Herzversagen – Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

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Warum hört ein Herz plötzlich auf zu schlagen?

Das Herzversagen ist eine schwerwiegende und gefürchtete Komplikation bei zahlreichen Herzkrankheiten. Jährlich sterben allein in Deutschland über 100.000 Menschen an diesem Komplettverlust der Herzfunktion, wobei eine verbesserte Frühdefibrillation im Rahmen Erster Hilfe Maßnahmen die Sterberate deutlich senken könnten. Und auch in der Vorsorge ließe sich die hohe Fallzahl bei Herzversagen deutlich nach unten korrigieren.


Das Herz: Aufbau und Funktion

Das Herz (Cardia) ist der Motor unseres Körpers. Als Zentrum des Blutkreislaufes ist es neben dem Gehirn das wichtigste Organ zur Erhaltung der Vitalfunktionen. Essenziell ist dabei natürlich die Pumpeigenschaft des Herzmuskels, dank der das Blut über die Gefäße durch den gesamten Körper geleitet wird.

Das Herz pumpt kontinuierlich Blut durch den Körper und versorgt dadurch Organe und Gewebe mit lebensnotwendigem Sauerstoff und Nährstoffen. (Bild: abhijith3747/fotolia.com)

Zu den mannigfaltigen Aufgaben des Herzens gehören dabei:

Sauerstofftransport – Durch regelmäßige Atemzüge wird das Blut in der Lunge mit Sauerstoff angereichert. Dieser gelangt durch die Blutzirkulation anschließend in alle Körperbereiche und versorgt Organe und Gewebestrukturen so mit der nötigen „Frischluft“.

Nährstofftransport – Auch Nährstoffe, die im Magen-Darm-Trakt durch Verdauungsvorgänge in den Stoffwechsel übergehen, werden zu großen Teilen über das Blut transportiert. Vitamine und Mineralstoffe, Proteine sowie Kohlenhydrate können dank der nährstoffleitenden Funktion also schnell an ihren Einsatzort im Körper gelangen.

Stoffabtransport – Auch viele Stoffwechselabbauprodukte werden über die Blutzirkulation aus dem Körper geschleust. Dies gilt zum Beispiel für Harnflüssigkeit, Fette und Kohlendioxid, das nach dem Verbrauch zugeführten Sauerstoffs in den Organen entsteht.

Immunabwehr – Zu den im Blut enthaltenen Proteinen gehören auch weiße Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten. Diesen kommt in der Immunfunktion eine besondere Aufgabe zu, da sie entweder schädliche Fremdkörper wie Infektionserreger aufspüren und entsprechende Informationen an die Immunabwehr weiterleiten, oder gar selbst an der Abwehr beteiligt sind, weil sie spezifische Antikörper gegen die Körpereindringlinge produzieren.

Hormontransport – Hormone sind ein wichtiger Bestandteil in der Signalleitung für bestimmte Körperfunktionen. Indem es Hormone über den Blutkreislauf im Körper verteilt, hat das Herz deshalb auch eine körperinterne „Kommunikationsfunktion“, die hormonbasierte Mechanismen steuert.

Wärmeregulierung – An der Entstehung der Körpertemperatur ist das Herz ebenfalls beteiligt. Denn über die Blutzirkulation wird der Körper stetig abgekühlt und lokale Hitzequellen entschärft.

Zustande kommt die Pumpfunktion des Herzens durch die Erregungsbildung im sogenannten Sinusknoten (Nodus sinutrialis). Dieser liegt im rechten Herzvorhof lokalisiert und wird über den Sympathikus und Parasympathikus in regelmäßigen Abständen mir Nervenimpulsen stimuliert. Hierdurch entsteht ein intervallartiger Schlagrhythmus im Sinusknoten, der über den Atrioventrikularknoten (Nodus atrioventricularis, kurz: AV-Knoten), ein muskuläres Verbindungsstück zwischen linker und rechter Herzkammer, an den gesamten Herzmuskel weitergegeben wird.

