Plasmozytom

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Krebs: Plasmozytom; multiples Myelom

Das Plasmozytom ist eine niedrigmaligne (maligne = bösartig) Krebserkrankung aus der Gruppe der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome. Ausgehend von einer entarteten Plasmazelle im Knochenmark entstehen unkontrolliert Wucherungen identischer Plasmazellen, die wiederum stetig immer gleiche, funktionsuntüchtige Immunglobuline (Paraproteine) oder Bruchstücke davon produzieren. Insbesondere Männer ab 50 Jahren sind vom Plasmozytom betroffen, in den vergangenen 30 Jahren hat die Erkrankungshäufigkeit sich verdoppelt.

Plasmozytom:
Plasmozytom
Synonyme
Symptome
Behandlung
Historie

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Synonyme

Synonyme
Plasmozytom, Multiples Myelom, Kahler- Krankheit, Kahler- Bozzolo- Krankheit, Kahler’sche Krankheit, Morbus Kahler, M. Kahler, Huppert- Krankheit, monoklonale Gammopathie, Bence- Jones- Krankheit, plasmozytisches Lymphom, Kahler´s Disease, Rustizky’s Disease, Bozzolo’s Disease, Von Rustitskii’s Syndrom, MacIntyre’s syndrome.

Plasmozytom

Symptome

Symptome entstehen durch Wucherung und der Masse an Eiweißen im Blut. Typische Allgemeinsymptome beim Plasmozytom sind Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust. Häufig werden Knochenschmerzen, Kreuzschmerzen oder unspezifische Rückenschmerzen als Beschwerden aufgeführt, unter anderem, weil das schnelle Wachstum der Zellen zu schmerzhaften Druck- und Reizzuständen der umliegenden Nerven führen kann. Vielfach kommt es zu Spontanfrakturen der Knochen, nicht zuletzt, weil der unkontrollierte Wachstum der Plasmazellen zu einer Auflösung der eigentlichen Knochensubstanz (Osteolyse) und damit zu Instabilität führt. Osteolyseherde zeigen sich als runde, dunkle Herde im Röntgenbild. Schädelknochen, die oftmals von solchen Herden durchsetzt sind, werden als „Schrotschussschädel“ bezeichnet.

Durch die Masse an produzierten Proteinen und das Kalzium, das bei der Osteolyse abgebaut wird, werden vor allem die Nieren in Mitleidenschaft gezogen, was unbemerkt in eine Niereninsuffizienz müden kann. Zwar wird mit dem Harn viel Eiweiß ausgeschieden, weil dieser Vorgang jedoch nicht mit Beschwerden verbunden ist, kommt es erst spät zur Untersuchung.

Blutuntersuchungen können eine Anämie, Leukopenie und Thrombopenie ergeben, d.h. sowohl rote und weiße Blutkörperchen als auch die für die Blutgerinnung zuständigen Blutplättchen sind in ihrer Anzahl vermindert. Symptome wie Schwindel, Blässe Müdigkeit, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit (v.a. Zystitis, Pyelonephritis) und Blutgerinnungsstörungen, etwa als häufiges Nasenbluten, sind die Folge. Dennoch ist die Fließeigenschaft des Blutes durch den Proteingehalt derart vermindert, dass es zu Thrombosen, bis hin zum Milzinfarkt, kommen kann.

Behandlung

Die Behandlung beginnt erst ab dem zweiten Schwergrad der Erkrankung. Die Beschwerden des Plasmozytoms werden häufig als Rheuma oder Osteoporose verkannt und deshalb erst im späteren Verlauf diagnostiziert. Die Krankheit wird in drei Schweregrade eingeteilt, erst ab dem zweiten wird eine Therapie als niedrig dosierter Chemotherapie bzw. Strahlentherapie eingeleitet. Bei starken Schmerzzuständen, wird der Tumor manchmal operativ entfernt. Konventionell gilt die Erkrankung in der Regel als nicht heilbar.

Um Krankheitsverlauf und Nebenwirkungen der Chemotherapie abzumildern und die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu unterstützen, können daneben zahlreiche Verfahren aus dem Bereich der Naturheilkunde eingesetzt werden (Mistelherapie, Orthomolekulare Medizin, psychologisch orientierte Verfahren, Meditation u.v.m.).

Historie

Zum ersten Mal beschrieben wurde die Erkrankung 1873 von dem russischen Chirurgen Dr. J. von Rustizky aus Kiew als Multiples Myelom. Beschrieben wurden direkte oder verwandte Symptome und die Erkrankung auch von anderen Medizinern und zum Teil nach ihnen benannt- wie nach dem tschechischen Internisten Hugo Huppert (1832- 1904), dem italienischen Mediziner Professor Camillo Bozzolo (1845- 192016351a2cc0b08c03hischen Internisten Otto Kahler (1849- 1893), dem englischen Arzt und Chemiker Henry Bence Jones (1813- 1873) und dem englischen Arzt William MacIntyre (1792- 1857) (bei einem seiner Patienten wurde das Bence- Jones- Protein entdeckt). (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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