu den entscheidenden Erkenntnissen menschlicher Kulturen gehört die Feststellung: Ein Mensch, dessen Herz schlägt, lebt. Ein Mensch, dessen Herz nicht schlägt, ist tot. Folgerichtig galt das Herz als Sitz des Lebens.

Das Herz pumpt permanent Blut durch den Körper und sichert dadurch die Versorgung sämtlicher Organe. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Ägypten – Das Herz in der Waagschale

Die alten Ägypter sahen im Herz den Kern der Persönlichkeit, ein Organ, das nicht nur den Körper, sondern auch die Seele zusammen hielt, also das, was die Psychologie als Psyche bezeichnet. Da die Ägypter an ein Leben nach dem Tod glaubten, balsamierten sie die Herzen ein und fügten sie in die mumifizierten Leichname. Die anderen Organe hatten diese Bedeutung nicht, und die Priester bestatteten sie getrennt vom Körper in eigenen Gefäßen.

Kam der Tote in der anderen Welt an, dann wog Anubis sein Herz, der Totengott mit dem Körper eines Menschen und dem Kopf eines Schakals. Die Feder der Maat bestimmte dabei, ob der Verstorbene rechtschaffen gelebt hatte. Gab es ein Ungleichgewicht, dann fraß ein Monster das Herz.

Die Ägypter versuchten, die Herzen, die im Jenseits als eigenständige Persönlichkeiten agierten, zu überreden, gut über ihren Träger auszusagen. So verfassten sie Inschriften auf Gräbern wie: „O Herz, das zu meinem Wesen gehört! Tritt nicht gegen mich als Zeuge auf, bereite mir keinen Widerstand vor den Richtern.“

Die Ägypter waren indessen keine abergläubischen Trottel, sondern ihre Medizin zählte zu den fortgeschrittensten der frühen Antike. Sie erkannten, dass der Herzschlag den Puls bestimmte und nannten den Pulsschlag „das Herz spricht“. Sie maßen den Puls und leiteten an dessen Regelmäßigkeit den Gesundheitszustand des Patienten ab. Sie kannten bereits Herzerkrankungen wie Gefäßverkalkungen oder Herzschwäche.

Im Unterschied zum modernen Wissen hielten sie aber das Herz und nicht das Gehirn für den Sitz der Seele, die das Wesen des Menschen kennzeichnete, für den Ort von Gefühlen, Gedanken, Talenten und Intelligenz.

Das Herz im alten China

Die taoistische Lehre im antiken China sah das Herz ebenfalls fälschlich als Sitz der Emotionen wie des Verstandes. Deswegen war auch die Lehre des Daodejing wichtig, die besagte, wie ein Mensch ein gutes und edles Herz entwickeln könnte.

Das Herzopfer der Azteken

Die Mexica im heutigen Mexiko hielten das Herz für das Zentrum des Menschen. Berüchtigt wurden ihre Herzopfer, in denen sie Kriegsgefangenen auf der Pyramide der Hauptstadt Tenochtitlan (heute Mexiko-Stadt) die Herzen bei lebendigem Leib mit einem Obsidianmesser aus dem Brustkorb schnitten und dem Sonnengott Huitzilopochtli als Opfer darbrachten.

Die heutige Forschung hält die von den spanischen Konquistadoren beschriebenen Ausmaße dieser Menschenopfer heute für weit übertrieben, genauer gesagt, um Propaganda, die die terroristische Eroberung rechtfertigen sollte.

Im Christentum des Mittelalters galten die Herzen von Heiligen, wie z.B. der Kirchenlehrerin und Mystikerin Teresa von Avila, als begehrte Reliquien. (Bild: Alfonsodetomas/fotolia.com)

Der Puls Gottes

Im Christentum des Mittelalters galt das Herz als Verbindung zwischen Gott und dem Menschen und hatte somit eine Art eigenes Leben. Vielerlei Aberglauben verbreitete sich: So galt es als Mittel gegen Epilepsie, in das Herz eines noch lebenden Wolfes zu beißen. Herzen von Heiligen waren wertvolle Reliquien.

Herz-Jesu-Kirche bezeichnete römisch-katholische Kirchen, die dem Herzen des Messias als heiligstem Sakrament der Kirche geweiht waren. Körperteile sind in der katholischen Kirche Reliquien erster Klasse, und unter ihnen sind Herzen die begehrtesten, zum Beispiel das Herz der Teresa von Avila. Der König galt als „Herz des Volkes“, der Papst als „Herz der Christenheit“.

In Deutschland ist heute das Zerschneiden der Leiche und das Entfernen von Körperteilen verboten und gilt als Leichenschändung, bzw. zumindest als Störung der Totenruhe.

Nicht nur bei Heiligen waren hingegen im christlichen Kontext separate Herzbestattungen weit verbreitet. Herrscher wurden oft am Ort ihres Sterbens beerdigt, das Herz jedoch in ihren Geburtsort gebracht und in einem speziellen Gefäß bewahrt. Dieser Brauch hielt sich bis in die Neuzeit. Noch 1822 wurde dem toten Politiker Karl-August Fürst von Hardenberg das Herz entnommen und liegt bis heute im Altar einer Kirche in Neuhardenberg bei Berlin.

