Pubertätsgynäkomastie: Männerbusen

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Brüste bei Jungen

Eine besonders belastende Situation kann bei Jungen in der Pubertät entstehen, wenn sich bei ihnen Brüste durch ein Ungleichgewicht zwischen dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen und den männlichen Androgenen bilden. Glaubt man der Fachliteratur, so kann es bei bis zu 40 Prozent der Jungen zur Pubertätsgynäkomastie kommen.

Inhaltsverzeichnis:
Pubertätsgynäkomastie
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Pubertätsgynäkomastie
Ursachen von Pubertätsgynäkomastie
Naturheilkunde Behandlung

Synonyme

Pubertätsgynäkomastie, Adoleszentengynäkomastie, Jugendlichengynäkomastie, Brustbildung bei Jungen, Brüste bei Jungen, Jungenbrüste, Pseudogynäkomastie, Gynäkomastie.

Brustwachstum bei Männern. Bild: rob3000 - fotolia
Brustwachstum bei Männern. Bild: rob3000 – fotolia

Symptome und Beschwerden

Die Pubertätsgynäkomastie kann einseitig, aber auch beidseitig eventuell als familiäre Disposition auftreten und bildet sich nicht immer vollständig zurück. Teilweise kann die Brustbildung sehr gross, wie bei einer Frau, aber auch nur ansatzweise erkennbar sein. Meist sind adipöse Jungen zwischen 13 und 14 Jahren betroffen.

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Gerade in der Pubertät, in der sich Jungen von dem Elternhaus entfernen und die Nähe und Akzeptanz von Gleichaltrigen suchen, kann die Pubertätsgynäkomastie sehr belastend für die Betroffenen sein. Einerseits kann es natürlich zu Hänselungen und Respektverlust im Freundeskreis kommen, andererseits ist das „Anderssein“ gegenüber Altersgenossen für viele eine schwer auszuhaltende Situation. Dies kann zu psychischen Begleitbeschwerden von Selbstisolierung bis hin zu Depressionen oder Angst führen.

Körperlich kann es zur Spannung der Brustpartie, zu Brustschmerzen und teilweise auch zu Sekretausfluss aus der Brust kommen. Auch kann es zu weiteren Verweiblichungserscheinungen (Feminisierung) und schwach ausgeprägter Pubertät kommen. Hier erfolgen dann ärztlich weitere Untersuchungen zum Ausschluss eines sogenannten Klinefelter- Syndroms- einer Unterfunktion der Keimdrüsen in der Pubertät.

Ursachen von Pubertätsgynäkomastie

Ursächlich ist bei einer Pubertätsgynäkomastie ohne zugrunde liegende schwerwiegende Erkrankung, ein Ungleichgewicht zwischen den weiblichen und männlichen Hormonen im Jungenkörper- den Östrogenen und den Androgenen.

Da, wie eingangs erwähnt, häufig adipöse Jungen betroffen sind, nimmt man an, dass das Enzym Aromatase noch durch eine Überaktivität beteiligt ist. Aromatasehemmer werden heute vielfach im Rahmen einer Brustkrebsbehandlung gegeben, weil sie die Produktion von Östrogen hemmen. Wichtig ist, dass schwerwiegende Gründe für die Brustbildung ausgeschlossen werden. In erster Linie werden die Hoden und die Brust selbst abgetastet. Desweiteren werden durch bildgebende Verfahren mögliche beteiligte Organe wie Hoden, Gehirn (Hypophyse), Nieren, Nebennieren und Leber untersucht.

Auch Medikamente oder Alkoholabusus können eine Pubertätsgynäkomastie verursachen. Gerade bei jungen Bodybuildern kann man häufig von der Problematik hören- besonders, wenn sie zusätzliche hormonelle Substanzen, wie Anabolika, nehmen. Man nimmt an, dass auch massiver Marihuana- Konsum als Verursacher in Frage kommt, da Hanf pflanzliche Östrogene (Phytoöstrogene) enthält. Abzugrenzen ist die Pubertätsgynäkomastie von der Pseudogynäkomastie, die im Rahmen von Adipositas auftritt. Hierbei handelt es sich um eine Fetteinlagerung ohne Drüsengewebe.

Naturheilkunde Behandlung

An erster Stelle steht bei diesem Beschwerdebild, bei einer physiologischen Pubertätsgynäkomastie das Weglasssen potentiell auslösender oder verstärkender Faktoren wie Alkohol, bestimmte Medikamente oder Marihuanakonsum. In der Literatur findet man Berichte über den Stoff Anastrozol, der in der Homöopathie neben weiteren Mitteln eingesetzt wird. Leider finden sich bisher keine Berichte oder Erfahrungswerte dazu. (tf)

nachweis: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de