Das Resultat sind regelmäßige Muskelkontraktionen des Herzens, welche schließlich den Pumpmechanismus, beziehungsweise den Herzschlag generieren. Diese spezielle Erzeugung von Herzschlag und kradialem Pumpmechanismus wird in der Medizin auch als Erregungsleitungssystem bezeichnet.

Definition Herzversagen

Herzversagen beschreibt nun den Funktionsausfall dieses Erregungsleitungssystems. Die Komplikation ist das lebensgefährliche Endstadium einer Herzinsuffizienz, wie sie durch zahlreiche Herzerkrankungen ausgelöst werden kann. Mediziner unterscheiden dabei zwischen zwei Hauptformen von Herzversagen:

  1. akutes Herzversagen – das Herzversagen tritt plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung ein
  2. chronisches Herzversagen – das Herzversagen entwickelt sich schleichend und schreitet gemeinsam mit einer zunehmenden Verschlechterung der Herzfunktion voran

Wird das Versagen des Herzens rechtzeitig behandelt, lässt sich die Herzfunktion dabei durchaus wiederherstellen. Allerdings geht es hier oftmals um wenige Minuten, die darüber entscheiden, ob die Erregungsleitung des Herzens „zurückgeholt“ werden kann oder für immer versiegt und somit einen Herztod zur Folge hat.

Typische Symptome eines akuten Herzversagens sind Schmerzen in der Brust und Atemnot. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Ursachen für akutes Versagen des Herzens

Das akute Herzversagen kann mannigfache Ursachen haben und stellt immer eine lebensbedrohliche Situation dar. Oft fehlen die Symptome ganz oder treten nur so kurz vor der eintretenden Bewusstlosigkeit auf, dass der Betroffene und auch sein Umfeld von dem Ereignis vollkommen überrascht werden und entsprechend mit der Situation überfordert sind. Aus diesem Grund spricht man hier auch vom plötzlichen Herzversagen beziehungsweise vom plötzlichen Herztod, wenn jegliche Hilfe erfolglos bleibt.

Herz- und Gefäßerkrankungen als Hauptursache

Die Auslöser sind meist in einer (unentdeckt gebliebenen) Erkrankung des Herzens zu finden. Mit Abstand am häufigsten weisen Patienten starke Verkalkungen an ihren Herzkranzgefäßen auf. Das Krankheitsbild ist in medizinischen Fachkreisen als Koronare Herzkrankheit bekannt und oftmals die Folge einer vorangegangenen Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die bereits sehr weit fortgeschritten ist. Der Verkalkungsprozess geschieht dabei schleichend und bleibt daher häufig bis zum Eintritt des akuten Herzversagens unerkannt. Auch andere Herz- und Gefäßerkrankungen können in ihrer Folge zu einem akuten Herzversagen führen. Hierzu gehören:

  • Herzrhythmusstörungen
    z.B. Herzrasen, Herzstolpern, Kammer- oder Vorhofflimmern
  • Störungen in der Erregungsleitung bzw. Erregungsbildung
    z.B. AV-Knoten-Blockierung, AV-Knoten-Reentrytachykardie, Karotissinus-Syndrom, Sick-Sinus-Syndrom, Wolff-Parkinson-White-Syndrom
  • angeborene oder erworbene Herzfehler
    z.B. Aortenstenose, Ebstein-Anomalie, Herzklappenfehler oder Marfan-Syndrom
  • sonstige Blut-, Herz- und Gefäßerkrankungen
    z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Endokarditis oder Kardiomyopathien

Die genannten Erkrankungen gehen unbehandelt oft mit einer Vorschädigung des Herzens einher, welche das Risiko eines akuten Herzversagens zusätzlich erhöht. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Einflussfaktoren, die ein derartiges Szenario befördern. Ist das Herz zum Beispiel durch einen vorangegangenen Herzinfarkt vorgeschwächt, muss der Patient für eine Weile weiterhin stationär überwacht werden, um sicher zu stellen, dass auf den Infarkt nicht weiterer lebensbedrohlicher Funktionsausfall des Herzens folgt.

