Intercostalneuralgie – Ursachen, Symptome und Therapie

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Nervenschmerzen zwischen den Rippen

Geht es um die Entdeckung von Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule, Lunge oder des Rippenfells, so ist die Intercostalneuralgie ein wichtiger Hinweis in der Differenzial- und Ausschlussdiagnose. Auch Erkrankungen des Herzens oder Verdauungstraktes lässt sich bei Vorliegen dieses Beschwerdebildes oftmals zuverlässig auf die Schliche kommen. Nichtsdestotrotz ist die genaue Entstehung einer Neuralgie zwischen den Rippen bislang noch nicht vollständig geklärt. Grundsätzlich lässt sich jedoch eine Nervenstörung im Bereich der Wirbelsäule zur Erklärung heranziehen.

Definition

Intercostalneuralgien (oder Interkostalneuralgien) ereignen sich grundsätzlich an den namensgebenden Zwischenrippennerven (Nervus intercostalis). Im hinteren Teil des Brustkorbs (Thorax) befindlich, verlaufen diese Nerven auf Höhe der Brustwirbelsäule zwischen den dort gelegenen Brustwirbeln und Rippenpaaren. Die Nervenenden der Zwischenrippennerven entspringen den Spinalnerven (Nervus spinalis), welche das Rückenmark (Medulla spinalis) als essenziellen Bestandteil des Zentralen Nervensystems mit dem peripheren Nervensystem verbinden.

Bei einer Interkostalneuralgie handelt es sich um Nervenschmerzen im Bereich der Rippen bzw. des Rückens. (Bild: yodiyim/fotolia.com)

Als Austrittspunkt eines jeden Nervus intercostalis dient der knöcherne Spinalkanal der Wirbelsäule, beziehungsweise dessen Öffnungen. Neuralgien an diesen sensiblen Nervenschnittstellen zwischen Spinal- und Zwischenrippennerven sind besonders schmerzhaft und nicht ganz ungefährlich.

Wie der Name bereits sagt, gehört die Intercostalneuralgie zu den als Neuralgien bekannten Nervenschmerzen. Sie ist somit kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern beschreibt vielmehr einen Symptomkomplex bzw. ein Schmerzsyndrom, das im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen auftreten kann.

Da der Mensch insgesamt 12 Brustwirbel besitzt, zwischen denen jeweils ein Zwischenrippennerv verläuft, kann eine Intercostalneuralgie an 11 verschiedenen Punkten der Brustwirbelsäule auftreten. Der tatsächliche Entstehungsherd dieser Nervenschmerzen ist bei der Diagnose deshalb häufig sehr schwer zu ermitteln. Allerdings bestimmt die Lage der jeweiligen Grunderkrankung die Schmerzquelle erheblich mit, was einen Krankheitsverdacht während der Diagnose zum entscheidenden Hinweis für die Findung des Schmerzherdes macht.

Entsprechende Erkrankungen können neben der Wirbelsäule selbst in allen Körperteilen und Organen lokalisiert liegen, die sich im Brustkorb und damit in unmittelbarer Nähe zur Brustwirbelsäule und den Rippen befinden. Hierzu zählen:

  • Herz
  • Lunge
  • Rippenfell
  • Galle
  • Leber

Ungeachtet der vielseitigen Entstehungspunkte innerhalb der Brustwirbelsäule macht sich eine Neuralgie der Zwischenrippennerven grundsätzlich durch einen Nervenschmerz bemerkbar, der sich ring- bis gürtelförmig um die eigentliche Schmerzquelle ausbreitet. Die ziehenden Schmerzen strahlen folglich kreisartig in Brustwand und Rücken, wobei sie durch Nervenreize wie Husten, Niesen oder Pressen deutlich verstärkt werden. Je nach Schwere der zugrunde liegenden Gesundheitsbeschwerde kann der Nervenschmerz dabei länger andauern oder nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Vorsicht: Wurzelkompressionssyndrom

Sehr häufig werden die Beschwerden durch Nervenkompressionen ausgelöst. Sie entstehen, wenn Nervenwurzeln durch Einengung (Kompression) einen erhöhten Druck erfahren und in Folge Schmerzreize aussenden. Im Wirbelsäulenbereich ist das sogenannte Wurzelkompressionssyndrom die häufigste Form derartiger Nervenengpässe. Im Falle der Intercostalneuralgie sind von diesem Syndrom logischer Weise die Nervenwurzeln der Zwischenrippennerven betroffen.

Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, wie auch eine Intensivierung der Schmerzen beim Husten und Niesen, sind für ein Wurzelkompressionssyndrom allgemein üblich. Sollte die Kompression sehr stark sein oder gar Quetschungen an den Nervenenden verursachen, kann das Syndrom auch zu Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen sorgen, die sich bis in den Gesäß- und Beinbereich ziehen können. Selbst Funktionsstörungen, zum Beispiel in Form von Harn- und Stuhlinkontinenz, sind im Rahmen des Syndroms möglich.

Achtung: Beim Wurzelkompressionssyndrom handelt es sich um einen ernsten Notfall, weshalb entsprechende Nervenbeschwerden in Kombination mit den genannten Schmerzen unverzüglich ärztlich versorgt werden müssen!

Bei der Intercostalneuralgie betrifft die Wurzelkompression die Nervenwurzeln der Zwischenrippennerven. Zu Kompressionen kann es hier durch zahlreiche Erkrankungen der Wirbelsäule kommen. So sorgen durch einen Bandscheibenvorfall verursachte Wirbelblockaden beispielsweise häufig für Engpässe im Bereich des Spinalkanals, der sich durch heftige Nervenschmerzen bemerkbar machen kann. Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, wie auch eine Intensivierung der Schmerzen beim Husten und Niesen sind für den Bandscheibenvorfall allgemein üblich.

Ein Bandscheibenvorfall kann massive Nervenschmerzen hervorrufen. (Bild: marga/fotolia.com)

Geht es um Dislokationen von Brustwirbelsäulenanteilen, so bergen auch Wirbel- und Rippenbrüche die Gefahr, für Wurzelkompressionen zu sorgen. Erwähnt seien ferner Fehlbildungen und Wachstumsstörungen der Brustwirbel, wie sie zum Beispiel durch Skoliose und Osteochondrose gegeben sind.

Während Skoliose eine für den Nervenverlauf der Wirbelsäule gefährliche Seitenabweichung der Wirbelsäule bezeichnet, verbirgt sich hinter Osteochondrose eine Störung in der Umwandlung von Knorpel- in Knochenmasse, die entweder angeboren oder durch Wirbelbrüche hervorgerufen werden kann. Sollte es durch diese zu Instabilitäten der Wirbelsäule kommen, lässt sich eine Einengung von Wirbelsäulennerven nicht ausschließen.

Weitere Wirbelsäulenerkrankungen, die ein Wurzelkompressionssyndrom an den Zwischenrippennerven und damit eine Intercostalneuralgie auslösen können, sind Wirbeltumore und degenerative Wirbelsäulenveränderungen (Osteopathien). Zu letzteren gehören vor allem Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke durch Spondylarthrose und Osteoporose.

Übrigens: Auch Wirbeloperationen bergen ein gewisses Risiko, durch Operationskomplikationen Wurzelkompressionen auszulösen.

Intercostalneuralgie durch Wurzelreizsyndrom

Das auch als Wurzelsyndrom bekannte Wurzelreizsyndrom (Radikulopathie) wird häufig mit dem Wurzelkompressionssyndrom verwechselt. Jedoch kommt es hier nicht zu einer Einengung der Nerven, sondern zu einer Nervenreizung, die gemeinhin etwas glimpflicher Verläuft als eine Kompression. Zu spaßen ist mit diesem Nervenleiden aber dennoch nicht, denn auch durch ein Wurzelsyndrom können ernste Schäden an den Zwischenrippennerven entstehen.

Die Ursachen einer Radikulopathie sind weitestgehend dieselben wie bei einer Wurzelkompression. Ergänzend kommen Nervenentzündungen in Frage. Verursacht werden diese unter anderem durch entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen wie Spondylitis oder eine Knocheninfektion wie eine Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis).

