Rachenentzündung (Pharyngitis)

Typische Anzeichen einer Rachenentzündung sind Schmerzen beim Schlucken, ein unangenehmes Kratzen im Hals sowie erkennbare Rötungen und Schwellungen im Rachenraum. (Bild: Von Schonertagen/fotolia.com)
Jeanette Vinals Stein

Akuter und chronischer Rachenkatarrh

Ist die Rachenschleimhaut entzündet, kann dies unangenehme Schluckbeschwerden, Kratzen und Schmerzen im Hals sowie Begleitsymptome wie Fieber oder Kopfschmerzen auslösen. Die Pharyngitis (Rachenentzündung) stellt in den meisten Fällen zwar eine eher harmlose Erkrankung dar, doch ist auch die Entwicklung eines chronischen Beschwerdebildes möglich, das erhöhte Risiken für Folgeerkrankungen mit sich bringt.

Definition

Die Pharyngitis (Rachenentzündung) beschreibt einer teilweise oder vollständige Entzündung der Rachenschleimhaut. Alternative wird die Bezeichnung Rachenkatarrh verwendet. Des Weiteren kann in akute und chronische Rachenentzündungen unterschieden werden und gelegentlich erfolgte eine zusätzliche Differenzierung nach den Formen der Pharyngitis. Hier bilden zum Beispiel die Laryngopharyngitis (Entzündung von Rachenschleimhaut und Kehlkopf) und die Seitenstrangangina erwähnenswerte Subtypen der Rachenentzündung.

Typische Anzeichen einer Rachenentzündung sind Schmerzen beim Schlucken, ein unangenehmes Kratzen im Hals sowie erkennbare Rötungen und Schwellungen im Rachenraum. (Bild: Von Schonertagen/fotolia.com)
Typische Anzeichen einer Rachenentzündung sind Schmerzen beim Schlucken, ein unangenehmes Kratzen im Hals sowie erkennbare Rötungen und Schwellungen im Rachenraum. (Bild: Von Schonertagen/fotolia.com)

Symptome der Rachenentzündung

Die Entzündung verursacht eine Schwellung und Rötung im Rachenraum, Zungenbelag und es bildet sich ein zähschleimiges bis eitriges Sekret. Betroffene klagen über Beschwerden wie ein Wundheitsgefühl mit Kratzen und Brennen im Halsbereich, Rachenschmerzen, schmerzhafte Schluckprobleme, die bis in die Ohren ausstrahlen können, und starken Durst. Auch Kopfschmerzen und Fieber können hinzukommen, was Anlass für einen Arztbesuch sein sollte. Dies gilt ebenso, wenn die akuten Beschwerden nach drei Tagen noch nicht abklingen.

Ursachen

Meist entsteht die akute Pharyngitis während einer Infektion im Bereich der oberen Atemwege, wobei vor allem Viren, aber mitunter auch Bakterien die Auslöser bilden. Zudem sind mechanische Schädigungen, starke Hitzeeinwirkung, Staub, chemische Substanzen wie reizende Gase, Chlor, Nitrate oder bestimmte Medikamente als mögliche AUslöser einer akuten Entzündung zu nennen.

Die chronische Pharyngitis verläuft meist weniger schmerzhaft und ohne Fieber. Sie betrifft häufig Menschen, die berufsbedingt viel sprechen bzw. singen müssen oder solche, die allgemein unter erhöhter Infektanfälligkeit, insbesondere im Bereich der oberen Atemwege, leiden.

Die Diagnose einer Rachenentzündung lässt sich oftmals bereits nach einem Blick in den Rachenraum stellen, allerdings können verschiedene weitere Untersuchungen zur Differentialdiagnostik erforderlich werden. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)
Die Diagnose einer Rachenentzündung lässt sich oftmals bereits nach einem Blick in den Rachenraum stellen, allerdings können verschiedene weitere Untersuchungen zur Differentialdiagnostik erforderlich werden. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Diagnose

Die Diagnose der Rachenentzündung ist anhand der auftretenden Symptome und einer ärztlichen Begutachtung des Mund- und Rachenraumes meist relativ leicht zu stellen. Die Laboruntersuchung eines Abstrichs kann mitunter Hinweise auf die ursächlichen Erreger (Bakterien oder Viren) geben. Auch eine Blutuntersuchung ist gegebenenfalls angebracht, um Grunderkrankungen wie beispielsweise Masern oder Röteln auszuschließen.

Therapie

Eine Behandlung muss grundsätzlich die Meidung möglicher Reizstoffe im beruflichen und häuslichen Umfeld berücksichtigen. Dazu gehören starke Staubbelastungen genauso wie der Konsum von Nikotin und Alkohol. Hilfreich ist darüber hinaus oft ein Sprechverbot mit Bettruhe, viel Trinken und angepasster Ernährung (ggf. Brei, Suppe oder andere flüssige Speisen) in den ersten Tagen.

Eine gezielte medikamentöse Behandlung mit Antibiotika ist bei bakteriellen Infektionen möglich. Gegen virale Infekte stehen hingegen keine entsprechenden Präparate zur Verfügung. Allerdings lassen sich starke Symptome wie Schmerzen oder Fieber bei Bedarf mit entsprechenden Arzneien behandeln.

Naturheilkunde

Die Naturheilkunde bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Behandlung einer Rachenentzündung, wobei vor allem der Pflanzenheilkunde eine herausragende Bedeutung zukommt. Hier stehen zum Beispiel verschiedene Teezubereitungen zur Verfügung, die eine antientzündliche Wirkung haben und die Heilung fördern. Auch das Gurgeln mit entsprechendem Heilpflanze-Tee ist bei akuten Rachenentzündungen hilfreich. Vielfach kommt dafür zum Beispiel Salbeitee, Kamillentee oder Tee aus Odermennig zum Einsatz. Ebenso zum Gurgeln geeignet ist eine einprozentige Kochsalzlösung.

Tee aus Odermennig kann zum Gurgeln bei einer Rachenentzündung verwendet werden, aber auch Salbeitee zeigt hier eine äußerst positive Wirkung. (Bild: popov_ariel/fotolia.com)
Tee aus Odermennig kann zum Gurgeln bei einer Rachenentzündung verwendet werden, aber auch Salbeitee zeigt hier eine äußerst positive Wirkung. (Bild: popov_ariel/fotolia.com)

Lutschtabletten und Bonbons regen den Speichelfluss an und halten die Schleimhäute feucht, was die Heilung positiv beeinflussen kann. Diese sollten jedoch unbedingt zuckerfrei sein und bei den Inhaltsstoffen gilt häufig die Regel: Weniger ist mehr. Spezielle antibiotische Wirkstoffe oder ähnliches sind in der Regel überflüssig, zumal die Entzündung meist durch Viren verursacht wird.

Rachenentzündung
Lutschtabletten wirken bei Rachenentzündungen vor allem über eine Anregung des Speichelflusses. (Bild: Dieter Schütz/pixelio.de)

Bei einer chronischen Pharyngitis werden in der naturheilkundlichen Behandlung oft allgemeine Maßnahmen zu Stärkung des Immunsystems eingesetzt, da eine erhöhte Infektanfälligkeit Ursache der wiederholten Rachenentzündungen sein kann. Auch bietet sich das präventive Gurgeln mit Odermennig an und regelmäßige Nasenduschen können die Infektanfälligkeit im Nasen-Rachen-Raum ebenfalls reduzieren. (jvs, fp)

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