Andere krankheitsbedingte Ursachen

Auch nach einer überstandenen Lungenerkrankung (z.B. Lungenembolie oder Lungenentzündung) oder Infektion ist das Herz gemeinhin angeschlagen und neigt eher zu Funktionsstörungen. Insbesondere Infektionen bergen in diesem Zusammenhang ein erhöhtes Risiko. Denn wenn die Infektionserreger nicht vollständig bekämpft werden, können sie sich über die Blutbahn bis ins Herz ausbreiten und dort schwere Entzündungen mit akutem Herzversagen als Folge auslösen. Ebenso sind komplikationsträchtige Operationen nicht selten mit der Gefahr eines Herzversagens behaftet.

Eine ungesunde Ernährung mit zu viel Fett und Zucker erhöht das Risiko für gefährliche Herzerkrankungen. (Bild: happy_lark/fotolia.com)

Herzversagen infolge ungesunder Lebensgewohnheiten

Ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung zahlreicher Fälle von akutem Herzversagen spielen die individuellen Lebensgewohnheiten des Patienten. Von ungesunden Ernährungsgewohnheiten, die durch einen zu fett- oder zuckerreichen Speiseplan Erkrankungen wie Adipositas, Arteriosklerose oder die Koronare Herzkrankheit begünstigen, über Stresseinflüsse bis hin zu herzschwächenden Suchterkrankungen gibt es hier viele Szenarien, die ein Versagen des Herzens befördern. Insgesamt sind diesbezüglich folgende Aspekte im alltäglichen Leben relevant:

  • ungesunde Ernährung (v.a. zu fettige Speisen)
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Alltagsstress
  • seelische Belastung
  • Schlafmangel
  • exorbitanter Rausch- und Genussmittelkonsum
  • Medikamentenmissbrauch oder Doping

Substanzmissbrauch ist besonders tückisch

Gerade mit Blick auf Substanzmissbrauch sei erwähnt, dass vor allem Substanzen, welche die Herzfrequenz erhöhen besonders gefährlich sind. Neben Nikotin und Alkohol gilt Herzversagen hier insbesondere bei leistungssteigernden Drogen wie Anabolika und Drogen wie Speed oder Crystal-Meth als häufige, tödliche Nebenwirkung.

Des Weiteren sei vor einer immer mehr in Mode geratenen und legal erhältlichen Droge namens Spice („Legal Highs“) gewarnt. Als vermeintlicher Raumerfrischer getarnt, finden sich unzählige Kräutermischungen unter diesem Namen im Sortiment von Tabak- und Pfeifenhändlern. Hauptzutat sind synthetisch hergestellte Cannabinoide, was bei vielen Medizinern bereits die Alarmglocken schrillen lässt, weil die Wirkung synthetischer Drogen meist noch schlechter zu kontrollieren ist als die von „natürlichen“.

Welche Kräuter außerdem noch in den sogenannten Neuen psychoaktiven Substanzen (NpS) verarbeitet werden, lässt sich selten genau sagen. Gut belegt sind dagegen die gesundheitlichen Risiken des Konsums, denn die Legal Highs können zu schwerwiegenden Vergiftungen führen. Zu den bedrohlichen Nebenwirkungen zählen neben Bewusstlosigkeit und Panikattacken auch Herzrasen und Herzrhythmusstörungen. Todesfälle mit Herzversagen sind bislang noch nicht publik geworden, das Risiko bei einer Überdosis ist allerdings sehr hoch.

