Morbus Hodgkin- Ursachen, Symptome und Therapie

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Lymphogranulomatose; Hodgkin-Lymphom

Unser Lymphsystem kann von bösartigen Tumoren befallen werden – der bekannteste ist das Hodgkin Lymphom. Die Krankheit ist nach dem englischen Pathologen Thomas Hodgkin M.D. (1798- 1866) benannt. Er war ein sehr innovativer und sozial engagierter Arzt, der als einer der ersten das Stethoskop nach England brachte, die akute Blinddarmentzündung 50 Jahre vor ihrer Entdeckung beschrieb und 1832 die „Hodgkin´s Disease“ entdeckte, wie sie bis heute im Englischen genannt wird.

Definition

Morbus Hodgkin wird in der internationalen Klassifikation der Krankheiten unter dem Code C81. als Hodgkin-Lymphom (Lymphogranulomatose) aufgeführt, wobei verschiedene Unterformen wie beispielsweise das Nodulär-sklerosierende (klassische) Hodgkin-Lymphom (C81.1), das Gemischtzellige (klassische) Hodgkin-Lymphom (C81.2), das Lymphozytenarme (klassische) Hodgkin-Lymphom (C81.3) und das Lymphozytenreiche (klassische) Hodgkin-Lymphom (C81.4) unterschieden werden. Kennzeichnend für alle Formen der Hodgkin-Lymphome ist das Vorkommen der Hodgkin-Zellen sowie der sogenannten Sternberg-Reed-Riesenzellen. Morbus Hodgkin zählt zu den malignen Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs).

Morbus-Hodgkin
Bei Morbus Hodgkin sind Schwellungen der Lymphknote am Hals oft eines der ersten Symptome. (Bild: Beßler/Havlena / pixelio.de)

Symptome des Hodgkin-Lymphoms

Den Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge beginnt Morbus Hodgkin in der Mehrheit der Fälle in den Lymphknoten am Hals und Nacken. Betroffene oder Mediziner bemerken als erste Symptome meist Schwellungen der Lymphknoten am Hals, unter der Achsel und in der Leistenregion, es können aber auch andere Bereiche betroffen sein. So zeigen sich bei etwa einem Drittel der Betroffenen Lymphknotenschwellungen hinter dem Brustbein, wo die sogenannten mediastinalen Lymphknoten betroffen sind, berichtet das DKFZ. In solchen Fällen seien oft Atembeschwerden und ein anhaltender Reizhusten als Symptome festzustellen. Die Lymphomzellen könne bei allen Formen der Erkrankung theoretisch über den Blutweg das lymphatische System verlassen und die Leber und andere Organe sowie das Knochenmark befallen.

Typisch bei Tumoren ist das zusätzliche Auftreten allgemeiner Symptome wie Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Fieber. Zudem zeichnen sich Krebserkrankungen grundsätzlich durch unkontrolliertes Zellwachstum aus, welches im Fall der Lymphogranulomatose von veränderten B-Lymphozyten ausgeht. Aus diesen entwickeln sich die Hodgkin-Zellen, welche zu den mehrkernigen Sternberg-Reed-Riesenzellen verschmelzen, die sich auch bei der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung betroffener Lymphknoten unter dem Mikroskop erkennen lassen, berichtet das DKFZ. Zudem tritt im Verlauf der Erkrankung auch ein Mangel an besonderen weißen Blutkörperchen (Lymphopenie) auf, der bei einer Diagnosestellung entscheidend sein kann.

