Pilzinfektionen (Mykosen) beim Menschen

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Pilzinfektionen: Haupterreger und Symptome
Pilzinfektionen sind beim Menschen häufig anzutreffen, jedoch nicht immer gleich zu erkennen. Denn während die Symptome an Nagel- oder Hautzonen gut sichtbar werden, können Pilze im Körperinneren zu vielfältigen diffusen Beschwerden und Erkrankungen führen, die von vermeintlich harmlosen Verdauungsstörungen bis zu einem erhöhten Krebsrisiko reichen.

Die Pilzform und unsere Abwehrlage bestimmen den Krankheitswert einer Infektion

Dem intakten Immunsystem und einer gesund besiedelten Darmflora gelingt es ohne Schwierigkeiten, eingedrungene Pilzzellen abzubauen oder eine Überwucherung durch (ohnehin) im Körper bestehende Populationen zu verhindern. Ist das Immunsystem jedoch durch Vorerkrankungen geschwächt oder werden körpereigene Abwehrmechanismen durch die häufige Einnahme von Medikamenten, insbesondere von Antibiotika vermindert, können die Pilze sich ungehindert ausbreiten. Naturheilkundlich wird ein erhöhtes Aufkommen von Hefepilzen im Darm auch als schützende Reaktion des Körpers auf eine Schwermetallbelastung diskutiert. Gehören die Pilze einer pathogenen, d.h. krankheitserregenden Form an und führt die Pilzinfektion zu einer Erkrankung, spricht man von einer Mykose. Man unterscheidet drei Gruppen von Pilzen, die verschiedene Körperbereiche besiedeln und dadurch bestimmte Mykosen verursachen.

Hautpilze mögen es dunkel und feucht

Hautpilze (v.a. der Trichophyton-Gattung) verursachen nässende Entzündungen in licht- und luftarmen Körperzonen. Sie finden vor allem sich zwischen Fußzehen und Fingern, in den Achselhöhlen, im Leistenbereich und an der weiblichen Brust. Es können sich schuppende, gerötete Stellen finden, die von mehr oder weniger starkem Juckreiz begleitet werden. Wir sprechen dann von Fußpilz, Hautpilz oder Haarpilz.

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Hefepilze lieben Schleimhäute

Hefepilze (v.a. der Candida-Gattung) besiedeln vorzugsweise die feuchten Schleimhäute des Verdauungs- und Genitaltraktes, nämlich Mund, Rachen, Magen-Darm-Trakt und die Vaginalschleimhaut.
Bei Pilzbefall des Verdauungstraktes mit Hefepilzen (Candidose), insbesondere bei Darmpilz, kann es zu Verdauungsstörungen mit Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Blähungen, dem typischen Heißhunger auf Süßigkeiten oder Afterjucken kommen. Häufig tauchen jedoch unspezifische Beschwerden auf, die erst spät mit der Mykose in Verbindung gebracht werden. Im Mundraum wird die Infektion als Soor bezeichnet und zeigt sich als weißlicher Belag an Wangenschleimhaut und auf der Zunge, teilweise klagen die Betroffenen auch über ein brennendes Gefühl. Scheidenpilz macht sich durch Brennen und Jucken, Rötung, Schwellung, weißlichen Belegen der Schleimhäute und Schmerzen beim Wasserlassen (Strangurie) bemerkbar.

Pilzinfektion

Schimmel wird meist eingeatmet

Die Sporen von Schimmelpilzen (v.a. der Aspergillus-Gattung) geraten meist über die Atmung in die Lungen. Dabei kann es in bestehenden Lungenhohlräumen unter Umständen zu einem Aspergillom kommen, das in seiner aggressivem Form zum Ausgangspunkt einer Lungenaspergillose. Oft treten zu Beginn gar keine Symptome auf, später können Husten und Atemnot auftreten. Bei Menschen mit ausgeprägter Immunschwäche kann es zur Aspergillus-Pneumonie kommen, die mit den Symptomen Fieber und Husten ohne Auswurf einer bakteriellen Lungenentzündung ähnelt. Schimmelpilze besiedeln aber auch das Zentralnervensystem und den gesamten Verdauungstrakt, weswegen sie manchmal in Stuhlproben zu finden sind. Aber auch Herz, Leber, Haut, Schilddrüse und (selten) die Milz können von einer Aspergillose betroffen sein. Die Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen gelten inzwischen auch schulmedizinisch als krankmachend und sogar krebserregend, seit damit in Tierversuchen Leberkrebs bei Ratten provoziert wurde.

Wir erhöhen das Risiko von Pilzinfektionen, indem wir ihnen durch unsere Lebensweise ungewollt gute Besiedelungsmöglichkeiten schaffen, z.B. durch das Tragen synthetischer Kleidung, einseitiger Ernährungsweise mit hohem Zuckerkonsum, wiederholter Einnahme von Antibiotika sowie dem engen Zusammenleben mit Haustieren, die eine häufige Ansteckungsquelle darstellen. Zimmerpflanzen, unbedeckte Mülleimer und unbelüftete Wohnräume bieten vor allem Schimmelpilzen einen bevorzugten Lebensraum.

Bei Verdacht sollte die Diagnose abgesichert werden

Da die durch eine Pilzinfektion hervorgerufenen Symptome uneinheitlich und sind und ihnen auch eine andere Erkrankung zugrunde liegen kann, sollte niemals die Diagnose „Pilzbefall“ aufgrund des Beschwerdebildes allein gestellt werden. Besteht aufgrund der Beschwerden der Verdacht auf eine Mykose, und erhärtet sich dieser durch hinweisende Diagnoseverfahren (z.B. Dunkelfeldmikroskopie), wird meist zusätzlich ein spezifizierender Labornachweis angestrebt.

Die meisten Heilpraktiker arbeiten mit speziellen Labors zusammen, die eine umfangreiche Diagnostik zur Erkennung verschiedener Pilzinfektionen anbieten. Dabei werden Haut-, Nagel-, Haar- oder Stuhlproben auf das Vorkommen von Pilzen untersucht und ihre Gattung bestimmt. Im Anschluss daran kann die passende, naturheilkundlich ausgerichtete Therapie erfolgen. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 31.01.2010)

Bildnachweis: Dieter Schütz  / pixelio.de

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