Auch in ihrem Beschwerdebild ist die Radikulopathie dem Wurzelkompressionssyndrom relativ ähnlich, was eine Differenzialdiagnose bei Intercostalneuralgie zusätzlich erschwert. Ein wichtiger Hinweis auf Wurzelreizsyndrom ist allerdings das Ausbleiben von Nervenlähmungen. Zudem wird eine entzündungsbedingte Neuralgie des Rippenbogens häufig durch Infektionen begünstigt, sodass sich Entzündung und Beschwerdebild nicht selten infektionstypisch ausweiten. Die Gefahr besteht hier darin, dass neben einzelnen Wurzeln Zwischenrippennerven auch weitere Nervenenden und sogar die Muskulatur von dem Krankheitsgeschehen erfasst werden können.

Wichtig: Sofern die Atemmuskulatur oder Nervenwurzeln des Zwerchfells betroffen sind, könnte hierdurch ein lebensbedrohliches Atemversagen die Folge sein. Auch motorische Störungen sowie Gemütsschwankungen und kognitive Beeinträchtigungen sind beim Wurzelreizsyndrom als Ursache einer Interkostalneuralgie nicht ausgeschlossen.

Ursache einer Interkostalneuralgie kann eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus sein. (Bild: Tatiana Shepeleva/fotolia.com)

Infektionsbedingte Nervenschmerzen zwischen den Rippen

Das Wurzelreizsyndrom wird häufig durch verschleppte Herpesviren ausgelöst. Die Erreger der auch als Gürtelrose bekannten Krankheit Herpes Zoster werden als einer der Hauptinfektionserreger für die Intercostalneuralgie vermutet. Darüber hinaus legen auch Infektionskrankheiten der Lunge, die mit der Neuralgie in Verbindung gebracht werden, eine Mitbeteiligung in manchen Krankheitsfällen nahe.

Außer Gürtelrose werden diesbezüglich auch infektionsbedingte Krankheiten wie Lungenentzündung (Pneumonie), Rippenfellentzündungen (Pleuritis) und Tuberkulose diskutiert. Selbst Magen-Darm-Infekte wie Gastritis lassen sich bislang nicht als mögliche Verursacher der Neuralgie ausschließen.

Ursache Organerkrankungen

Wie bereits erwähnt, ist die Medizin den genauen Krankheitsursachen der schmerzenden Zwischenrippennerven bislang noch auf der Spur. Dass angrenzende Organe bei vorliegender Grunderkrankung Einfluss auf die Entstehung der Nervenschmerzen nehmen, gilt jedoch als sehr wahrscheinlich. Abgesehen von Infektionen sind hier vor allem Herzkrankheiten sowie Erkrankungen der Leber und Galle zu erwähnen.

In Indien deckten Mediziner des Weiteren eine Neuralgie zwischen den Rippen auf, die im Zuge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) beim Patienten entstand. Gefäßschwellungen im Bereich der Wirbelsäule, etwa durch Bluthochdruck oderArteriosklerose (Arterienverkalkung), können theoretisch ebenso für schmerzende Zwischenrippennerven verantwortlich sein.

Symptome bei Interkostalneuralgie

Kardinalsymptom einer Neuralgie zwischen den Rippen sind immer ziehende Brustschmerzen und Rückenschmerzen, die sich ringförmig um die Schmerzquelle ausbreiten. Bewegungsreize wie Verlagerungen des Oberkörpers, starkes Lachen, Pressen sowie Husten- und Niesreflexe sorgen für eine Intensivierung der Schmerzbeschwerden, die je nach Ursache kurz oder langfristig anhalten kann.