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Das Hodgkin-Lymphom ist eine spezielle Form des Lymphdrüsenkrebs, welche sich theoretisch in sämtlichen Lymphknoten des Körpers entwickeln kann. (Bild: Hernie/fotolia.com)

Ursachen des Hodgkin-Lymphoms

Wie so häufig bei Tumoren, können auch hier bisher nur Risikofaktoren im Rahmen der Ursachenforschung angenommen werden. Inwiefern lebensstilbedingte Risikofaktoren oder Umweltrisiken für die Entstehung
von Hodgkin-Lymphomen verantwortlich sind, bleibt laut Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) bislang unklar. Langanhaltender Zigarettenkonsum stehe zwar als Risikofaktor im Verdacht, aber der Zusammenhang sei noch nicht abschließend geklärt. Auch werden dem RKI zufolge angeborene oder erworbene Besonderheiten des Immunsystems sowie virale Infektionen als mögliche Auslöser diskutiert. Neuere Studien hätten beispielsweise eine Beteiligung von Epstein-Barr-Viren (EBV), den Erregern des Pfeifferschen Drüsenfiebers (infektiöse Mononukleose), bei der Entstehung des Hodgkin-Lymphoms aufgezeigt. Auch andere Viren sind laut Angaben des RKI möglicherweise an der Entwicklung des Hodgkin-Lymphoms beteiligt.

Nicht zuletzt werden erbliche Faktoren als mögliche Ursachen der Erkrankung betrachtet, da Morbus Hodgkin oft gehäuft innerhalb einer Familie auftritt.

Behandlung

Die Erkrankung wird in verschiedene Unterformen und Stadien unterteilt, die vor allem für die adäquate Form und das Mass der Therapie (Chemotherapie und Strahlenbehandlung) entscheidend sind. Grundsätzlich ist die Behandlung an den Erkrankungsstadium auszurichten. Hier werden Patienten mit Hodgkin-Lymphomen in einem frühen Stadium (I und II) laut Angaben des DKFZ üblicherweise mit einer etwa zwei Monate dauernden und aus mehreren Medikamenten bestehenden Chemotherapie und einer nachfolgenden Bestrahlung behandelt. Dabei könne die Behandlung häufig ambulant erfolgen und ein Krankenhausaufenthalt sei meist nicht notwendig. Welche Zusammenstellung der einzelnen Medikamente und welche Anzahl der Behandlungszyklen gewählt wird, hänge auch von der allgemeinen Gesundheit der Betroffenen und dem Vorliegen bestimmter Risikofaktoren ab. Solche Risikofaktoren seien beispielsweise ein sehr ausgedehnter Lymphknotenbefall oder die Beteiligung von Gewebe außerhalb von Lymphknoten, Milz, Thymus und lymphatischem Gewebe der Schleimhäute (z.B. Befall der Leber).

An einer Chemotherapie führt bei den meisten Hodgkin-Lymphomen bislang kein Weg vorbei. Lediglich Erkrankungen in sehr frühem Stadium lassen sich durch Bestrahlung ohne Einsatz von Chemotherapie erfolgreich behandeln. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Liegt ein lymphozyten-prädominantes Hodgkin-Lymphom im Stadium IA vor, kann laut Aagaben des DKFZ auch eine alleinige Strahlentherapie infrage kommen, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. Bei Morbus Hodgkin im späteren Erkrankungsstadium (III und IV) ist dem DKFZ zufolge indes eine intensive Chemotherapie bei allen Betroffenen vorgesehen und lediglich, wenn nach einer solchen Behandlung noch größere Tumorreste nachweisbar sind, erhalten Patienten auch eine Bestrahlung.

Die Chemotherapie und Strahlenbehandlung sind für den Körper sehr belastend und könne mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen, weshalb sich Betroffene auf jeden Fall bei den behandelnden Ärzten nach möglichen Risiken erkundigen sollten, so der Hinweis des DKFZ. Ingesamt hat die Medizin bei der Behandlung von Morbus Hodgkin in den letzten Jahrzehnten gravierende Fortschritte erreicht, so dass mittlerweile die Prognosen deutlich besser sind. Im Rahmen der Naturheilkunde kann als präventive Maßnahme lediglich eine Stärkung des Immunsystems empfohlen werden. (tf, fp, aktualisiert 26.06.2017)