Das biologische Herz

In der Säftelehre des Mittelalters, die bis auf die Antike zurückging, veredelte das Herz das in der Leber produzierte Blut und hielt außerdem die Körperwärme und „Lebenskraft“ aufrecht. Die in China bereits in der Antike bekannte Funktion des Hohlmuskels als Blutpumpe war dem mittelalterlichen Denken Europas jedoch fremd.

Erst Leonardo da Vinci (1452-1519) benutzte den Begriff Pumpe für das Herz, und Miguel Seveto (1509-1553) erörterte den Lungenkreislauf; kurz darauf belegte William Harvey (1578-1657), dass das Blut nicht im Körper „versickert“, sondern zum Herz zurück fließt. Das war ein Schock für das spirituelle Denken, denn damit war klar, dass der Körper keine separate Existenz führte und somit auch schlecht als Sitz Gottes im Menschen dienen konnte.

Das Herz ist schon lange als Symbol für die Liebe bekannt – auch wenn dessen Form mit dem eigentlichen Organ nur wenig Ähnlichkeit hat. (Bild: Tierney/fotolia.com)

Das symbolische Herz

Bis heute hat das Herz in der Symbolik aber diese spirituelle Bedeutung behalten, nämlich als Organ der Liebe und großen Gefühle, für die indessen das reale Herz keine Bedeutung hat – unsere Gefühle und Gedanken entstehen im Gehirn, nicht nur das systematische Denken der „Kopfmenschen“, sondern auch Empathie und Intuition. Auch diejenigen, die „mit dem Herzen denken“, denken real mit dem Kopf.

Tausende von Jahren, in denen das Herz als Sitz der Seele galt, lassen sich nicht aus der Kultur verbannen. Mythengeschichtlich wird aus Glauben als gesetzter Wirklichkeit ein Mythos, der Mythos wird zum Märchen und von dort aus zur Metapher in der Literatur, und so ist auch unsere heutige westliche Gesellschaft überfrachtet mit Herzmetaphern.

Dabei geht dies durchaus einher mit Beschwerden „des Herzens“: Wenn wir erregt sind, steigt der Blutdruck, Herzrasen, unregelmäßiger Puls, Kurzatmigkeit und sogar Herzstillstand können eine Folge von extremen Emotionen sein. Wer Angst fühlt, dem „klopft das Herz“, wer einen niedrigen Puls auch im Angesicht objektiver Gefahr behält, gilt als „kaltblütig“.

Psychische Konflikte im Unbewussten nehmen wir als Druck im Brustraum wahr. Wenn uns etwas „am Herzen liegt“ fühlen wir es tatsächlich „im Herz“; „fällt uns ein Stein vom Herzen“, verspürten wir real zuvor eine Last auf der Brust.

Wir zeigen also signifikante körperliche Reaktionen des Herzens bzw. des Blutkreislaufs auf psychische und emotionale Probleme. Kein Wunder, dass unsere Vorfahren glaubten, diese Gefühle würden hier entstehen. In Wirklichkeit kommen aber die Signale, die das Herz empfängt, aus dem Gehirn und werden über Nerven weiter getragen.

Der erste Implantation eines Herzschrittmachers wurde im Jahr 1958 in Schweden durchgeführt. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Moderne Herzmedizin

Die Entdeckung des Blutkreislaufs krempelte die Herzmedizin um. Erst, als die Wissenschaft die vermeintliche Einheit von Seele und Körper trennte, war eine fortschrittliche Behandlung von Herzkrankheiten möglich. 1733 wurde das erste Mal der Blutdruck genau bestimmt.

Im 20. Jahrhundert ging es mit der Herzmedizin rapide vorwärts. 1923 wurde das erste Mal erfolgreich eine Herzklappenverengung operiert, 1929 kam der Herzkatheter zum Einsatz. 1954 ließen sich mit der Herz-Lungen-Maschine das Herz und die Lunge vorübergehend ausschalten, und damit waren Operationen am offenen Herzen möglich; schon vier Jahre später trug ein Mensch das erste Mal einen künstlichen Herzschrittmacher, 1967 wurde das erste Mal ein menschliches Herz verpflanzt. (Dr. Utz Anhalt)

Literatur
Armin Dietz: Ewige Herzen. Kleine Kulturgeschichte der Herzbestattungen. München 1998
Marianne Koch: Das Herzbuch. 2015
Petra Roßmüller-Meister: Herzinfarkt. Anzeichen, Diagnose und Behandlung. 2014.

Links
https://www.drsinatra.com/causes-of-congestive-heart-failure-high-blood-pressure
http://www.heart.org/HEARTORG/Conditions/More/Cardiomyopathy/What-Is-Cardiomyopathy-in-Adults_UCM_444168_Article.jsp
http://www.healthline.com/health/copd/serious-complications#complications2
https://www.herzstiftung.de/Herzkrankheit/
http://www.leading-medicine-guide.de/Medizinische-Fachartikel/Herzerkrankungen
http://www.nytimes.com/health/guides/disease/heart-failure/print.html
https://www.sciencedaily.com/releases/2014/10/141027085430.htm
https://www.niddk.nih.gov/health-information/diabetes/overview/preventing-problems/heart-disease-stroke
http://www.obesityaction.org/educational-resources/resource-articles-2/obesity-related-diseases/cardiovascular-disease-obesity-and-the-heart