Der Konsum von Drogen erhöht auch bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für ein Herzversagen. (Bild: Štěpán Kápl/fotolia.com)

Ursachen für chronisches Herzversagen

Auch das chronische Herzversagen hat seine Ursachen oft in den bereits beschriebenen Vorerkrankungen und ungesunden Alltagsgewohnheiten. Der gravierende Unterschied ist hier allerdings, dass die Pumpleistung des Herzens nicht abrupt eingestellt wird, sondern langsam in einem manchmal über Jahre andauernden Verlauf nach und nach ihre Funktion einbüßt, bis es schließlich zum vollständigen Funktionsausfall kommt. Zusätzlich können bei chronischem Herzversagen noch einige spezielle Gesundheitsbeschwerden zum Tragen kommen. Hierzu zählen:

  • chronische Lungenerkrankungen (z.B. COPD oder Lungenfibrose)
  • Schlafstörungen (z.B. durch Schlafapnoe-Syndrom)
  • hormonelle Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)

Symptome bei Herzversagen

Die Vorboten eines Herzversagens treten zumindest im Akutfall relativ unmittelbar vor dem Funktionsausfall des Herzens auf. Schnelles Handeln ist deshalb äußerst wichtig. Typische Symptome sind dabei vor allem Atemprobleme sowie Schmerzen und Missempfindungen im Bereich des Oberkörpers. Doch auch vermeintliche Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen können im Zuge eines Herzversagens auftreten. Nachstehend eine Übersicht zu möglichen Symptomen:

Diagnose

Herzversagen ruft immer einen Notarzt auf den Plan. Die Feststellung der tödlichen Gesundheitsbeschwerde geschieht in der Regel vor Ort durch Diagnose eines Herzstillstandes. Sollten Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden und der Patient überlebt, ist jedoch eine weitere Überwachung sowie eine ausführliche Untersuchung im Krankenhaus üblich. Hierzu werden bildgebende Verfahren wie ein EKG, Röntgen, CT oder MRT genutzt. Auch ist es üblich, Blutproben zu entnehmen und diese im Labor auf Krankheitsparameter wie Entzündungszeichen, Blutzuckerwerte, Cholesterinwerte oder Antikörperaktivität hin zu untersuchen.

Achtung: Akutes Herzversagen ist ein absoluter Notfall

Das akute Herzversagen ist eine absolute Notfallsituation und kann binnen kürzester Zeit zum Tod des Patienten führen. Das Herz bleibt abrupt stehen und stellt seine Pumpleistung ein, sodass der komplette Kreislauf versagt. Wird dem Betroffenen nicht sofort eine adäquate Behandlung zuteil, verstirbt er innerhalb weniger Minuten. Und selbst bei zügiger und angepasster Behandlung stehen die Chancen ohne Folgeschäden zu überleben nicht gut, da das Herz und der Körper meist schon einen erheblichen Schaden davongetragen haben.

Beim plötzlichen Herzversagen muss umgehend eine Wiederbelebung eingeleitet werden, um die Überlebenschancen des Patienten zu erhöhen. (Bild: spkphotostock/fotolia.com)

Therapie bei akutem Herzversagen

Essentiell für Patienten mit akutem Herzstillstand ist die dauerhafte Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Notarztes. Sie gewährleistet eine Aufrechterhaltung der Kreislauffunktionen und erhöht damit in hohem Maße die Überlebenschancen des Patienten. Nach Eintreffen des medizinischen Personals übernehmen diese die Stabilisierung des Patienten mittels Defibrillation und ggf. auch Maßnahmen zur künstlichen Beatmung und bringen ihn auf schnellstem Weg in das nächstgelegene Krankenhaus.

Therapie bei chronischem Herzversagen

Das chronische Herzversagen ist ein langsam fortschreitender Prozess, der sich im späteren Verlauf in offensichtlichen Symptomen äußert. Schon allein dieser Umstand macht es der Medizin leichter, adäquate Behandlungsstrategien anzuwenden. Dennoch muss erwähnt werden, dass die mit der chronischen Form einhergehende Herzinsuffizienz selten komplett geheilt werden kann. Doch zumindest die auftretenden Symptome können behandelt und das Risiko eines Herzversagens abgeschwächt werden.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie der chronischen Herzinsuffizienz beruht auf mehreren Säulen, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden können. Eine Entlastung der Herztätigkeit durch Blutdruck- und Pulssenkung sowie Verminderung des Flüssigkeitsvolumens im Blut lässt sich diesbezüglich zum Beispiel durch Antihypertonika und Diuretika erreichen. Zur Stärkung der Herztätigkeit mittels Stabilisierung des Herzrhythmus sowie Stärkung des Herzmuskels werden ergänzend Arzneimittel wie Digitalispräparate oder Betablocker eingesetzt.

