Nierensteine

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Nierensteine und Nierenkolik

Nierensteine können als chronisches Steinleiden über lange Zeit hinweg unbemerkt bleiben. Kommt es jedoch zu einer Wanderung und Einklemmung kleiner Nierensteine, kann eine Nierenkolik für heftige und schmerzhafte Symptome sorgen. Die Steine können sich mit ähnlicher Symptomatik (als Urolithiasis) auch im Bereich von Blase, Harnleiter oder Harnröhre befinden. Zwar sind die Ursachen nicht vollends geklärt, einige begünstigende Faktoren, nämlich Ernährungsweise und Stoffwechselfunktionsstörungen sind aber wohl bekannt. Konventionelle Maßnahmen bestehen in einer Entfernung oder Zerstörung der Nierensteine, während Praktiker der Naturheilkunde insbesondere durch gezielte Ernährungsumstellung günstige Veränderungen im Stoffwechsel anregen möchten.

Nierensteine:
Nierensteine
Synonyme
Symptome bei chronischen Nierensteinen
Beschwerden bei Nierensteine
Entstehungsfaktoren und Ursachen für Nierensteine
Ernährung als Therapie
Quellen

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Synonyme

Nephrolithiasis; Steinleiden, Nierensteine

Nierensteine

Symptome bei chronischen Nierensteinen

Chronische, sehr groß gewachsene Nierensteine, die weniger Gefahr laufen, in den Nierenkanälchen stecken zu bleiben und die mitunter das ganze Nierenbecken ausfüllen können, verursachen in der Regel wenig Symptome. Die Betroffenen klagen über eher unspezifische dumpfe oder drückende Rückenschmerzen und Leistenschmerzen. Komplikationen entstehen durch bakterielle Infektionen in Form von Nierenbeckenentzündung, Urosepsis oder Schrumpfniere.

Beschwerden bei Nierensteine

Kleine Nierensteine können in Bewegung geraten und dabei einklemmen. Dies führt zur akuten Nierenkolik mit heftigsten krampfartigen Schmerzen, die anfallsweise über Minuten bis Stunden auftreten können. Bei Steinen im Nierenbecken strahlen die Schmerzen dabei in Rücken und Flanken aus, während Harnleitersteine Schmerzen über Schambereich und Leisten bis in die Beine verursachen können. Weitere Symptome im akuten Steinanfall sind Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie), Blut im Urin (Makrohämaturie) Übelkeit und Erbrechen, ein beginnender Darmverschluss sowie der vermehrte Drang, sich zu bewegen.

Entstehungsfaktoren und Ursachen für Nierensteine

In Nierenkanälchen, Nierenbecken und ableitenden Harnwegen (Urolithiasis) bilden sich Ablagerungen, die aus vorher gelösten Stoffen zu einer festen Masse kristallisieren und Konkremente genannt werden. Neben der Ernährungsweise gelten starkes Schwitzen, Bewegungsmangel, z.B. bei Knochenbrüchen, hormonell bedingte Störungen des Kalziumstoffwechsels, etwa bei Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Störungen im Harnsäurestoffwechsel (der auch zur Gicht führt) und sogar Stress als begünstigende Faktoren bei der Entstehung von Nierensteinen. Je nach Entstehungsmechanismus handelt es sich bei den Nierensteinen entweder um calciumhaltige Steine, um Harnsäuresteine, Magnesiumammoniumphosphatsteine oder Cystinsteine.

Ernährung als Therapie

Die Ernährungsweise ist ein wichtiger Entstehungsfaktor und ihre Umstellung als Therapiemaßnahme geeignet. Einen wichtigen Faktor, der die Steinbildung begünstigt, stellt die Lebens- und Ernährungsweiseweise dar. So sind eine fett- und eiweißreiche Ernährung sowie eine geringe Trinkmenge und Bewegungsarmut als Mitverursacher für Nierensteine bekannt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sich das – immer schon bekannte – Steinleiden in den wohlständigen Nachkriegsjahren zu einer wahren Volkskrankheit entwickelte.

In den meisten Fällen bestehen die Nierensteine aus Kalziumoxalat (es finden sich Angaben zwischen 60% und 80%), deren Bildung entweder durch eine erhöhte Oxalatzufuhr oder einen vermehrten Kalziumabbau zu erklären ist. Nahrungsmittel, die größere Mengen an Oxalatsäure enthalten, sind u.a. Spinat, Sternfrüchte, Rhabarber, Sauerampfer, Sauerklee, Mangold, Kaffee, Schwarztee und Schokolade. Hoher Zucker- und Fleischkonsum verursacht daneben große Harnsäuremengen, die der Organismus durch die Verwendung von Kalzium aus den Knochen zu neutralisieren versucht (was auch zu Osteoporose führt). Außerdem soll Stress die Bildung von Stoffen vermindern, welche die Steinbildung hemmen (z.B. Magnesium). Magnesiumhaltige Nahrungsmittel, die – neben einem förderlichen Stressmanagement – diesem Prozess entgegenwirken, sind beispielsweise Bierhefe, Sojamehl, Weizenkeime, Weizenkleie, Mandeln, Bananen, Kohlrabi und Sellerie.

Harnsäuresteine bilden sich bei Übersättigung des Urins mit Harnsäure und entstehen durch den übermäßigen Verzehr von fleisch- und salzreicher Kost, die durch vegetarisch-basische Ernährung ersetzt werden sollte. Phosphatsteine entwickeln sich dagegen meist auf dem Boden wiederholter Harnwegsinfekte, z.B. der Zystitis . Hier sollte der alkalische Urin als günstiger Lebensraum der Keime medikamentös bzw. durch Ernährungsumstellung angesäuert werden. Cystinkristalle schließlich treten bei Nierenfunktionsstörungen gehäuft auf und können durch basische Kost vermindert werden. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

Bildnachweis: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Quellen

Strehlow, W. :Hildegard Heilkunde von A-Z, Weltbild 2005
Pschyrembel Naturheilkunde, de Gruyter 2006
Bierbach, E.: Naturheilpraxis heute, Urban & Fischer 20016351a2cc0b08c03ie Hofschlaeger, Pixelio.de.