Leitsymptom einer Neuralgie zwischen den Rippen sind ziehende Schmerzen im Brust- und Rückenbereich. (Bild: chombosan/fotolia.com)

Gelegentlich treten auch anfallsartige Schmerzspitzen ohne vorangegangene Reize auf, die stattdessen mit

einhergehen. Die weiteren Beschwerden sind dagegen stark abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung sowie dem Ausmaß der Nervenstörung. Denkbar sind folgende Begleitsymptome bei einer Interkostalneuralgie:

  • Missempfindungen
  • Gefühlsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Bewegungseinschränkungen
  • Atemprobleme und Atemnot
  • schmerzbedingte Schonhaltung des Oberkörpers
  • Muskelverspannungen
  • Störungen der Muskelfunktion
  • motorische Störungen
  • Funktionsstörungen der Organe
  • kognitive Störungen
  • Depressionen

Diagnose bei Nervenschmerzen im Rippenbereich

Damit die Diagnose bei Verdacht auf eine Intercostalneuralgie zielführend und eine anschließende Krankheitsermittlung erfolgreich sein kann, kommt es bei der Anamnese des Patienten auf möglichst detaillierte Angaben zu bestehenden Beschwerden sowie möglichen Vorerkrankungen an. Hierfür ist es nicht ausreichend, die Lage des Schmerzes im Bereich des Brustkorbs zu beschreiben. Ergänzend müssen auch Situationen genannt werden, in denen sich der Schmerz intensiviert, sowie Auskünfte zu bestehenden Begleitsymptomen gegeben werden. Wer vor Auftreten der Nervenschmerzen an einer Wirbelsäulen-, Infektions- oder Organerkrankung gelitten hat, sollte dies während der Patientenbefragung ebenfalls zur Sprache bringen.

Nach dem Patientengespräch erfolgt meist ein anfängliches Abtasten der betroffenen Wirbelsäulenregion. Auf diese Weise lässt sich die Schmerzquelle genauer Lokalisieren und beurteilen, wie schmerzempfindlich der Patient ist. Im Anschluss erfolgt eine intensivere ausführliche köprerliche Untersuchung zur Differenzialdiagnose.

Bildgebende Untersuchungsmethoden, wie die Myelografie stehen hierbei im Vordergrund. Der Begriff beschreibt ein spezielles Röntgenverfahren zur Darstellung des Wirbelkanals, bei dem ein Kontrastmittel in den Kanal injiziert wird. Mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) lassen sich dann etwaige Kompressionen und Entzündungen der Nerven sichtbar machen. Auch Dislokationen und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule können im Rahmen bildgebender Diagnoseverfahren ermittelt werden. Ein EKG erlaubt diesbezüglich ferner die Beurteilung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Bei der Diagnose helfen bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Computertomographie. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Vermuten Ärzte die Ursache für die Intercostalneuralgie nicht an der Brustwirbelsäule selbst, sondern in einem der im Brustkorb gelegenen Organe, können zusätzlich zur bildgebenden Diagnose weitere Untersuchungsmethoden zur Anwendung kommen. Zur Beurteilung der Lungengesundheit können beispielsweise Lungenfunktionstests zum Einsatz kommen. Blutuntersuchungen zeigen ergänzend eventuelle Infektionserkrankungen an.

Therapie bei Intercostalneuralgie

Welche Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, hängt von dem abschließenden Diagnosebefund ab. Die meisten Gesundheitsbeschwerden können durch geeignete Medikamente und alternativmedizinische Maßnahmen aber zuverlässig behoben werden:

Physiotherapie

Wirbel- und Nervenblockaden, ebenso wie zahlreiche Dislokationen und Bandscheibenvorfälle, lassen sich gut durch geeignete physiotherapeutische Maßnahmen behandeln. Etwaige Nervenschmerzen werden durch entsprechende Therapieschritte ebenfalls schnell gelindert. Zu empfehlen sind zum Beispiel manuelle Therapiemaßnahmen wie Heil- und Druckmassagen oder manuelle Lagekorrekturen.

Im weiteren Therapieverlauf sollte dann auch ein physiotherapeutisches Bewegungstraining stattfinden. Neben einer Rückenschule, Yoga und Wassergymnastik gibt es hierfür noch weitere Techniken, die sich teilweise schon während der Diagnosestellung zur Schnelltherapie anwenden lassen. Gut bekannte Behandlungsverfahren sind:

  • die Alexander-Technik,
  • die Feldenkrais-Methode,
  • das McKenzie-Konzept
  • und die Spiraldynamik.