Vorsicht: Es ist ein Trugschluss zu glauben, das Absetzen von Behandlungspräparaten wie Antihypertonika nach Normalisierung des Blutdrucks könne ohne weitere Bedenken durchgeführt werden. Der Blutdruck ist im Normbereich weil die Medikamente wirken, nicht weil er sich von selbst normalisiert hätte. Setzt man entsprechende Wirkstoffe also eigenmächtig ab, so steigt in der Regel auch der Blutdruck wieder an. Deshalb ist es wichtig, sich in der Behandlung der Herzinsuffizienz an das Verordnungsschema zu halten und auch regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen zu gehen.

Selbsthilfemaßnahmen für ein gesundes Herz

Die Herzinsuffizienz ist eine chronische Krankheit, die zwar nicht geheilt, aber dennoch gut behandelt werden kann. Dabei ist es auch wichtig, dass der Patient ein Bewusstsein dafür entwickelt, was seinem Herzen gut tut und was nicht. Herzschädigende Alltagsaktivitäten und Lebensgewohnheiten sollten darum dringend eingestellt werden. Dies bedeutet zu aller erst eine herzgesunde Ernährung sowie eine stressfreie Alltagsplanung. Entspannungsangebote und eine gesunde Schlafhygiene sind ebenso wichtig.

Regelmäßige Bewegung ist wichtig für ein gesundes Herz. (Bild: ARochau/fotolia.com)

Regelmäßige Bewegung und ein Verzicht auf aggressive Rausch- und Genussmittel sind unabdingbar, wenn die Herzschwäche abgemildert werden soll. Zusätzlich hilft regelmäßige Bewegung dabei, den Herzmuskel wieder zu stärken, wobei entsprechende Sportangebote am besten mit dem Arzt oder einem professionellen Trainer abgesprochen werden. Ein Zuviel kann hier nämlich eher das Versagen denn eine Stärkung des Herzens begünstigen.

Vorbeugung von Herzversagen durch gesunde Ernährung

Es gibt keine spezielle Herzinsuffizienz-Diät, doch es gibt ein paar einfach umzusetzende Tipps für den Ernährungsplan, die das Herz entlasten oder sogar stärken können:

Salzarme Ernährung: Salz bindet Wasser im Körper, weshalb eine zu salzreiche Ernährung dazu führt, dass das Herz zu viel leisten muss, um das gesamte Flüssigkeitsvolumen zu pumpen. Das heißt aber nun nicht, dass man generell auf Salz verzichten muss – die Menge macht das Gift. Das Sonntagsei darf trotzdem sparsam gesalzen werden, vielmehr sollte bei der Ernährung auf die versteckten Salze beispielsweise in Wurstwaren oder Fertiggerichten geachtet werden.

Richtiger Umgang mit Speisefetten: Gesättigte Fettsäuren, wie sie insbesondere in Wurstwaren, rotem Fleisch, fettem Käse und Vollmilchprodukten vorkommen, beeinflussen den Cholesterinspiegel negativ und können damit auf lange Sicht herzschädigend sein. Ungesättigte Fette dagegen, wirken sich positiv auf den Cholesterinwert aus. Vor allem nach Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sollten Risikopatienten hier gezielt Ausschau halten, denn sie gelten als die gesündesten Fette überhaupt und können das Herz sogar kräftigen. Zu finden sind diese Fettsäuren beispielsweise in Geflügel, Fisch und Speiseölen wie Sonnenblumenöl, Distelöl, Olivenöl, Hanföl oder Leinöl. Setzen Sie die genannten Öle aber dennoch sparsam ein, denn das richtige Maß ist auch hier von Bedeutung.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Das Flüssigkeitsvolumen im Körper ist eine wichtige Größe bei Patienten mit einer Herzschwäche. Daher wird der Arzt eine Empfehlung aussprechen, wie viel Flüssigkeit der Patient über den Tag verteilt zu sich nehmen darf. Es ist nämlich wichtig ausreichend, aber trotzdem nicht zu viel zu trinken, um das Herz nicht noch zusätzlich zu belasten.

