Rippenfellentzündung – Symptome, Diagnose und Behandlung

Susanne Waschke
Eine Rippenfellentzündung, auch als Brustfellentzündung bezeichnet, und in der Fachsprache Pleuritis genannt, ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die erhebliche Komplikationen mit sich bringen kann. Daher gehört eine Rippenfellentzündung unbedingt in ärztliche Behandlung, auch wenn richtig gewählte Mittel aus der Naturheilkunde die Heilung durchaus unterstützen können.

Das Brustfell

Die beiden menschlichen Lungenflügel sind mit einer hauchdünnen Haut überzogen, die durch Gefäße versorgt wird. Das Lungenfell (Pleura viszeralis) grenzt nur durch einen ganz dünnen Spalt, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, an das Rippenfell (Pleura parietalis). Dieses bedeckt die Brustwand, das Zwerchfell und den Mittelfellraum. Beide Pleurablätter werden zusammen als Brustfell, oder einfach nur als Pleura, bezeichnet.

Eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) bedarf dringend ärztlicher Behandlung, da ansonsten schwere Komplikationen drohen. (Bild: pixdesign123/fotolia.com)

Ursachen der Entzündung

Am häufigsten entsteht eine Rippenfellentzündung in Folge einer Lungenentzündung. Weitere Ursachen sind posttraumatischer Art, wie zum Beispiel in Folge einer Verletzung des Brustkorbs durch Rippenbrüche. Auch kann eine Operation im Bereich des Brustkorbs eine Rippenfellentzündung nach sich ziehen. Des weiteren ist das Aspirieren von Flüssigkeiten oder von Fremdkörpern eine mögliche Ursache für das Entstehen einer Pleuritis.

Weitere Auslöser können sein:

  • Tuberkulose,
  • Lungeninfarkt,
  • Bronchialkarzinom,
  • Tumor des Rippenfells
  • Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Lupus erythematodes, die das Rippenfell befallen,
  • Infektionen, ausgelöst durch Pilze oder Parasiten,
  • eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung),
  • Abszesse in Leber oder Nieren.

Eine seltenere Ursache für eine Rippenfellentzündung ist das Vorliegen einer Virusinfektion. Ein möglicher Erreger dafür ist das Coxsackie-B-Virus, Auslöser für die sogenannte Bornholm Krankheit.

Trockene oder feuchte Form

Aus der trockenen Form, bei der das Ein- und Ausatmen sehr schmerzhaft ist, entwickelt sich häufig die feuchte Form der Rippenfellentzündung. Die feuchte Form entsteht dadurch, dass sich ein entzündlicher Erguss bildet.

Symptome

Die Patienten leiden bei einer Rippenfellentzündung unter Atem abhängigen Schmerzen im Brustkorb. Diese können mitunter so stark ausgeprägt sein, dass die Betroffenen eine Schonhaltung einnehmen. Dies zieht eine Wirbelsäulenverkrümmung und eine Verminderung der Atembewegungen auf der betroffenen Seite nach sich.

  • Weitere Symptome sind:
  • ein trockener Husten,
  • allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Fieber,
  • Druckgefühl in der Brust,
  • und Atemnot.

Da der Rippenfellentzündung in der Regel eine Grunderkrankung vorausgeht, kommen die dafür verantwortlichen Beschwerden natürlich noch mit hinzu. Die Atemnot ist umso größer, je ausgeprägter der Pleuraerguss (feuchte Form) ist.

Unterschiede Symptome – trockene oder feuchte Form

Bei der trockenen Rippenfellentzündung stehen stechende Schmerzen im Brustkorb im Vordergrund. Diese verstärken sich beim Einatmen und auch beim Husten – die Betroffenen atmen deshalb meistens sehr flach. Der mit der Erkrankung einhergehende Husten ist häufig ein Reizhusten ohne Auswurf. Bekannt für die trockene Form ist das sogenannte „Pleurareiben“. Dieses Geräusch entsteht durch das Reiben der Pleuraschichten aufeinander und ist durch das Abhören mit einem Stethoskop wahrzunehmen.

Geht die trockene in die feuchte Form der Rippenfellentzündung über, ist das Pleurareiben nicht mehr zu hören. Auch die bisher massiven Schmerzen beim Atmen hören plötzlich auf. Das Husten und auch das Atmen bereitet dann keine Beschwerden mehr. Daran ist der, sich gebildete Erguss „schuld“. Jetzt treten andere Beschwerden auf: ein Druckgefühl in der Brust und Atemnot. Eventuell verspüren die Betroffenen Schmerzen in der Schulter. Dies kann passieren, wenn der Erguss den Zwerchfellnerv reizt. Weitere Beschwerden bei der feuchten Rippenfellentzündung sind Gewichtszunahme (durch den Erguss) und Fieber.

