Penisbruch – Ursachen und Therapie

Susanne Waschke

Penisruptur

Der Penisbruch (Penisfraktur) ist in Wirklichkeit gar kein Bruch. Der richtige Ausdruck dafür ist Penisruptur, da der Penis nicht aus Knochen besteht, sondern ein Schwellkörper ist. Eine Ruptur ist ein Riss und bei vorliegendem Krankheitsbild reißt die derbe, faserreiche Bindegewebeschicht (Tunica albuginea), die den Schwellkörper umgibt, ein. Wie bei einem „richtigen“ Bruch macht sich dies durch ein Knacken bemerkbar. Der Penisbruch ist äußerst schmerzhaft und benötigt sofortige medizinische Behandlung.

Ursachen

Die Ursachen für einen Penisbruch, beziehungsweise eine Penisruptur, sind ein gewaltsames Abknicken oder ein zu starkes Stauchen des Penis. Dies kann (jedoch äußerst selten) im erigiertem Zustand beim Geschlechtsverkehr in Verbindung mit Stellungen passieren, bei denen der Penis zu stark abgenickt wird. Eine weitere Ursache ist das Masturbieren mit ungewöhnlichen Praktiken wie zum Beispiel beim Verwenden stark einschnürender, ringförmiger Utensilien. Eine Überbeanspruchung gehört ebenso zu den Ursachen wie ein Drehen auf den Bauch bei nächtlicher Erektion während des Schlafes.

Ein Penisbruch ist für die Betroffenen äußerst schmerzhaft und sollte schnellstmöglich medizinisch versorgt werden. (Bild: GordonGrand/fotolia.com)

Symptome

Die Betroffenen hören ein lautes Knacken und verspüren einen stechenden Schmerz. Der Penis schwillt an, ist verkrümmt und verfärbt sich bläulich. Die Farbe ähnelt einer Aubergine. Die Symptome können sich noch weiter ausbreiten – eventuell sind Hoden, Harnröhre, Nebenhoden oder Samenstränge mit betroffen. Ist die Harnröhre verletzt, so tritt Blut aus dieser aus. Der Penis kann bis zu seinem dreifachen Umfang anschwellen. Die Schmerzen sind sehr stark.

Erste Hilfe

Ein Penisbruch gehört sofort in die Notaufnahme. Bis dorthin sollte der Penis fest gedrückt und gekühlt werden. Dafür wird am besten ein weiches Kühlpack, eingewickelt in ein Tuch, verwendet. Im Notfall reicht auch ein in kaltes Wasser getauchtes Handtuch. Das Kühlen lindert etwas die Schmerzen und steuert der Schwellung entgegen.

Schmerzmittel mit blutverdünnender Wirkung, wie zum Beispiel Aspirin, sollten nicht eingenommen werden. Dadurch könnte sich der Bluterguss nur noch mehr ausweiten.

In der Notaufnahme

Eine schnelle Behandlung in der Notaufnahme ist nötig. So schnell wie möglich muss der Penisbruch versorgt werden. Meistens reichen eine genaue Blickdiagnose und die Beschreibung des Patienten aus, um eine Penisruptur festzustellen. In manchen Fällen jedoch werden, um die Diagnose zu erhärten, bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel oder MRT (Magnetresonanztomographie) durchgeführt. Eventuell wird noch zusätzlich eine Röntgenkontrastaufnahme der Harnröhre nötig. Hiermit kann das genaue Ausmaß der Verletzung festgestellt werden.

Ein Penisbruch wird normalerweise operativ versorgt. Der Riss an der Membran des Schwellkörpers wird genäht. Ist die Harnröhre auch betroffen, wird diese Ruptur ebenfalls verschlossen. Sind zusammen mit dem Penisbruch noch weitere Verletzungen entstanden, werden diese während der Operation versorgt. Eine Drainage wird gelegt, damit das Wundsekret abfließen kann. Ein steriler Verband wird angelegt. Bei Verletzungen der Harnröhre ist ein Blasenkatheter nötig, damit die Wunde besser heilen kann. Der Patient bekommt Schmerz stillende Medikamente und ein Antibiotikum.

Komplikationen/Folgen

Bei einem Penisbruch werden Frühfolgen und Spätfolgen unterschieden. Zu den Frühfolgen, die unmittelbar nach der Verletzung entstehen können, gehören Verformung des Penis mit seitlicher Biegung, Einblutung, Blut im Urin, Infektion des Schwellkörpers und Probleme beim Wasserlassen bis hin zum Harnverhalt.

Spätfolgen sind Verengungen oder Ausstülpungen der Harnröhre, dauerhafte Neigung des Penis zu einer Seite, schmerzhafte Erektion und Erektionsstörungen bis hin zu erektiler Dysfunktion (Impotenz).

Wird ein Penisbruch schnell behandelt, ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Folgen nicht sehr groß. Komplikationen, wie eine erektile Dysfunktion kommen sehr selten vor.

Erektionsstörungen bis hin zur Impotenz können schlimmstenfalls die Folge eines Penisbruchs sein. (Bild: stockWERK/fotolia.com)

Naturheilkundliche Notfallmittel

Wie bereits erwähnt, gehört alleine schon der Verdacht auf einen Penisbruch so schnell wie möglich in ärztliche Hände. Jedoch kann schon auf dem Weg dorthin mit den geeigneten naturheilkundlichen Mitteln etwas Linderung erfolgen.

Arnika ist ein Mittel, das bei jedem Trauma, bei jeder Verletzung das Hauptmittel der Wahl darstellt und somit in jede Hausapotheke gehört. Arnika lindert die Schmerzen, wirkt Blut stillend und sorgt für schnellere Heilung. Auch das Hämatom heilt schneller ab, wenn gleich nach der Verletzung Arnika genommen wird. Für die „Notfall Anwendung“ wird das Mittel am besten in einer höheren Potenz zum Beispiel in D30 verabreicht. Fünf Globuli gleich nach dem Ereignis und eine viertel Stunde später nochmal fünf.

Gegen die Schwellung ist Apis das geeignete homöopathische Mittel, ebenso in einer höheren Potenz. Wer weder Arnika noch Apis zuhause hat, kann auch zu Schüssler Salzen greifen. Die Nr. 3 Ferrum phosphoricum kann an Stelle des Arnika gegeben werden. Dabei wird die Nr. 3 mehrmals hintereinander verabreicht. Das Pendant zu Apis ist bei den Schüssler Salzen die Nr. 8 Natrium chloratum. Auch hierbei ist eine wiederholte Einnahme wichtig.

Nach der Operation helfen Arnika zur allgemeinen Heilung und Schmerzlinderung und Staphisagria für die Heilung der Naht. Wer eine schlechte Wundheilung hat, kann noch zusätzlich Bellis perennis (Gänseblümchen) in Form von Tropfen oder als Globuli einnehmen. Zink und Vitamin C sollten in der Nachbehandlung nicht fehlen. (sw)