Wichtig: Lassen sie manuelle Therapiemaßnahmen nur von geschultem Fachpersonal durchführen! Ein falscher Handgriff kann hier mehr Schaden als Nutzen anrichten und bestehende Schmerzbeschwerden sogar verschlimmern!

Medikamente

Zu den Medikamenten, die standardmäßig bei Intercostalneuralgie eingesetzt werden, zählen Rheumamittel (Antirheumatika), Betäubungs- und Schmerzmittel. Letztere bestehen neben Opioiden vor allem aus Muskelrelaxantien, die schmerzbedingten Muskelverspannungen vorbeugen sollen. Bei konkreter Diagnose ist ferner der Einsatz von Herz- und Kreislaufpräparaten sowie antibiotischen Wirkstoffen zur Infektbehandlung möglich.

Akupunktur gegen Nervenschmerzen

Sehr beliebt zur Behandlung von Nervenschmerzen sind alternativmedizinische Maßnahmen wie Akupunktur. Die gezielte Stimulierung der Körpermeridiane durch spezielle Akupunkturnadeln stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und hat eine Auflösung von Nerven-, Muskel- und Energieblockaden durch Druckeinwirkung zum Ziel. Dadurch sollen unter anderem auch Schmerzbeschwerden, wie sie durch Nervenreizungen und Nervenkompressionen entstehen, zuverlässig behoben werden.

In der Alternativmedizin werden Nervenschmerzen häufig mit Akupunktur behandelt. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Naturheilkunde bei Interkostalneuralgie

Im Bereich der Naturheilkunde gibt es auch einige Kräuter, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können können. Bewährte Heilpflanzen bei Interkostalneuralgie sind:

  • bittersüßer Nachtschatten
  • Knollenhahnenfuß
  • Seidenpflanze
  • Zaunrübe

Die Kräuter sollten allerdings nicht wild gepflückt und privat verarbeitet werden, denn Pflanzen wie der Nachtschatten sind eigentlich Giftkräuter und deshalb nur unter professioneller Anleitung einzunehmen. Am besten ist es, beim Apotheker, Homöopathen oder Arzt nach passenden Präparaten zu fragen und sich in Sachen Dosierung ausführlich beraten zu lassen. Denkbar ist zum Beispiel die Einnahme als Globuli in den Potenzen D1 bis B12 à maximal 5 Globuli pro Tag. Als Richtwert für Kräutertropfen gilt gemeinhin eine Dosis von 5 bis 20 Tropfen täglich.

Unbedenklicher ist der Privatgebrauch von schmerzlindernden und beruhigenden Nervenheilkräutern wie

  • Eukalyptus,
  • Johanniskraut,
  • Kümmel,
  • Labkraut,
  • Lavendel,
  • Lorbeer,
  • Rosmarin,
  • Weißem Gänsefuß
  • und Zinnkraut.

Hier kann eine unterstützende Behandlung problemlos durch die private Zubereitung von Kräutertees, Heilbäder oder das Auftragen von schmerzlindernden Tinkturen und Salben erfolgen.

Wärme- und Kältetherapie

Ebenfalls einen Versuch wert sind bei schmerzenden Zwischenrippennerven Elektrotherapien. Denkbar ist diesbezüglich zum Beispiel die sogenannte Rückenmarkstimulation, bei der mithilfe spezieller Therapiegeräte elektrische Impulse an das Rückenmark gesendet werden, um Schmerzsymptome zu lindern.

Dass diese Behandlungsmaßnahme Wirkung zeigt, ließ sich in einer belgischen Studie zur Nervenstimulation bei Intercostalneuralgien bestätigen. Die Forscher testeten hier ein modernes Stimulationsverfahren mit kabellosen Gerätschaften, das sich als äußerst erfolgreich erwies.

Umgekehrt können auch Kühlmaßnahmen zur Schmerzlinderung beitragen. Hierzu empfehlen sich vor allem Coolpacks oder kalte Umschläge, die auf die betroffene Wirbelsäulenregion aufgelegt werden. Laut einer britischen Studie der Cambridge University soll darüber hinaus Kaltwasserschwimmen eine besonders positive Wirkung auf Intercostalneuralgien im Zuge einer Operation haben. (ma)