Diagnose

Für die Diagnose ist zuerst eine ausführliche Anamnese nötig. Dem folgt eine körperliche Untersuchung, bei der zum Beispiel der Arzt beim Auskultieren das erwähnte „Pleurareiben“ feststellt. Eine Laboruntersuchung stellt allgemeine Entzündungswerte und Erreger im Blut fest, im Ultraschall lässt sich Flüssigkeit im Brustraum darstellen und ein Röntgenbild zeigt, ob zum Beispiel eine Lungenentzündung vorliegt und ob sich ein Erguss gebildet hat.

Wichtig ist, die Ursache für die Rippenfellentzündung herauszufinden. Diese gilt es als erstes zu behandeln. Ein Erguss wird eventuell punktiert, um dann mit Hilfe des Punktats die Erreger festzustellen.

Weitere Untersuchungsmethoden sind MRT (Magnetresonanztomographie) , CT (Computertomographie) oder auch eine Biopsie. Letztere wird vor allem im Zusammenhang mit einem Krebsgeschehen durchgeführt.

Bei einer Entzündung des Rippenfells (Teil des Brustfells) können Teile des Lungen- und Rippenfells miteinander verwachsen, was eine Operation erforderlich macht. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Therapie

Die Therapie der Rippenfellentzündung richtet sich in erster Linie nach der Ursache. So wird zum Beispiel bei Vorliegen einer bakteriellen Lungenentzündung diese mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt. Wenn rechtzeitig therapiert wird, heilt in der Regel die Entzündung auch problemlos aus. Neben der ursächlichen Behandlung wird natürlich auch die Rippenfellentzündung mit geeigneten Mitteln versorgt.

Eine trockene Pleuritis, die ja häufig mit massiven Schmerzen einhergeht, benötigt die Gabe von Schmerzmitteln und eventuell auch Husten dämpfenden Präparaten. Zudem erfordert eine Rippenfellentzündung grundsätzlich auf jeden Fall Ruhe, um sich richtig auskurieren zu können. Ein Erguss kann punktiert werden, um das Atmen zu erleichtern. Eventuell ist eine Thoraxdrainage nötig, um das Sekret abzusaugen. Über diese Drainage kann auch die Pleura mit einem Antibiotikum versorgt oder es können weitere Medikamente eingebracht werden.

Komplikationen

Bei einer Rippenfellentzündung, die nicht richtig behandelt wurde oder auch nicht ausgeheilt ist, können Lungen- und Rippenfell miteinander verwachsen. Dies wird als sogenannte Pleuraschwarte bezeichnet. Die Lunge kann sich daraufhin nicht mehr richtig entfalten, das Atmen wird erschwert. In einer Operation werden die beiden Blätter wieder voneinander gelöst.
Bei einer Pleuritis, die mit massiven Vereiterungen einhergeht, kann ebenso eine Operation Hilfe bringen.

Hilfe aus der Naturheilkunde

Auch wenn die Rippenfellentzündung unbedingt in die Hände eines Arztes gehört, können die richtig gewählten Mittel aus der Naturheilkunde die Heilung unterstützen und vor allem auch das Allgemeinbefinden verbessern.

Gerade die anthroposophische Medizin hält sehr gute Mittel parat, die bei einer Pleurits neben der schulmedizinischen Behandlung verordnet werden können. Diese werden injiziert oder aber oral verabreicht. Was die Abwehr der Betroffenen unterstützt, um schneller mit der Entzündung klarzukommen, sind hochdosierte Vitamin-C Infusionen. Diese stimulieren das Immunsystem und stärken den gesamten Organismus.

Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung rundet das ganze Konzept ab. Wichtig ist auch, dass die Patienten genügend Flüssigkeit in Form von Tee und stillem Wasser zu sich nehmen und sich vor allem Zeit für die Genesung nehmen.

Eine Pleuritis äußert sich in Beschwerden wie Atem abhängigen Schmerzen, trockenem Husten, Atemnot und Fieber. Liegen entsprechende Symptome vor, sollte zeitnah ein Arzt konsultiert werden. (Bild: joshya/fotolia.com)

Zusammenfassung

Eine Rippenfellentzündung ist eine Erkrankung, die unbedingt, so schnell wie möglich behandelt werden muss. Bei Atem abhängigen Schmerzen, in Verbindung mit trockenem Husten, Atemnot und Fieber sollten Sie recht schnell einen Arzt aufsuchen. Die richtige Therapie und ausreichende Bettruhe lassen die Entzündung problemlos ausheilen. Wird jedoch nicht rechtzeitig behandelt oder die Erkrankung verschleppt, sind durchaus Komplikationen möglich, die eventuell einen operativen Eingriff erfordern. (sw)