Rippenprellung

Darstellung der menschlichen Rippen.
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Symptome und Behandlung bei Rippenprellung

Die Rippenprellung (Rippenkontusion) ist eine durch direkte, stumpfe Gewalt von außen zugeführte Schädigungen im Bereich der knöchernen Rippen, die häufig ohne sichtbare Verletzung der Haut einhergeht. Neben einer Schwellung (Ödem) des Gewebes treten bei Rippenprellungen Verletzungen kleinster Blutgefäße (Kapillaren) und so ein Blutaustritt in das umliegende Gewebe auf, was meist als Bluterguss (Hämatom) sichtbar wird.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen
Symptome
Verlauf
Differentialdiagnose
Rippenprellung Therapie

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Ursachen

Die Ursache der Rippenprellung ist häufig ein stumpfes Rumpftrauma, ausgelöst beispielsweise durch einen heftigen Stoß oder Sturz. Die dabei aufs Gewebe wirkenden Kräfte überschreiten jedoch nicht den Elastizitätsbereich der Rippen, wodurch es zur Rippenprellung und nicht zum Rippenbruch kommt. Bei älteren Menschen kommt treten auf Grund des altersbedingten Elastizitätsverlust des Gewebes eher Rippenbrüche als zur Rippenprellungen auf. Die stumpfe Krafteinwirkung führt zur Quetschung des Gewebes, wodurch neben einer Schwellung und einem Bluterguss auch schmerzhafte Reizungen von Nervenenden auf der Knochenhaut (Periost) verursacht werden.

oberkrper eines menschlichen skeletts
Eine Prellung der Rippen geht mit erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher. Bild: www.fotolia.com © Sebastian Kaulitzki

Symptome Rippenprellung

Bei einer Rippenprellung ist der betroffene Rumpfbereich „druckschmerzhaft“. Nicht immer ist ein Bluterguss oder eine kleinflächige, fleckenförmige Blutung der Haut (Ekchymose) deutlich zu erkennen. Da die Rippen eine gelenkige Verbindung sowohl zur Wirbelsäule als auch zum Brustbein haben, können sich die Rippen beim Einatmen ein Stück zu heben, um den Brustkorb zu weiten. Dadurch wird eine stärkere Ausdehnung der Lunge im Brustkorb und eine Steigerung des Lungenvolumens beim Einatmen ermöglicht. Umgekehrt erlaubt dieser Mechanismus das weitere Absenken der Rippen, also eine Verkleinerung des Brustkorbquerschnitts, beim Ausatmen und Husten, unter zur Hilfenahme der Bauchmuskeln. Diese Beweglichkeit des ansonsten eher starren Brustkorbs ist der Grund dafür, dass für die Betroffenen, neben Schmerzen beim Heben eines oder beider Arme, auch Schmerzen beim Ein- und Ausatmen und besonders beim Husten zu beobachten sind. Um im weiteren Verlauf Schmerzen zu vermeiden, nehmen die Betroffenen oftmals Schonhaltungen ein, die ihrerseits zu Muskelverspannungen führen können.Typischerweise sind diese Verspannungen besonders zwischen den Schulterblättern und am Brustbein zu lokalisieren.

Verlauf

Der Verlauf einer Rippenprellung ist individuell sehr unterschiedlich und abhängig von der Schwere des ihr vorangegangenen Traumas. Jedoch ist ein Verlauf von vier Wochen und mehr nicht ungewöhnlich.

Differentialdiagnose

Oft kann der Rippenbruch von einem Mediziner durch Tasten von einer Rippenprellung unterschieden werden, wobei jedoch aufgrund ähnlicher Symptome der Ausschluss eines Rippenbruchs nicht ganz einfach ist. Daher sollte im Zweifelsfall immer eine Diagnosesicherung anhand bildgebender Verfahren durchgeführt werden. Denn im Falle eines Bruchs besteht die Gefahr innerer Verletzungen wie beispielsweise eines Pneumothorax, hervorgerufen durch eine Schädigung des Lungenfells.

Beim Pneumothorax tritt Luft aus der Lunge in den ansonsten luftleeren Raum zwischen Brustkorb und Lunge ein, so dass die Ausdehnung eines oder sogar beider Lungenflügel beim Einatmen deutlich eingeschränkt sein kann und schwerwiegende Probleme beim Gasaustausch in der Lunge auftreten. Des weiteren müssen bei der Ursachenforschung der Schmerzen, eine knöchernde Verletzung der Bruswirbelsäule, ein Bandscheibenvorfall, die Entzündung eines Nervs sowie internistische Erkrankungen ausgeschlossen werden, um die Verletzung angemessen zu behandeln.

Therapie

Die Therapie erfolgt konservativ, das heißt, eine Operation ist nicht indiziert. Schmerzen werden in erster Linie mit Medikamenten (nichtsteroidales Antirheumatikum) behandelt. Direkt nach dem Trauma ist es sinnvoll, den betroffenen Bereich zu kühlen, sowohl um Schmerzen zu lindern, als auch um der Schwellung entgegen zu wirken. Im weiteren Verlauf können auch Medikamente gegen die Schwellung vom Arzt verordnet werden. Ein elastischer Verband kann stützend wirken, ist jedoch eher die Ausnahme.
Der Patient wird angehalten seinen Rumpf, soweit dies möglich ist ruhig zu halten und unbedingt die nächsten Wochen auf sportliche Aktivitäten zu verzichten.

Im Rahmen der Physiotherapie können verschiedene Techniken sinnvoll sein:
So erreicht die manuelle Therapie eine Dehnung der Kapseln der kleinen Gelenke des Brustkorbs um gegebenenfalls auch präventiv Bewegungseinschränkungen zu verhindern. Wärmeanwendungen, Hydrotherapie und Massagen wirken Schmerzlindernd und Durchblutungsfördernd. Eine Atemtherapie ist meist nur bei sehr schweren Verläufen angezeigt, um einer Lungenentzündung (Pneumonie) vorzubeugen. Aufgrund sehr starker Schmerzen, ist es einigen Betroffenen nicht mehr möglich, Sekret, das sich im Bronchialbaum angesammelt hat, ausreichend abzuhusten. Wird dies nicht abtransportiert, bietet es einen Nährboden für Keime und Bakterien. (Philipp Schulz, Physiotherapeut)

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