Herzstärkende Lebensmittel: Es gibt einige Lebensmittel, die der Herzgesundheit besonders dienlich sind. Hierzu zählen insbesondere dunkle Beerenfrüchte wie Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren, die eine Fülle von Anthocyanen enthalten. Dabei handelt es sich um einen pflanzeneigenen Farbstoff mit antioxidativer Wirkung, was die Blutgefäße reinigt und diese vor arteriosklerotischen Ablagerungen schützt. Sehr gesund für Herz und Gefäße sind zudem wasserreiche Früchte und Obstsorten wie Wassermelonen, Tomaten, Gurken und Salate. Der hohe Flüssigkeitsgehalt dieser Lebensmittel verdünnt das Blut auf natürlichem Wege und kann so Bluthochdruck und damit auch zusätzlicher Herzbelastung vorbeugen.

In Wurstwaren stecken viele versteckte Salze und gesättigte Fette. Daher sollten Patienten mit einer Herzschwäche hier besonders gut hinschauen. (Bild: Alex/fotolia.com)

Heilkräuter

Ebenfalls antioxidativ, blutverdünnend und mitunter sogar cholesterin- und blutzuckerspiegelsenkend wirken Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer. Knoblauch und Ingwer als heilpflanzliche Komponente zur Behandlung von Herz- und Gefäßkrankheiten entstammen dabei einer Jahrhunderte langen Anwendungsphilosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin und sind somit altbewährt zur Vorbeugung von Herzversagen.

Als unterstützende Maßnahme hat sich in der Therapie von Herzinsuffizienzpatienten außerdem die Behandlung mit Weißdornpräparaten, wie zum Beispiel Weißdorntee, durchgesetzt. Die im Weißdorn enthaltenen Pflanzenstoffe bewirken einen gesteigerten Blutfluss an den Herzkranzgefäßen. Dadurch wird der Herzmuskel besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt, wodurch sich seine Schlagkraft und Leistungsfähigkeit verbessert.

Operative Behandlung

Sind alle oben angeführten Maßnahmen ausgeschöpft und führen nicht mehr zum gewünschten Erfolg, ist eine Operation oft unumgänglich. Es gibt verschiedene Techniken, die je nach Ursache und Ausprägung der Herzschwäche eingesetzt werden können. Hierzu gehört zum Beispiel die Implantation eines Herzschrittmachers oder Mini-Defibrillators. Würde letzterer öfter präventiv eingesetzt, ließen sich zahlreiche auf Herzversagen zurück zu führende Todesfälle vermeiden, weshalb vor allem Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz frühzeitig über die Option eines implantierten Defibrillators nachdenken sollten.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, ein sogenanntes Kunstherz einzusetzen. Dabei kommt es aber nicht zum Ersatz des gesamten Herzens, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Vielmehr werden die beschädigten Herzelemente ausgetauscht und durch künstliche, unterstützende Systeme ersetzt. Eine vollständige Herztransplantation ist allerdings dennoch möglich. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Wartelisten für Spenderherzen äußerst lang ist und nicht immer ein passender Spender gefunden werden kann.

Wichtig: Die Indikation zu einer Operation stellen die behandelnden Ärzte. Dabei prüfen sie auch eingehend das OP-Risiko mit dem Nutzen durch den Eingriff, denn Operationen am Herzen tragen immer ein großes Risiko in sich. (ma)