Knochenentzündung

Der Bergriff Knochenentzündung (Osteitis) wird zunehmend als Synonym der Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis) verwendet, da nicht nur das Knochenmark sondern alle Bauelemente des Knochens betroffen sein können.

Knochenentzündung (Osteitis):
Ursachen
Symptome
Diagnose
Therapie

Ursachen

In den meisten Fällen ist eine Kontamination mit Bakterien in Folge offener Brüche oder Operationen die Ursache. Man spricht auch von der Postpoerativen Knochenentzündung. Bakterien dringen in den Knochen ein und finden dort, aufgrund der Beschaffenheit des Knochengewebes, für sie günstige Verhältnisse vor. Wird das Trauma osteosynthetisch versorgt, also mit Fremdmaterial wie Platten und Schrauben, entsteht ein Milieu in dem die Immunabwehr des Betroffenen nicht vollständig wirksam werden kann. Dies begünstigt weiter den Entzündungsprozess.

Das Einwandern einer benachbarter Infektion in den Knochen, wie zum Beispiel aus der Kieferhöhle über den Blutweg wird in der Medizin als endogene (von außen) oder auch hämatogene (über den Blutweg) Knochenentzündung bezeichnet und kommt eher im Kindesalter als bei Erwachsenen vor, da die Wachstumsfugen der kindlichen Knochen noch nicht verschlossen sind und so die Erreger eine für sie günstige Durchblutungssituation vorfinden. Neben Bakterien (in drei Viertel der Fälle handelt es sich bei dem Erreger um Staphylococcus aureus) können sowohl Viren, als auch Pilze eine Knochenentzündung hervorrufen.

Knochenentzündung Symptome

Kommt es postoperativ zu einer Infektion des Knochen und seiner Bauelement, spricht man von einer akuten Knochenentzündung. Es zeigen sich häufig lokale Entzündungszeichen wie eine Rötung, Schwellung, ein Temperaturanstieg und Schmerzen im Operationsgebiet. Möglich ist eine erhöhte Körpertemperatur des Patienten sowie ein im Laborbefund sichtbarer Anstieg der Entzündungsparameter.

Im weiteren Verlauf ist die pathophysiologische Reaktion des Körpers eine Abschottung des infizierten Bereichs, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Um das necrotisierte Knochengewebe bildet sich eine Schutzkapsel, die den Erreger einschließt. So kann es in einer ansonsten unauffälligen Region zur Entleerung von Eiter durch einen Fistelgang kommen, was in der die betroffene Körperregion äußerst schmerzhaft ist. Der Anstieg der Entzündungsparameter im Laborbefund ist nicht mehr so eindeutig festzustellen wie bei der akuten Knochenentzündung, jedoch sind nun röntgenologische Veränderungen sichtbar.

Des weiteren fühlen sich die Patienten müde und schlapp. Bereits nach wenigen Tagen kann es zu Gelenks- und Gliederschmerzen kommen. Häufig betroffene Gelenke liegen im schulternahen Oberarmbereich sowie der Region ums Kniegelenk. Schreitet die Entzündung weiter voran, kann die Stabilität des Knochens erheblich beeinträchtigt werden und Knochenbrüche die Folge sein.

Diagnose

Die Diagnose der Knochenentzündung wird mittels Röntgen, CT, MRT, Sonographie (Ultraschall), Szintigraphie (Bilgebendes Verfahren mit Kontrastmittel) sowie durch die Befragung des Patienten durchgeführt.

Therapie

Die Behandlung der Knochenentzündung ist häufig ein lang andauernder Prozess, da zunächst der Erreger als Ursache erkannt und behandelt werden muss, bevor eine osteosynthetische Versorgung des Knochens möglich ist. Wichtig dabei ist, das der Knochen schnell an Stabilität gewinnt und sich keine „unechten Gelenke“ sogenannte Pseudarthrosen bilden. Bei der chronischen Knochenentzündung ist es zunächst unumgänglich Fisteln und schlecht durchblutetes Gewebe vollständig auszuräumen, bevor sich resorbierbare Antibiotika eingesetzt werden.

Sollte sehr viel Knochengewebe betroffen sein, ist eine Knochentransplantation indiziert. In diesem Fall wird aus Plattenknochen, meist dem Beckenkamm, Gewebe ausgestanzt und in das betroffenen Gebiet eingepflanzt. Oftmals ist dieser Eingriff mehrfach erforderlich. Heute geht man dazu über, in der Therapie eine Kombination von beiden Verfahren einzusetzen, indem Knochentransplantate vor dem verpflanzen mit Antibiotika imprägniert werden. So wird das Risiko weiterer Operationen reduziert und die Wirkstoffe gelangen direkt an den Ort der Infektion. (Philipp Schulz, Physiotherapeut)